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von Pinbot » 20.12.2006, 19:28
Hallo Nova,
erstmal "Wilkommen im Club".
Viele deiner Fragen hast du dir imho eigentlich schon selbst beanwortet. Eine tabellarisch Pro/Contra Gegenüberstellung gibt es hier aus versch. Gründen (noch) nicht. Viele der Gründe die für oder gegen die eine oder andere Methode sprechen bzw. als Argumentationsbasis benutzt werden, sind eher emotionaler als technisch medizinischer Natur und liegen zuweilen sehr im persönlichen Empfinden des Patienten.
Für Lasek spricht eindeutig der Wegfall evtl. Komplikationen mit dem Flap.
Aber hier fängt das Problem der Risikobewertung schon an.
Je nach Lesart und Herkunft der Information reicht die Skala von " Risiko fast null" bis "Saugefährlich".. Eindeutige und vor allem allgemein gültige oder zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit belegte Riskobewertungen sind momentan nicht verfügbar.
Es bleibt also nur, im Wissen darum, dass es Risiken gibt, für dich persönlich zu bewerten, ob du bereit bist diese Risiken auch zu tragen und mit Nebenwirkungen (meist zeitlich begrenzt) zu leben.
Auch die Lasek/PRK ist nicht absolut gefahrlos und frei von unerwünschten Effekten.
Dies hängt zum einen damit zusammen, dass auch dieser Methode gewisse systembedingte Grenzen gesetzt sind (du liegst hart am überhaupt machbaren [nach der allgemeinen Praxis] wie ich aus deiner Uservorstellung entnehme) zum anderen sind unvorhergesehene und selbst sehr seltene Nebenwirkungen im Bereich chirugischer Eingriffe nie VOLLSTÄNDIG auszuschließen.
Niemand kann sagen, ob wie und wie heftig Nebenwirkungen eintreten. Nicht einmal das Endergebniss der OP (Sehleistung) ist mit letzter Gewissheit voraus zusagen.
Der Unsicherheitsfaktor ist zwar imho relativ klein aber vorhanden.
Es ist also im wesentlichen deine Entscheidung, ob und wie du dein Risiko bewertest bzw. deine Bereitschaft dieses Risiko zu tragen.
Medizinische Diagnosen vor einem Eingriff können viele potentielle Gefahren von vorneherein ausschalten.
Wenn nicht schon geschehen, würde ich dir empfehlen, zunächt von einem Augenarzt bzw. in einer Ophthamologischen Abteilung eines Krankenhauses/Uniklinik
eine Auschlußdiagnostik vornehmen zu lassen.
Dies gibt dir zumindest schon einmal Klarheit darüber, ob nicht evntl. Erkrankungen oder Faktoren vorliegen, die eine RC von vorneherein verbieten.
Diese Untersuchungen sind zwar Zeit- und u.U. auch Kostenintensiv, ersparen dir aber spätere medizinisch induzierte Komplikationen.
Die "Eignungsprüfung" bei Laserinstituten und Ärzten beschränkt sich oft auf wenige, unmittelbar mit der OP zusammenhängende Tests. Abgesehen davon, ist die Gefahr einer tendenziellen Diagnostik (schließlich möchten die Institute etwas verkaufen) nicht von der Hand zu weisen.
Aus Amerika sind zumindest Fälle bekannt, in denen selbst ein informierter Laie hätte erkennen können, dass eine OP nicht in Frage kommt.
Wenn du diesen Weg zunächst beschreitest, wird es dir leichter fallen, dein Risikoempfinden einzustellen.
Sich für die Methode zu entschiden ist dann auch teilweise eine Entscheidung des Operateuers. Ein guter Arzt/Operateur wird den Patienten nicht zu einer bestimmten Methode drängen, es sei denn ,es sei nur so möglich den Patientenwunsch zu erfüllen.
Ebenso wird er, wenn die Wahl besteht, die risikoärmere anwenden.
Aber genau da schließt sich der Kreis.
Ich kann dir an dieser Stelle nur folgendes vorschlagen: Lies dir möglichst viele Berichte von Patienten aus möglichst vielen Quellen durch. Lass medizinische Indikationen bzw. Kontraindikationen vorab unabhängig von Medizinern feststellen. Den Rest musst du dann (leider) nach deinem Bauchgefühl entscheiden.
Eine Laser-OP ist eben doch kein Friseurtermin. Wenn man unsicher ist, bedarf es einer relativ langen und intensiven Vorbereitung.
Sollten danach noch Zweifel bleiben, lautet mein Rat "Lass es bleiben"!
Gruß
Pinbot