Femto-Lasik

allgemeine Themen zu LASIK, Femto-LASIK, LASEK, Epi-LASIK, PRK...die in keine Spezialkategorie passen

Moderator: Frankyboy

presbyop
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Beitrag von presbyop » 13.06.2006, 20:16

Mechanische Mikrokeratome wie das Amadeus, Hansatome oder Carriazo-Pendular sind heute sehr ausgereift, die Komplikationsraten sehr gering. Ein minimales Restrisiko, dass ein Schnitt nicht richtig angesetzt wird (normalerweise wegen fehlender oder zu geringer Saugung) oder das das Keratom mittem im Schnitt aufgibt und der Schnitt deshalb nicht vollständig erfolgt und der Flap daher nicht geöffnet werden kann, bleibt jedoch. Im schlimmsten Fall muss man die Sache verheilen lassen und die OP nach einigen Monaten wiederholen.

Beim Flapschnitt mit dem Femtosekundenlaser sind Schnittkomplikationen quasi ausgeschlossen. Der schneidet einfach nicht, wenn das Kontaktglas nicht richtig angesaugt ist. Interessant übrigens: Kontaktgläser gabs schon mal in der refraktiven Chirurgie, bei Excimerlasern. Nachdem Systeme mit Eyetrackern auf dem Markt waren, wurden diese aber als unangenehm und unkomfortabel vom Markt eliminiert. Jetzt ist es also wieder da, das Kontaktglas, diesmal im Femtosekundenlaser.

Die meisten Ophthalmochirurgen mögen den Femtosekundenlaser lieber als das Mikrokeratom. Er macht den Schnittprozess einfacher und reproduzierbarer, weil er ein paar handwerkliche Schritte einspart. Über die Ergebnisse kann man trefflich streiten: Während in einem Behandlungszentrum die postoperative Sehleistung von Mikrokeratom- und Femtosekunden-Patienten in etwa gleich ist, können andere bei ihren Patienten eine verbesserte postoperative Sehleistung bei Femtosekunden-Patienten schlüssig nachweisen.

Das Ganze bestätigt einmal mehr meine Grundeinstellung: Das rictige Werkzeug mag durchaus ein bedenkenswerter Faktor sein, aber das Kernkriterium bei der Auswahl des richtigen Behandlungszentrums ist ein erfahrener und seriöser Operateur und, leider von Patienten viel zu wenig hinterfragt, die perfekte Hygiene im OP. Da liegt für mich auch noch ein bedenkenswerter Punkt, was Billigoperationen im Ausland betrifft: Ich durfte vor einiger Zeit dabei sein, als ein nicht unerfahrener Operateur aus einem typischen Laksik-Tourismus-Land bei einem deutschen Ophthalmochirurgen hospitierte.

Er konnte es kaum fassen, wie hier das Geld verschleudert wurde, wurde doch für jedes Auge eine neue Keratomklinge verwendet. "Nach unseren Erfahrungen funktionieren die durchaus für ungefähr 20 Augen, bevor sie so stumpf sind, dass man sie nicht mehr verwenden kann!" meinte er. Mir wäre es, gelinde gesagt, unangenehm, wenn jemand an meinem Auge mit einem Instrument rumschnibbeln würde, mit dem - ohne vernünftige Aufbereitung dazwischen - schon an neun anderen Patienten geschnitzt wurde. Übrigens handelt es sich bei der Keratomklinge um ein Schnittinstrument, das vom Hersteller sowieso nur zur einmaligen Verwendung konzipiert wurde.

Zurück zum Thema: Hätte ich ein ganz normales Standardauge und müsste etwas aufs Geld schauen, dann würde ich mir (bei einer Operation in Deutschland, Österreich, Schweiz) ganz klassisch den Flap mit dem Mikrokeratom machen lassen. Das hat lange Zeit prima funktioniert und in den Händen eines guten Handwerkers tut es auch heute noch beste Dienste. Wäre mir das Geld egal oder wollte oder müsste ich außerhalb Mitteleuropas Low-Budget-Operateure konsultieren, dann würde ich den Femtosekundenlaser vorziehen.

presbyop, glücklich mit Brille und Kontaktlinsen

blizzard
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Beitrag von blizzard » 13.06.2006, 20:59

Es gab bei einem Excimer Laser (Meditec MEL 60) Masken, die man auf das Auge zum Lasern aufsetzte. Alle anderem Excimer Laser hatten keine Masken. Kein Excimer Laser hat mit Kontaktgläsern gearbeitet. Der Zusammenhang zwischen Eyetrackern und dem Verschwinden von Kontaktgläsern ist schon deswegen nicht gegeben, weil es keine Kontaktgläser gab. Meditec Mel 60 war für die PRK gebaut, die Masken haben bei der PRK nicht gestört. Mit dem Auftauchen von LASIK haben sich die Masken als störend erwiesen. Meditec hat dann ein neues Modell (MEL 70) ohne Masken gebaut.

Das AMADEUS-Mikrokeratom schneidet nicht, wenn die Saugung nicht ausreichend ist. Daß ein AMADEUS mitten im Schnitt stehengeblieben sei, ist nicht bekannt. Darüber hinaus ist die Reproduzierbarkeit der Schnitte von AMADEUS unter Benutzung von kalibrierten Präzisionsklingen nicht schlechter als bei einem FEMTO-Laser. Ich verweise noch einmal auf den Beitrag von Prof. Seiler auf der IROC-Seite. Zur Zeit sind Vorteile eines FEMTO-Lasers nicht zu sehen.

Da man nicht von Maschinen sondern von Menschen operiert wird, ist die Wahl des Operateurs besonders wichtig

jwinckelmann
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Beitrag von jwinckelmann » 13.06.2006, 21:16

presbyop hat geschrieben:Mbedenkenswerter Punkt, was Billigoperationen im Ausland betrifft: Ich durfte vor einiger Zeit dabei sein, als ein nicht unerfahrener Operateur aus einem typischen Laksik-Tourismus-Land bei einem deutschen Ophthalmochirurgen hospitierte.

Er konnte es kaum fassen, wie hier das Geld verschleudert wurde, wurde doch für jedes Auge eine neue Keratomklinge verwendet. "Nach unseren Erfahrungen funktionieren die durchaus für ungefähr 20 Augen, bevor sie so stumpf sind, dass man sie nicht mehr verwenden kann!" meinte er.
Das klingt für mich nach den üblichen Horrorgeschichten. Sowas wird es sicherlich geben, aber wer sich vorher informiert, wird kaum bei einem solchen Oparateur landen. Zumindestens in den türkischen Instituten, die hier empfohlen werden, wird eine Klinge nur bei einem Patienten verwendet, also 2 Schnitte. Und 1 Klinge pro Auge, wie in Deutschland üblich, hat keine nennenswerten Vorteile und kann sogar mal nachteilig sein.

In Thailand, Indien, Südamerika etc. würde ich mich vermutlich auch nicht operieren lassen, man bekommt einfach nicht genug Infos und Erfahrungsberichte aus diesen Ländern.

Ciao.
Jan

jwinckelmann
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Beitrag von jwinckelmann » 13.06.2006, 21:37

qwertzxx hat geschrieben:weil es wie bei IROC (Prof. Seiler) beschrieben keine Vorteile bringt, teurer ist und neue Risiken wegen den hohen Druckes während der OP hervorruft.
Ja, das Ansaugen des Auges für den Schnitt wird ja von einigen Kritikern schon bei der normalen Lasik mit Mikrokeratom als kritisch angesehen, bei der Femto-Lasik dauert dieser Vorgang dann noch mal deutlich länger.

Was auch einleuchtend klingt (habe ich mal gelesen): Bei der Femto-Lasik bleiben zwischen den einzelnen Laserspots unter dem Flap immer noch kleine Brücken stehen, die erst beim Hochklappen des Flaps abreissen. Das klingt nicht wie ein sauberer Schnitt.

Für mich ist die Femto-Lasik hauptsächlich ein Marketinginstrument, das den Kunden die Angst vor dem Messer nehmen soll und gleichzeitig noch höhere Einnahmen ermöglicht.

presbyop
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Beitrag von presbyop » 13.06.2006, 23:55

jwinckelmann hat geschrieben:Und 1 Klinge pro Auge, wie in Deutschland üblich, hat keine nennenswerten Vorteile und kann sogar mal nachteilig sein.
Und welche Nachteile wären das?

p.

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