Erfahrungsbericht - ICL (EuroEyes Bremen)

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Avi
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Erfahrungsbericht - ICL (EuroEyes Bremen)

Beitrag von Avi » 26.03.2012, 19:36

Hallo liebe Community,

nun möchte ich euch gerne berichten, wie es bei mir so gelaufen ist.

Am 20.02.12 war ich das erste mal in dem EuroEyes Zentrum in Bremen nahe der Universität. Ich war dort auf einem Infoabend und am folgenden Tag zu einer ärtzlichen Voruntersuchung.

Meinen Traum von einer Femto-Lasik habe ich schon beerdigen müssen (zu trockene Augen, zu dünne Hornhaut und auch so ohne Garantie keine Brille mehr zu brauchen, wegen meiner Stärke von -8,25 und -7,25) und war mir gar nicht mehr sicher, ob ich diesen Schritt überhaupt machen soll (manche haben es vielleicht hier gelesen). Aber dort machte man mir Mut und ich sollte einfach mal vorbei kommen.

Die ärtzliche Untersuchung machte Herr Dr. S. Der riet mir zu einer ICL Operation mit Hinterkammerlinse.

(Bemerkung: toll, dass man das Forum auch groß stellen kann *hihi*)

Ich war interessiert und nahm einen Termin für eine große Voruntersuchung und einen OP Termin an. Letzterer war nun am vergangenen Donnerstag, den 22.03.12. Ich versuche es mal ein wenig zu splitten...


Vorbereitung:
Am Montag habe ich mit Tobramaxin angefangen zu tropfen, um meine Augen schon vorzubereiten. Ich war die Ruhe selbst. Ja, sogar weitgehend "unbeteiligt". Als ob es nicht mit passiert, sondern ich jemanden begleite.

Um mich nicht vogelig zu machen, habe ich es möglichst wenigen Leuten erzählt. Dieses ewige "Und? schon aufgeregt?" hätte mich wuschig gemacht.

Des Weiteren - und das kann ich nur jedem empfehlen - habe ich mir eine Plus-Punkt-Liste gemacht. Ich habe mir alles aufgeschrieben, was sich positiv in meinem Leben ohne Brille ändern wird. Und ich kam auf sage und schreibe 28 Punkte! Da mich diese Liste motivieren sollte, gabe es keine Negativliste... mit Dingen die alle schief gehen könnten. Sowas hat man unumstritten im Kopf und muss sich das nicht auch noch schwarz auf weiß aufzeigen (aber das muss ja jeder selber wissen).

Der OP Tag
Ich war ganz gelassen... so lange bis man mich auf dem Parkplatz ausgesetzt hat und ich dann da stand und alles über mich einbrach, was ich die Tage vorher so schön unter Kontrolle hatte. Ich musste 10 Minuten um Fassung ringen und bin dann ins Zentrum.

Los ging es dann mit einer Abfolge von Tropfen. 2 Runden lang. Selbstverständlich wurde ich auch gefragt, ob ich eine Beruhigungstablette wollte. Aber man hat schon bemerkt, dass ich dringend eine nötig hatte... und ich war dankbar :) Nach diesen 2 Runden ging es auch schon 1 Stock höher in die OP Räume. Ich kam ich eine Schleuse und bekam einen OP Kittel an, eine Haube auf und Schuhüberzieher. Meine Brille musste ich dort schon abgeben und fühlte mich ab da etwas hilflos, weil ich nichts gescheites ohne Brille sehen kann... Aber das kennen die meisten hier ja :)

Ich kam in einen allgemeinen Aufwachraum, wo mit Vorhängen einzelne Liegen abgetrennt waren. Auf einer liegend bekam ich dann am rechten Auge schon die Vorbereitung auf die OP. Mir wurde das aufe äußerlich und innerlich mit einer gelben Flüssigkeit desinfiziert. Herr Dr. L. kam herein, stellte sich vor und erzählte mir, dass ich keine Angst haben müsse und das die OP selbst nicht so lange dauern würde. Pro Auge ca. 10 Minuten. Kurze Zeit später ging es los... ich wurde in den OP geführt.

Die OP selbst empfand ich als sehr befremdlich und auch beängstigend. Allerdings muss ich sagen, dass es genau so ist wie oft beschrieben: man sieht nur das Licht und weder eine Hand noch ein Instrument. Man spürt lediglich einen Schnittdruck und natürlich die diversen Augenspühlungen.

Ich muss sagen, dass ich nach dem Eingriff am rechten Auge erstmal nur dunkelgrau und Umrisse sah, als der Arzt mich fragte. Das hat mir ziemliche Angst gemacht. Er beruhigte mich aber und sagte, dass alles normal wäre und gut verlaufen ist. Ich müsse mir das so vorstellen: Wenn man 10 Minuten starr in die Sonne schaut und dann in die Wohnung geht, würde man auch nichts sehen. Das beruhigte mich nicht wirklich, weil in dem Moment hat man einfach nur Panik.

1.000 Dank an Manuela M. die mir während der OP die Hand gehalten hat und mich damit sehr sehr beruhigt hat. Denn ich war schon überaus emotional angespannt.

Beim Wechsel vom rechten zum linken Auge (in der Zeit wird dort auch was umgebaut) musste ich mich erstmal wieder sammeln, denn man ist ja wie paralysiert... man traut sich nicht sich zu bewegen. Vermutlich habe ich dort ein wenig der Betäubung rausgeweint, denn als es am linken Auge los ging, habe ich was gefühlt. Es wurde aber umgehend nachgetropft und es konnte weiter gehen.

Als auch das linke Auge geschafft war, war ich fix und fertig. Die Anspannung fiel und ich war einfach nur noch platt. Ich habe eigentlich mit einem Ganzkörper-Muskelkater gerechnet!

Um meine Augen zu schützen, vor allem auch vor Kissenecken und anfassen, bekam ich zwei durchsichtige Augenklappen aufgeklebt. Diese haben einen aber nicht behindert.

Nach der OP
Ich kam nach Hause (hatte vorher schon alles abgedunkelt) und konnte links schon recht annehmbar sehen. Doch mein rechtes Auge hatte einen recht starken weißen Nebel. Aber habe ich meine Begleitung fort geschickt (ich kam ja durch die Sicht mit dem linken Auge klar) und habe mich mit einem Hörbuch hingelegt. Viel geschlafen habe ich nicht, aber ich habe meine Augen möglichst zu gelassen. Die Nacht war ok. Keine großartigen Schmerzen oder ähnliches. Nur mein rechtes Auge hat beim Lidschlag sehr stark gepiekt.

1. Nachkontrolle (23.03.12)
Am Freitag hatte ich dann die erste Nachkontrolle.
Man stellte eine(n) Erosio fest. Eine Verletzung der Hornhaut auf dem rechten Auge. Deswegen auch das extreme pieksen, da in der Hornhautverletzung sozusagen Nervenenden frei lagen. Herr Dr. Schreyger tropfte etwas und es lies sofort nach. Ich bekam eine Verbandslinse, die ich heute (Mo.) rausgenommen bekam. Ab dem Kontrollbesuch ging das tropfen los.
Floxal auf dem rechten Auge 6x/täglich
Isopto-Max linkes Auge 4x/täglich
Voltaren linkes Auge 4x/täglich

Ich habe mir einen Tropfplan entwickelt und mir Termine ins Handy gemacht. Das klappt sehr gut.

Der Nebel blieb und stellt lt. Arzt nichts vollkommen ungewöhnliches dar. Er erklärte mir, dass jedes Auge für sich heilt. Das könne schnell gehen, oder auch bis zu 3 Monate dauern. Ich mache mich nicht verrückt und warte ab.

Über das Wochenende habe ich meine Augen so gut es ging geschont: kein TV, kein PC, kein lesen... 1 Std. täglich spazieren gehen und sonst nicht viel tun. Der Nebel wurde immer etwas lichter.

2. Nachkontrolle (26.03.12)
Der/die/das Erosio ist schon gut verheilt und die Verbandslinse konnte entfernt werden. Netzhaut etc. alles in Ordnung.

Sehkraft links bei 100-125 % und rechte bei 50 % (wegen dem noch leichten Nebel). Vorher hatte ich unglaubliche 5 % ohne Brille! Ich habe meine Fahrerlaubnis wieder. Vorläufig für Klasse B. Das reicht mir ;) Endlich wieder mobil. Musste heute mit den Öffentlichen zur Arbeit *brr* ^^ Der Augeninnendruck ist ein wenig erhöht, wegen dem Kortison.

Ab morgen dann:
Isopto-Max Tropfenbeide Augen 4x/täglich
Voltaren Tropfen beide Augen 4x/täglich
Azopt Tropfen beide Augen 2x/täglich
Corneregel rechtes Auge 1x/abends (wegen der Hornhaut)
bei Bedarf darf ich so oft ich mag Tränenersatzflüssigkeit (ich habe HyloComod) tropfen - Bildschirmarbeitsplatz

Kleine Anmerkung: witzigerweise brennen gerade die Voltarentropfen, wie die Sau ^^


So, ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Sonst schreibe ich es noch mal ergänzend dazu. Für Euch sitze ich das erste mal etwas länger vorm PC. Bin zwar heute wieder ins Büro, aber später als normal und eher absichtlich weniger am PC arbeitend. Habe mein Chef heute informiert und er war da sehr nachsichtig.

Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Eine bitte an Euch:
Derzeit fühle ich mich mit der OP wohl, habe ein gutes Gefühl und bin dem ganzen positiv gegenüber eingestellt. Meine Bitte ist folgende: bitte keine negativen Sachen oder Bedenken posten. Ich vertraue meinem Arzt und will mich jetzt nicht vogelig machen/machen lassen.

Ich hoffe ihr versteht und respektiert meine kleine Bitte. :)

Ganz lieben Gruß
Avi


PS: 3. Nachkontrolle - wegen dem rechten Auge - Freitag 30.03.12
Ich werde berichten.
Zuletzt geändert von Avi am 18.08.2012, 14:08, insgesamt 1-mal geändert.
Einsatz von ICL am Do. 22.03.12
vorher: R: -8,25 -1,00 180° L: -7,25 -0,25 70°
jetzt: Wert habe ich zZt nicht zur Hand, gesamt Visus 1,0
Erfahrungsberichte: http://augenlaser.operationauge.de/erfahrungsbericht-icl-euroeyes-bremen-t8979.html

Frankyboy
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Re: Erfahrungsbericht - ICL (EuroEyes Bremen)

Beitrag von Frankyboy » 26.03.2012, 19:50

Hallo Rebecka,

ich freue mich sehr, dass alles bei Dir offenbar gut gelaufen ist, vor allem nach dem ersten Frust über die Nichteignung zur LASIK. Willkommen im Club der ehemaligen Blindfische :D ! Danke auch für die ausführliche Beschreibung des ganzen Ablaufes. Ich bin gespannt auf Deine weiteren Berichte... .

Gut nachvollziehen kann ich Deine Bitte an die Bedenkenträger, sich zurückzuhalten. Ich erinnere mich, als ich vier Weisheitszähne gezogen bekam und meine Umgebung nichts Besseres zu tun hatte, als mich mit Berichten von Leuten bei denen alles "ganz schlimm" war, zu beglücken... :evil: .

Alles Gute für Deine Äuglein... 8)

Liebe Grüße
Frank
Femto-Wellenfront-Lasik bei Augentis (Optegra) in Krefeld am 21.10.2010
vormals
R: Sph -6,5; Cyl -0,75; Achse 25
L: Sph -5,5; Cyl -0,75; Achse 160

http://augenlaser.operationauge.de/femto-wellenfront-lasik-bei-augentis-krefeld-t8599.html

Imperator
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Re: Erfahrungsbericht - ICL (EuroEyes Bremen)

Beitrag von Imperator » 26.03.2012, 22:59

Hi,

Glückwunsch und willkommen im ICL-Klub :D

Mit negativen Bedenken kann ich ohnehin nicht dienen..;)
Das mit dem Nebel klingt ähnlich wie bei mir, kurzzeitig erhöhter Augendruck presst das Wasser in die Hornhaut die daraufhin eintrübt. Grad bei kleiner Verletzung kann ich mir das gut vorstellen. Frag mal danach, würde mich interessieren.
Zudem kann ich dir sagen, das geht recht zügig wieder komplett weg... der wird ja auch schon besser, viel länger als ne woche wird nichmehr bleiben...

Alles Gute und Viele Grüße!

wasserschneckchen
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Re: Erfahrungsbericht - ICL (EuroEyes Bremen)

Beitrag von wasserschneckchen » 27.03.2012, 14:52

Liebe Avi,

gratuliere zur überstandenen Operation und halte uns bitte weiter auf dem Laufenden !!!!

Das noch unoperierte
Wasserschneckchen
ICL-OP am 09./11.05.2012.
Vorher:
R: - 9,50 - 0,50 / 75 °
L: - 6,75 - 1,00 / 145 °
Nachher: Normalsichtig Bild

marinic99
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Re: Erfahrungsbericht - ICL (EuroEyes Bremen)

Beitrag von marinic99 » 28.03.2012, 10:39

Hi Avi,

freut mich von Dir zu hören und das alles so prima geklappt hat.
Mach Dir keine Sorgen. Du hast jetzt frisch operierte Augen, natürlich dauern manche Heilungsprozesse etwas an, aber wenn das abgeschlossen ist, kannst Du jeden Deiner Punkte auf der Liste voll und ganz genießen.
Wünsch Dir alles Gute

Viele Grüße
Nicole

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