LASEK 2002 - meine Geschichte

Sehbeeinträchtigungen wie Halos (Lichthöfe), Glare (Blendung), Starburst, Kontrastverlust (Schleiersehen) und Trockene Augen nach LASIK, Femto-LASIK, LASEK, Epi-LASIK, PRK...

Moderator: Frankyboy

albert787
schaut sich noch um
Beiträge: 9
Registriert: 22.01.2011, 11:11

LASEK 2002 - meine Geschichte

Beitrag von albert787 » 23.01.2011, 16:45

Hallo liebes operationauge-Forum.

Meine LASEK-Operation an der Uni Regensburg ist schon acht Jahre her (Herbst 2002; Werte: R -3,00 plus Astigmatismus, L -2,75) und ich leide manchmal heute noch daran.

In der Presse (tz München etc.) wurden die Augenlaser-Operationen damals völlig unreflektiert euphorisch geschildert: Kleinigkeit wie Zahnarztbesuch, alles kein Problem, schnell gemacht, perfektes Sehen usw.

An der Uniklinik fühlte ich mich gut aufgehoben und auch dort wurden natürlich vor allem die positiven Aspekte hervorgehoben (die OP dauert nur ein paar Minuten, schmerzlos, O-Ton Operateur „am Abend können Sie schon wieder Fußball sehen“).

Mit Fußball war dann aber nix: Das Abheilen der Wunden war extrem schmerzhaft (typisch LASEK, wie ich heute weiß).

Aber das steht man ja durch für gute Augen! Die OP ist an sich auch korrekt verlaufen, ich war am Anfang begeistert von meinen „neuen“ scharfen Augen. Schärfe war schließlich damals für mich das einzige Kriterium, das ich kannte.

MEINE PROBLEME GEGANNEN ABER EINIGE MONATE SPÄTER: ich bekam plötzlich starke Augenschmerzen, Äderchen platzten, die Augenlider ließen sich kaum noch bewegen. Diagnose: Extrem trockene Augen, Lidrandentzündung…und das während der Examensvorbereitung. :(

ICH HAB ALLES PROBIERT: Lidrandreinigung mit Babyshampoo, Luftbefeuchter, Augentropfen, Teilnahme an einer Uni-Studie mit epidermal grow factor…

Es half aber nichts, die Uniklinik konnte mir nicht weiterhelfen (die Hornhautnerven waren lt. Ultraschall angeblich schon nachgewachsen), ich musste das Examen abbrechen.

In dieser Zeit lenkte ich meine Aufmerksamkeit immer mehr in Richtung meiner Augen und stellte fest, dass es neben Schärfe auch andere Dimensionen der Sehqualität gibt: Ich bemerkte die vermehrte Streuung in der Dunkelheit.
=> So sah ich z.B. im Dunkeln sternförmige Strahlen von punktförmigen Lichtquellen weggehen (Kerzen, Straßenlaternen).
=> Um beleuchtete Fenster herum sah ich eine schummrige helle Wolke.
Das ganze war umso schlimmer, je weiter meine Pupillen aufgingen. Ich schätze meine Pupillengröße bei Dunkelheit auf 8-9 mm.

Ich begann im Internet zu recherchieren und fand genau diese Nebenwirkungen (trockene Augen, vermehrte Streuung) auf diversen Seiten beschrieben. Ich war verzweifelt: WIE KONNTE ICH NUR SO NAIV GEWESEN SEIN UND HAB DAS NICHT VORHER RECHERCHIERT BZW. EINEN AUGENARZT BEFRAGT DER KEINE SOLCHEN OPs ANBIETET.

Die Augen sind der Spiegel der Seele. Schlussendlich kam ich für Wochen auf eine DEPRESSIONSSTATION und es dauerte Jahre bis ich es so halbwegs verarbeitet hatte und ich mein Examen doch noch machen konnte.

Die trockenen Augen vergingen übrigens innerhalb von ca. anderthalb Jahren. Eine Ärztin der Uniklinik München, bei der ich dann in Behandlung war, hatte mir das auch vorhergesagt. So lange dauert es nämlich, bis die Nerven vollständig regeneriert sind!

DIE STREUUNG DAGEGEN BLIEB und sie belastet mich in gewissen Lichtsituationen manchmal noch heute (z.B. romantisches Dinner mit Kerzen).

Ich weiß einfach nicht mehr, wie es vor der Laserbehandlung war, denn eine gewisse Streuung scheinen auch unoperierte, normalsichtige Augen zu zeigen.
LEIDER GIBT ES DAZU KEINE EINZIGE SACHLICHE SEITE IM INTERNET, AUCH AUF OPERATIONAUGE FINDE ICH LEIDER NUR DIE TYPISCHEN „HORRORFOTOS“.

Ich vermute mal, dass ich mit einer relativ kleinen optischen Zone operiert worden bin. Wie groß bei mir die gewählte optische Zone war, weiß ich nicht. Ich wusste damals nicht, dass das eine Rolle spielt.
Vermutlich war sie deutlich kleiner als mein Pupillendurchmesser. Das einzige was ich noch rausgefunden hab, ist, dass ich damals mit einem Uralt-Laser (Technolas Keracor 117, BJ 1994) bearbeitet worden bin. :cry:

Manchmal denke ich darüber nach, ob man durch eine Re-LASEK vielleicht die optische Zone mit einem moderneren Lasersystem vergrößern sollte, vielleicht ist auch die Wellenfront-Technik heute (oder in ein paar Jahren?) dazu in der Lage, die Nachtsicht zu verbessern,

Aber ich habe Angst vor einem erneuten Eingriff und kann kaum mehr einem Arzt mein Vertrauen schenken. Außerdem ist es (inzwischen kenne ich mich gut aus) ja so, dass mit steigendem optischen Durchmesser die Ablationstiefe steigt und damit das Risiko von Haze und Narbenbildung.

Ich hab inzwischen übrigens wieder eine Dioptrie rechts und eine halbe links und trage Brille...

Vielleicht kennt jemand von euch einen echten Experten mit LASEK bzw. EPI-LASIK (> 300 OPs/Jahr), der auch psychologisch einfühlsam ist und weiß sonst Rat für mich.

Vielen Dank im Voraus (Anmerkung: LASIK käme für mich NIE in Frage).

Albert
Zuletzt geändert von albert787 am 12.02.2011, 22:48, insgesamt 1-mal geändert.

Hyperop
Forums-Benutzer
Beiträge: 45
Registriert: 28.04.2009, 17:59

Re: LASEK 2002 - meine Geschichte

Beitrag von Hyperop » 23.01.2011, 17:34

Hallo andi787!

Es tut mir sehr leid für dich, du bist nicht allein mit deinen Problemen. Viele Mitleser wissen genau wovon du sprichst, ich habe auch so meine Zeit gebraucht um mich hier anzumelden und bin seit langer Zeit mit "Problemaugen" unterwegs.

Es ist so, dass entweder eine topographische Erweiterung der Zone in Betracht käme, zur Sicherheit sollte aber mit einem Aberrometer vermessen werden. Das Problem der Aberrometer ist, dass diese entweder keine so hohe Auflösung haben, um Fehler durch refraktive Chirurgie 100%ig auszukorrigieren oder aber alles messen und damit falsch positive Eregebnisse hervorbringen, besonders da die Hornhaut keine "natürlichen" Brechkraftfehler hat.

Da du dich ja laut eigenen Aussagen schon etwas bessser mit dem Thema auseinandergesetzt hast, empfehle ich dir nicht nur unbedingt auf eine LASEK zu bestehen. Es gibt mittlerweile Verfahren, die ähnlich ablaufen und in der Hand eines erfahrenen Chirurgen Routine sind. Z.B. "no touch ablation", "advanced surface ablation" oder "C-TEN".

Ich würde mich an das Augenzentrum Maus in Köln wenden, sofern machbar. Die Betreuung ist hervorragend und dort sind nur Expterten am Werk. Die haben nun auch eine Filiale in Berlin eröffnet, dort bin ich aber nicht gewesen. Ansonsten war ich auch in der Augenklinik Bellevue in Kiel, die sind auch sehr professionell und werden hoch gelobt. In Köln arbeiten die mit Wavelight Equipment und Tscherning Aberrometer, in Kiel mit Hartmann-Shack und hoher Auflösung.

Interessant wird es, sobald Wavelight auch ein Hartmann-Shack Aberrometer auf den Markt bringt (bzw. Alcon - die gehören quasi mittlerweile zusammen) und wenn die Biometrie der Augen in die Berechnung einer LASIK oder ähnlicher Verfahren mit einfliesst. Biometrische Messungen (umgangssprachlich auch Ray-Tracing genannt) befinden sich in den Kinderschuhen, haben aber hervorragende Ergebnisse mit sich gebracht. Wann Wavelight/Alcon so ein Gerät herausbringt, weiss zur Zeit keiner.

Wenn du mit dem Problem noch zurecht kommst, empfehle ich dir zu warten. Ich denke mal in zwei Jahren wird es wahrscheinlich möglich sein, genauer zu korrigieren. Habe verschiedene Quellen (direkte Gespräche mit Experten), möchte diese aber nicht nennen.

Alles Gute
Hyperop

albert787
schaut sich noch um
Beiträge: 9
Registriert: 22.01.2011, 11:11

Re: LASEK 2002 - meine Geschichte

Beitrag von albert787 » 23.01.2011, 17:56

Vielen Dank für die schnelle und sehr kompetente Antwort, Hyperop. Ich werd sie mir heute abend noch mal ganz in Ruhe durchlesen!

krace1984
kennt sich hier aus
Beiträge: 277
Registriert: 18.02.2010, 12:06

Re: LASEK 2002 - meine Geschichte

Beitrag von krace1984 » 23.01.2011, 20:45

Hallo Andi und Hyperop,

Vielen Dank für eure Beiträge. Jetzt weiss ich wenigstens das ich mit meinen Problemen nicht alleine bin.

Es würde mich aber doch noch interessieren, ob diese Aberrationen die ich auch habe durch das Lasern selber oder durch die Heilung entstehen können?


Freundliche Grüsse
Andreas

albert787
schaut sich noch um
Beiträge: 9
Registriert: 22.01.2011, 11:11

Re: LASEK 2002 - meine Geschichte

Beitrag von albert787 » 23.01.2011, 21:28

Hallo krace1984,

jedes Auge hat von Natur aus gewisse Aberrationen ("Fehler höherer Ordnung", "Ungenauigkeiten"), es ist ja auch ein Naturprodukt. Wobei Aberrationen der Hornhaut in jungen Jahren von der Linse zum Teil ausgeglichen werden (bis man etwa 45 ist, die Linse ist ab dann zu spröde).

Augenlaserbehandlungen führen eigentlich immer dazu, dass die Anzahl der Aberrationen im Auge steigt,
- da ja quasi ein "Standard-Schliff" (Fehler erster Ordnung, also die Dioptrin) vorgenommen wird.
- da durch Narbenbildung weitere Fehler höherer Ordung induziert werden

Du liegst also mit beidem richtig...

Antworten

Sie haben Interesse an einer Lasik-Behandlung? Fordern Sie hier kostenlose Informationen zum Thema Lasik an und lassen Sie sich beraten!

Beratung anfordern