meine vorgeschichte und meine unsicherheiten findet ihr hier:
http://augenlaser.operationauge.de/veru ... t3182.html
am freitag morgen - tag des eingriffs - sind meine frau und ich um 4 uhr aufgestanden. der eingriff sollte um 8 uhr stattfinden in lausanne, also ca. 2 1/2 h autofahrt entfernt.
wir sind hingefahren, haben unterwegs noch angehalten und gefrühstückt. ich war irgendwie überhaupt nicht nervös, da ich mir einen zettel mit einigen fragen (siehe oberen post) vorbereitet hatte und ich entschlossen hatte, dass ich den eingriff nur machen würde, wenn der arzt mir die fragen auch kompetent beantworten würde.
in lausanne angekommen und parkiert haben wir den arzt im fahrstuhl getroffen. er sah etwas müde aus und meinte, wir sollen schon mal in die praxis. er müsse noch frühstücken.
in der praxis wurde ich mit einem zettel empfangen, den ich unterschreiben musste. es war eine erklärung, dass mir alle risiken bekannt seien und dass ich mir den eingriff genau überlegt hatte. ich habe das blatt unterschrieben, aber der arztassistentin noch gesagt, dass ich einige offene fragen hätte, die ich vorgängig noch besprechen wollte. sie meinte, dass vorher eh noch eine untersuchung statt findet und die fragen dann stellen kann.
dann fragte sie mich, ob ich nervös sei und ein valium wolle. die nervosität war unterdessen schon ein bisschen aufgekommen, aber ich wollte nicht "einschlafen" wenn ich dem arzt meine wichtigen fragen stellte. also sagte ich nein.
nach 5 minuten im wartesaal war ich an der reihe. den arzt müsst ihr euch so vorstellen: ein deutscher, ca. 28-30 jahre alt, klassischer "raver-typ". d.h. kein weisser kittel, sondern eine modische jeans und t-shirt und ein image wie es perfekt für die love-parade oder street-parade wäre. ich ging mit ihm in den sprechraum und erklärte ihm die tatsachen mit meinem optiker (siehe anderer forumspost). ich legte ihm die ausdrucke meiner augenwerte der letzten 6 monate vor und wollte eine stellungnahme zur tatsache, dass die immer ändern, z.t. bis 0.5 dioptrien. als erstes sagte er, dass ich mich nicht unter druck fühlen müsse und wir können den eingriff problemsol ein paar monate verschieben, falls ich dies wünsche. dann fragte er aber, welche dieser messungen sei gemacht worden, nachdem ich vorher mind. 1 woche lang keine linsen getragen hätte. die antwort wusste ich, es waren nur 2 der aufgelegten messungen. er entfernte alle anderen und sagte, dass messungen nach einem tag linsen tragen eh nie ganz genau sind. er würde nur die zwei messungen anschauen, die gemacht wurden nach 7 tage brille tragen. und tatsächlich, die werde waren praktisch identisch! dann zog er noch seine messung vor 2 wochen hervor und auch da waren die werte gleich. schliesslich mass er meine augen gleich nochmals und wiederum die gleichen werte. er meinte also, dass meine augen "stabil" seien und die abweichungen vom linsen tragen her rühren. das schien mir logisch. wir besprachen noch meine weiteren offenen fragen (relasik möglich, halos wegen starker hornhautverkrümmung, usw.) und er gab mir zu allem eine logische und verständliche antwort. da war ich überzeugt! ich würde den eingriff machen!
er meinte dann noch, dass wir meine hornhautstruktur noch speziell ausmessen würden und dies zusätzlich im laser-pc eingeben, damit der laser bei der geringsten abweichung korrigieren würde.
ich ging zurück in den wartesaal und verkündete meiner frau, dass ich den eingriff mache. nach ein paar minuten musste ich mit einem anderen mitarbeiter in ein messlabor gehen. und die nächsten 10 minuten hatten es in sich: da man in lausanne französisch spricht, die leute dort aber davon ausgehen, dass die deutschschweizer kein französisch sprechen, sprach er englisch mit mir. für die hornhautmessung musste ich mich vor einem gerät positionieren und er stülpte mir eine art tüte über den kopf um externe lichteinwirkungen zu vermeiden. während ich da drunter war, hörte ich, dass ein weiterer mitarbeiter den raum betrat und ihm sagte, dass das "lasergas" ausgegangen sei. dies natürlich auf französisch, was ich sehr gut verstand. der andere antwortete: "kein problem, wenn die anzeige auf null steht, können wir noch ca. 15 eingriffe machen, aber sorg dafür, dass neues eingefüllt wird".
tja.. keine ahnung wie, was, warum... was für gas.. etc. aber ich hatte da schon ein mulmiges gefühl.. und wenn der laser mitten im eingriff plötzlich aufhören würde???
egal.. zurück im wartesaal musste ich ca. 10 minuten warten. und da war ich richtig nervös. ich wollte schon zur arztgehilfin gehen und trotzdem ein valium verlangen, doch geanu dann kam der arzt mich holen.
ich wurde in einen vorraum des "op-saals" geführt wo ich einen grüner kittel anziehen musste (über meinen kleidern). auch die schuhe durfte ich anbehalten, musste jedoch über die schuhe sterile platiktüten ziehen. und für die haare gab's auch eine bedeckung. dann kriegte ich tropfen im rechten auge und durfte anschliessend in den "laserraum". dort befanden sich der arzt (unterdessen im op-outfit), eine assistentin und ein assistent. die musste mich auf eine liege legen und über mein gesicht wurde eine weisse folie gelegt bzw. angeklebt. so war nur mein rechtes auge frei. anschliessend wurde ich unter die lasermaschine geschoben.
und dann wiederum 2 ganz spezielle minuten: der arzt und seine gehilfen sprachen auf französisch. er hatte mühe mit dem einstellen des lasers und plötzlich rannten die anderen zwei hektisch durch die gegend. zwischendurch sprach er zu mir (auf deutsch) und beruhigte mich, dass es gleich los gehen würde.
irgendwann dann - während die anderen zwei noch irgendwas irgendwo suchten - sagte er plötzlich: "so jetzt hat es geklappt, alles i.O." Beruhigt war ich nicht unbedingt, doch nun gab es kein zurück!
Er betäubte mein Auge mit Tropfen, klebte meine Wimpern ab und fixierte mein Auge mit einer Klammer. Das tat alles nicht weh, ich spürte nur einen leichten Druck. Dann musste ich einen grünen Punkt fixieren und mich möglichst nicht bewegen. Dies war recht einfach, da er meinen Kopf mit seinen Händen zusätzlich festhielt. Ein ständiges Feedback vom Assistenten war zu hören. Ich kam mir vor wie auf dem Raumschiff Enterprise und das war Scotty im Hintergrund..hehe:-)
Der Arzt sagte dann, dass nun alles rot werden würde und die Sicht dann einige Sekunden verschwinden würde. So war es: ich sah tausenden rote Punkte, wie ein Sternenhimmerl und dann wurde dunkel. Ich hörte nur ein zischendes Geräusch. Und plötzlich war die Sicht wieder da, bzw. der rote Sternenhimmel. Und das "bei mir alles ok" von Scotty. Der Schnitt war gemacht. nun wurde die dünne lamelle nach hinten geklappt und das war ganz speziell, da ich es sehen konnte!! Der Arzt kam mit einer Pinzette zum Auge und klappte etwas weg! Aber spüren tat ich überhaupt nichts. Dann ging das eigentliche Lasern los. Ich spürte einen ganz feinen Strahl wie von einer sehr feinen Luftpistole, der kreisförmig mein Auge abtastete. Im Hintergrund Scotty, der den Vortschritt mitteilte: "10%....20%....40%....60%....80%...90%...fertig!". Dann meinte der Arzt: "perfekt!", spühlte das Auge, klappte die lamelle wieder zurück und - ich glaube - er pinselte sie glatt. so kam es mir jedenfalls vor. nochmals spülen und dann wurde die klammer entfernt.
sehen tat ich in dem moment sehr wenig, alles war verschwommen. ich hatte aber auch unmengen an flüssigkeit im auge.
ich wurde weggeschoben vom laser und hatte keine sekunde zeit zu sehen, ob ich etwas sah, da wurde mir die gesichtsabdeckung entfernt und die fürs linke auge aufgetragen. dann ging das ganze vorgehen wieder los, wobei mir der arzt sagte, dass ich jetzt etwas mehr "fühlen" würde. das sei bei allen so. bei zweiten auge wüssten die patienten was auf sie zukommt und das ganze ist irgendwie intensiver, rein psychologisch. tatsächlich! ich hatte das gefühl, dass die klammer mehr druck machte, dass der laserstrahl besser merkbar sei, usw. jedoch überhaupt keine schmerzen.
übrigens habe ich den leicht verbrannten geruch von dem hier viele erzählen nicht gerochen, da ich erkältet war.
nach wenigen minuten war auch das linke auge fertig. nun durfte ich aufstehen. und was sah ich? hmmmm.. nicht viel! ich hatte eine art film vor den augen, als ob der raum voll nebel sei. und alles war so hell!! der arzt fragte mich, ob ich die uhr an der wand sähe. ok, die sah ich.. die war ja auch ca. 40x40cm gross, jedoch leicht verschwommen. es ging wieder hinaus, kittel, kopf- und schuhbedeckung ausziehen und direkt zurück in den sprechraum mit dem arzt. er schaute sich die augen kurz an und meinte: "perfekt!". dann drückte er mir "hyabak" (augentränen) und "tobradex" (desinfizierung) und zwei durchsichtige augenklappen für die nacht in die hand und sagte: "wir sehen uns morgen bei der kontrolle!".
ich wies ihn darauf hin, dass ich alles verschwommen sah. er meinte: "warten sie 2-3 stunden, das kommt schon!"
Mit einem etwas unsicheren Gefühl bin ich meiner Frau zum Auto gefolgt, draussen war alles sehr hell und blendete. also habe ich sofort die Sonnenbrille aufgesetzt und wir sind los gefahren. die 2 1/2 stunden autofahrt hielt ich die augen fast immer geschlossen. jetzt kam auch ein gewisser schmerz auf. komischerweise hatte ich keine schmerzmittel erhalten. es brannte ein wenig. zwischendurch blinzelte ich kurz und schaute mich um und - ja!! - die sicht kam langsamt. bei jedem blinzeln sah ich immer besser!
es wurde nach ca. 2 std. so gut, das wir an einer würstchenbude halt machten und einen hotdog assen (mittagessen!).
endlich daheim nahm ich die sonnnebrille ab und hatte da mein erstes "wow!!"-erlebnis! alles war scharf! es war komisch.. ich spürte meine augen noch vom lasern und noch ein leichtes brennen und hatte das gefühl als ob ich kontaktlinsen tragen würde, aber da waren keine!! nach 37 jahren sah ich zum ersten mal mit meinem "nackten" auge scharf!!
entgegen den ratschägen meiner frau, die mir riet ins bett zu gehen und mich ausruhen, ging ich an den pc und schickte meinen freunden eine email über das geschehene.
den rest des tages trug ich wieder die sonnenbrille, nahm stündlich die tropfen und genoss meine neue sehkraft!
die nacht mit den augenklappen ging auch problemlos vorbei und am nächsten morgen (samstag) war die kontrolle an der reihe: 1 stunde hinfahrt, 1 minute kontrolle, 1 1/2 stunden rückfahrt (stau). alles bestens! nächste kontrolle in 2 monaten!
am samstag nachmittag fuhr ich bereits auto, ging an ein fussballspiel und am abend in den ausgang. gestern ein "ruhetag" im garten und jetzt bin ich im büro am arbeiten, bzw. ich werde nun damit beginnen. wollte vorher noch diesen forumseintrag machen!
etwas lustiges nebenbei: sowohl am samstagmorgen als auch gestern und heute war meine erste bewegung nach dem aufwagen der griff nach rechts auf der suche nach meiner brille.. ich muss mich noch daran gewöhnen, dass das nicht mehr nötig ist!
gruss!
