Trockene Augen durch zuviel tropfen! ? ! ?

Sehbeeinträchtigungen wie Halos (Lichthöfe), Glare (Blendung), Starburst, Kontrastverlust (Schleiersehen) und Trockene Augen nach LASIK, Femto-LASIK, LASEK, Epi-LASIK, PRK...

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DocSchmitti
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Trockene Augen durch zuviel tropfen! ? ! ?

Beitrag von DocSchmitti » 14.10.2008, 13:29

Liebe Leute,

meine LASEK ist 5 Tage her. Viele beschreiben ja, dass sie trockene Augen danach haben und viel tropfen müssen. Ich habe gestern (vor 30 Stunden) die Verbandslinsen rausbekommen und tropfe seitdem nur noch 3x / Tag Kortison (vorher stündlich künstl. Tränen dazu). Denn meine Theorie ist: Die Tränendrüse verhält sich wie alles im Körper: Es passt sich an die Erfordernisse an. Wenn man viel künstliche Tränen dazutropft, geht die eigene Tränenprodutkion zurück und man kommt in einen Teufelskreis. Letztendlich ist an der Tränendrüse ja nichts operiert, die funktioniert wie vorher*
Ich habe überhaupt keine Probleme mit trockenen Augen - sie fühlen sich völlig normal an. Alles nur Glück oder vielleicht gerade weil ich nicht dazutropfe?

Das wird unterstützt durch einen Übersichtsartikel zum Thema "Trockene Augen" aus diesem Jahr: Dieser nennt neben anderen Faktoren auch folgende Ursache:
"Topical ophthalmic medications. Frequent use (>4-6 times daily) of preserved eye drops (including glaucoma medications and artificial tears) may contribute to DED (= dry eye disease, Anm. DocSchmitti)." Perry H: Dry Eye Disease: Pathophysiology, Classification, and Diagnosis. American Journal of Managed Care 2008; 14:79-87.

Wie sind Eure Erfahrungen? Fährt man vielleicht besser, wenn man sich zwingt, wenig zu tropfen??
Ich denke, solange man das nicht soweit treibt, dass man wirklich Schmerzen bekommt (falls eben doch Trockenheit vorliegt), dann tut man sich eher was gutes - im Gegensatz zur praktischen Abhängigkeit "Oh Gott, ich hab schon wieder Fremdkörpergefühl, wo sind meine Tropfen!?"

Wenn man sich hier so umschaut, liest man eine grosse Bandbreite vom "Tropfverhalten" Einige schwören auf halbstündliches Tropfen in den ersten Monaten, andere Tropfen stündlich, andere wieder weniger. Und letztendlich schreibt jeder, dass genau das ihm dann geholfen habe bei Heilung, Sichtverbesserung etc. Das spricht aus meiner Sicht eher dafür, dass es tendenziell eher ganz egal ist......wir wissen ja alle, dass es völlig normal ist, wenn der Heilungsverlauf bis zum Adlerauge mehrere Monate dauern kann.

P.S.: In einer anderen Publikation ahbe ich gefunden, dass Alkohol trinken die Wahrscheinlichkeit von trockenen Augen vermindert. PROST! :-)

*Einschränkend dazu muss man natürlich sagen, dass eine verminderte Produktion möglich ist durch eine verminderte Hornhautepithelsensitivität nach Lasek/Lasik, die den entsprechenden Reflex "Hornhautmissempfindung --> Tränenpoduktion" abschwächt.

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Beitrag von clapede » 14.10.2008, 13:48

Hallo doc,
kann nur von mir berichten:
Meine lasik ist jetzt knapp 3 Monate her, die ersten 3-4 Wochen hab ich ca 5-7 meine Augen befeuchtet, dann wurde es von Woche zu Woche weniger, manchmal mußte ich mich schon ein wenig dazu zwingen, denke aber das die Tropfen nicht schädlich sein können .
Durch die Tropfen wird ja ein Film erzeugt und der kann doch nur besser sein als ein trockenes und gereiztes Auge ! Seit ca 3 Wochen tropfe ich übrigens überhaupt nicht mehr .
Alles Gute für Deine weitere Genesung
eine glücklich gelasikte
clapede

DocSchmitti
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Beitrag von DocSchmitti » 14.10.2008, 14:02

Hallo Clapede, danke für Deine Antwort.

Um es nochmal zu betonen: Es geht nicht darum, NICHT zu tropfen, wenn das Auge zu trocken ist. Aber Deine Annahme "Durch die Tropfen wird ja ein Flim erzeugt und der kann doch nur besser sein als ein trockenes und gereiztes Auge!" ist aus meiner Sicht auch gefhrlich. Denn wer sagt Dir, dass Dein Auge gereizt und trocken ist?! Du ganz allein - und das ist eine ganz, ganz subjektive Annahme. Da steckt ja nicht etwa ein AugenDr dahinter, der Dir sagt: "Oh, Ihr Tränenfilm ist gerade aufgerissen und das Epithel lieg frei, sie müssen Tropfen!"
Ich bin "Hauptberuflich" Anästhesist und habe daher viel mit Schmerzen zu tun. Auch dort ist die Empfindung SEHR subjektiv. Manche Leute winden sich vor Schmerzen in Zuständen, wo andere wiederum sagen "Naja, es zwickt halt a bisserl". Beim "Fremdkörpergefühl" des Auges wird es nicht anders sein.

Um diesen Punkt geht es mir. Ich denke, man sollte auch das Tropfen zumindest kritisch sehen. NEIN, nicht das jemand AUF KEINEN FALL tropfen sollte. Aber man sollte auch das hinterfragen.

Aber ich bin fest davon überzeugt: Wenn Du ein halbes Jahr jede Stunde künstliche Tränen in ein GESUNDES Auge tropfen würdest.... Du könntest dann damit nicht mehr aufhören, selbst wenn Du wolltest. Du würdest sofort das Gefühl haben: Scheisse, meine Augen sind trocken und ich habe ein Fremkörpergefühl.

Anhang: Im Grund ist die PRK/LASEK eine hochinteressante Patientengruppe für Schmerz-Studien. Denn alle Patienten bekommen eine fast standardisierte Haut/Epithelläsion gesetzt. Letztendlich sollte auch die Reaktion des Körpers darauf bei allen im Falle einer normalen Heilung (in 95%) in etwa die gleiche sein......aber dass da das subjektive Empfinden eine ganz grosse Rolle spielt, zeigt ja ein kleiner Blick ins Forum.

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Beitrag von clapede » 14.10.2008, 14:15

Hm, das von zu vielen Tropfen eine Art Sucht entstehen kann? Wäre mal interessant von Fachleuten eine Antwort zu bekommen .Es soll ja auch Leute geben die Labello süchtig sind.
Wie gesagt ich bin nur Laie , und am Anfang tat mir das Tropfen sehr gut, und bei mir spielte sich das Trockenheitsgefühl von selber ein.
Liebe Grüsse
clapede

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Beitrag von Schneeflocke » 14.10.2008, 14:21

Hi DocSchmitti,

ja eine ganz interessante Frage - wie ich finde.

Auch ich bin eine ge"lasek"te - und bei mir war auch das Schmerzempfinden sehr heftig in den ersten 3-4 Tagen. Dh. den ersten Abend und die erste Nacht spürte ich gar nix - ab 2. Morgen dann übelste Schmerzen..... wobei ich mir dann jede 1-2 Stunden Tränen die mit Betäubungsmittel versetzt waren reingetropft habe (wusste nicht, dass das "schädlich" für die Wundheilung ist - entweder wurde mir nix gesagt oder ich habe es überhört......).

Jedenfalls habe ich in den ersten beiden Wochen so etwa alle 2-4 Stunden künstliche Tränen getropft (dann natürlich pur) - in der dritten Woche dann deutlich häufiger - saß den ganzen Tag am PC - und da ich noch ziemlich schlecht sah, starrte ich wohl auch ziemlich und hatte sehr häufig das Gefühl von trockenen Augen bzw. das Bedürfnis zu Tropfen.

Am Wochenende, wenn ich nicht in die Kiste kucke - oder eben nur selten - habe ich sehr wenig Bedürfnis nach Tropfen und mache das mehr oder weniger nach der Uhr. Weil halt immer gesagt wird, es würde die Wundheilung beschleunigen......

Inzwischen habe ich auch am PC weniger das Bedürfnis nach Tropfen bzw. das Gefühl dass das Auge trocken ist, wird weniger...........

Könnte mir aber auch vorstellen, dass man sich das auch angewöhnen kann - wobei ich denke, das ist dann vielleicht auch mehr eine "psychische Sucht" als dass tatsächlich künstliche Tränen gebraucht werden.....

Beim letzten Augenarztbesuch war dieser jedoch trotz des heftigen Gebrauchs der Lokalanästhetika mit der Wundheilung zufrieden und ich hoffe, dass es keinen Schaden angerichtet hat.

Die künstlichen Tränen-Tropferei reduziert sich augenscheinlich - zumindest bei mir - ganz von alleine........

Lieben Gruß und weiterhin gute Besserung,

Flocke

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