Mit Zugkräften, Scherkräften und anderen mechanischen Versuchen lässt sich sicherlich eine Aussage treffen, wie hoch die Adhäsion des Flaps nach einem Jahr ist. Die Nutzer im Forum wollen aber doch nicht wirklich wissen, mit wieviel bar, aus welchem Winkel und aus welcher Entfernung mit einer Luftdruckpistole auf ihr Auge geschossen werden muss, um den Flap abzuheben. Flapdislokationen direkt nach der OP gibt es in Form kleiner Falten oder einer Verschiebungen des Flaps. Dies tritt jedoch sehr selten auf. Deshalb lässt der Operateur den Flap bei geöffnetem Auge für ca. 2 min. berührungfrei liegen. In dieser Zeit verringert sich die Flüssigkeitsschicht zwischen Hornhaut und Flap und die Adhäsion reicht aus. Danach kann der Patient sich bei geschlossenem Auge ausruhen. Nach einer Wartezeit von 30-60 min. wird der Flap an der Spaltlampe nochmals kontrolliert. Eine Verschiebung nach dieser Zeit kann durch normalen Lidschlag nicht erfolgen, da braucht es mechanische Kräfte wie Reiben im Auge.Hallo Spark,
wie kommst Du darauf, dass die Flapfestigkeit 90% beträgt? Quellen?
Das Epithel ist am nächsten Tag schon komplett geschlossen, dies kommt als weitere Sicherheit hinzu.
Selbst wenn nach wenigen Tagen der Flap angehoben werden müsste, braucht es schon Geschick um mit dem Spatel unter den Flap zu kommen und auch mechanische Kraft, um den Flap ringsherum zu lösen.
Aber jetzt zu den mehr als 90% Flapfestigkeit.
Die Frage ist doch letztendlich, wie fest der Flap im Vergleich zu einer "normalen" Hornhaut ist.
Die Fälle die ich zu dem Thema gefunden habe waren allesamt traumatisch bedingt und in allen Fällen blieb der Flapverlust ohne ernsthafte Folgen. Nehmen wir zum Beispiel den ersten Fall der jungen Frau, deren Flap vom Fingernagel des Kindes verschoben wurde. Unter Umständen wäre dies bei einer "normalen" Hornhaut nur eine Verletzung des Epithels geworden, unter Umständen aber auch eine Verletzung des Hornhautstromas mit Abheilung und Narbenbildung. Es ist also schwer zu sagen, ob die Verschiebung des Flaps die geringere oder schwerere Komplikation ist.
Aber jetzt zu den mehr als 90% Flapfestigkeit.
Wie komme ich darauf?
Ich habe diese Zahl selbst gewählt. Sie soll ein Gefühl für die Flapfestigkeit vermitteln. Dies ist kein Messwert für mechanische Belastbarkeit.
Die Hornhaut ist nach dem Schnitt des Flaps für mechanische Einflüsse nicht so belastbar wie zuvor.
Aber eben doch nur wenig beeinträchtigt.
Diesen Schluss ziehe ich aus der Gesamtzahl der Operationen und der Zahl der veröffentlichten Komplikationen einer Flapverschiebung oder eines Flapverlustes.
Sicherlich ist mir bewusst, dass nicht jede Komplikation veröffentlicht wird. Doch in diesem Fall trifft den Arzt kein Verschulden und es gibt auch keinen Grund, nicht darüber zu reden bzw. solch einen Fall zu veröffentlichen.
lg, Spark
