viele Fragen zur Laserbehandlung

positiver als auch negative persönliche Berichte vor / nach LASIK, Femto-LASIK, LASEK, Epi-LASIK, PRK...

Moderator: Frankyboy

Norbert
schaut sich noch um
Beiträge: 2
Registriert: 24.06.2012, 14:10

viele Fragen zur Laserbehandlung

Beitrag von Norbert » 25.06.2012, 19:54

Hallo
mein Name ist Norbert .Ich bin 52 Jahre alt .Ich trage seit dem Kindesalter eine Brille da ich mit starken Augenfehler geboren wurde.
Ich bin Kurzsichtig und habe ne große Hornhautverkrümmung.
Seit 3 Jahren kommt nun noch die Altersfehlsichtigkeit dazu.
Meine letzte Gleitsichtbrille hat 1260 Euro gekostet.
Ich habe links in etwa -5 und rechts in etwa -6 Dioptrin
Die Brille war teuer und ich hab mit dieser eine ausreichende Sehkraft um als Busfahrer im öffentlichen Nahverkehr arbeite zu können. Das soll auch so bleiben !!
Ich habe am 17.07. einen Termin bei Care Versin in Berlin.
Diesen Termin werde ich natürlich zur kostenlosen Voruntersuchung wahrnehmen.
Wie weit ist es möglich bei diesen Werten meine Fehlsichtigkeit zu korigieren. Ich habe ab dem 16.07. 2012 3 Wochen Urlaub. Kann ich nach der OP noch eine Urlaubsfahrt mit dem PKW planen. Kann ich nach den 3 Wochen Urlaub wieder als Busfahrer arbeiten. Mit oder ohne Brille ?Mit welchen Kosten muß ich rechnen. Festpreis von 1050 Euro wurde mir zugesagt. Aber ...
Mit welchen Komplikationen muß ich rechnen.
Mein Arbeitgeber ist nicht willig Krankengeld zu zahlen. Es droht die sofortige Kündigung.
Was würdet ihr raten .Machen lassen oder nicht
Weitere Fragen folgen sicher
Danke im Vorraus für die Hilfe

Mareike30
Forums-Benutzer
Beiträge: 26
Registriert: 12.06.2012, 20:19

Re: viele Fragen zur Laserbehandlung

Beitrag von Mareike30 » 25.06.2012, 20:59

Hallo Norbert.
Wie bist Du denn auf die Idee gekommen, Deine Augen lasern zu lassen ?
Ich selbst bin nicht gelasert, weil ich mir das äußerst gut überlege. Auch ich bin auf meine perfekte Sehkraft angewiesen.
Ohne die kann ich meinen Beruf an den Nagel hängen. Habe hier einige Erfahrungsberichte gelesen, wo die Betroffenen mehrere Folgeoperationen hatten, nicht mehr arbeiten gehen können, depressiv sind, weil sie jeden Tag mit den Ergebnis zu kämpfen haben.
Einmal gelasert läßt sich nichts mehr rückgängig machen.
Folgekosten können entstehen für's mitunter lebenslange Tropfen, diese Tropfen sind nicht gerade günstig.
Was ist, wenn Du monatelang nicht gescheit sehen kannst, Deinen Führerschein kannst Du dann vergessen.
Ich möchte nicht ohne Führerschein sein.
Brauchst Du eine weitere Op und kommst nicht mehr mit Deinem Arzt überein oder möchtest nach gewissen Schwierigkeiten nicht mehr von Deinem Erstoperateur behandelt werden, dann bräuchtest noch einmal eine kleine Summe.
Ach ja, falls man danach eine Brille bräuchte, falls man damit dann noch was korrigieren kann (...), dann entstehen weitere Kosten.
Hast Du soviel Zeit, Nerven und Geld und einen Arbeitgeber, der Dich weiterbeschäftigt, wenn Du wochen- oder monatelang ausfällst ?
Lese Dir mal gaaaaanz viel hier durch, recherchiere im Internet und lass es Dir durch den Kopf gehen, was Du bereit bist aufzugeben.
Es gibt sicher sehr viele, welche super zufrieden sind, man darf nur nicht zu den wenigen Prozent gehören, welche sich hinterher wünschen, das rückgängig machen zu können.
In Deiner Berufsgruppe ohne millionenschwere Rücklagen würde ich mir das 2 mal überlegen.
Schau Dir mal die Bilder an, wie man hinterher sehen kann, wenn es nicht so wird wie gewünscht. Die kann man hier finden.
Wünsche Dir alles Gute, wenn Du Dich entschließt, es machen zu lassen.
Ich bin noch nicht soweit.
Lg Mareike

DannyJae
Forums-Benutzer
Beiträge: 37
Registriert: 17.01.2012, 12:06

Re: viele Fragen zur Laserbehandlung

Beitrag von DannyJae » 26.06.2012, 09:38

Hallo Norbert,

ich würde nicht ganz so pauschal von einer Laser-OP abraten, denn die Chancen, dass du gut rauskommst stehen in der Regel auch sehr gut. Das gilt m.E. allerdings nur, wenn du ohne weiteres für eine Femto-LASIK wirklich gut geeignet bist und zu einem guten, fähigen Arzt gehst. Ob eine auf Durchsatz getrimmte Klinik hier dazu gehört, sei mal dahingestellt. Ist dein Sehfehler "normal", also nur auf die -5.00 Dioptrien beschränkt, oder hast du einen komplexeren Sehfehler, den auch die Brille nicht vollständig ausgleichen kann? Denn "mit einem starken Augenfehler geboren" hört sich ein wenig danach an...

Auf andere Verfahren wie PRK oder LASEK würde ich mich nicht einlassen und hätte das damals auch nicht getan, da die Heilungsverläufe deutlich länger sind, die Risiken etwas höher und das Ergebnis nicht immer so toll. Nicht alle, aber viele der Beiträge, in denen es um Komplikationen geht, beziehen sich auf diese Verfahren.

Restrisiko abwägen
Was deinen Beruf angeht, hat Mareike jedoch einen sehr guten Punkt angesprochen. Wenn du auf deinen Job angewiesen bist und deine Augen zu 100% dazu brauchst, würde ich die Rest-Risiken, die bei einer Lasik immer da sind, sehr genau abwägen. Denn eine Garantie, dass du wirklich die Sehkraft wie zuvor oder gar besser erreichst, kann dir niemand geben. -6.00 dpt + starke HHV ist durchaus schon ein Bereich, wo ein gewisser Restfehler stehen bleiben kann, den man entweder durch erneute Lasik oder eine (deutlich schwächere) Brille ausgleichen muss.

Ich habe mir auch Gedanken vor meiner OP gemacht, wie's mit dem Job aussieht. Da ich den ganzen Tag am PC arbeite, müssen die Augen hier auch einigermaßen verlässlich funktionieren und dürfen nicht schon nach ein paar Stunden schlapp machen. Als ich das klare OK meiner Berufsunfähigkeitsversicherung hatte, dass sie zahlen, falls ich durch eine missglückte Augen-OP nicht mehr arbeiten kann, war zumindest eine gewisse Sicherheit da. Hast du eine solche Versicherung? Falls ja und falls du die OP wirklich willst, würde ich dort definitiv anfragen und mir das bestätigen lassen.

Komplikationen und Nebenwirkungen
Normalerweise erreichst du nach der OP innerhalb von 2-3 Tagen wieder eine gute Sehstärke. Es kann aber auch innerhalb des ersten Monats noch etwas schwanken und sich leicht verändern.
Nebenwirkungen nach einer LASIK sind in den ersten Tagen bis wenige Wochen eine erhöhte Blendempfindlichkeit, Störungen um Lichtquellen nachts (Lichthöfe, Strahlen) sowie in den ersten Wochen bis Monaten trockene Augen. Hier schwankt die Bandbreite zwischen gar nicht und im Extremfall alle 5-10 Minuten tropfen müssen.

Damit rechnen solltest du auf jeden Fall und überlegen, ob das im schlimmsten Fall für mehrere Monate mit dem Job vereinbar wäre. Auch hier kann dir kein Arzt eine Garantie geben, dass trockene Augen bei dir nicht auftreten oder nach wenigen Wochen wieder komplett verschwunden sind.

Es gibt auch Komplikationen, die man durch eine erneute OP bzw. ein Anheben des Hornhautdeckels beheben muss. Dazu gehören eingewachsene Hautzellen von der Oberfläche, Sands of Sahara (kleine weiße Pünktchen in der Hornhaut) oder Falten im Flap. Schließlich kann sich in sehr seltenen Fällen die Hornhaut nach der OP verwölben (Keratektasie), was spezielle OP oder eine Transplantation nötig macht. Das ist aber der absolute Worst Case.

Letztendlich musst du die Entscheidung für dich treffen und dich fragen, ob du das Risiko eingehen möchtest. Die Chancen, dass alles klappt (guter Arzt und normalen Sehfehler vorausgesetzt) stehen zwar gut, aber garantieren kann dir's eben niemand. Lass dich nicht durch tolle Werbeversprechen verleiten und lass dich von mehreren Ärzten unabhängig voneinander untersuchen und dir ganz genau erklären, wo in deinem Fall die Risiken und Chancen liegen. Erst wenn wirklich alle ihr klares OK geben, würde ich mir eine OP ernsthaft überlegen.

Weitere Infos findest du unter anderem hier

http://www.lasik-infos.de/lasikchancenu ... index.html
http://www.augeninfo.de/krc/patinf_l.php

Viele Grüße,
Daniel
Zuletzt geändert von DannyJae am 26.06.2012, 11:57, insgesamt 1-mal geändert.

Donauwelle
kennt sich hier aus
Beiträge: 1169
Registriert: 14.03.2008, 18:08

Re: viele Fragen zur Laserbehandlung

Beitrag von Donauwelle » 26.06.2012, 11:53

Ich würde bei deinem Beruf auch PRK oder Lasek nicht einmal andenken, da die gute Sehfähigkeit oft sehr lange auf sich warten lässt. Da dein Chef schon angekündigt hat, dass er kein Verständnis für einen langen Ausfall hat (was ich gut nachvollziehen kann), würde ich dieses Verfahren an deiner Stelle ausschließen, falls dir der Job wichtig ist.

Dass bei PRK bzw. Lasek grundsätzlich die Problemquote deutlich höher ist, unterstreiche ich nicht. Bei einfachen Sehfehlern finde ich dieses Verfahren nach wie vor nicht schlecht; v.a. wenn es nicht erforderlich ist, dass die Augen bereits nach wenigen Tagen wieder perfekt funktionieren.

Ich denke, dass sich zahlreiche "Lasek-Komplikationen" beim Großteil der Gelaserten in den Folgemonaten wieder auflösen, und die Zahl jener, die schwerwiegende kaum behebbare Probleme nach derartigen OPs haben ähnlich sein wird.

Da bei dir bereits die Alterssichtigkeit eingesetzt hat, solltest du vielleicht noch überlegen, wie weit dich diese Fehlsichtigkeit nach Korrektur der Myopie einschränkt. Ich kenne Personen, die z.B. aufgrund der Weitsichtigkeit Tacho, Navi oder ähnliche Bereiche ohne Brille nicht mehr erkennen können. Eine Brille ist dann womöglich auch bei Autofahrten wieder erfolrderlich, und falls es keine Punktlandung werden sollte, klopft womöglich auch bald wieder eine Gleitsichtbrille an.
LG
Donauwelle

Mareike30
Forums-Benutzer
Beiträge: 26
Registriert: 12.06.2012, 20:19

Re: viele Fragen zur Laserbehandlung

Beitrag von Mareike30 » 26.06.2012, 11:57

Hallo Daniel,
Ich bin nicht gegen das Lasern, ich bin nur Realist und mein Rat beruht nicht nur auf das Lesen hier im Forum.
Deine BU Versicherung zu fragen ist sicher ein guter Schritt gewesen, ob sie hinterher tatsächlich zahlen würden, das bleibt mal dahin gestellt...
Würde mich sehr gern lasern lassen, aber ich habe keinen Plan B, wenn es nicht gut wird und ich hinterher nicht mehr in meinem Beruf arbeiten kann.
Man kann den Eingriff verharmlosen, wenn man hinterher enorme Probleme hat, dann hilft Dir auch niemand, der Dir vorher dazu geraten hat.
Lies Dir mal bitte im Spiegel online den Artikel durch übers Augenlasern, da sagt der Augenphysiologe Dr. Berke, dass die Hornhaut für die Lasik nicht geeignet ist.
Dass Dir die Ärzte, die selbst ihr Geld damit verdienen, zu dem Schritt raten, ist ja wohl klar.
Nur, was macht Norbert, wenn er hinterher nicht mehr fahren kann/darf ?! Dann nützen ihm die hundert anderen Menschen, welche mit dem Ergebnis zufrieden sind, wohl kaum.
Man kann doch nicht die Augen vor den Tatsachen verschließen.

Antworten

Sie haben Interesse an einer Lasik-Behandlung? Fordern Sie hier kostenlose Informationen zum Thema Lasik an und lassen Sie sich beraten!

Beratung anfordern