Lasek nach Lasik möglich? Oder doch nur Re-Lasik?

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Moderator: Frankyboy

Donauwelle
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Beitrag von Donauwelle » 07.12.2008, 16:23

@Spark
Wieso ist für dich in diesem Fall Lasek eher 2. Wahl? Für mich wäre Lasek nämlich aus den unten angeführten Gründen 1. Wahl.
OK - du bis eher ein Lasik-Anhänger, aber du argumentierst im Normalfall damit, dass das Haze-Risiko bei hohem Abtrag steigt.
Ein hoher Abtrag ist es aber in diesem Fall definitiv nicht.

Wenn du jetzt schreibst, dass ein guter Operateur wahrscheinlich auch jetzt mit dem Anheben noch keine Probleme hat und es zusätzlich wichtig ist, dass die Rest-HH-Dicke nachgemessen werden müsste, um die Limits nicht zu unterschreiten (insbesondere deshalb, weil die dem Patienten mitgeteilten Messwerte oft falsch sind), stelle ich mir gleich folgende Fragen:
Wieso wäre Lasek 2. Wahl, wenn bei Re-Lasek
a) ein guter Operateur wahrscheinlich keine Probleme beim Anheben hat. - Wir kennen den Operateur alle nicht; und wenn er kompetent wirkt, dann könnte es ev. auch daran liegen, dass er ein guter Rhetoriker ist.
b) der nächste Knackpunkt - also die Mindesthornhautdicke - erst während der OP bzw. nach dem hoffentlich geglückten Abheben des Flaps - geklärt werden kann. - Wenn es dumm läuft hat man dann vielleicht eine angeschlagene HH und erst recht keine Re-Lasik.
c) nach so langer Zeit immer mit höherem Risiko verbunden ist (auch wenn der Arzt geschickt ist).

Ich bin schon gespannt auf deine Argumente.

Vielleicht weißt du auch auf die nächste Frage eine Antwort:
grundsätzlich ist es üblich, dass bei HHV + bzw. - Werte wie in der Mathematik addiert bzw. subtrahiert werden.
Bei Laser-OPs scheint es aber so zu sein (und so hast du es bei deiner Erklärung ja auch dargestellt), dass die HHV nur zur Hälfte angerechnet wird. Ist das eigentlich so üblich, oder müsste man - wenn man es ganz genau nimmt - nicht auch die Achse berücksichtigen??
LG
Donauwelle

Ollner79
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Beitrag von Ollner79 » 07.12.2008, 17:31

Oh oh, sehr interessante Diskussion!! Was mich als Laien auch noch interessieren würde: mit welcher Wahrscheinlichkeit kann man feststellen, dass sich eine Fehlsichtigkeit nicht weiter verschlechtert? In den ersten Jahren nach der OP waren die Werte ja auch stabil, die Verschlechterung ist innerhalb der letzten beiden Jahre eingetreten. Kann eine Re-Lasik etwa eine weitere Verschlechterung abbremsen?

Spark
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Lasek nach Lasik

Beitrag von Spark » 07.12.2008, 19:36

@Donauwelle, muss wohl die Wogen (Wellen) :D glätten
Wieso ist für dich in diesem Fall Lasek eher 2. Wahl? Für mich wäre Lasek nämlich aus den unten angeführten Gründen 1. Wahl.
OK - du bis eher ein Lasik-Anhänger, aber du argumentierst im Normalfall damit, dass das Haze-Risiko bei hohem Abtrag steigt.
Ein hoher Abtrag ist es aber in diesem Fall definitiv nicht.
Ich würde eher die ReLasik empfehlen. Es besteht sozusagen ein Zugang zur Hornhaut. Das Schnittrisiko entfällt ebenso wie bei der Lasek. Aber die Re-Lasik wäre mit weniger Beschwerden verbunden. Weshalb also eine 2. Türe in die Mauer brechen, wenn die erste schon offen steht.
Sollte es sich dann herausstellen, dass die Hornhautdicke nicht ausreicht, ist eine Lasek auf dem Flap immer noch möglich.
Dann muss ich noch eines klarstellen. Ich bin kein Befürworter der Lasik und ein Gegner der Lasek. Es gilt im Einzelfall abzuwägen, welche Methode für den Patienten die bessere und risikoärmere ist. Dazu gehört weitaus mehr, als nur ein Refraktionswert. In der Anamnese muss erwogen werden, in welcher Situation das Sehen für den Patient Priorität hat. Da unterscheidet sich ein Feinmechaniker von einem Testfahrer sehr deutlich.
Auch will bedacht sein, welche Ansprüche der Patient in der jeweiligen Situation an sein Sehen hat. Welche Hobbies und Sportarten er ausübt, wo sein Arbeitsplatz ist, oder auch wie es in seiner Branche auf dem Arbeitsmarkt aussieht und vieles mehr.
Und im Rahmen all dieser Betrachtungen spielt Schmerz, wochenlanges Schwanken der Werte und Wundheilungsreaktionen durchaus auch eine Rolle. Da kann man also nicht sagen, bei einem Wert von -2 Dioptrien mache ich grundsätzlich eine Lasek. Sondern man muss diese Überlegung von der Mitarbeit, der Geduld und auch dem Verständnis des jeweiligen Patienten von der Operationsmethode abhängig machen.
Vielleicht weißt du auch auf die nächste Frage eine Antwort:
grundsätzlich ist es üblich, dass bei HHV + bzw. - Werte wie in der Mathematik addiert bzw. subtrahiert werden.
Bei Laser-OPs scheint es aber so zu sein (und so hast du es bei deiner Erklärung ja auch dargestellt), dass die HHV nur zur Hälfte angerechnet wird. Ist das eigentlich so üblich, oder müsste man - wenn man es ganz genau nimmt - nicht auch die Achse berücksichtigen??
Schau mal im Glossar unter:
Sphärisches Äquivalent:
die durchschnitliche sphärische Power einer sphärozylindrischen Linse, d.h. [Wert der Aberrationen 1. Ordung wie Myopie, Hyperopie] + [Wert der Aberrationen 2. Ordnung (Astigmatismus / 2]; Beispiel: [- 2 D Myopie] + [-0.5 D Astigmatismus x X° / 2] = -2.25 D.
Die Achslage spielt dabei keine Rolle.
Das hat mit der eigentlichen Ablation nur bedingt zu tun. Hier geht es um die Beurteilung wie sehr die Brechkraftveränderung den Patienten in seiner Sehleistung beeinträchtigt.
Bei Laserabtrag sieht es ein wenig anders aus.
Ein Beispiel einer 6mm Zone:
Sphäre -3,0 Zylinder -0/0° ergibt einen Abtrag von 40 micron.
Sphäre -0,0 Zylinder -3/0° ergibt einen Abtrag von 40 micron.
Sphäre -3,0 Zylinder -3/0° ergibt einen Abtrag von 72 micron.
Deshalb wird bei der Beurteilung des Abtrags Sphäre und Zylinder oft der Einfachheit halber addiert. (Was ja auch nicht ganz stimmt, aber damit wäre man auf der sicheren Seite)
Mann, (oder etwa Frau???) du fragst aber genau nach!:wink:
Liebe Grüße nach Österreich, Spark

Donauwelle
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Re: Lasek nach Lasik

Beitrag von Donauwelle » 07.12.2008, 21:43

Spark hat geschrieben: Weshalb also eine 2. Türe in die Mauer brechen, wenn die erste schon offen steht.
Sollte es sich dann herausstellen, dass die Hornhautdicke nicht ausreicht, ist eine Lasek auf dem Flap immer noch möglich.
Es heißt ja immer, dass der Flap immer besser hält, je länger die OP zurückliegt. Nach 5-6 Jahren gehe ich also davon aus, dass der Flap schon eine gewisse Festigkeit erreicht hat und das Lösen spannend wird. Auch bei den Komplikationen liest man öfters, dass so manche "Korrektur" zum Dilemma wird, besonders wenn die Erst-OP schon einige Zeit zurück liegt.
Merkt der Operateur eigentlich gleich am Beginn des Abheb-Versuchs, ob ein Flap noch halbwegs leicht gelöst werden kann, oder merkt er das erst nach längerem "Herumstochern"? Ich kann mir vorstellen, dass man es nicht ganz schnell merkt. Darum wäre mir beim "Abschmirgeln der Oberfläche" (ich bleibe einmal bei der Tür :wink: ) wohler.

Danke für die nette Bemühung mir meine Frage bezügl. sphärisches Äquivalent zu erklären.
Lt. Glossar wurde ja nur die Hälfte gerechnet (-2 - 0,25 =-2,5).
Du schreibst jetzt -3 -3 = .... Ich nehme an, du meinst -6 weil du 72 µm Abtrag angegeben hast. - Ich hätte erwartet, dass du -4,5 bzw. Abtrag <60 µm angibst.

Danke trotzdem. War ein netter Versuch -> hat leider nichts gebracht -> micht tröstet nur, dass ich sicher bin , dass es noch andere Leser gibt, die sich auch noch nicht 100%ig auskennen -> Frau steigt bei diesem Thema aus :lol:

Heilungsdauer bzw. Einsatzfähigkeit bei bestimmten Berufsgruppen ist bei Lasek bestimmt ein Thema, das nicht von der Hand zu weisen ist. Ich denke ich hätte als Chef auch nur begrenztes Verständnis, wenn mein Feinmechaniker ewig ausfallen würde, weil er samt Lupe nichts exakt bearbeiten könnte. - Ausfallszeiten hört man aber auch nach Re-Lasiks oft.
LG
Donauwelle

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Beitrag von Ollner79 » 16.12.2008, 19:39

Ich war heute in einer anderen Lasikklinik als der, die mich damals gelasert hat, und habe mir eine Zweitmeinung eingeholt. Gemessen wurde auch die tatsächliche Rest-HH-Dicke:

links: 391 µm
rechts: 441 µm

Da ein Abtrag von rund 140 µm inkl. Flap bei einer Re-Lasik zu erwarten ist, und damit die Rest-HH-Dicke von rund 250 µm erreicht wird, wurde mir von einer Relasik abgeraten.

Allerdings wurde dort keine LasEk angeboten. Nun meine Frage: ist eine LasEk bei meinen Werten üblich? Ich finde nirgends im Internet etwas über den Abtrag und die Mindest-HH-Stärke , die nach der LasEk verbleiben soll.

Natürlich werde ich erstmal abwarten, ob meine Fehlsichtigkeit tatsächlich stabil bleibt. Mir gehts in diesem Forum darum, abzuchecken, welche Möglichkeiten mir bleiben, um irgendwann tatsächlich wieder ohne Brille in die Ferne blicken zu können!

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