irgendwie schiefgelaufen

Sehbeeinträchtigungen wie Halos (Lichthöfe), Glare (Blendung), Starburst, Kontrastverlust (Schleiersehen) und Trockene Augen nach LASIK, Femto-LASIK, LASEK, Epi-LASIK, PRK...

Moderator: Frankyboy

Antworten
Generica
kennt sich hier aus
Beiträge: 377
Registriert: 09.10.2009, 17:07

Re: irgendwie schiefgelaufen

Beitrag von Generica » 08.04.2010, 16:00

Naja vielleicht findet sich hier ja jemand der Ahnung davon hat :)

hagid_muc
Forums-Benutzer
Beiträge: 43
Registriert: 13.06.2009, 01:37
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Re: irgendwie schiefgelaufen

Beitrag von hagid_muc » 10.04.2010, 03:13

Hallo Leute,

ich habe ja gestern schon mal meine Meinung zu diesem Thema bekannt gegeben. Aber nachdem es da offensichtlich gewisse Unklarheiten gibt... hier meine fachkundige Meinung (ganz ehrlich, ich arbeite seit mehr als 15 Jahren in einer anerkannten LASIK-Klinik, hatte selbst 2002 eine Mikrokeratom-LASIK, aber möchte mich hier aus möglichen Konkurrenz-Gründen nicht weiter "outen"):

Ein Operateur schneidet mit dem Mikrokeratom nicht einfach so nach eigener Facon, sondern das Mikrokeratom wird mittels spezieller Abstandsplatten entsprechend verwendet. Regulär sind bei der Mikrokeratom-LASIK Abstandsplatten von 160 - 180 µm üblich. Man muss sich das - ich hoffe, das klingt jetzt nicht total holprig - wie bei einer Brotschneidemaschine vorstellen. Da dreht man an dem Rädchen und stellt die Dicke des Schnittes ein. Nichts anderes erfolgt quasi beim Mikrokeratom, es wird eine vordefinierte Abstandsplatte mit der gewünschten Dicke des Hornhautflaps eingesetzt. DENN - und das eben genau die Crux - ein sehr dünner Mikrokeratomschnitt ist keineswegs unbedingt wünschenswert... wir befinden uns hier nicht in der "Germanys next Top Model"-Abteilung... dünn = schlank = super. Von wegen! Bitte stellt Euch das so vor... wie eben bei besagter Brotschneidemaschine... wenn ihr damit das Rädchen auf zu dünn einstellt, dann reisst die Brot- oder Wurstscheibe leider oft am Rande ein. Und kann mitunter - worst case - sogar in der Mitte zu dünn werden... das ist dann ein sog. "button-hole". Und ein eingerissener, schadhafter Hornhautflap kann leider oft Probleme mit sich bringen. Wenn so dünn, dann ist gerade der Rand erst recht total megadünn und evtl. sogar ausgefranst, was möglicherweise zu Narben beim Anwachsen führen könnte.
Warum einige Operateure trotzdem auf dünnere Abstandsplatten zurückgreifen, ist natürlich der Fakt, dass somit auch Patienten mit dem Mikrokeratom behandelt werden können, die eigentlich aufgrund der vorhandenen, eher grenzwertigen Hornhautdicke besser mit dem Femto-Laser behandelt werden sollten. Und da der Femto-Laser von Haus aus ganz konservativ einen 110 µm Flap schneiden kann, eben gewebeschonender und eindeutig komplikatonsärmer, wäre also die Femto-LASIK in solchen Fällen eindeutig besser. NUR bieten eben nicht alle LASIK-Zentren diesen Femto-Laser an, weil das Gerät eben sehr teuer in der Anschaffung ist. Also logischerweise die Zentren, die keinen haben, andere Verfahren als genausogut anbieten... was aber leider bei grenzwertigen Patientenwerten nicht korrekt ist.

Würde mich freuen, mit diesen Ausführungen mehr zum Thema Unklarheiten wg. Mikrokeratom aus dem Wege geräumt zu haben.

Herzliche, fachkundige Grüsse

hagid_muc

Orlanda
kennt sich hier aus
Beiträge: 199
Registriert: 25.01.2010, 08:29
Wohnort: im kalten Norden

Re: irgendwie schiefgelaufen

Beitrag von Orlanda » 10.04.2010, 09:37

Vielen Dnak für die super Erklärung. Das Beispiel mit der Brotschneidemaschine war echt grauslig in der Vorstellung aber gut. :wink:

Da auf Grund meiner sehr hohen Werte wohl eher die Femto-Lasik in Frage kommt, hätte ich noch eine Frage, die Du vielleicht benatworten kannst.
Es ist ja so, daß nach den Standartwerten die Rest-HH-Dicke nach der Lasik zwischen 280 und 300 sein sollte. Sehe ich das dann richtig, daß bei mir auf Grund der Regressionsgefahr dann mindestens 400 übrigbleiben sollten wenn man eine Re-Lasik machen möchte? Natürlich weiß ich, daß Du das nicht genau beantworten kannst, weil dazu alle Messungen fehlen, aber liege ich damit in etwas richtig?
Ich danke Dir. :wink:
EHEMALIGER totaler Blindfisch mit damaligen Werten:

L: -8,75 Zyl: -1,25
R: -10,0 Zyl: -2,50

wavefront LASIK bei EyeStar am 13.04.2010 und superglücklich

Generica
kennt sich hier aus
Beiträge: 377
Registriert: 09.10.2009, 17:07

Re: irgendwie schiefgelaufen

Beitrag von Generica » 10.04.2010, 10:32

Hallo hagid_muc!
Erstmal vielen Dank für deine Fachkundige Info. Das beantwortet dann auch meine Frage wie das eigentlich mit dem Schneiden genau funktioniert! Danke!

Dann hierzu:
hagid_muc hat geschrieben: wir befinden uns hier nicht in der "Germanys next Top Model"-Abteilung... dünn = schlank = super. Von wegen!
Ich glaube weder Kiwimaus, noch Ich, hatten die Absicht das jetzt irgendwie so darzustellen. Wir haben lediglich gesagt, wie dick der Flap bei uns war. Ich frage mich jedoch jetzt warum, obwohl "unser Operateur", obwohl er einen Femto Laser besitzt, diesen gar nicht mal so schrecklich oft verwendet, und selbst bei Blindfischen wie mir, oder gar Kiwimaus, trotzdem mit dem Mikrokeratom schneidet. Denn meine HH war ja jetzt auch nicht ganz so wahnsinnig dick.
hagid_muc hat geschrieben: Und kann mitunter - worst case - sogar in der Mitte zu dünn werden...
Blöde Frage, geht man bei den 110 denn nicht immer von der Mitte aus?

Ich hoffe du bleibst uns mit deinem Fachwissen hier im Forum erhalten :)

Donauwelle
kennt sich hier aus
Beiträge: 1169
Registriert: 14.03.2008, 18:08

Re: irgendwie schiefgelaufen

Beitrag von Donauwelle » 10.04.2010, 17:22

@hagid_muc
Danke für die verständliche Erklärung betr. Flapschnitt mittels Keratom.

Trotzdem muss ich (als Laie) gestehen, dass ich als Patient (bei durchschnittlicher HH-Dicke und nicht ganz geringer Fehlsichtigkeit) mit einem derart dicken Flap nicht wunschlos glücklich wäre.
Bsp:
550 µm Hornhautdicke
-300µm HH-Soll unter dem Flap
-180µm Flapdicke
-------------------------
70 µm HH, die für Abtragung zur Verfügung steht. :? - Bei höherer Fehlsichtigkeit schaut es mit einer ev. Nachlaserung schlecht aus.

Da wundert es nicht, dass manche Ärzte eher zu Zusatzlinsen raten.
Allerdings wundert es mich, wenn ganz jungen Interessenten vorbehaltlos zu Linsen geraten wird. Schließlich müssen Linsen bei ganz jungen Patienten noch sehr lange im Auge bleiben, und dazu gibt es noch keine wirklichen Langzeiterfahrungen (nicht alle Ärzte weisen ihre Kunden darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass die Linsen nach 10, 15 od. 20 Jahren ausgetauscht werden müssen).

Auch bei Patienten, die mittels Femto behandelt werden, gibt es immer wieder Probleme, z.B. wenn nicht an allen Stellen die "Bläschen" das taten, was vorgesehen war, und noch Brücken i.d. HH zurückbleiben.
Bei schwieriger HH-Form finde ich Femto vernünftig. Im Normalfall würde ich aber wohl doch einen Keratomschnitt vorziehen, wenn dieser von einem Arzt gemacht wird, dem meist dünne Flaps gelingen. - Obwohl die Aussage: ... welliger Rand und damit verbundene Probleme nicht von der Hand zu weisen ist.

Ich denke, dass man bei jeder OP-Art irgendwo in den sauren Apfel beißen muss. - Egal ob Lasik, Femto, Linsen oder Lasek.

Hoffentlich habe ich dich mit meiner Aussage nicht verärgert. - Deine Beiträge schätze ich nämlich, obwohl sie nicht immer meinen Vorstellungen entsprechen.

@Orlanda
Es ist ja so, daß nach den Standartwerten die Rest-HH-Dicke nach der Lasik zwischen 280 und 300 sein sollte. Sehe ich das dann richtig, daß bei mir auf Grund der Regressionsgefahr dann mindestens 400 übrigbleiben sollten wenn man eine Re-Lasik machen möchte?
Einer von uns beiden hat jetzt einen Denkfehler. Du möchtest einen Sicherheitspolster von 100 µm für eine Re-Lasik? - So hoch wird die Regression hoffentlich nicht werden. Pro Dioptrie rechnet man ca 12 - 15 µm Abtrag. - Wenn du nach der 1. OP einen derart hohen Spielraum wünschst, wirst du eine superdicke HH brauchen.
LG
Donauwelle

Antworten

Sie haben Interesse an einer Lasik-Behandlung? Fordern Sie hier kostenlose Informationen zum Thema Lasik an und lassen Sie sich beraten!

Beratung anfordern