Entscheidungsfindung:
Ich war schon zu Schulzeiten kurzsichtig, hatte auf dem linken Auge -4,75 und auf dem rechten sogar -5,25 Dioptrien. Mir gefiel es nie, eine Brille zu tragen, zum Einen wegen dem Aussehen, zum Anderen weil die Brille beim Sport (Tennis, Ski, Surfen) extrem gestört hat. Allerdings war ich auch sehr skeptisch bzgl. des Augen lasern, da es in gewisser Regelmäßigkeit negative Artikel in so ziemlich allen Zeitungen darüber gab, darunter auch den seriöseren wie der FAZ oder dem Spiegel. Einige Argumente machten durchaus Sinn und beeinflussten mich auch darin, wo ich meinen Eingriff durchführen lassen wollte. So stand für mich fest, dass ich unbedingt zu einer Universitätsklinik gehen will, da diese nicht unter dem gleichen wirtschaftlichen Konkurrenzkampf/Druck steht und mich auch nur dann lasert wenn ich geeignet bin. Da ich in Mannheim wohne erkundigte ich mich erstmals über die Möglichkeiten in meiner Umgebung und entdeckte, dass das Freevis Lasik Zentrum zur Uniklinik Mannheim mit Professor Knorz nicht nur einen "Godfather des Augenlasern" direkt vor meiner Haustür hat sondern auch alle 14 Tage einen kostenlosen Informationsabend anbietet, für welchen ich mich dann auch direkt anmeldete. Selbiger war extrem gut besucht, in einem kleinen Raum saßen ca. 20 Leute (von der Schülerin mit Papi bis zum Greis war altersmäßig alles vorhanden) und wurden von Frau Jendritza, der operierenden Kollegin von Professor Knorz durch eine mäßige Power Point Präsentation geführt. Wenn man mal bedenkt, wie teuer der Eingriff ist hätte ich hier eine etwas stilvollere Veranstaltung erwartet. Auch vom Informationsgehalt her kann man auf diesen Abend wohl verzichten, das Spannendste für mich persönlich war die Tatsache, dass man unmittelbar nach dem Vortrag mit Frau Jendritza Fragen austauschen konnte. Von diesen hatte ich einige, da ich zuvor hier im Forum gestöbert habe und speziell in der "Komplikationen"-Sektion schon die ein oder andere Horrorgeschichte gelesen habe. Am nächsten Tag buchte ich online die Voruntersuchung, bei der man sich bereits entscheiden muss von welchem Arzt man operiert werden möchte (Knorz oder Jendritza).
Meine Tips:
1. Wählt eine Uniklinik, die müssen nicht auf Teufel komm raus Leute operieren um ihre Kosten abzudecken
2. Informiert euch über AKTUELLE Operationsmethoden und ob diese dort angeboten werden
3. Informiert euch in Foren wie diesem, ABER übertreibt es nicht. Ich habe mich zwischenzeitlich dabei erwischt, bewusst im Komplikationen-Forum nach Problemen zu fischen. Man kann sich auch vor Nervosität verrückt machen
Die Voruntersuchung:
Nachdem ich mich entschieden hatte, die Augen zu lasern kamen für mich persönlich nur 2 Verfahren in Frage: Die iLasik, welche im Grunde nichts anderes als eine Femto Lasik mit Wellenfront ist (aber in Zeiten von iPod, iPad und iPhone klingt iLasik wohl toller) und das C-Ten Verfahren aus Luzern. Letzteres klang verlockend, weil man keinen Kontakt mit Operationswerkzeugen und dem Auge hat und speziell das Flap umklappen mir ein wenig Angst machte. Die Voruntersuchung ging ich recht locker an, da ich ja erstmal sehen wollte ob ich für die iLasik geeignet bin, zum Anderen auch die Chance nutzen wollte, Professor Knorz über das C-Ten Verfahren auszufragen. Nachdem ich erstmal eine Stunde zu spät zu dem Termin kam, weil die Parkplatzsituation vor dem Klinikum zum davonlaufen ist (alle Parkplätze voll, Parkhaus voll, 45 Minuten Wartezeit um ins Parkhaus zu fahren!!) wurde ich relativ unterkühlt von der Rezeptionistin in Empfang genommen um den Papierkram zu regeln bevor es in die Untersuchungsräume ging. Nachdem mein Auge vermessen wurde, was ca 1 Stunde in Anspruch nahm (diverse Geräte, dazwischen immer wieder Wartezeit, absolut schmerzfrei) wurde ich von Professor Knorz in Empfang genommen (die Tests führten seine "Schergen" durch), welcher mir verkündete, dass die iLasik möglich ist. Zudem beantwortete er mir bereitwillig Fragen zur C-Ten (er sieht dort die Zukunft des Augen lasern, da kontaktfrei - allerdings gibt es zu wenig Daten bis jetzt und die Ergebnisse schwanken momentan; ansonsten hat er nur positiv über die Luzerner Klinik gesprochen) und machte einen durchweg professionellen Eindruck. Zudem scheint er ein "Last Resort" für Patienten zu sein, bei denen der Eingriff verhunzt wurde. Daher sind ihm die meisten Komplikationen ein Begriff und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er selbige sogar schon behandelt hat. Dies veranlasste mich, das Risiko (welches auch bei einem Arzt wie Prof. Knorz zweifellos vorhanden ist) in Kauf zu nehmen und einen OP Termin zu vereinbaren.
Die OP:
Am Morgen der OP war ich lustigerweise kein bisschen nervös oder angespannt. Eine Woche vor meiner Operation lief im SWR-Fernsehen ein Bericht übers Augen lasern mit besonderem Fokus auf das Uniklinikum in Mannheim ("Betrifft", über Mediathek abrufbar unter http://www.swr.de/betrifft/-/id=98466/d ... index.html ) nach der ich wirklich besorgt war, weil der Tenor wieder war "ich würde mich nicht lasern lassen, etc") nach der ich deutlich angespannter war. Ich wurde wieder von den gleichen Leuten wie bei der Voruntersuchung durchgecheckt und nachdem die Werte okay waren bin ich ins Wartezimmer geführt worden, wo eine Helferin mir eine Schmerztablette sowie eine LMAA Tablette verabreichte. Anschließend wurde ich in den OP geführt. Hierbei muss ich zum ersten Mal wirkliche Kritik üben, da es Prof. Knorz scheinbar nicht für nötig erachtete, seinen Patienten vor dem Eingriff zu begrüßen. Auch nach dem Eingriff gab es nicht einmal ein "Die OP ist gut verlaufen, alles passt schon oder ähnliches" und als ich die Schwester fragte was das soll sagte sie nur "Wenn Prof. Knorz nichts sagt war alles gut". Hätte ich die LMAA Tablette nicht geschluckt wäre ich vor Wut wohl ausgerastet. Zur eigentlichen OP sei nur so viel gesagt: Es gibt sicherlich angenehmeres, zumal ein Saugring Stress machte und erst nach mehreren Anläufen aufs Auge passte, auf der anderen Seite ist so manche Behandlung beim Zahnarzt deutlich schlimmer. Was genau bei so einer OP passiert kann man ja in 100 anderen Berichten nachlesen, das spar ich mir an dieser Stelle
Meine Tips:
1. Versucht, cool zu bleiben - es gibt wesentlich schlimmeres (ja ich weiß, sagt sich einfach)
2. Mir hat es geholfen, die Tage vor der OP wenig zu schlafen. Da ist die Wahrscheinlichkeit nach der OP höher, dass man wegpennt
3. Zwingt euch, so eine OP mal via Video anzugucken (bspw. über den Link). In dem Moment, wo man weiß was passiert lässt sich die Angst besser in den Griff kriegen
Nach der OP:
Ich bekam von der Klinik 3 verschiedene Augentropfen sowie eine Sonnenbrille aufgesetzt und wurde abgeholt. Meine Sicht war auf Distanz gleich wesentlich besser, dennoch war das Brennen und Fremdkörpergefühl enorm. Die eigentliche Hölle waren jedoch die Tropfen, die meine Wimpern extrem verklebten und da Augenreiben für eine Woche verboten ist kann man nichts dagegen machen (Dieser Wimpern verkleben-Aspekt wird hier im Forum in meinen Augen zu selten erwähnt, ansonsten war ich recht gut vorbereitet durch die Berichte hier was mich erwartet). Im Gegensatz zu manch anderen Leuten hier war für mich an Fernsehen/Laptop am Abend nach der Operation überhaupt nicht zu denken, das Auge tränte stark und zuckte. Zudem hatte ich /bzw. habe ich bis heute, 1 Woche nach der OP dicke Blutergüsse an beiden Augen. Die Nacht war dann auch gleich der absolute Horror, da ich Augenpflaster (bekam man von der Klinik für die 1. Nacht, dass man nicht im Auge reibt) tragen musste. Diese beschlugen und waren voller Flüssigkeit an den Plastikkappen durch die tränenden Augen, was bei mir den Megaschock auslöste als ich Nachts um 4 aufwachte, NICHTS sah durch die beschlagenen und feuchten Kappen und erstmal dachte ich sei blind. Am nächsten Morgen ging es dann zur 1. Nachuntersuchung, welche von Frau Jendriza durchgeführt wurde (entweder ist sich Prof. Knorz dafür zu gut oder vllt. in Urlaub gegangen?!). Endlich bekam ich auch von einem Arzt zu hören, dass die OP gut verlaufen ist - die Blutergüsse würden mir jedoch noch die nächsten 3 Wochen erhalten bleiben. Am Abend zwang ich mich dann einen Film mit meiner Schwester zu schauen, was nur mit regelmässigen Pausen möglich war. TV und Laptop waren für längere Zeit 30 Min+ noch zu anstrengend. In den darauffolgenden Tagen gab es immer Tage an denen entweder das linke oder das rechte Auge stärker brannte bzw. das Fremdkörpergefühl stärker war und die von mir genannte "Forumskrankheit" machte sich bei mir breit. User X hat berichtet, nach 5 Stunden keine Probleme mehr zu haben und User Y sagte, er kann nach 2 Stunden wieder am PC arbeiten während User Z berichtet hat, dass nach 2 Tagen alles okay war. Wieso nicht bei mir?? etc.
Meinen ersten Tag ohne Fremdkörpergefühl hatte ich 5 Tage nach der Operation und dieser Statur hält bis heute, mittlerweile etwas mehr als eine Woche nach der OP weiterhin an. Morgens nach dem aufstehen sind meine Augen sehr trocken, ansonsten tropfe ich regelmäßig nach Bedarf Tränenersatzflüssigkeit, vorm TV oder Laptop mehr, draußen wie beispielsweise auf dem Maimarkt weniger. Der Sehtest am ersten Tag nach der OP hat bereits einen Visus von 1,0 festgestellt und ich sehe auf die Distanz genauso gut wie vorher mit Brille. Auf die Nähe habe ich leider das Problem, dass mein Auge immer einen Moment (fast wie beim zoomen) braucht um auf Nahsicht umzustellen, muss dann 2-3 mal blinzeln um auf die Nähe scharf zu sehen. Zudem habe ich leichte Halos, welche sich weniger auf Reklame, in Gebäuden oder im Straßenverkehr bemerkbar machen aber auf elektonischen Geräten wie dem iPhone (nicht im Alltagsgebrauch, lediglich beim booten strahlt der weiße Apfel in ungeahntem Glanz
Gesamtfazit:
1. Die Uniklinik und Prof. Knorz sind sehr professionell und erfahren. Für den zugegebenermaßen sehr hohen Kostenaufwand bekommt man die meisten Utensilien wie Pflaster, Schutzbrille etc. gestellt und man ist rund um die Uhr erreichbar. Auf der anderen Seite zeigt Prof. Knorz wohl ganz gerne, dass er der Dr. Müller-Wohlfahrt der Augenärzte ist und scheint sich für niedere Aufgaben zu gut zu sein. Wenn man über diese Eitelkeiten hinwegsehen kann ist man in exzellenten Händen
2. Das schlimmste an der OP waren für mich weder der Eingriff oder das Festsaugen der Augäpfel, die Trockenheit der Augen oder das Brennen nach der OP sondern die verklebten Wimpern
3. Eitle Leute wie ich, die trotz Blindheit selten Brille getragen haben sind im Vorteil nach der OP: Meine Sicht schwankt zur Zeit hin und wieder, da ich allerdings gewohnt war, regelmäßig blind rumzulaufen habe ich weniger Probleme wie jemand, der es gewohnt war die ganze Zeit mit Brille perfekt zu sehen.
Wo gemacht:
FreeVis LASIK Zentrum Universitätsklinikum Mannheim
Theodor Kutzer Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: (0621) 383 3410
Telefax: (0621) 383 1984
e-mail: mannheim@freevis.de
Internet: www.freevis.de
An die Moderatoren:
Das ist mein 1. Beitrag, ich habe jedoch keinerlei kommerzielle Intentionen, Werbung o.ä. zu betreiben
