Nachdem bei mir vor drei Jahren der Wunsch nach einem brillenfreien Sehen immer größer wurde und ich damals viel in dem jetzt alten Forum der „Operation Auge“-Homepage gestöbert hatte, und die Erlebnisberichte immer hochinteressant fand, möchte ich heute meine Erfahrungen zu meiner Lasik-OP mit Euch teilen.
Was ich im Forum allerdings meistens vermisst habe, waren Statements von Operierten in regelmäßigen Abständen. Ich werde mich deshalb bemühen, meinen Bericht immer mal wieder zu aktualisieren.
Meine Eckdaten:
Männlich, Jahrgang 1970
Dioptrien Rechts -1,50 HVV –0,75 Hornhautdicke: 538 µm
Dioptrien Links -2,25 HVV 0 Hornhautdicke: 546 µm
Pupillenweite: 5 mm
Mit meinen Werten war es mir natürlich möglich, auch mal ohne Sehhilfe zurechtzukommen, allerdings verschwommen, so dass man es irgendwann einfach leid ist, nicht richtig sehen zu können. Ich wechselte die letzten 20 Jahre zwischen Brille und harten Kontaktlinsen hin und her.
2004 begann dann die Suche nach Informationen für eine Laser-OP und aus den gegebenen Möglichkeiten für eine Augenkorrektur fiel für mich persönlich die Entscheidung, wenn überhaupt, dann eine Lasik. Aber dann, nach Rücksprache mit meinem Augenarzt, war ich mir plötzlich nicht mehr so sicher, weil der wieder meinte, ich solle noch 2-3 Jahre warten, bis der Flap-Schnitt nicht mehr mechanisch, sondern ebenfalls mit Laser routinemäßig gemacht werden würde.
So wurde es dann 2005….2006….der Femto-Laser kam immer mehr zum Einsatz, doch überzeugen konnte mich „die Neuerung“ nicht, da es nun wiederum andere Komplikationen gab….wenn ich noch ein paar Jahre warten würde…na klasse….dann würde die Altersweitsichtigkeit kommen….
Deshalb meine Entscheidung Anfang 2007: Ich will JETZT die Lasik mit Mikrokeratom-Schnitt.
Voruntersuchungen habe ich beim Optiker (Keratograph), beim normalen Augenarzt (Sehtest, allgemeine Augenkontrolle), und bei einer Augenlaserklinik in München (Gesichtsfeldmessung, Hornhautdicke) machen lassen, doch aus finanziellen Gründen habe ich mich nach dem OK in Deutschland für eine OP im Ausland entschieden.
Ich denke, das Internet gibt genügend Informationen, um sich ein Bild über die Möglichkeiten einer Auslands-OP machen zu können. Und ehrlich gesagt, ob man nach Bulgarien, Tschechien, Niederlande oder in die Türkei fährt…eine Lasik ist in diesen Ländern mehr Routine als in Deutschland, und Komplikationen können in jeder Augenklinik auftreten.
Bei mir fiel die Entscheidung auf Fr. Dr. Kandur in Istanbul, die ich schon 2004 aufgrund der vielen guten Berichte favorisiert hatte. Über den perfekten Service brauche ich hier nichts mehr zu schreiben, dazu gibt es in diesem Forum lange und ausführliche Texte. Ich kann die positiven Aussagen nur bestätigen.
01.03.07 Der Tag der OP
Vormittags die üblichen Voruntersuchungen; ich wusste allerdings ja schon, dass ich mit meinen Werten kein „Problem“-Kandidat war.
Dank der CD mit den OP-Bildern ist es mir natürlich auch möglich, die Dauer der OP nachzuvollziehen:
OP-Beginn 14:17 Uhr
OP-Ende 14:27 Uhr
Kontrolle 14:45 Uhr
Ich hatte vor der OP nach einer Beruhigungstablette gefragt, weil ich das in diesem Forum einige Male gelesen hatte, aber Fr. Kandur lachte nur und meinte, dass es das bei ihr nicht gibt
Nun gut…ich war dann in der sehr persönlichen Atmosphäre der Klinik einigermaßen entspannt. Im Folgenden möchte ich auf meine Empfindungen eingehen:
Trotz Augenbetäubung habe ich die Lidsperre, das Ansaugen vor dem Schnitt und das Spülen unangenehm gespürt. Mmmm, ich versuche es mal mit einem Vergleich: Wer KL-Träger ist und jemals ein Sandkorn o. ä. unter der Linse hatte….dieses Fremdkörper-Gefühl und die Machtlosigkeit, wenn man das nicht gleich mit Tränen wieder rausschwemmen kann, ist schlimmer als die gesamte Lasik-OP.
Bei der Kontrolle direkt nach der OP musste der Flap des rechten Auges nochmals glatt gestrichen werden…vielleicht, weil ich ungeduldig während des Wartens zur Nachkontrolle immer mal wieder Sehübungen gemacht habe
Noch ein Hinweis: Leider habe ich in der ganzen Aufregung versäumt, nachzufragen, ob nun für jedes Auge eine neue Mikrokeratom-Klinge benutzt wird. Ich meine, daß ich im Forum mal gelesen hätte, daß pro Patient eine Klinge verwendet wird und nur gegen Aufpreis eine Klinge pro Auge. Das ärgert mich im Nachhinein ein bißchen, weil ich auch gerne mehr bezahlt hätte, wenn es einer Komplikations-Minimierung dient.
Den Nachmittag habe ich dann schmerzfrei mit geschlossenen Augen im Hotel verbracht. Das war sehr sehr langweilig und auch das Essen im Hotel war nur ein kurzer Zeitvertreib; ich bin dann abends gegen 21 Uhr endlich eingeschlafen.
02.03.07 Tag 1 nach der OP
Vor dem Aufstehen gleich mal nach Anweisung getröpfelt. Das Sehen empfand ich schon als sehr gut. Die Nachuntersuchung ergab keine Komplikationen. Sehtest 100 %. Aufgrund der vielen Adleraugen-Berichte wollte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch mal die 120 % zu probieren….aber das war mehr ein unscharfes Raten….
Mittags sind wir dann auf eigene Faust nach Alt-Istanbul, um ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Doch anstrengend fand ich es für meine Augen schon, mich auf irgendwas zu konzentrieren, so dass wir nach dem Besuch der Aya Sofya den Nachmittag draussen verbracht haben und gemütlich durch Istanbul wieder zurück zum Hotel gelaufen sind.
Das vielbeschriebene Gefühl der Trockenheit in den Augen habe ich bis jetzt noch nicht so wahrgenommen, wie auch, wenn man ständig tropft…
03.03.07 Tag 2 nach der OP
Mit dem gewissen Abstand nach den erlebnisreichen Tagen nehme ich zum 1. Mal richtig wahr, wie klar und deutlich meine Sicht ist. Es ist mehr, als ich jemals mit Brille bzw. Kontaktlinsen sehen konnte. Die Welt erscheint hell und plastisch. Das Tröpfeln wird zur Routine und der Tag ist sonst nicht weiter erwähnenswert, da sich der Rückflug nach Deutschland über den ganzen Nachmittag zieht.
04.03.07 Tag 3 nach der OP
Der letzte Tag Ausruhen, bevor es zurück in den Alltag geht. Ich erfreue mich zwar an der „neuen“ Sicht der Dinge, aber auf der anderen Seite wird mein Gehirn mit diesen klaren Eindrücken doch sehr gefordert. Es liegt vielleicht daran, dass ich eben auch oft ohne Sehhilfe „verschwommen“ durch die Welt gelaufen bin. Gegen Abend werden meine Augen so trocken, dass nicht mal mehr die Tropfen nutzen…Fernsehen fällt deshalb aus!
05.03.07. – 08.03.07 Tag 4-7 nach der OP
Alltag: Mein Tag beginnt jeweils morgens um 5 Uhr und endet abends gegen 23 Uhr. Autofahren (2 Stunden pro Tag) klappt sehr gut. Bei Dunkelheit blenden zwar entgegenkommende Scheinwerfer mehr als sonst, aber mein Empfinden ist, dass sich das Ganze durch die bessere superklare Sicht wieder ausgleicht. Das waren ja meine größten Bedenken, dass irgendwelche üblen „Starbusts“ oder „Halos“ auftreten.
Abends sind die Augen einfach müde, die Trockenheit hält sich in Grenzen.
Ich habe mal den Rat in diesem Forum gelesen, dass man sich vor der OP einige Dinge zum Vergleich merken soll. Fazit: Meine Fernsicht ist mindestens so gut wie mit Brille, gefühlsmäßig eher besser. Beim Lesen habe ich denselben Abstand (ca 20 cm) bei Kleingedrucktem wie vor der OP. PC-Arbeit (4 Stunden pro Tag) stellt gar kein Hindernis da, für mich ist es eher eine Erleichterung, weil mein Hirn dann nicht ständig die neuen Sinneseindrücke „beim in die Ferne schauen“ verarbeiten muss.
09.03.07 Woche 1 nach der OP
Der 1. Tag ohne die antibiotischen und cortisonhaltigen Augentropfen. Ab jetzt gibt es nur noch die Tränenersatzflüssigkeit bei Bedarf. Mit der habe ich mich ja für die nächsten 100 Jahre eingedeckt, weil’s in der türkischen Apotheke neben dem Hotel so billig war.
Zur Zeit tropfe ich ca. alle 4 Stunden je nach Beanspruchung der Augen.
Heute geht’s zu meiner Augenärztin. Die Nachuntersuchungen werden privat abgerechnet. Damit habe ich auch kein Problem, schließlich ist die Lasik-OP meine persönliche Entscheidung gewesen und nun nehme ich zu meiner eigenen Sicherheit eine Dienstleistung in Anspruch. Und ehrlich gesagt: Meine Gesamtkosten für Flug (2 Personen)/Hotel(3 Nächte/DZ)/OP-Kosten/Transfer und persönliche Betreuung belaufen sich im Moment auf 1/3 der Kosten, die ich allein für die OP in Deutschland gehabt hätte. Mit dem Ersparten kann ich noch viele Nachuntersuchungen finanzieren.
Meine Augenärztin bestätigt eine „sehr gute Arbeit“ ihrer türkischen Kollegin; Komplikationen sind keine zu erkennen, die Sehkraft beträgt auf jedem Auge 100%
So, das war es vorerst. Fortsetzung folgt nach 3-4 Wochen. Ich hoffe, daß mein Beitrag dem einen oder anderen Informations-suchenden eine Hilfe ist. Ich bin auch gerne bereit per e-mail (ist im Profil hinterlegt) Fragen zur Reise und zum Aufenthalt in Istanbul zu beantworten.
