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von Thierry » 07.10.2003, 23:40
Wenn ich einen Rat versuchen darf... Worauf man bei den Lasergeräten achten sollte ist ziemlich einfach und teilweise sehr logisch.
(Die zwei ersten Gründe sind logisch, aber man vergißt sie trotzdem all zu oft...)
1. Bei der überdurchschnittlich schnellen Entwicklung moderner Lasergeräten, sollte immer auf ein aktuelles Update bzw. Upgrade geachtet werden.
Nicht jeder Hersteller entwickelt ein -von Grund auf- neues Gerät bei jeder Änderung der Technik, d.h. es gibt beispielsweise Geräte der sogenannten 2. oder 3. Generation.
Um es Dir konkretter zu erläutern ist z.B. der Technolas 217 C von Bausch&Lomb ein relativ altes Gerät, das aber durch Erneuerungen bzw. Updates verbessert wurde. Desshalb sollte man nicht einfach von solch einer einfachen Ausgabe ausgehen. Es gibt sehr diverse Situationen und man sollte sich niemals einfach nur auf das Model des Lasergerätes konzentrieren.
Um Deine Frage aber zu beantworten: das modernste Geräte bei B&L ist der Technolas 217 Z Zyoptix, der aberrometer/wellenfront-gesteuert werden kann. Über Vor- und Nachteile lässt sich streiten. Ich will da keine Stellung beziehen.
2. Die Wartung und regelmässige Kontrolle bzw. Tests der Geräte ist auch wichtig. Am Besten ist es wenn ein Wartungsteam sich sorgfältig darum kümmert oder ein guter Wartungsvertrag mit einer gewissenhaften und seriöse Wartungsfirma.
3. Wichtige Unterschiede zw. den Lasergeräten sind: Eye-Tracker-System, Flying-Spot, Flat-Spot Beam, Gaussian Beam, Gewebeabtrag (engl.: ablation) in Zusammenhang mit Behandlungszone, Strahlprofil und Übergangszone.
Ich möchte nicht zu all diesen Punkten Stellung beziehen, aber Du solltest wissen, daß diese Punkte wichtig sind und dich darüber informieren (gerne gebe ich Dir auch nachweisliche Bezugsquellen).
Hier nur ein paar Anhaltspunkte:
Ein schnelles Eye-Tracker-System ist bekanntlich wichtig um Bewegungen des Auges auszugleichen. Aber, mittlerweile sind sich einige Ärzte darüber einig, daß sogar die schnellsten Eye-Tracker (200 Hz) immer noch zu langsam sind und es nichts besseres gibt als einen ruhigen und entspannten Patient,der seine Augen nicht bewegt.
Der Gewebeabtragsprofil (ablation) hängt von mehreren Faktoren ab: Zuerst sind sich -zum Glück- fast alle Ärzte einig in der Meinung, die Behandlungszone sollte immer im Zusammenhang mit dem Pupillendurchmesser des Auges gerechnet werden.
Um es Dir konkretter zu schildern, werde ich es anhand meiner eigenen Behandlung erklären: Mit Spezialtropfen zur Pupillenerweiterung wurde bei mir ein Pupillendurchmesser von 8 mm gemessen. Frau Dr. Celikkol hat daher folgende Werte in den Laser eingegeben: Treatment zone 7 mm + transition zone 2 mm = ablation zone 9 mm.
(Der Gewebeabtrag geschieht in zwei unterschiedlichen Zonen: die Behandlungszone und die Übergangszone.)
Letztendlich möchte ich nochmals darauf hinweisen, daß die angewendete Technologie immer im Zusammenhang mit den spezifischen Bedürfnisse der Augen des Patienten und mit der Erfahrung des Operateuren sein sollte.
Ich möchte gegen ein Tabu bzw. Mythos kämpfen: NICHT JEDER PATIENT IST FÜR JEDES LASERGERÄT GEEIGNET.
Die Erfahrung des(r) Chirurgen(in), die gesundheitliche Verfassung des Patienten, die spezifischen Merkmale seiner Augen (subjektive und objektive Refraktionsdaten, Reaktion auf Wunden und Heilungsverfahren, Pupillengröße,...), usw usf lassen einen erfahrenen und gewissenhaften Operateur darüber entscheiden welches Lasergerät am besten FÜR DIESEN EINEN PATIENT geeignet ist.
Nicht zu vergessen:
Jeder Patient reagiert sogar auf die absolut gleiche angewendete Technik anders, d.h. bei zwei Patienten mit gleichen Werten und bei denen genau die gleiche Technik angewendet wurde (gleiches Mikrokeratom, gleicher Laser, usw) sind die Ergebnisse und Reaktionen der Augen sehr verschieden und nehmen einen beträchtlichen Einfluß auf das Ergebniss.
Darüberhinaus reagieren das rechte und das linke Auge -fast- immer unterschiedlich auf die Behandlung.
Bekannterweise hat jeder von uns ein Auge, daß er/sie -meistens unbewusst- mehr benutzt als das andere Auge. Wer bei der Bundeswehr war kennt den Unterschied und weiß, welches seiner Augen sein "leitendes Auge" ist. Diese dominante Auge (das jeder von uns hat) spielt eine wichtige Rolle, sei im täglichen Leben oder nach einer Laser-Behandlung. So weiß man mittlerweile, daß dieses Auge meistens viel besser und schneller (nach einer OP) heilt. Warum das so ist, weiß noch kein Arzt. Desshalb haben Patienten bei denen das Ergebniss dieses Auges schlechter geworden ist, belastende Probleme im Alltag.
Anhand meines Beispiels kann ich Dir das konkretter erklären:
Bei mir dominiert das rechte Auge. Das ist auch das Auge mit dem ich während meiner Zeit in der französischen Armee mit dem Gewehr geschossen haben. Dieses rechte Auge benutze ich vor der OP -unbewusst- viel öfters, beispielsweise bei Müdigkeit, oder wenn die eine Kontaktlinse nicht so gut haften wollte, oder die Lichtverhältnisse unangenehm waren.
Zu meinem Glück ist das Ergebniss der OP auf mein rechtes Auge bisher das beste von beiden Augen. Neben sehr kleinen Sehschwankungen (hängt meistens von den Augentropfen ab) läuft der Heilungsprozess des rechten Auges sehr schnell und sehr gut, und ermöglicht mir sogar eine unbekannte Sehstärke (schwankend zw. V. 1,25 und 1,5). Das linke Auge heilt nicht so gut und so schnell, und unterliegt viel größeren Sehschwankungen und Trockenheit, und die bisherigen Ausgangswerte lagen bei ca. -0,5. Ich weiß aber daß es mein "schwaches Auge" und nicht mein dominantes Auge ist, und weiß dementsprechend, daß die Heilungsphase länger sein wird als beim rechten Auge. Desshalb "tröpfle" ich immer noch fleißig, auch wenn ich keine Trockenheit fühle. Darüberhinaus sagen Ausgangswerte bei 2 Wochen nach einer Behandlung überhaupt nichts aus.
Um jetzt zum Thema "leitendes Auge" zurückzukommen, kann ich mich glücklich schätzen, daß das beste Ergebniss auf mein rechtes Auge gelungen ist. So braucht das linke Auge nicht zu kompenzieren, auch wenn ich beide Augen, nacheinander, bewusst arbeiten lasse. Das "dominierte Auge" sollte nicht zu faul werden...
Ich hoffe, ich konnte einige Deiner Fragen beantworten. Selbstverständlich gebe ich Dir gerne noch mehr Infos bzw. Bezugsquellen (aus dem Internet, oder aus der Literatur) zum Thema refraktive Chirurgie.
Thierry