Vielleicht hat ja der eine oder andere heute den Bericht in der Sendung "Wunderwelt Wissen" auf ProSieben gesehen. Darin wurde charmanterweise die Femto-Lasik als der neueste und schonendste Schrei schlechthin dargestellt und die Angst vor dem Schnitt mit einem klassischen Mikrokeratom als reell bestehende Gefahr hingestellt. Es wurde ein einzelner Fall exemplarisch vorgestellt.
Bei dem in der Sendung präsentieren Chirurgen handelt es sich um einen niedergelassenen Augenarzt, der im Rahmen eines Kooperationsvertrags gegen Nutzungsgebühren in der örtlichen Niederlassung einer Kette von Laserzentren operiert. Im exemplarischen Fall war der angebliche Behandlungserfolg natürlich mediengerecht-dramatisch: Vorher blind wie ein Maulwurf, sah die Patientin am ersten Tag nach der OP 120 %.
Hinterfragt man den ganzen Bericht etwas, dann stellte er sich also schon etwas merkwürdig dar: Weder präsentierte er etwas wirklich Neues (mit der Femto-Lasik konnte man vielleicht vor eineinhalb Jahren noch jemanden überraschen) noch präsentierte er einen der großen und bekannten Namen der Branche oder gar einen Innovationsführer. Nein, hier war es ein Praxisinhaber, der eben öfters mal einen seiner Patienten in einen anderen Stadtteil in ein Laserzentrum schleppt und ihnen dort eine Lasik oder PRK (andere refraktiv-chirurgische Eingriffe führt er nämlich nicht durch) angedeihen lässt.
Warum berichtet also ein großer Fernsehsender so etwas in einer "Wissenschaftssendung"? Ich möchte fast schwören, dass der Hintergrund so liegt, wie es schon oft bei solchen Berichten der Fall war: Ein Mitarbeiter der Produktionsgesellschaft, die wöchentlich einen Sendeplatz bei einem Fernsehsender zu füllen hat, ist schon lange genervt von seiner Brille. Er telefoniert also die Laserzentren in seiner Stadt ab und bietet PR in Form eines Fernsehbeitrags statt Bezahlung seiner Augen-OP. Nachdem die Großen der Branche solche Geschichten mittlerweile nicht mehr so gern mitmachen (manchmal ging die PR eben auch schon nach hinten los), landet der Mitarbeiter der Produktionsgesellschaft dann eben bei einem Laserarzt aus der zweiten oder dritten Reihe. Und der darf sich dann entsprechend präsentieren.
Wie gesagt, ich vermute nur, dass dieser Fernsehbeitrag auch mal wieder so entstanden ist, denn einen anderen Grund für seine Existenz in dieser Form kann es eigentlich nicht geben. Machen wir doch einen Wettbewerb draus: Wer als erstes den Namen des Mitarbeiters von Story House Productions in Unterföhring bei München nennt, der seit neuestem ohne Brille rumläuft, erhält von mir eine Pulle feinen Schampus per Post!
So, das musste mal wieder raus!
presbyop
Femto-Lasik-Bericht auf ProSieben am 3. Dezember 2006
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regina_garbe
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