Nachdem ich mich mit 18 Jahren das letzte Mal mit dem Thema Augen-OP befasst, es dann aber schnell aus verschiedenen Gründen wieder verworfen habe, habe ich mich nun doch mit knapp 30 für eine Laser-OP entschieden.
Ich war bei verschiedenen Anbietern in Hannover (Care Vision, EuroEyes, AugenLaserZentrum Am Kröpcke), um mich zu informieren. Bei Care Vision und Euro Eyes habe ich mich nicht wirklich wohl gefühlt und Dr. Mevis vom AugenLaserZentrum am Kröpcke hat mir sogar von einer OP abgeraten, da man bei meiner Pupille scheinbar schon bei Tageslicht erkennen kann, dass sie zu groß für eine Laser-OP ist. Dazu muss ich sagen, dass mein Kreislauf aufgrund der dort verabreichten Betäubungstropfen (zur Messung der Hornhautdicke) etwas überreagiert hat und das natürlich auch ein Grund für die geweiteten Pupillen gewesen sein kann. Und es hat mich keiner der anderen Ärzte auf meine angeblich so großen Pupillen angesprochen, was mich auch verwundert hat - wollen die anderen etwa nur Geld machen? Hat doch z.B. Euro Eyes echt nicht nötig...
Nach der Diagnose war ich natürlich erst mal vorsichtig und habe mich im Internet bezüglich Dunkelpupille (speziell Nachwirkungen bei OPs) und optischer Zonen von verschiedenen Lasern informiert. Was ich gelesen habe, ließ mich aufatmen - es gibt mitterweile Laser, die auch größere optische Zonen und Übergangsbereiche haben, und durch eine wellenfrontoptimierte LASIK können Blenderscheinungen etc. reduziert werden. Ich weiß nicht mehr aus welchem Grund ich genau auf die Augenklinik am Neumarkt in Köln aufmerksam geworden bin, aber für mich machte die Klinik einen sehr professionellen Eindruck, hat Equipment auf dem neuesten Stand der Technik und ist LASIK-TÜV-zertifiziert. Ich habe also dort einen Termin ausgemacht und möchte euch hier meine Eindrücke schildern und um Meinungen oder gerne auch Erfahrungen eurerseits bitten, wenn ihr die Klinik kennt oder zu einem der Themen etwas sagen könnt. Ich habe in diesem Forum schon einiges, leider nicht nur positives, über die Klinik und Dr. Gerten (wenn dann ist er mein Operateur) gelesen. Teilweise sind die Infos auch schon veraltet, daher hoffe ich hier ein paar aktuellere Infos zu bekommen. Vielleicht hat auch der eine oder andere, der wie ich bisher nur im Forum gelesen hat, Lust sich zu registrieren und etwas zu schreiben.
Ambiente/ Freundlichkeit der Mitarbeiter:
Fast alle waren sehr nett - unglücklicherweise bis auf die Augenoptikern, die meine Augen vermessen hat. Sie kam mir recht arrogant und kalt vor und ich hatte das Gefühl, dass sie meine Fragen nur ungern und knapp beantwortet hat. Auch zu einer anderen Patientin war sie unfreundlich: Diese saß vor dem Arzt-Zimmer, als sie mich zum Arzt hereingeführt hat, und meinte, sie würde schon länger als ich warten. Die Augenoptikerin meinte, dass sie sich gleich um die Patientin kümmern würde, ist dann aber nach dem Gespräch mit dem Arzt wortlos an ihr vorbeigegangen (während des Gesprächs war sie mit im Raum).
Beim Arzt, Dr. Gerten, war es dann wieder ganz anders. Er war sehr nett und hat sich Zeit genommen, alle meine Fragen zu beantworten - obwohl er offensichtlich zwischen zwei OPs war und nur wenig Zeit hatte.
Professionalität:
Soweit ich das beurteilen konnte verlief fast alles professionell - bis auf die Messung der Dunkelpupille. Dabei musste ich die Augenoptikerin bitten, den Computerbildschirm auszuschalten, der noch direkt neben meinem Gesicht geleuchtet hat. Aber selbst danach war der Raum nicht komplett dunkel, da das Rollo immer noch einen Spalt weit offen war. Da ich vorher erklärt hatte, dass mir speziell die Messung der Dunkelpupille aufgrund der Aussage von Dr. Mevis in Hannover wichtig ist, fand ich diese Vorgehensweise doch sehr unprofessionell. Das lag aber vielleicht auch mit an dem Eindruck, den die Augenoptikerin gemacht hat (s. oben).
Was mir außerdem noch als unprofessionell aufgefallen ist, war die Tatsache, dass ich zum einen auf einem auszufüllenden Bogen Fragen an den Arzt aufschreiben konnte - die sich dann niemand mehr angeschaut hat. Dieser Bogen musste am Ende noch von mir unterschrieben werden (Einwilligungserklärung), was aber keiner mehr geprüft hat. Jetzt fehlt die Unterschrift und ohne ist eine OP nicht möglich. Ich müsste also am Tag der OP das Original mitbringen und vor Ort unterschreiben, sonst geht nichts. Aber dem will ich nicht zu viel Gewicht beimessen - so etwas kann schon mal passieren, auch wenn es das gerade in so einer Klinik nicht sollte.
Im Großen und Ganzen fand ich die Klinik (Dunkelpupille mal ausgeklammert) schon sehr professionell und ich bin auch von der Kompetenz der Ärzte überzeugt.
Technik:
Die Klinik setzt die WaveLight Refractive Suite von Alcon ein, die aus dem WaveLight FS200 Femtosecond Laser und dem WaveLight EX500 Excimer Laser besteht. Von Alcon ist auch der Allegretto Wave Eye-Q Laser. Die beiden Laser sind, wenn ich das richtig verstanden habe, die neuesten Modelle von Alcon. Sie werden auch von Herrn Maus im Augenzentrum Maus in Köln eingesetzt, von dem ich hier nur gutes gelesen habe.
Meine OP wäre, wie sicher schon ersichtlich geworden ist, eine Femto-Lasik. Außerdem wurde mir empfohlen, die Custom Lasik zu buchen, da meine Hornhaut ungewöhnlich struktriert ist. Bei der Augenklinik nennt sich das Custom Q - ob das nun wellenfrontoptimiert oder wellenfrontgesteuert bedeutet, konnte ich bis dato nicht rausfinden. Ob also meine Augen zwar gründlich vermessen werden (inkl. Aberrationen höherer Ordnung), ich aber nur "einen Anzug von der Stange" oder doch eine "maßgeschneiderte" Lasik bekomme, weiß ich also nicht... Kann mir hier jemand weiterhelfen? Kennt jemand den Laser oder weiß, was Custom Q genau bedeutet?
Soviel zu meinen Besuch bei der Augenklinik am Neumarkt in Köln. Ich hoffe ihr seid es noch nicht leid, meinen Roman zu lesen
