Lasik trotz starker Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung

positiver als auch negative persönliche Berichte vor / nach LASIK, Femto-LASIK, LASEK, Epi-LASIK, PRK...

Moderator: Frankyboy

Birgitf
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Lasik trotz starker Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung

Beitrag von Birgitf » 31.03.2010, 17:27

Hallo Zusammen,

Ich möchte allen Mut machen, die jahrelang unter dicken Brillengläsern und/ oder unangenehmen Kontaktlinsen gelitten haben .....

Ich ging Ende letzten Jahres zum Augenarzt, weil ich in den letzten Monaten bemerkte, dass ich mit meiner Brille nicht mehr zurecht kam, weil ich immer schlechter und abends überhaupt nicht mehr lesen konnte.

Hier meine Werte vor der OP:
rechts: Sph + 5,0 Zyl - 4 Achse 156
links: Sph + 5,25 Zyl -3,5 Achse 22.
(Für den Lesebereich gibt man noch ca. + 2 Dioptrin hinzu.)

Das Ergebnis wären "Glasbausteine" von einer Dicke von 4 mm (im Lesebereich) trotz bester und teuerster Superflachschliffgläser. Alleine die Gläser hätten mich an die 1300 Euro gekostet und das "alle Jahre wieder ", für Seh- und Sonnenbrille ......

Also machte ich mich Anfang des Jahres über LaserOPs schlau, u. a. auch hier im Forum und es haben mir viele Berichte Mut gemacht.

Ich ging also zum Sehkraftzentrum Maus in Köln, weil diese Praxis zufällig meine Augenarztprasis war und ich hier im Forum und auch in anderen Foren viel Gutes über diese Praxis gelesen hatte.

Herr Dr. Maus sagte mir bei meiner ersten Untersuchung und im ersten Beratungsgespräch, dass dass meine Werte "an der Grenze des Machbaren" sind und es sein kann, dass man so starke Werte möglicherweise nicht zu hundert Prozent korrigieren kann. Es kann aber auf jeden Fall nur Besser werden.

Nachdem die Entscheidung für die LASIK zusammen mit Herrn Dr. Maus getroffen wurde hatte ich nach "unendlich langen 6 Wochen" endlich am 23.03.2010 um 10:00 Uhr meinen LASIK-Termin:

Ich hatte sehr gut geschlafen, war den ganzen Morgen überaschend ruhig und völlig angstfrei. Ich habe mich einfach nur unglaublich auf diesen Termin gefreut obwohl mir klar war, dass ich möglicherweise auch nach der Lasik immer noch eine (wenn auch sehr viel leichtere) Sehilfe benötigen werde.

Ich durfte mich an dem Tag weder schminken noch mein Gesicht eincremen.

OP-Bericht:

Die Augen wurden noch einmal untersucht und erneut vermessen, Herr Dr. Maus erklärte mir noch mal kurz den Einsatz des Lasers und so gegen 12:00 Uhr wurde ich dann in den OP gebeten, bekam ein Häubchen aufgesetzt, mein Mann, der immer bei mir war, auch; ich legte mich auf eine Liege und schon gings los.

Das linke Auge wurde getropft und war damit sofort betäubt und dann wurde eine Klammer vorsichtig unter den Rand des oberen und unteren Augenlids geschoben und geöffnet, sodass das Auge nicht mehr geschlossen werden konnte. Die Klammer war etwas unangenehm aber das war auszuhalten.

Das Auge wurde angesaugt und von einem glatten kalten Ring quasi festgehalten. Der Druck war ziemlich unangenehm aber nicht wirklich schmerzhaft. Dann wurde das das Hornhautdeckelchen genannt Flap zu ca. 80 % abgeschnitten wovon man überhaupt nicht spürt. Dann wurde das Flap wieder aufs Auge gelegt und das Auge wurde vorsichtig zugeklebt. Den Schnitt merkt man überhaupt nicht, die Klammern und das Ansaugen war etwas unangenehm. Dann wurde das Auge wieder freigelassen, "Sauger" und Klammern wurden wieder entfernt. Das Auge wurde zugeklebt und dann kam das rechte Auge dran:

Auge aufmachen, Betäubungstropfen rein, die Klammer oben und unten unters Augenlied geschoben, Auge geöffent, noch ein Tropfen rein, Auge ansaugen, Flap abschneiden - ich musste von da an einen Punkt fixieren - Dann kam der Laser zum Einsatz. Es blitzte und roch nach verbrannter Haut, dann wurde alles schwarz, dann blitzte es noch mal und roch wieder verbrannt, die wurschtelten da an meine Auge rum und ich merkte nichts davon außer ab und zu ein leichtes pieksen, die Blitze, den verbrannten Geruch und eben den sehr starken Druck dieses Saugrings.

Dann kam das Flap wieder aufs Auge und wurde mit einem weichen weißen Spatel glattgestrichten (das sieht man dann schon). Der Druck ließ nach, Tropfen rein, dann eine weiche Schutzkontaktlinse aufs Auge, Klammer ab, rechtes Auge fertig.

Dann widmete man sich wieder meinem Linken Auge, wo aber die Betäubung schon nachgelassen hatte, was ich auch gesagt habe.

Klammer drauf, Auge ansaugen und los gehts. Das schon vorbereitete zu dreiviertel abgelöste Flap wurde mit einer Pinzette und einem anderen Werkzeug (wie beim Zahnarzt) vom Auge abgelöst und nach unten weggeklappt. Dann kam der Laser und zwischen durch bat ich um weitere Betäubungstropfen, weil ich ziemlich viel gespürt habe (ich wusste aber, dass es nur noch einige wenige Minuten sind und dann ist alles geschafft). Dann kam wieder der Laser und mein Auge verließ ab und zu den Fokus (Ermahnung "Frau F. , sie müssen immer auf den Punkt gucken, sie verlassen immer wieder den Fokus" ich dachte "Blödmann" und sagte "entschuldigen sie aber ich merke fast alles und krieg leichte Panik weil das ziemlich weh tut" (wenn man den Fokus verlässt hört der Laser aber sofort auf, es kann gar nichts passieren). Der Laser musste fünf oder sechs mal ansetzen. Das linke Auge hat etwas länger gedauert, weil ich mich kaum noch konzentrieren konnte und immer wieder den "Punkt" (ich glaube er war grün) verlassen habe.

Der Druck war die ganze Zeit über sehr sehr stark und ich fühlte mich ziemlich schlecht, weil ich dachte, ich halte das nicht mehr aus aber dann war es schon vorbei. Flap drauf, glattstreichen, der Druck ließ nach, nochmal Tropfen rein, Wabbelkontaktlinse drauf, Klammer entfernen, Auge schließen, Wange streicheln, Lob "gut gemacht", fertig!

Alles in Allem dauerte die Prozedur ca. 12 Minuten (beide Augen). Dann kam ich in den Ruheraum und konnte mich entspannen. Mein Mann, der die ganze Zeit bei mir war, holte mir ein Glas Wasser und beruhigte mich, weil ich doch "ziemlich fertig" aber superglücklich war. Ich konnte direkt nach der OP schon sehen aber die Augen tränten wie verrückt und ich konnte sie kaum öffnen.

Nach einer halben Stunde holte mich Herr Dr. Maus aus dem Ruheraum und untersuchte meine Augen ganz kurz, dann durften wir gehen und ich zog direkt meine Sonnenbrille an.

Man bekommt ein "Versorgungspaket" inklusive "Tropfplan" mit, das Paket enthält unterschiedliche Augentropfen, Schmerzmittel und eine Schlaftablette.

Postoperative Symptome:

Dann folgten ungefähr drei Stunden in denen ich die Augen immer nur ganz kurz und mehr schlecht als recht öffnen konnte und auch die Sonnenbrille, die ich die ganze Zeit an hatte die extreme Lichtemfindlichkeit kaum gemildert hatte. Auch durch die geschlossenen Augen und trotz ziemlich dunkler Sonnenbrille war ich extrem lichtempfindlich und dann war da ja noch das Fremdkörpergefühl. Es fühlte sich an, als wäre zwischen Auge und Kontaktlinse eine Wimper oder ein pieksiger kleiner Gegenstand. Dieses Fremdkörpergefühl hatte ich auch noch am ersten postoperativen Tag, wenn auch wesentlich weniger stark.

Ich war nach der OP extrem müde (keine Ahnung warum, es war allerdins fürchterlich anstrengend). Schlafen ging aber nicht, weil ich ein starkes Fremdkörpergefühl im rechten Auge hatte (links komischerweise gar nicht). Jede Stunde musste ich Augentropfen reinträufeln was immer ein Wohltat war. Nach drei Stunden wurde es besser und die Lichtempfindlichkeit ließ etwas nach. Ich konnte die Augen öffnen, mich umziehen bin im Haus rumgelaufen hab meine Kaninchen und Meerschweinchen gefüttert usw. von da an ging es mir sehr viel besser.

Die Rollläden im Wohnzimmer habe ich dann wieder etwas geöffnet und hab dann im immer noch leicht abgedunkelten Wohnzimmer gesessen, ein bisschen in einer Modezeitschrift geblättert (Lesen durfte ich nicht) und abends konnte ich schon wieder fernsehen, allerdings anfangs nur mit Sonnenbrille. Mein Mann und ich haben uns meine OP noch einmal angeschaut, das ganze wurde gefilmt und mir wurde nach der OP die DVD überreicht. Das mit dem Flap war am Schlimmsten anzuschauen, den Laser sah man gar nicht. Man konnte nur die vielen hellen Blitze sehen aber kein Tropfen Blut - nichts. Es blutet überhaupt nicht!!!

Dann habe ich noch etwas ferngesehen und gegen 21:30 Uhr brauchte ich auch keine Sonnenbrille mehr, da ging das Fernsehen auch schon ohne.

Gegen 22:30 Uhr bin ich ins Bett gegangen und musste zwei nach außen gewölbte Kunststoffschutzklappen auf die Augen legen, die mit Heftpflaster am Gesicht befestigt wurden. Diese Augenklappen haben viele kleine Löcher (Durchmesser ca. 3 mm) damit man ein bisschen was sehen kann.

Als ich nachts mal raus musste und zurück ins Schlafzimmer kam konnte ich die Uhrzeit auf dem Wecker meines Mannes erkennen. 2:04 Uhr - ich konnte die Uhrzeit sehen .... !!!! Das erste mal, dass ich dort nicht nur einen verschwommenen roten Balken sah, nein - ich erkannte ganz klar und deutlich die Ziffern auf dem Wecker - Unglaublich, ein Wahnsinnsgefühl.

Vor lauter Freude darüber konnte ich kaum wieder einschlafen und konnte den Morgen kaum erwarten.

Am nächsten Tag musste ich zur Kontrolle und die weichen Schutzkontaktlinsen wurden entfernt. Es war ein heller Morgen mit Sonnenschein - Ich war nicht mehr so lichtempfindlich und brauchte ich die Sonnenbrille nur draußen.

Ergebnis der ersten Untersuchung: linkes Auge (mein schwächeres Auge) hat immerhin 80 % Sehleistung, das rechte Auge kommt auf gut 100 %. Ohne Brille!!!

Ich bin total begeistert und kann das nur jedem empfehlen, der unter starker Fehlsichtigkeit leidet. Es ist wie ein neues Leben und ich bin überglücklich über diese Entscheidung. Witzig ist, dass ich manchmal vergesse, dass ich keine Brille mehr auf habe. Wenn ich Augentrofen nehmen muss, greife ich oft ins Leere, weil ich immer erst die Brille ausziehen will.

Ich habe für meinen Führerschein eine Bescheinigung bekommen, dass ich derzeit keine Brille tragen muss und dass in Kürze ein Gutachten folgt zur Vorlage bei der Straßenverkehrsbehörde (Austragen der Brille aus dem Führerschein).

Es könnte sein, dass ich später vielleicht doch ein leichte Brille brauchen werde. Momentan bin ich sogar minimal kurzsichtig aber das gibt sich wohl noch. Die Augen müssen sich erst an den neuen Zustand gewöhnen und die leichten "Verletzungen" (die man aber nicht sehen kann) müssen ja noch abklingen. Meine Augen sahen schon am Tag nach der OP aus, als wären sie gar nicht operiert. Es ist nichts zu erkennen außer, dass die Augenlider ganz leicht gerötet und minimal geschwollen waren.

In den ersten 8 Tagen nach der OP muss man sich unbedingt an den Tropfplan halten.

In den ersten drei Tagen nach der OP habe ich minimal "michig" gesehen und die Kontraste kamen noch nicht so stark raus, aber das hat sich jetzt nach einer Woche schon deutlich verbessert.

Das Ganze noch mal in Kurzversion.

39 Jahre dicke Brille, 12 Minuten OP mit auszuhaltenden Schmerzen, ein paar Stunden Augentränen, eine Woche lang Augentropfen nach Tropfplan nehmen, Augen nicht schminken (doof) und dann "alles OK".

Liebe Grüße :D
Birgit
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Birgitf
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Re: Lasik trotz starker Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung

Beitrag von Birgitf » 31.03.2010, 17:31

ich noch mal ...

... habe völlig vergessen zu erwähnen, wie nett und freundlich man dort betreut wird und dass man auch nach der OP nicht im Stich gelassen wird. Man kann anrufen und Fragen stellen, das ganze Team ist ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Eine kompetente Praxis, die ich bedingungslos weiterempfehlen kann.

Ich würde es jederzeit wieder tun :D

Liebe Grüße
Birgit
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meisteredda
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Re: Lasik trotz starker Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung

Beitrag von meisteredda » 31.03.2010, 19:54

hallo birgit!
ich habe am vergangenen samstag ein vorgespräch zur lasik-op gehabt und am 15.april das arztgespräch in der ordination im 3.bezirk in der zaunergasse. da ich auch weitsichtig bin und eine hornhautverkrümmung habe, sowie alterssichtig bin habe ich mit interesse deinen bericht gelesen. eigentlich habe ich nur ein bissl angst vor den schmerzen danach und daß ich dieses fremdkörpergefühl in den augen nicht aushalten werde, aber sonst hoffe ich, daß ich dann diese blöde gleitsichtbrille bei seite legen kann und nur zum lesen eine brille brauchen werde.
aber deine erfahrungen stimmen mich positiv. ich hätte doch noch eine frage: wie lange konntest du nicht arbeiten gehen? ich kann mir zu langes pausieren eigentlich nicht erlauben.

liebe grüße edda :D

Birgitf
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Re: Lasik trotz starker Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung

Beitrag von Birgitf » 31.03.2010, 22:02

Hallo liebe Edda,

ich hab mir dafür Urlaub genommen weil ich eine reine PC-Tätigkeit habe und nach der Lasik nicht 8 Stunden täglich auf den PC starren kann. Denke aber, bei einem Job, wo man nicht den ganzen Tag am PC arbeitet, könnte man zwei Tage später wieder arbeiten gehen obwohl das wahrscheinlich dann in den ersten Tagen etwas anstengend sein wird.

Nimm dir besser auch ´ne Woche auf zwei frei, so wie ich es gemacht habe oder lass dich von deinem Hausarzt nach der OP arbeitsunfähig schreiben. Der Augenarzt macht das grundsätzlich nicht, weil es mal ein entsprechendes Urteil gab, weil man ja nicht krank ist. Wenn du aber die Augen für deine Arbeit brauchst bist du ja "arbeitsunfähig".

Liebe Grüße und toi, toi, toi
Birgit
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Generica
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Re: Lasik trotz starker Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung

Beitrag von Generica » 01.04.2010, 10:00

Birgitf hat geschrieben:
Die Augen wurden noch einmal untersucht und erneut vermessen, Herr Dr. Maus erklärte mir noch mal kurz den Einsatz des Lasers
Du hast eine Femto bekommen, oder?
Glückwunsch zur gelungenen, wenn auch nicht ganz so angenehmen Op :) Ich musste übrigens sehr über dein "Blödmann" lachen, denn genau das gleiche habe ich während der OP auch gedacht als er irgendwann meinte: "Frau XY, jetzt entspannen sich sich doch mal". Allerdings hatte ich, weil ich echt die Krise gekriegt habe, nicht so nett wie du gewantwortet und nur gesagt, dass er ja leicht reden hätte, er würde ja immerhin nicht hier liegen....

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