Herzlichen Glückwunsch!!!
Am Tag Deiner OP habe ich in Fürth die erste Voruntersuchung hinter mich gebracht. Noch immer bin ich mir nicht so ganz sicher, ob ich die OP auch tatsächlich durchführen lassen werde, aber dein Bericht hat mich etwas aufgemuntert.
Habe so ziemlich die gleiche Sehschwäche wie du und mein Traum wäre es, an einem Morgen mein Schlafzimmer ohne den bekannten Schleier zu sehen.
Ich freu mich für Dich
annett.
: Ich wurde am letzten Montag Morgen (also vor 2 Tagen) in der Euro-Med Klinik Fürth von Dr. Ober an beiden Augen mit der herkömmlichen LASIK-Methode operiert (Laser: Bausch&Lomb Technolas z217, ohne Aberrometer). Meine Ausgangswerte waren -5 dpt., Hornhautdicke ca. 560 um, Pupillendurchmesser ca. 7mm. Am Tag der Operation war ich sehr nervös, aber das Team in Fürth ist (zumindest was ich berichten kann) ziemlich nett - nur leider wurde irgendwie vergessen, mir eine Beruhigungstablette zu geben; als ich danach fragte, war es schon zu spät

Mit zitternden Knien und ohne Brille wurde ich in den großen OP-Saal geführt, die Schutzhauben an Kopf und Füßen sowie die beiden an meinen Schlutern klebenden Info-Zettel haben bestimmt ein lustiges Bild abgegeben. In dem besagten Raum wartete eine ganze Handvoll Menschen in grün auf mich, die ich aber leider ohne Brille kaum erkennen konnte. Der überhaupt nicht nervöse Arzt war wirklich nett, und konnte mir etwas von meiner Angst nehmen (kein Wunder, denn für alle Leute dort ist die Lasik-Behandlung tägliche Routine). Nach einem kurzen Geplänkel ging es auch schon los: Ich musste mich unter den Laser legen, und der Lidspanner wurde eingesetzt (das war zwar unangenehm, aber nicht so schlimm wie erwartet). Das Ausspülen des Auges mit Wasser war auch nicht weiter tragisch, aber ich verspürte die ganze Zeit den Drang zu blinzeln - es ging halt nur nicht. Mein zweites Auge, welches nur abgedeckt war, blinzelte und tränte dafür aber fleissig sinnlos mit. Es wurde etwas an meinem Auge rumgewerkelt, ich spürte ein leichtes Druckgefühl, und dann wurde es plötzlich dunkel. Als ich das leise Summen vernahm, stellte ich mir unweigerlich vor, wie gerade das Mikrokeratom in mein Auge schneidet! Ich fühlte zwar so gut wie nichts, aber allein der Gedanke daran führte zu einem sehr flauen Gefühl im Magen! Irgendwie musste ich unweigerlich an die Funktionsweise eines elektrischen Dosenöffners denken... Anschließend wurde es wieder hell, aber ich konnte fast nichts erkennen. Ich wurde angewiesen, jetzt nur noch konzentriert auf das Fixierlicht zu schauen. Dann knatterte der Laser auch schon los. Das Fixierlicht erschien mir nur noch als riesige Wolke, die wild umherzuspringen schien. Der Eyetracker musste den Laser stoppen weil mein Auge sich stark bewegte, obwohl ich mich wirklich anstrengte ruhig zu bleiben. Am Ende wurde das Flap wieder glatt gestrichen, und der Lidspanner abgenommen. Ich traute mich irgendwie kaum, auf dem operierten Auge zu blinzeln. Der Doktor meinte, es sei ganz gut gelaufen, und nun kam das nächste Auge an die Reihe. Die Behandlung dauerte pro Auge schätzungsweise nur 3-5 Minuten. Schmerzen hatte ich keine, nur Saugring und Mikrokeratom kamen mir unangenehm vor (vielleicht psychologisch bedingt). Was ich toll fand, war, dass es während dem ganzen Eingriff eine OP-Schwester gab, deren einzige Aufgabe darin bestand, beschwichtigend meine Hand zu halten

Das beruhigte mich ungemein. Als ich nach der OP aufstehen wollte, wurde mir ganz schön schwindlig; mein Kreislauf war ziemlich am Boden. Letztendlich wurden die Flaps nochmal per Spaltlampe (oder was auch immer) gecheckt, und ich konnte mit einer Schutzmaske auf den Augen nach Hause gehen. Direkt nach der OP war die Sicht zwar noch ziemlich glasig, aber immerhin besser als ohne Brille *g*. Leider setzte nach 10-15 Minuten ein Fremdkörpergefühl und starker Tränenfluss ein, der dann ca. 5 Stunden lang anhielt! Ich konnte die Augen keine halbe Sekunde lang offen halten, und dachte schon, ich bekomme die vorgeschriebenen Augentropfen (nach 6 Stunden) niemals in mein Auge. Ich habe bis dahin bestimmt einen Liter Tränenflüssigkeit verloren *g*. Als ich dann nach ca. 7 Stunden zum ersten Mal die Augen etwas länger öffnete, und mich im Wohnzimmer umsah, traf mich glatt der Schlag: Alles kam mir glaskar und gestochen scharf vor!! Leider konnte ich es nicht sehr lange geniessen, denn vom Sehen bekam ich relativ schnell Kopfschmerzen. Spätnachmittags stand ich aber am Fenster, und starrte ungläubig auf den schneebedeckten Wald hinaus. Alles war so fein, so unglaublich schön und scharf - unfassbar... Sowohl Brille als auch Kontaklinsen entsprachen nicht exakt meinen Dioptrien-Werten, und so erschien mir mein jetziger Blick wie ein Wunder! Die Sehqualität schwankte aber sehr stark, je nach Benetzung der Hornhaut. Ich wurde abends wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als ich die Halos um sämtliche Lichtquellen herum bemerkte. Sie sind zwar deutlich zu erkennen, aber ich denke, damit kann ich leben (evtl. verbessert sich das auch noch in der nächsten Zeit). Die Untersuchung am nächsten Tag offenbarte, dass evtl. eine leichte Hornhautverkrümmung von -0,25 besteht (die ich vorher nicht hatte), aber im jetzigen Stadium kann sich noch viel ändern. Meine Augen sind leider auch noch sehr trocken, brennen aber zum Glück nicht... dazu gibt es ja das Gel. Hoffentlich kommt es nun in den nächsten Tagen zu keinen Flap-Komplikationen (Verschieben, Einwachsen, Infektion, etc.). Wenn meine Augen dann auch nicht mehr trocken sind, wäre ich echt happy! Ich muss mich nur daran gewöhnen, dass ich jetzt nachts keine Bücher mehr im Bett lesen kann, wenn ich auf dem Bauch liege, und mein Kinn auf dem Buch abstütze *ggg* (zu nah

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