Diesen Beitrag finde ich gut und auch ehrlich.
Trotzdem möchte ich noch ein paar Kommentare einstreuen.
Dass sich zufrieden Gelaserte schneller wieder aus dem Forum verabschieden, stimmt sicher nicht immer, denn es kommt zu oft vor, dass jenen Personen, die mit Problemen kämpfen und hier auf Ratschläge stoßen wollen (oder die ein bisschen vor einer überstürzten OP warnen wollen), rasch als Hetzer bezeichnet werden und sich daher sehr schnell wieder zurückziehen.Marcelina hat geschrieben:Wenn man sich in solchen Foren kundig macht, sollte man immer im Bewusstsein haben, dass sich meist (oder überwiegend) diejenigen zusammenrotten und sinnieren, die echt (und auch zurecht) was zu meckern haben. Die, die zufrieden sind, freuen sich und leben ihr Leben weiter...
Ich habe z.B. mit meinen ersten Beiträgen ca. 1/2 Jahr gewartet, weil ich nicht verfrüht Lob oder Kritik abgeben wollte. Nach dieser Zeit begann ich, positiv über die OP zu berichten, und wollte anderen die Angst nehmen. Als einige Monate später Probleme auftauchten, die immer intensiver wurden, fand ich es z.B. nur ehrlich, auch darüber zu berichten, dass selbst nach langer Zeit Troubles auftreten können, die die Lebensqualität erheblich einschränken.
Es gibt übrigens zahlreiche User, die in der anfänglichen Euphorie Arzt und Operation hochgradig loben, und im Laufe der Zeit erkennen, dass doch gewisse "Abstriche" gemacht werden mussten.
Das stimmt absolut. Aber auch wenn der worst case nicht eintritt, möchte nicht jeder damit leben, ein Leben lang von lästigen Doppelbuchstaben begleitet zu werden, diverse Lichtquellen doppelt und dreifach oder in riesigen Dimensionen zu sehen, einen Visusverlust hinzunehmen ...... auch wenn derartige Probleme häufig gar nicht in Studien einfließen.Als allererstes sollte niemand gleich "den Teufel an die Wand malen". Wir brauchen alle unseren Führerschein und nicht nur das: Gucken müssen wir alle gut. Wir sind alle berufstätig. Okay,... wir fahren nicht alle Bus, das gebe ich zu, aber für alles gibt es Optionen. The "worst case" ist außerdem wirklich selten...
Wirklich schade, dass es für den Laien sehr schwer ist, einen guten Arzt von einem Arzt zu unterscheiden, der sich nur gut verkaufen kann. Da du zahlreiche Bekannte in der Medizinbrache hast, wird dir vielleicht schon aufgefallen sein, dass Mediziner im Krankheitsfall oft nicht jene Kollegen aufsuchen, die vom "Laufvolk" als gut eingestuft werden.Deswegen bleibt Dir keine andere Wahl, als zu vergleichen und Dich ggf. für den Arzt entscheiden, bei dem Du Dich sicher und gut aufgehoben fühlst.
Krankenstände kommen dem Arbeitgeber sehr teuer; daher sind "heraufbeschworene" Arbeitsausfälle nicht gerne gesehen. Auch wenn das Arbeitsrecht dem Arbeitnehmer einen hohen Schutz zugesteht, muss man damit rechnen, dass das Dienstverhältnis früher beendet wird, als einem lieb ist, wenn der Arbeitgeber das Vertrauen verloren hat (z.B. weil der Mitarbeiter zu arbeitsintensiven Zeiten einen unnötigen Arbeitsausfall locker in Kauf nehmen würde).Hat Dir Dein Arbeitgeber mit sofortiger Kündigung gedroht? Ganz ruhig,... Am besten Du schenkst ihm bei der nächsten Gelegenheit heimlich ein BGB (mit KschG), damit er sich ein bisschen belesen kann, bevor er von Dingen spricht, mit denen er sich am Ende selbst keinen Gefallen tut. Aber auch das ist ein anderes Thema
Weiterhin alles Gute
