Katastrophales Nachtsehen (Kontrast) seit LASIK vor 5 Jahren

Sehbeeinträchtigungen wie Halos (Lichthöfe), Glare (Blendung), Starburst, Kontrastverlust (Schleiersehen) und Trockene Augen nach LASIK, Femto-LASIK, LASEK, Epi-LASIK, PRK...

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Elmar
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Katastrophales Nachtsehen (Kontrast) seit LASIK vor 5 Jahren

Beitrag von Elmar » 16.04.2008, 21:43

Guten Tag!

Ich bin heute 41 und habe mich vor gut 5 Jahren, also mit 36 an beiden Augen operieren lassen. Die Operation wurde in München von Prof. Thomas Neuhann im damaligen ALZ (als es noch ALZ und in der Ridlerstraße war) durchgeführt.

Doch erst mal der Reihe nach...

Ich war schon immer kurzsichtig, habe im Alter von 8-14 Jahren Brille und von 14-36 harte CL getragen - und damit absolut perfekt gesehen. Zu meinen Hobbies gehört Fotografie in Verbindung von hochauflösenden Projektionen sowie Heimkino - für beides ist gutes (Dämmerungs- und Nachtsehen) eine wichtige Grundlage.

Als vor einigen Jahren wieder mal neue CL fällig waren und ich etwas Geld übrig hatte fragte ich meine Augenärtzin, was sie von einer Lasik hält. Sie kennt Prof. Th. Neuhann persönlich - und war sofort von der Idee begeistert.

Soweit ich mich erinnern kann war meine Kurzsichtigkeit zu dem Zeitpunkt R+L im Bereich von -4 Dioptiren + 1 Dioptrie Astig. Genaue "Vermessungs-Unterlagen" habe ich leider keine, die liegen bei meiner Augenärtztin und/oder dem ALZ.

Beim Infoabend im ALZ erzählte Hr. Th. Neuhann, dass es "in sehr seltenen Ausnahmefällen zu Blendungen beim Nachtsehen kommen kann". Scheinbar bin ich nun einer der sehr seltenen Ausnahmefälle...

Ich habe auch erfahren, dass meine Pupillen mit 8,5mm für Nachtsehen "grenzwertig" sind. Professor Th. Neuhann vor der Operation auf die Optische Zone angesprochen sicherte zu "Keine Angst, wir werden Sie schon ausreichend versorgen.

Die Operation (lt. Rechnung "customized ablation LASIK", noch mit dem "Mikrokeratom" oder wie der Hobel heißt) verlief komplikationslos. Keine Probleme mit trockenen Augen, anfangs starke Halos in der Nacht sind im Laufe eines Jahres deutlich zurückgegangen. Die Augenärztin ist immer total begeistert, dass man von dem Schnitt auch im Mikroskop nichts sieht. "

Und das Gesamtergebnis, hm... Mein Tagsehen ist gut, nur Dämmerungs- und Nachtsehen, das ist eine Katastrophe. Auf die Probleme beim Nachtsehen angesprochen beruhigte meine augenärztin auch nach über einem Jahr mit "das kann noch besser werden

Die Probleme im Einzelnen:

Tag-Sehen:

- Sehr gut bei kontrastarmen Bildern.
- Ghostings bei hochkontrast-Bildern wie Text und Grafiken, (erträglich)
- Schwer beschreibbare Schleier auf einfarbigen Flächen (erträglich)

Die Ghostings irritieren beim Lesen, z.B. kann ich beim Text "11144" nicht am ersten Blick sehen, wie viele Einser da stehen, da die Konturen weiße und schwarze Schatten haben. Kurze Sätze die ich früher mit einem Blick erfasst habe, lese ich nun Wort für Wort. Ich muss mich dadurch deutlich mehr konzentrieren um den Inhalt zu erfassen. Dabei sehe ich grundsätzlich schon scharf - nur eben auch irritierende Sachen, die so nicht vorhanden sind.

Dennoch würde ich mein Tag-Sehen als gut beschreiben.

Dämmerungs-Sehen:

- Seltsame Schleier (gerade noch erträglich)

Z.B. Abends beim Fernsehen fällt es mir schwer das gesamte Bild zu erfassen, da stören eigenartige Reflexionen die Konzentration. Ich muss mich sehr gezielt auf einzelne Motive konzentrieren um diese gut zu erfassen - dafür nehme ich aber nur mehr sehr schlecht wahr, was sonst auf der Mattscheibe los ist.

Insgesamt ordne ich mein Dämmerungs-Sehen als brauchbar ein - ich bin halt hobby-bedingt (s.o.) sehr kritisch visuellen Wahrnehmungen gegenüber.

Nacht-Sehen:

- Mond und Sterne haben Doppelkonturen, Projektionen auch (unangenehm)
- Geringe Halos (beim Autofahren unangenehm, sonst egal)
- Sehr schlechte Kontraste (und das ist die wahre Katastrophe)

Das Nachtsehen ist mein echtes Problem. Stellen, die früher schwarz waren, sind nur mehr mittelgrau. Dadurch heben sich dunkle Details dort nicht mehr ab. Durch Überstrahlungen ist aber auch in helleren Bereichen nicht mehr viel zu erkennen.

Früher konnte ich diagonal durch die Disco mit den Augen mit jemandem flirten - heute erkenne ich in Bars selbst gute Bekannte erst in 2 Metern Entfernung - und erst in 1,5 Metern kann ich erkennen, ob mir jemand in die Augen sieht.

Radfahren, Autofahren, Motorradfahren ist nachts mehr als unangenehm, nämlich gefährlich. Früher bin ich gerne nachts auch weite Strecken gefahren, weil man gut voran kommt. Heute scheue ich Nachtfahrten wie der Teufel das Weihwasser.

Nichtzuletzt machen meine Hobbies weniger Spaß. Wenn eine hochauflösende Full HDTV Projektion wegen Überstrahlungen und Doppelkonturen nicht mehr Details zeigt als Standard-Auflösung, dann macht das keine Laune. Wenn in kontrastreichen Bildern statt tiefem Schwarz nur mehr Grau zu sehen ist und dort noch keine Detail mehr wahrnehmbar sind, dann ist das auch nicht so lustig.

Wie gesagt - die schlechten Kontraste sind das Hauptproblem. Schwarz wird zu Grau - Details "saufen ab" oder werden überstrahlt.

Bei dem "Nachtsehgerät" - das Teil in dem bei schwachem Licht ein Kreis mit einer Nase zu sehen sein soll - sehe ich gar nichts. Nase sowieso nicht, der Kreis erscheint als unscharfer Fleck. Die Augenärztin will mir zwar jedes Jahr wieder einen Test mit dem Gerät verkaufen ("vielleicht ist es ja besser geworden"...) - das bringt aber nichts, nachdem es seit 4 Jahren nicht besser wird und ich auch ohne dem Gerät merke, dass ich nachts sehr schlecht sehe.

Auch andere Experimente meiner Augenärztin (Lutein, Omega3 FS, Kantenfilterbrille) haben keinen merklichen Erfolg gebracht. Ihr Versrpechen, Prof. Neuhann mal anzusprechen, wenn sie ihn auf einer Tagung trifft, vergisst sie von Mal zu Mal.

Also frag ich hier mal...

Nachkorrektur?

Vor allem wegen der Kontrastprobleme verfluche ich mich jeden Tag sobald es dunkel wird dafür, dass ich mein an sich sehr gutes und unproblematisches Sehen mit CL durch die Operation versauen habe lassen.

Trotzdem lässt nich der Gedanke nicht mehr los ob eine Nachkorrektur möglich und sinnvoll ist (damit ich auch Nachts und bei meinen anderen Hobbys wieder mehr Spaß haben kann) - oder ob dadurch alles nur noch schlimmer wird und ich mich erst recht in den Popo beiße.

Entscheidungshilfe wäre für mich, wenn

a) die Ursache für das Kontrastproblem zweifelsfrei klar/erklärbar ist, und
b) diese Ursache mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nachkorrigierbar ist.

Gibt es zum Thema "Kontrastproblem und Nachkorrektur" hier jemanden mit Erfahrungen? Liefern neue Mess- und Operations-Methoden (z.B. Femto) vorhersagbarere, bessere Ergebnisse?

Oder soll ich mich einfach freuen, dass ich tagsüber ganz brauchbar sehe, das miese Nachtsehen soweit wie möglich verdrängen - bevor ich ein neues Experiment mit ungewissem Ausgang eingehe?

April
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Beitrag von April » 17.04.2008, 11:46

Hallo Elmar,

gerade gestern habe ich über Prof. Neuhann und die ALZ sehr Positives gelesen und trotz des anscheinend überdurchschnittlichen Preises gedacht, das könnte auch was für mich sein.

Und jetzt das ... (mein aufrichtiges Mitgefühl)

Leider kann ich dir nicht helfen, aber mich würde interessieren:
Hast du mit Neuhann / ALZ Kontakt aufgenommen? Wenn ja: was hat man dir dort gesagt?
.

Elmar
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Beitrag von Elmar » 18.04.2008, 09:48

Die Sache mit dem "überdurchschnittlichen Preis" kann ich nicht beurteilen, nach meinem subjektiven Eindruck entspricht er schon den üblichen Marktpreis in Mitteleuropa. Zudem habe ich vor kurzem gelesen, dass das ALZ von einer Augenklinik-Kette übernommen wurde und gehe davon aus, dass die Kette nun die Preise macht.

Zur Ehrenrettung von Prof. Neuhann muss ich sagen, dass man die Operation für das Tagsehen schon als Erfolg bezeichnen kann. Kleine Schriften sind halt ein Problem, Lesen braucht etwas mehr Konzentration und Löten kleiner Platinen oder Stecker ist schwierig geworden - ich hoffe immer, dass ich nicht mit einer einzelnen, abstehenden Litze einen Kurzschluss produziere. Aber nochmal: Tagsüber sehe ich schon gut bis sehr gut, vor allem wenn der Kontrast nicht extrem ist und die Sachen nicht zu winzig werden.

Das Haupt-Problem habe ich mit dem geringen Kontrast in der Nacht und der damit verbundenen Unsicherheit im Straßenverkehr.

Genau in dem Punkt fühle ich mich jetzt im Nachhinein nicht genügend aufgeklärt. Hätte man mir damals die Bilder gezeigt, die hier in der "Bildersektion" zu sehen sind, hätte ich es nicht gemacht. Stattdessen war nur von "Blendungen in Ausnahmefällen" die Rede. Bei diesen "Blendungen" bin ich davon ausgegangen, dass sie zwar unangenehm sind - aber nicht gleichbedeutend mit "fast fahruntauglich".

Meine Augenärztin doktort seitdem nur mehr rum. Dass Lutein oder Omega-3-Fettsäuren hier helfen konnte ich nicht glauben. Ein drei montaiger Test hat meine Vermutung bestätigt. Auch die Sache mit der Kantenfilter-Brille (filtert kurzwelliges Licht also UV, Violett und violett-blau) war nur ein Experiment, im dem ich von Anfang an wenig Erfolg gesehen habe, da es diese kurzen Wellenlängen nachts gar nicht gibt (dafür habe ich jetzt aber eine super-UV-schützende Sonnenbrille). Sie hat mir dann sogar ihre Probierbrille und einen Satz Gläser mit nach hause gegeben. Da saß ich dann Nachts am Balkon und habe rumprobiert, brachte alles nichts.

Na, wie auch immer - ich habe den Eindruck, meine Augenärztin setzt sich nicht mit der Ursache auseinander. Und vom ALZ fühle ich mich nicht so gut beraten. Daher habe ich mich auch bisher dort nicht wieder gemeldet.

Vorgestern habe ich doch einen ersten Schritt unternommen - und auf deren Homepage eine Bitte um Rückruf und Terminvereinbarung hinterlassen. Mal sehen, was da rauskommt.

Meine Vermutung ist, dass die Optische Zone klein im Vergleich zur Pupillenöffnung ist. Interessieren würde mich, ob es eine (seriöse) Untersuchung gibt, bei wie vielen vergleichbaren Fällen eine Nachkorrektur Besserung gebracht hat, z.B.

a % Nachtsehen deutlich verbessert
b % Nachtsehen verbessert
c % Nachtsehen gleich
d % Nachtsehen verschlechtet

Am allerliebsten wäre mir eine nichtoperative Korrektur um kein Risiko einzugehen dass es noch schlechter wird. Z.B. Kontaktlinsen für Nachts, die nach außen dunkel werden oder nur außen die Brechung korrigieren. Da eine CL schwimmt, wird es so etwas aber wohl nicht geben.

blizzard
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Beitrag von blizzard » 19.04.2008, 10:57

Hallo Elmar,

deine Chancen auf Hilfe sind bei ALZ und Dr. Neuhann am besten, denn sie werden am stärksten daran interessiert sein, deine Beschwerden so weit wie möglich zu beheben.

Ich würde nicht einen Termin über Internet email vereinbaren. Ich würde anrufen, den Fall schildern, und auf einer Untersuchung durch Dr. Neuhann persönlich bestehen.

Gruß

B.

Elmar
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Beitrag von Elmar » 19.04.2008, 14:11

Dr. Neuhann? Ich vermute du meinst Prof. Dr. Neuhann, oder?

(Mit dem Ersteren ist meist der Bruder Tobias gemeint - häufig geht es aber um den Zweiteren, Thomas Neuhann).

Du hast ja Recht, anrufen wäre hier ein besserer Stil und vernünftiger als über deren Homepage um einen Terminvereinbarungs-Rückruf zu bitten.

Das ich den Schritt so gemacht habe, liegt nur an meinem Schiss das Thema anzugehen.:

Nachdem ich schon die erste OP bereuhe, bin ich nicht sicher, ob ich wirklich eine zweite wagen soll. Ich habe einfach Horror vor der Vorstellung, dass es nachher noch schlechter ist.

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