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Unentschlossenheit die Xte

Verfasst: 24.11.2008, 13:36
von Anzi
Hallo Zusammen!

Verfolge jetzt schon seit einiger Zeit dieses Forum mit großem Interesse, da ich auch vorhabe, mich lasern zu lassen. War vor kurzem beim Info-Abend der alz (jetzt euroeyes) München und habe mir den Vortrag angehört. Hörte sich eigentlich alles sehr gut an und voller Begeisterung habe ich mir gleich einen Termin für die große Voruntersuchung geben lassen (03.12.).

Jetzt muss ich aber sagen, je länger ich in diesem Forum lese, desto unsicherer werde ich. Vielleicht ist es nur ein dummer Zufall, dass ich immer die Themen aufmache, wo die Berichte nicht ganz so toll sind (aber man kann ja nicht alle lesen) oder ich interpretiere sie nur negativ.

Mein Empfinden ist jedenfalls so, dass zwar fast alle Operierten grundsätzlich zufrieden sind, aber auch bei fast allen irgendwelche kleineren oder sogar größeren "Probleme" auftreten. Wenn man den Schilderungen der Kliniken glaubt (was bisher der Fall war), geht man einen Tag zur OP, am nächsten Tag zur Nachuntersuchung und nach spätestens drei Tagen kann man wieder seinem ganz normalen Alltag nachgehen. Nun lese ich ständig nur von Dingen wie Schmerzen nach der OP, über mehrere Wochen unscharfes Sehen, trockene Augen (müssen ständig getropft werden), rote, brennende, tränende, verklebte und was weiss ich noch für Augen, schlechtes Nachtsehen, unterschiedliche Ergebnisse der Korrektur, schlechtes Sehen am PC, über mehrere Wochen kein Augen-Makeup (wegen Reibung beim Abschminken) und, und, und .....

Es gibt fast Niemanden, bei dem es so wie in der Werbung abläuft. Wobei man ja sogar Wochenend-OP's anbietet, wodurch einem suggeriert wird, dass man sich noch nichtmal frei nehmen muss!

Jetzt frage ich mich, ob es mir diese Risiken wirklich wert sind. Hinzu kommt, dass ich hinterher aufgrund meiner Alterssichtigkeit sowieso noch den ganzen Tag Brille am PC und zum Lesen werde tragen müssen. Es wäre für mich nur eine reine "Freizeitlösung", dass ich wenigstens mal ein paar Stunden am Tag oder am Wochenende und im Urlaub das lästige Gestell aus dem Gesicht nehmen kann. Jetzt habe ich auch noch in irgendeinem Beitrag gelesen, dass die Heilung mit zunehmendem Alter schwieriger und somit die Risiken der möglichen Nebenwirkungen noch größer werden (ich bin 48 Jahre alt).

Das kann es doch eigentlich alles nicht sein. Da ich selbständig bin, kann ich es mir nicht erlauben, anschließend noch wochenlang "krank" zu machen. Mein Arbeitsplatz ist nunmal hauptsächlich der PC und ich weiss, dass ich verrückt werden würde, wenn ich nicht richtig sehen könnte oder mich wochenlang mir irgendeiner der anderen Nebenwirkungen rumschlagen müsste. Leider wird mir keiner die Garantie geben können, dass es bei mir ganz ohne Probleme ablaufen wird.

Nun bin ich also sehr, sehr verunsichert, sogar eher wieder negativ eingestellt. Ich werde zwar die Voruntersuchung machen lassen, bin mir aber bewusst, dass ich diese bezahlen muss, wenn ich mich doch nicht zu der OP durchringen kann.

Ob hier jemand meine Bedenken zerstreuen kann?

Viele Grüße
Anette

Bedenken

Verfasst: 24.11.2008, 15:29
von Spark
Hi Anette,
Ob hier jemand meine Bedenken zerstreuen kann?
Ich werds nicht tun! Aber es muss auch mal festgehalten werden, dass das Forum nicht repräsentativ ist.
Hier treffen sich Interessierte, Betroffene, Ängstliche, Unentschlossene und Enttäuschte. Von all den Patienten die einen refraktiven Eingriff ohne Probleme hinter sich haben und zufrieden sind wirst du hier wenig hören.
Aber deine Bedenken sind berechtigt und deine Überlegungen richtig. Probleme treten oft bei großen Pupillenweiten auf, mit 48 Jahren ist das weniger warscheinlich. Das Restrisiko einer OP bleibt, das hält sich meiner Meinung nach jedoch in Grenzen. Die große Überraschung wird warscheinlich der Verlust des Nahsehens und die damit verbundene Lesebrille werden. Mein Vorschlag wäre, den Eingriff zu simulieren und einmal für mehrere Wochen regelmäßig Kontaktlinsen tragen. Diese simulieren sozusagen das Sehen wie nach einem refraktiven Eingriff. So siehst du sehr schnell, ob die für die Nähe schon jetzt eine Lesebrille benötigst.
Dabei ist zu beachten, dass sich das Nahsehen in den kommenden Jahren zunehmend verschlechtern wird. Unter Umständen ist es für kurzsichtige die am Bildschirm sitzen über Jahre möglich, auf nahe Distanz ohne Brille zu arbeiten. Du entscheidest also nicht, ob du Brille trägst oder nicht, sondern du kannst dir sozusagen aussuchen, ob du sie während der Arbeit oder während der Freizeit trägst.
Viel Erfolg bei der Entscheidung, liebe Grüße, Spark

P.S. @all: Bei Posts mit Fragen zu einem refraktiven Eingriff sind Werte immer hilfreich, so weiß man zumindest, um welche Art der Fehlsichtigkeit es sich handelt.

Verfasst: 24.11.2008, 16:09
von maunzi
Hallo Anzi,

mir geht es genau so wie dir.
Ich habe zwar im Dezember einen OP Termin, bin aber auch verunsichert.

Eigentlich sehe ich mit Brille ja ganz gut, es gibt zwar immer wieder Situationen wo man die Brille am liebsten in den Müll schmeißen will,
aber auf Doppelsehen usw. hab ich auch keinen Bock.

Das mit der Lesebrille kommt dann auch noch dazu. Man gibt viel Geld aus für die OP und braucht trotzdem noch ein Nasenfahrad. :lol:

Ich werde trotz OP Termin nochmal woanders eine Meinung einholen bzw. eine Untersuchung machen lassen.

Bisher bin ich nur von einer Klinik darauf hingewiesen worden, dass auf Grund meines Alters ich nach dem Lasern zum Lesen eine Brille brauche.
Von den anderen wurde das Thema Altersehschwäche entweder überhaupt nicht erwähnt oder als Lapalie abgetan.

Bei Care Vision wo ich meinen OP Termin habe, ägert mich das man nicht gesagt bekommt welche Werte gemessen wurden. Auf Nachfragen bekommt man nur wage Antworten. Wie z.B. die Hornhautdicke ist ausreichend (auf weiteres Nachbohren) ja so ca. 500. Ist nicht gerade aussagekräft.

Naja, am 02.12.08 habe ich noch bei CityLasik einen Termin zur Voruntersuchung mal sehn was die sagen.

LG
maunzi

Verfasst: 24.11.2008, 22:50
von stella
hallo,

bei mir war das vor der OP genau so. ich habe einen horrorbericht nach dem anderen gelesen (im englischen forum von dieser seite stehen auch horrorgeschichten :shock: )

ich glaube das kommt aber auch davon, dass man irgendwie eher dazu neigt auf "probleme nach lasik" oder so was zu klicken, weil man genau davor ja angst hat. jetzt nach der op finde ich immer mehr positive berichte und ich selbst hatte eine bilderbuch lasik :D

naja, ich denke aber das es gut ist alles richtig abzuwägen! man darf nichts überstürzen. für mich war es die richtige entscheidung. aber ich hatte auch ein soooooo gutes gefühl mit meiner ausgewähten klinik, dass meine angst dann weniger wurde.

lg,
stella

Verfasst: 25.11.2008, 12:44
von Anzi
Hallo Zusammen!

Erstmal vielen Dank für Eure Antworten.
Hatte gleich einen so langen Beitrag geschrieben, aber meine Werte nicht angegeben: Links sph - 2,75 cyl - 1,00, Rechts sph - 2,25 cyl - 2,00.

Hinzu kommt eine bereits vorhandene, leichte Alterssichtigkeit von + 1,00. Diese kann ich mit der Brille meistens noch kompensieren. Am PC komme ich noch gut klar, beim Lesen kleiner Schrift wird es teilweise schwierig. Deshalb habe ich jetzt auch noch eine Gleitsichtbrille verschrieben bekommen. Kontaktlinsen trage ich schon seit 25 Jahren. Aber seit letztem Jahr habe ich Probleme mit trockenen Augen und damit verbundenen häufigeren Bindehautentzündungen bekommen. Außerdem kann ich mit den Linsen gar nicht mehr lesen.

Meine Überlegung war nun halt, dass ich meine Fehlsichtigkeit lasern lasse, bevor ich rund 1.000 Euro für eine gute Gleitsichtbrille ausgebe. Ich weiss, dass ich anschließend eine Lesebrille brauchen werde und wahrscheinlich auch für die Arbeit am PC, so dass ich dann doch wieder den ganzen Tag ein Gestell im Gesicht habe. Wie ich schon geschrieben hatte, wäre die OP eine reine "Freizeitlösung" für mich.

Man hat das in der ALZ in München auch schon alles so erläutert, ich weiss also, dass es für mich nur ein Kompromiss ist. Man hat mir zwar auch den Vorschlag mit der Monovision-OP gemacht, aber ich glaube nicht, dass ich damit klarkomme. Diese Version hat die Augenärztin schon mit mir simuliert und ich fand es nicht gut. Außerdem, was ist, wenn meine Alterssichtigkeit noch stärker wird? Diese Entwicklung steht ja erst am Anfang. Dann nutzt mir das eine Dioptrin zum Ausgleich auch nichts mehr und ich bin auf einem Auge fehlsichtig. Glaube nicht, dass ich diese Variante wählen würde.

Und nun lese ich im Internet nur noch von Komplikationen und Nebenwirkungen. Hinzu kommen offizielle Berichte wie im Spiegel und im Bayerischen Fernsehen (Beitrag kann man sich noch auf br-online ansehen), die auch eigentlich mehr negativ gehalten sind.

Und nun frage ich mich, ob es mir diese Risiken und Nebenwirkungen wert sind, wenn ich letztendlich doch noch täglich Brille tragen muss, nur um in der Freizeit ein paar Stunden ohne auskommen zu können. Ich kann mir nicht vorstellen, über Wochen vor dem PC zu sitzen und nicht richtig sehen zu können. Oder wochenlange Sehschwankungen hinzunehmen oder jeden Morgen mit geschwollenen oder verklebten Augen aufzuwachen. Wenn die 95 %ige Zufriedenheit der Operierten unter diesen Umständen zustande kommt, finde ich das eigentlich sehr fragwürdig.

Auf der anderen Seite stimmt es wohl auch, dass ein Forum nicht repräsentabel ist, da sich hier nur diejenigen austauschen, die in diesem Zusammenhang Probleme irgendwelcher Art haben. Sei es vorher oder nachher. Jemand, der sich von Anfang an sicher ist und bei dem alles vorbildlich abgelaufen ist, wird sich kaum veranlasst sehen, ein Forum zu diesem Thema aufzusuchen.

Also zerbreche ich mir weiterhin den Kopf, ob sich das alles für mich lohnt. Spätestens nach der Voruntersuchung nächste Woche werde ich mich entscheiden müssen.

Viele Grüße
Anette