Erfahrungsbericht Femto - Lasik und PTK

positiver als auch negative persönliche Berichte vor / nach LASIK, Femto-LASIK, LASEK, Epi-LASIK, PRK...

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supermoppel
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Erfahrungsbericht Femto - Lasik und PTK

Beitrag von supermoppel » 07.01.2020, 15:47

Hallo zusammen, ich bin froh dieses interessante Forum gefunden zu haben, habe mir schon einige Eurer Erfahrungsberichte durchgelesen und wollte Euch nun einen Zwischenstand meiner (Leidens-)Geschichte geben. Auch als Vorbereitung für mich auf meinen nächsten Termin in der Augenklinik, den ich Ende Januar habe.

Stand heute muss ich sagen, dass ich mich wohl etwas leichtfertig dazu entschieden habe meine Augen lasern zu lassen. Es wäre wohl besser gewesen, wenn ich mir eine Zweitmeinung eingeholt hätte aber meine Euphorie mein weiteres Leben ohne Brille verbringen zu können und die positiven Rückmeldungen bei den Voruntersuchungen haben mich wohl zu stark geblendet…zu dieser Erkenntnis bin ich mittlerweile selber gekommen, dies schon einmal vorweg.

Meine Ausgangswerte vor der ersten OP im März 2019 waren folgende:

Ausgangswerte: Rechts: -0,25 / Zyl. -4,75 Achse: 11
Links: -0,5 / Zyl. -4,25 Achse: 169

Bei den Voruntersuchungen zu der Femto-Lasik OP hatte ich regelmäßig betont, dass es früher bei der Anpassung von Kontaktlinsen regelmäßig mehrere Anläufe bedurfte um die richtigen formstabilen Kontaktlinsen für mich anzufertigen, ich also schon irgendwie weiß, dass meine Augen mit dieser Hornhautverkrümmung anscheinend nicht wirklich einfach in der Handhabung sind. Ich habe die Sorge geäußert, dass eine Laserbehandlung bei meinen Augen ggf. auch nicht ohne Komplikationen ablaufen würde und das man mich bitte darüber aufklären sollte wenn das Risiko für mich sehr erhöht ist, dass es nicht beim ersten Mal klappt.
Weiterhin habe ich erzählt, dass vor Jahren ein Sandkorn im rechten Auge unter der Kontaktlinse Schäden verursacht hat, die behandelt werden mussten und dass ich seit damals mindestens alle paar Wochen morgens nach dem Aufstehen stechende Schmerzen in dem Auge hatte und an dem Tag dann nicht gut sehen konnte (zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass man so etwas rezidivierende Erosionen nennt).
Mir wurde versichert, dass das alles kein Problem ist. Zu diesem Zeitpunkt sagte man mir, dass das Risiko nach der OP weiterhin eine Brille tragen zu müssen bei 4% liegen würde.
Noch am Tag der OP hat sich dann die Ärztin, als ich ihr noch einmal von dieser Vorschädigung des einen Auges berichtete, beim Klinikleiter (der viel Erfahrung hat) informiert ob man den die Femto-Lasik durchführen sollte. Dieser bestätigte, dass man es problemlos machen könne.
Allerdings änderte sich die Wahrscheinlichkeitsaussage für eine erfolgreiche OP. Nun sagte man mir, dass bei meiner Hornhautverkrümmung das Risiko für eine erneute OP bei bis zu 20% liegen würde…darüber war ich irritiert, da ich auch schon in den Voruntersuchungen danach gefragt hatte was das Risiko bei MEINEN Augen wäre und nicht der allgemeine Durchschnitt für ein Risiko von Laser OP’s also die 4%. Das man mir von den 20% Risiko erst am Tag der OP erzählt führte bei mir kurzzeitig dazu zu überlegen ob ich die OP absage.


Ich ließ die Femto Lasik durchführen. Die OP startete mit Verspätung, da der erste Laser der genutzt werden sollte ausgefallen war und wieder hochgefahren wurden musste. Im OP – Verlauf gab es dann Schwierigkeiten den Flap beim rechten Auge abzulösen. Ich sollte dann mehrmals mit dem Augapfel „gegenhalten“ gegen die Bewegung der Ärztin, die versucht hat den Flap hochzuklappen. Dabei ist am rechten Auge die Epithelschicht verletzt worden und musste bei ca. ¼ des Auges entfernt werden. Wurde dann nach der OP mit Kontaktlinse für einige Tage versorgt. Auch beim linken Auge wollte der Flap sich nicht lösen und es musste „rabiat“ daran rum gerissen werden. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich dann in den folgenden Wochen und Monaten bis zur zweiten OP auf dem linken Auge rezidivierende Erosionen.

Kurz nach der OP bei der ersten Nachuntersuchungen hatte ich angeblich beim linken Auge eine Sehleistung von 100% (wobei es sich bei mir subjektiv nicht so anfühlte). Auf dem rechen Auge war sie geringer.

Im weiteren Verlauf nach der OP hatte ich einige Wochen das Problem, dass ich nichts in der Ferne fokussieren konnte, im Nahbereich aber akzeptabel gucken konnte. Ich hatte allerdings mit Doppelbildern, Starburst und Halos zu kämpfen.
Die Fernsicht verbesserte sich erst nach ca. 2 Wochen. Ich konnte aber auch nach vollständigem Abschluss der Heilungsphase nicht akzeptabel sehen, sodass ich 6 Wochen nach der OP wieder eine Brille bekam. Meine Werte zu diesem Zeitpunkt und bis zur zweiten OP waren folgende:

Rechts: 0,0 / Zyl. -1,0 Achse: 0
Links: 0,0/ Zyl. -1,25 Achse: 160

Anfang Oktober 2019 wurde dann eine PTK bei beiden Augen gemacht um eine „Map-Dot-Fingerprint-Dystrophie“ (die obere Epithelschicht der Hornhaut haftet bei mir nicht richtig an der darunter liegenden Hornhautschicht) zu beseitigen. Diese OP sollte dann also rein therapeutischer Natur sein und nur im Nebeneffekt ggf. auch zu einer verbesserten Sehleistung führen, die es dann ermöglicht ohne Sehhilfe leben zu können. Man sagte mir ohne die PTK würde man die ständig wiederholt aufreißende Hornhaut des linken Auges nicht beruhigt bekommen.
Diese sehr lose sitzenden Epithelschicht der Hornhaut, so wurde mir es in der Klinik erklärt, ist eine angeborene Krankheit, welche u.a. das oben beschriebene Symptom „rezidivierende Erosionen“ hat. Laut der Optiker und Ärzte der Klinik war aber angeblich vor der ersten OP nicht zu erkennen, dass bei mir solch eine angeborene Krankheit vorliegt (trotz der Tatsachen, dass ich schon über Jahre rezidivierende Erosionen auf dem rechten Auge hatte).
Hier wäre es für mich auch sehr interessant zu erfahren, ob ein unabhängiger Fachmann diese Meinung so teilen würde.

Der Arzt, der die OP durchgeführt hat, sagte mir die folgenden 72 Stunden würden sehr unschön werden (das war dann auch so) und ich könnte in den kommenden 2-3 Wochen nicht gut in der Ferne sehen. Die Nahsicht würde in dieser Zeit aber besser sein. Nach zwei Monaten hätte ich eine konstante Sehschärfe und es würde zu 50% die Chance bestehen, dass ich dann ohne Brille auskomme.
Auf meine Nachfrage wann ich denn wieder PC – Arbeit machen könnte wurde mir gesagt spätestens in 4-5 Tagen. Es wurde nicht nachgefragt inwiefern ich in den nächsten Wochen auf eine Auto angewiesen bin oder was ich eigentlich für einen Job habe etc.
In den folgenden Wochen und Monaten hatte ich dann in der Fernsicht zwischen 30% und 40%, zu keinem Zeitpunkt mehr als 40%. In der Nahsicht konnte ich nach einigen Tagen eher schlecht als recht sehen. Ich habe in der gesamten Zeit bis jetzt keine signifikante Verbesserung der Sehschärfe wahrgenommen. Aktuell habe ich folgende Werte:

Rechts: -1,5 / Zyl. -0,75 Achse: 5
Links: -1,25 / Zyl. -1,0 Achse: 160

Bis Anfang Dezember (also zwei Monate lang) hatte ich keine Sehhilfe zur Verfügung und konnte nicht Autofahren. D.h. ich konnte auch nur unter größten Anstrengungen täglich meinen Arbeitsplatz erreichen und einen Arbeitstag am Rechner und in Meetings bewältigen. Wäre ich z.B. Taxifahrer gewesen hätte mich die OP ggf. meine Existenz gekostet.

Die oben genannten Werte wurden Anfang Dezember bei einer Nachkontrolle gemessen. Nach dieser Kontrolle habe ich dann auch endlich wieder eine Brille bekommen und kann vollständig am Leben teilnehmen.

Positiv ist, dass ich keine Doppelbildern, Starburst und Halos mehr habe. Auch die rezidivierenden Erosionen sind bislang bei keinem Auge erneut aufgetreten.

Ende Januar habe ich den nächsten Termin in der Klinik bei dem dann nicht nur ein Optiker sondern auch ein Arzt dabei sein soll. Zitat des Optikers: „Um zu besprechen was man jetzt noch tun kann“.

Ich würde mich über Feedback freuen, um selber etwas besser einschätzen zu können ob ich schlicht zu naiv war darauf zu vertrauen, dass man verantwortungsvoll mit mir und meinem Augenlicht umgeht, ob ich leider einfach Pech hatte oder ob hier schon recht verantwortungslos gehandelt wurde.

Vielen Dank für’s durchlesen.

Christian

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