Epithel wächst nicht richtig an

Sehbeeinträchtigungen wie Halos (Lichthöfe), Glare (Blendung), Starburst, Kontrastverlust (Schleiersehen) und Trockene Augen nach LASIK, Femto-LASIK, LASEK, Epi-LASIK, PRK...

Moderator: Frankyboy

Polyrhachis
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Epithel wächst nicht richtig an

Beitrag von Polyrhachis » 06.01.2009, 18:58

Hallo und guten Tag,

ich habe dieses Forum gesucht, um eventuell „Leidensgenossen“ also Leute mit den gleichen Komplikationen zu finden. Bisher ist mir das nicht gelungen, aber vielleicht habe ich ja auch nicht ausreichend gesucht.
Jedenfalls stelle ich hier mal meinen Fall vor, erstens in der Hoffnung es meldet sich jemand mit ähnlichen Problemen, zweitens um die zu optimistischen Leute zu warnen: Ja es kann Komplikationen geben.

Meine Augen OP (Femto-LASIK) wurde im Juni letzten Jahres durchgeführt. Sie verlief „normal“ und gut, auch wenn ich den Eingriff als weit unangenehmer empfand als wie er mir beschrieben wurde (aber ich bin auch ein Weichei). Auf jeden Fall schien erst alles okay, aber schon nach drei Tagen musste ich wieder in den OP  Spülung nach DLK, Sterile Entzündung durch eingewanderte Granulocyten, war das so?
Auch noch nicht wild. Spülung war unangenehm, verlief aber gut und die Entzündung war weg. Problem nur, meine Werte wurden nicht besser. Sie waren besser als vor der OP, klar, aber bei weitem nicht befriedigend. Übergangsbrille ging auch erstmal nicht, weil sich die Werte stark veränderten. Eine zweite OP wurde angekündigt, man müsse aber erst noch warten und Geduld haben, vielleicht wird es noch besser, man kann es nicht wissen.

Wurde es nicht. Stattdessen wurde der Grund (es war jetzt Oktober) festgestellt: Das Oberflächenepithel ist locker. Es ist nicht auf der Hornhaut verwachsen, sondern liegt lose auf und verursacht dadurch die schlechte und instabilen Werte. Die Lösung: Noch mal in den OP, das Epithel wird komplett abgenommen, damit es dann richtig wieder anwachsen kann (Abrasio). Gesagt getan.
Das Epithel wächst nach, währenddessen kann ich tagelang nicht lesen (die Sehbeeinträchtigung war weit größer als nach der eigentlichen OP). Aber es sieht erst wieder gut aus, die Sehschärfe wird besser, allerdings nicht so gut, als dass man auf die erneute Korrektur verzichten könnte.

Aber dazu kommt es nicht. Eines Nachts im Dezember erwache ich mit starken Schmerzen im rechten Auge. Morgens stelle ich fest, dass meine Sehkraft auf diesem Auge sich rapide verschlechtert hat. Ich bekomme einen Notfalltermin und es wird festgestellt: Das Epithel hat sich wieder gelöst. Das sollte nicht passieren. Lösung: PTK. Das Epithel wird entfernt, die Hornhautoberfläche mit dem Laser verletzt, damit beim Ausheilen beides zusammenwachsen kann (so habe ich es jedenfalls verstanden). Danach könne es sich nicht wieder lösen.
Ich merke mein Text wird sehr lang, hoffentlich liest das überhaupt jemand. Jedenfalls, im Januar passiert das Gleiche beim linken Auge, und auch dort: PTK. Also wieder unter den Laser.

Dann sieht erstmal alles gut aus, es wird wieder über die zweite OP gesprochen, aber erstmal ein paar Monate warten ob alles ruhig bleibt. Es bleibt nicht. In einer Nacht im Mai erwache ich mit stechendem Schmerz im linken Auge, danach sehe ich auf diesem Auge nur noch undeutlich. Ich will es mir erst nicht eingestehen, aber ich weiß es schon: Epithel gerissen. Trotz Festtackern mit Laser. Die Ärztin ist ratlos, das hätte nicht passieren können, dürfen. Trotzdem: Erneute PTK. Lustigerweise, der durchführende Arzt glaubt mir nicht: Ich hätte die Ärztin nicht richtig verstanden, nach einer PTK reißt ein Epithel nicht wieder, es wäre sicher nur eine Abrasio gewesen. Später erst guckte er in die Akte und musste es glauben.

Fazit: Inzwischen ist auch die letzte Behandlung ein halbes Jahr her und ich bin demnach einige Monate Epithelrissfrei. Ich trage jetzt eine „Übergangsbrille“. Ich lag siebenmal auf dem OP-Tisch um mir die Augen behandeln zu lassen, viermal mit Laser. Fünfmal wurde mir ein Epithel abgenommen, was jedes Mal einen Arbeitsausfall von mehreren Tagen bedeutete. Ich konnte zwischendurch wochenlang nicht Auto fahren, zum Glück bin ich kein Taxifahrer. Ich trage immer noch eine Brille (wenn auch eine weit schwächere, ich brauche sie eigentlich nur zum lesen und arbeiten) und die Zweite Korrektur steht noch aus.

Und ganz kleine Anekdote am Ende: Bei meiner dritten PTK saß ich im Vorraum des OPs und machte mich fertig, da kam eine Frau gerade vom Lasern zurück. Sie war ziemlich fertig stöhnte und sagte: Sowas macht man aber wirklich nur einmal.“ Ich nickte nur.

Noch beschwichtigend: Auch wenn ich mich selbst sagenhaft bemitleide („warum ich?“), das ganze ist im Großen und Ganzen zwar sehr sehr ungenehm, lästig und ärgerlich, aber nicht wirklich schrecklich oder fatal. Meine Sehrkraft ist nicht gefährdet. Alle Probleme finden nur an der Oberfläche des Auges statt.

Dennoch: Hat jemand ähnliches erlebt?
Freue mich über jeden hilfreichen oder sonst welchen Kommentar.

Viele Grüße,
Robert

Vala
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Beitrag von Vala » 06.01.2009, 19:08

Wow..das is mal echt heavy.
ich glaube da wäre ich schon durchgedreht... ich drück dir die daumen, dass alles soweit gut bleibt!

Blinx
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Beitrag von Blinx » 06.01.2009, 20:55

Ich hoffe das Beste für dich :D

Aber irgendwie verstehe ich nicht ganz: Bei Femto Lasik wird doch ein flap geschnitten, ich dachte immer diese oberste Epithel schicht wird nur bei Lasek varianten und PRK entfernt bzw gelöst. Oder kommt es an den stellen zu komplikationen wo der flap wieder anwachsen solle?

feodor
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Beitrag von feodor » 07.01.2009, 11:24

Das klingt ja wirklich mal heftig.
Wie sind denn deine Werte jetzt? Und wie waren sie vor der OP?
Weil du ja schreibst, dass du eine Brille trägst.

Du hast vollkommen Recht, die ganze LASIK Geschichte wird vollkommen verharmlost.

Ich selbst wurde bereits 2x gelasert an beiden Augen, dieses Wochenende erfolgt am rechten Auge der 3. Eingriff wegen Epitheleinwuchs. Sehkraft dadurch momentan <50%, starkes Fremdkörpergefühl. Enspricht ca. 3 Dpt. Hornhautverkrümmung.

Seit ein paar Monaten hat die Geschichte auch psychische Auswirkungen, mit denen ich zu kämpfen habe.

Ich kann nur jedem raten diesen Wahnsinn nicht an "gesunden" Augen vornehmen zu lassen.

VG
feodor

Polyrhachis
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Beitrag von Polyrhachis » 11.01.2009, 17:05

Hallo allerseits,

ich bin ja wahrlich erfreut über die schnelle und umfangreiche Reaktion. Gut dass ich dieses Forum gefunden habe. Danke an alle Antworten und danke für die Besserungswünsche.

Zu Blinx:
Nein bei der ersten OP wurde das Epithel nicht entfernt. Es kann sich aber wohl beim Flapschneiden lockern. Wirklich abgelöst hat es sich auch erst nach der OP, das spürt man auch ziemlich schmerzhaft. Normalerweise sollte das Epithel von dem Eingriff garnicht betroffen sein. Erst nachdem es sich gelöst hatte wurde es auch ganz entfernt um wieder fest nachzuwachsen. So habe ich das jedenfalls verstanden.

Zu Feodor:
Die Werte waren vor der OP (Hyperopie, Astigmatismus)
RA: +1,5 / -5,00
LA: +1,0 / -3,75

Danach:
RA: +1,5 / -1,0
LA: +0,5 / -1,25

Also geht es mir vermutlich noch viel besser als Dir, alles Gute übrigens für die nächste OP, sag mal wie es dann ausgegangen ist. Epitheleinwuchs ist sicher sehr übel.

Interessant dass Du die psychischen Folgen ansprichst. Das ist ein Faktor der bei der Risikobetrachtung oft vernachlässigt wird. Ich habe völlig unterschätzt wie es einen mitnimmt nicht richtig sehen zu können. Auch glaube ich, dass einen operative Eingriffe am Auge irgendwie seelisch auch mehr mitnehmen als an anderen Organen.

Mir ist die Sache zwischenzeitlich sehr an die Nerven gegangen, da ich arbeitsmäßig sehr belastet war, und dann die Augenzwischenfälle da auch noch reingeplatzt sind. Einmal hatte ich eine Deadline für eine Abgabe, und es war eh schon sehr eng, dann riss das Epithel und ich konnte wieder eine Woche lang nicht arbeiten.
Tatsächlich ist es wichtig, nicht nur physisch sondern auch psychisch mit eventuellen Folgen umgehen zu können.

Soweit von mir,
alles Gute an alle,
Rob

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