Neuer ICL Interessent mit vielen Fragen

Imlantierbare Contactlinsen (ICL), IOL, Artisan, Verisyse, Bioptics, Hinterkammerlinsen, Vorderkammerlinsen, Iris Clip Linsen, Clear Lens Extraction (CLE)

Moderator: Frankyboy

golfons123
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Neuer ICL Interessent mit vielen Fragen

Beitrag von golfons123 » 08.10.2013, 18:42

Hallo Forum,

auch ich spiele mit dem Gedanken mir Linsen implantieren zu lassen, lese fleißig hier im Forum mit und habe dennoch viele offene Fragen. Kurz zu meiner Ausgangssituation: Ich bin 23 Jahre alt, männlich und Student. Meine Werte:

Rechts: -11,25, -1,75
Links: -10,50, -1,75

Zumindest stehen diese so auf meinem letzten Kontaktlinsenrezept. Kenne mich nicht wirklich mit dem Zahlenwirrwarr aus :). gerne könnt ihr mir die Bedeutung der Zahlen erklären (Dioptrie und Hornhautverkrümmung?) Rechts sehe ich 60% und auf meinem linken Auge komme ich auf lediglich 20% Sehkraft. Ich würde mir mit einer Entscheidung FÜR eine solche OP wesentlich leichter tun, wenn mein linkes Auge nicht so schwach wäre. Sollte meinem rechten Auge etwas zustossen, kann man mir direkt den Schwerbehindertenausweis ausstellen. Kontaktlinsen vertrage ich einigermaßen. Zum feiern gehen reicht es, tagsüber trage ich sie aber ungern über mehrere Stunden. Prinzipiell bin ich ohne Brille sicherlich selbstbewusster, komme aber auch mit Brille eigentlich ganz gut klar. Aber klar, es wäre toll morgens ohne aufzuwachen!

Ich war vor knapp 3 Wochen bereits in Mannheim bei Prof. Dr. Knorz zu einer Voruntersuchtung. Hier wurde mir mitgeteilt, dass eine ICL Implantation (torische Linsen) generell bei mir möglich wäre. Dr. Knorz wirkte äußerst kompetent. Im Nachhinein hat er das ganze Verfahren in meinen Augen jedoch zu schön dargestellt und ist zu wenig auf die Gefahren eingegangen. Klar sagte er, dass es ein Infektionsrisiko gibt und dass bei 2-3% der Patienten verfrüht der Graue Star auftritt, diese waren jedoch eher Randbemerkungen. Ich habe mich in den letzten Wochen also nochmals gründlich mit dem Thema beschäftigt und dabei sind viele Fragen aufgekommen. Ich werde Herrn Knorz auch nochmal eine Mail schreiben, jedoch wollte ich zunächst einmal hier posten, da ich auch hier viele kompetente Beiträge und tolle Erfahrungsberichte gelesen habe. Ich habe den Eindruck Linsenimplantationen werden immer häufiger durchgeführt (?)

Zurzeit plane ich Dr. Kohnen in Frankfurt einen Besuch abzustatten, um mir eine weitere Meinung einzuholen; wie geschrieben war mir Herr Knorz´Darstellung einfach zu verschönt. Ich habe bisher nur Gutes über ihn gelesen und Frankfurt wäre geographisch sogar näher gelesen. Der Beratungstermin soll allerdings knapp 400€ kosten.

Naja. ich versuche meine Fragen halbwegs zu ordnen, entschuldige mich aber dennoch vorab für das Chaos :). Ich weiß hier ist keiner ein Allwissender Halbgott und letztendlich muss ich eine solche Entscheidung treffen sowie die Konsequenzen alleine tragen. Dennoch könnt ihr mir helfen! :)

Stabilität meiner Werte
Ich bin erst 23 und meine das Risiko, dass sich meine Werte noch einmal grundlegend verändern ist somit höher. Ich kann leider mit den ganzen mir vorliegenden Zahlen relativ wenig anfangen. Ich schreibe meine vergangenen (Brillenrezept-)Werte einfach mal nieder

April 2009
R: -11,25 -2,25
L: -11,00 -2,5

Januar 2010
R: -10,50 -2,25
L: - 11,00 -2,5

Oktober 2010
R: -10,50 -2,25
L: -11,00 -2,5

Mai 2013
R: -11,25 -1,75
L: -10,50 -1,75

Grundsätzlich hat mich mein Augenarzt darauf aufmerksam gemacht, dass meine Werte relativ stabil seien und dass man eine OP in Betracht ziehen kann. Kann mir hier wirklich schon von einer Stabilität sprechen?

Endothellzellverlust
Dieser scheint vor allem bei Vorderkammerlinsen aufzutreten. Spielt dieser bei Hinterkammerlinsen auch eine Rolle? Da ich ja relativ jung bin, habe ich die Sorge, dass der jährliche Verlust (habe etwas von 0,69% gelesen) bei mir langfristig dafür Sorgen wird, dass mein "Rücklage" an diesen Zellen noch vor meinem Ableben verbraucht ist. Begründete Sorge? Weiter habe ich gelesen, dass der Zellverlust nur in den ersten 3 Jahren verstärkt ist und danach auf das Normalniveau fällt. Auch hier die Frage: Korrekt?

Folgender Auszug sorgte für diese Frage: The available data from the clinical study indicates a continual steady loss of endothelial cell density of i-2.2% per >ear and this rate has not been established as safe..

Höhere Infektionsgefahr bei Implantaten
Wieso ist die Infektionsgefahr höher als bei anderen Techniken? Hat irgendjemand tatsächlich mal schlechte Erfahrungen mit einer Infektion gemacht? Einen solchen Bericht habe ich bisher nicht gelesen, was mich positiv stimmt, dass dieses Risiko zu vernachlässigen ist.

Mechanische Einflüsse
Wie sieht es mit mechanischen Einflüssen nach dem Eingriff aus - kann stakres Reiben oder eine unglückliche Aktion beim Fussball ernsthafte Auswirkungen haben? Wie sieht es mit Kraftsport aus? Hierbei habe ich mal gehört, dass die Augen hier einen besonders hohen Augendruck? haben.

Wieso benötigen ICL-Patienten lebenslange Kontrolluntersuchungen? Klar ist dies nur im Interesse des Patienten, dennoch bereitet mir dies Sorgen hinsichtlich des langfristigen Ergebnisses mit den Linsen.

Korrektur-OP
Sollte die Linse wieder entfernt werden müssen, so wäre der Schnitt größer oder (da die Linse ja nicht gefaltet ist)? Größerer Schnitt = Größere Infektionsgefahr vermute ich.

Auch habe ich die wahrscheinlich völlig unbegründete Sorge, dass die Kunstlinse mit irgendeinem Bestandteil des Auges verwächst (habe hier mal einen Post gelesen bei dem so etwas aufgetreten ist, dabei handelte es sich jedoch um eine Grauer Star Operation --> verwachsen mit Linsensack). Wenn mich hier jemand mit Anatomiewissen beruhigen kann, wäre das super :).

Bezüglich einer langfristigen Linsentrübung habe ich gelesen, dass diese bei "5% über 5 Jahren" liegt. Ich glaube es handelte sich nur um einen Forenpost. Ist das Schwachsinn? Steigt die Wahrscheinlichkeit einer Linsentrübung mit der Dauer, die die Linse eingesetzt ist? Ich könnte mir vorstellen, dass die Kunstlinse die natürliche Linse entweder berührt oder aber auch nicht. Fertig.

Über die neue V4C Linse habe ich gelesen, dass diese durch die besondere Form und das Loch in der Mitte von der Linse weg "gewölbt" werden soll. Würde dies die Gefahr nicht enorm verringern? Gibt wahrscheinlich noch keine Studien hierzu.

Langzeitergebnis
Diese Sorge hat vermutlich jeder, der mit dem Gedanken spielt sich eine Linse implantieren zu lassen. Es gibt keine Langzeiterfahrungen. Da ich vergleichsweise jung bin, sorgt bei mir dieser Aspekt für besonderes Kopfzerbrechen. Immerhin habe ich die Linsen im Idealfall 50-60 Jahre in meinem Auge. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir komischerweise, dass dies nicht ohne Komplikationen und Probleme klappen kann.

Grauer Star OP
Hier ist auch folgende Anschlussfrage zu nennen. Oft habe ich das Argument gelesen, dass sich Leute für die Linsenimplantation entschieden haben, dass sie vermuten ohnehin früher oder später sich einer Grauer Star OP zu unterziehen. Dann würde man die ICL einfach entfernen und die Langzeiterfahrungen würden eine untergeordnete Rolle spielen. Macht Sinn! Wie genau würde eine solche OP aber aussehen? Wird zunächst mit einem Schnitt die ICL entfernt und dann mit dem Linsenaustausch der natürlichen Linse fortgefahren, muss hierfür ein weiterer Schnitt/weitere Schnitte gemacht werden oder kann basierend auf dem Schnitt zur ICL Entfernung fortgefahren werden?

Nachtblindheit
Ich bin seit meiner Geburt Nachtblind. Dies hat etwas Gutes: Ich fahre Nachts ohnehin kein Auto, weshalb ich weniger Angst vor Halos etc. habe, die sehr einschränkend sein könnten. Auch habe ich aber gelesen, dass Patienten oft im Dunkeln schlechter sehen (bezogen auf die Sehfähigkeit, unabhängig von Lichterscheinungen). Ist da was dran? Schon wieder eine Sorge :D --> Meine Nachtlblndheit sollte nicht noch schlechter werden.

Der Klassiker - Vorder- vs. Hinterkammerlinsen
Die Vor- und Nachteile sind mir grob klar. Vorderkammerlinsen --> Endothellzellverlust, Hinterkammerlinsen --> Linsentrübung. Auch hier hat mich Dr. Knorz nicht aufgeklärt, ich vermute er bietet nur die ICL an.

Ich lese einfach zu viele Threads im Internet :). Bin natürlich auch auf Posts gestossen, die klar für eine Vorderkammerlinse plädieren. Der Eingriff wäre leichter rückgängig zu machen, der Eingriff sei noch oberflächlicher und vor allem könnte man mögliche Komplikationen viel besser und früher erkennen. Klingt plausibel :/.

Ein weiterer ähnlicher Angstmacher-Post (oder vielleicht auch einfach nur begründetes Aufmerksammaachen auf die Gafahren) sah so aus:

"Ein grundsätzliches Risiko bei jedem intraokularen Eingriff ist die Infektion. Das Risiko ist glücklicherweise sehr gering (etwa 1:2000 pro Auge). Wenn es eine Infektion gibt, kann es zu schwerwiegenden Sehverlusten bis zur Erblindung kommen. Man riskiert also die Bank.
Außerdem gibt es bei jedem intraokularen Eingriff das Risiko einer Netzhautablösung. Manche Studien beziffern es bei implantierbaren Linsen als sehr gering. Andere vergleichen das Risiko mit dem der gauen-Star-Operation (also bis zu 5% pro Auge für einen stark Kurzsichtigen). Das Risiko kommt daher, daß das Auge seinen Druck verliert, wenn es aufgeschnitten wird. Es kommt also zu vorübergehenden Verformungen des Augapfels. Netzhautablösungen kann man glücklicherweise gut mit dem laser behandeln. Es gibt sogar Ärzte, die vor einer intraokularen OP die Netzhaut mit dem Laser stärker befestigen, so daß sie sich bei der OP nicht ablöst. "

--> 1:2000?? Erscheint mir alles andere als niedrig!
--> Auch war mir das Risko der Netzhautablösung nicht so bewusst. Wie hoch ist dieses wirklich?


Zitate
Ich habe einige nützliche Links gefunden, die relativ professionell wirken. Allerdings haben mich einige Textpassagen extrem verunsichert. Die Links poste ich einfach nochmal, da sie eventuell auch für Andere nützlich sein könnten. Im Prinzip ist es erstmal nur ein Link der amerikanischen FDA von da aus kann man sicher weiterklicken http://www.accessdata.fda.gov/scripts/c ... um=p030016

Folgende Auszüge machen mir Angst :)

a) The long-term effects on the corneal endothelium have not been established.
Patients should be advised about potential risk of corneal edema, possibly
requiring corneal transplantation.

Von einer hohen Hornhautverlust-Gefahr habe ich bisher nicht gelesen.

b) Patients with higher degrees of myopia experience lower efficacy and higher rates of adverse events and complications.

Warum? :D mit meinen knapp 10-11 Diptrien falle ich hier natürlich drunter.



c) The adverse events/complications experienced during the clinical study of the Visian ICL
(between I and 36 months) all occurring in < 1% of cases (cumulative) and included 3
retinal detachments (0. 6%). 2 cases of glaucoma (0.4%). clinically significant cataract 2
anterior (0.4%); 5 nuclear (1%)). 1 case of elevated lOP > 25 mmHg /> 10 mmHg change
from baseline at last visit (0.2%). 1 macular hemorrhage (0.2%) and I subretinal
hemorrhage (0.2%). Corneal edema and iritis were not reported after the 1 week visit.
No cases of macular edema, endophthalmitis, corneal ulcer. corneal haze/edema (after I
week), hypopyon, hyphema or persistent corneal edema were reported during the study und in 3% der fehle war "surgical reintervention" notwendig

In meinen Augen sind das doch ein bißchen viele Risiken oder? die kleinen Prozentzahlen summieren sich ja auch.




d) The incidence/severity of halos increased, the smaller the optic diameter.

--> Aas heißt das genau? :) Handelt es sich hier um die Größe der Dunkelpupille?


e) Adverse Reactions and/or potentially sight-threatening complications that may reasonably be regarded as lens related and that were not previously expected in nature. severity or degree of incidence should be diligently reported to STAAR Surgical immediately. This information is being requested firom all surgeons in order to document potential long-term effects of Visian ICL implantation. especially in younger patients.

--> erzeugt bei mir den eindruck, dass selbst das unternehmen sich sorgen über langzeitwirkung bei jungen leuten macht (ich bin erst 23 - Hilfe :D)



Fragen über Fragen. Ich hoffe man kann mir trotz der Panik, die ich gegebenfalls schiebe und den ein oder anderen vermutlich auch nerve, weiterhelfen. Eigentlich bin ich die Ruhe selbst, mir fliegen nur eine Menge Fragen im Kopf umher. Hier im Forum tummeln sich ja viele, die alle Angst vor dem Eingriff haben. Die vielen positiven Erfahrungsberichte ermutigen natürlich.

Viele Liebe Grüße!

iclv4c
kennt sich hier aus
Beiträge: 270
Registriert: 02.06.2013, 13:49

Re: Neuer ICL Interessent mit vielen Fragen

Beitrag von iclv4c » 09.10.2013, 23:36

puuuuuh, das sind wirklich ne menge fragen und man kann erkennen, du auch hier sehr genau gelesen hast. die risiken sind nicht abzustreiten, sie sind sehr gering größtenteils, teilweise auch etwas größer (grauer star), insgesamt jedoch gering.

was aber auch immer ich, oder andere dir antworten werden, bitte bedenke, dass wir (obwohl wir dir linse im auge haben!) laien sind!!!
Zurzeit plane ich Dr. Kohnen in Frankfurt einen Besuch abzustatten, um mir eine weitere Meinung einzuholen; wie geschrieben war mir Herr Knorz´Darstellung einfach zu verschönt. Ich habe bisher nur Gutes über ihn gelesen und Frankfurt wäre geographisch sogar näher gelesen. Der Beratungstermin soll allerdings knapp 400€ kosten.
dieser betrag stimmt in etwa, jedoch ist da die komplette voruntersuchung inkludiert. kohnen selbst wirst du dabei nur für ein paar minuten zu gesicht bekommen. er wird aufgrund der daten der untersuchung, aber auch deiner persönlichen präferenzen, eine behandlung (op, linsentyp etc.) empfehlen. bereite dich vor und frage die sachen, die dir dann noch auf den nägeln brennen.

Stabilität meiner Werte
Ich bin erst 23 und meine das Risiko, dass sich meine Werte noch einmal grundlegend verändern ist somit höher. Ich kann leider mit den ganzen mir vorliegenden Zahlen relativ wenig anfangen. Ich schreibe meine vergangenen (Brillenrezept-)Werte einfach mal nieder

April 2009
R: -11,25 -2,25
L: -11,00 -2,5

Januar 2010
R: -10,50 -2,25
L: - 11,00 -2,5

Oktober 2010
R: -10,50 -2,25
L: -11,00 -2,5

Mai 2013
R: -11,25 -1,75
L: -10,50 -1,75

Grundsätzlich hat mich mein Augenarzt darauf aufmerksam gemacht, dass meine Werte relativ stabil seien und dass man eine OP in Betracht ziehen kann. Kann mir hier wirklich schon von einer Stabilität sprechen?
jein, die schwankungen sind gering, aber da. allerdings ist es eben auch so, dass diese werte sehr oft von der tagesform beeinflusst sind. das selbe gilt unterschiede, die sich durch die tageszeit ergeben. je höher die fehlsichtigkeit ist, desto größer sind die abweichungen. da du noch sehr jung bist, besteht tatsächlich das risiko, dass sich nochmals etwas ändert.
Endothellzellverlust
Dieser scheint vor allem bei Vorderkammerlinsen aufzutreten. Spielt dieser bei Hinterkammerlinsen auch eine Rolle? Da ich ja relativ jung bin, habe ich die Sorge, dass der jährliche Verlust (habe etwas von 0,69% gelesen) bei mir langfristig dafür Sorgen wird, dass mein "Rücklage" an diesen Zellen noch vor meinem Ableben verbraucht ist. Begründete Sorge? Weiter habe ich gelesen, dass der Zellverlust nur in den ersten 3 Jahren verstärkt ist und danach auf das Normalniveau fällt. Auch hier die Frage: Korrekt?

Folgender Auszug sorgte für diese Frage: The available data from the clinical study indicates a continual steady loss of endothelial cell density of i-2.2% per >ear and this rate has not been established as safe..
endothelzellverlust ist möglich, wenngleich geringer als bei vorderkammerlinsen. deshalb gelten mindestwerte, die die hersteller vorgeben. m.w. sind dies mindestens 2.000, die du erreichen musst.
Höhere Infektionsgefahr bei Implantaten
Wieso ist die Infektionsgefahr höher als bei anderen Techniken? Hat irgendjemand tatsächlich mal schlechte Erfahrungen mit einer Infektion gemacht? Einen solchen Bericht habe ich bisher nicht gelesen, was mich positiv stimmt, dass dieses Risiko zu vernachlässigen ist.
bei allen eingriffen, bei denen das auge geöffnet wird, gibt es dieses restrisiko.
Mechanische Einflüsse
Wie sieht es mit mechanischen Einflüssen nach dem Eingriff aus - kann stakres Reiben oder eine unglückliche Aktion beim Fussball ernsthafte Auswirkungen haben? Wie sieht es mit Kraftsport aus? Hierbei habe ich mal gehört, dass die Augen hier einen besonders hohen Augendruck? haben.
dazu kann ich nix sagen, würde mich aber auch interessieren
Wieso benötigen ICL-Patienten lebenslange Kontrolluntersuchungen? Klar ist dies nur im Interesse des Patienten, dennoch bereitet mir dies Sorgen hinsichtlich des langfristigen Ergebnisses mit den Linsen.
sorgen muss dir das keine machen, es ist erstens eine vorsichtsmaßnahme und dann natürlich auch interessant für die branche, um eben langzeitergebnisse zu erhalten. kontrolliert werden sollte auf jeden fall, was sich in sachen grauer star, netzhaut und endothel tut.
Korrektur-OP
Sollte die Linse wieder entfernt werden müssen, so wäre der Schnitt größer oder (da die Linse ja nicht gefaltet ist)? Größerer Schnitt = Größere Infektionsgefahr vermute ich.
schau mal in den thread von "wollebrillekaufe", dort habe ich ein video einer solchen op verlinkt. die linse wird im prinzip im auge gefaltet und rausgezogen, der schnitt ist nicht erkennbar größer.
Auch habe ich die wahrscheinlich völlig unbegründete Sorge, dass die Kunstlinse mit irgendeinem Bestandteil des Auges verwächst (habe hier mal einen Post gelesen bei dem so etwas aufgetreten ist, dabei handelte es sich jedoch um eine Grauer Star Operation --> verwachsen mit Linsensack). Wenn mich hier jemand mit Anatomiewissen beruhigen kann, wäre das super .
ja, da kann man dich glaube ich beruhigen. die linse sitzt in einem kleinen zwischenraum zwischen iris und kristalliner linse.
Bezüglich einer langfristigen Linsentrübung habe ich gelesen, dass diese bei "5% über 5 Jahren" liegt. Ich glaube es handelte sich nur um einen Forenpost. Ist das Schwachsinn? Steigt die Wahrscheinlichkeit einer Linsentrübung mit der Dauer, die die Linse eingesetzt ist? Ich könnte mir vorstellen, dass die Kunstlinse die natürliche Linse entweder berührt oder aber auch nicht. Fertig.
nein, das ist kein schwachsinn! es ist auch nicht so, dass die linse "wandert". vielmehr biegt sie sich im ungünstigen fall "nach hinten" durch. da der abstand zur körpereigenen linse extrem klein ist, kann dies reichen, um "aufzuliegen".
Über die neue V4C Linse habe ich gelesen, dass diese durch die besondere Form und das Loch in der Mitte von der Linse weg "gewölbt" werden soll. Würde dies die Gefahr nicht enorm verringern? Gibt wahrscheinlich noch keine Studien hierzu.
was du über die V4C gelesen hast stimmt. das durchbiegen soll durch ihre gewölbte form und den druckausgleich durch das durchströmende kammerwasser verhindert werden. da es die linse erst ein gutes jahr gibt... gibts natürlich auch keine studien über größere zeiträume
Langzeitergebnis
Diese Sorge hat vermutlich jeder, der mit dem Gedanken spielt sich eine Linse implantieren zu lassen. Es gibt keine Langzeiterfahrungen. Da ich vergleichsweise jung bin, sorgt bei mir dieser Aspekt für besonderes Kopfzerbrechen. Immerhin habe ich die Linsen im Idealfall 50-60 Jahre in meinem Auge. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir komischerweise, dass dies nicht ohne Komplikationen und Probleme klappen kann.
naja, das problem der restunsicherheit haben wir alle, selbst wir, die unfassbare 20 jahre älter sind :lol:
Grauer Star OP
Hier ist auch folgende Anschlussfrage zu nennen. Oft habe ich das Argument gelesen, dass sich Leute für die Linsenimplantation entschieden haben, dass sie vermuten ohnehin früher oder später sich einer Grauer Star OP zu unterziehen. Dann würde man die ICL einfach entfernen und die Langzeiterfahrungen würden eine untergeordnete Rolle spielen. Macht Sinn! Wie genau würde eine solche OP aber aussehen? Wird zunächst mit einem Schnitt die ICL entfernt und dann mit dem Linsenaustausch der natürlichen Linse fortgefahren, muss hierfür ein weiterer Schnitt/weitere Schnitte gemacht werden oder kann basierend auf dem Schnitt zur ICL Entfernung fortgefahren werden?
kann man und macht man auch so. siehe nochmal oben erwähntes video
Nachtblindheit
Ich bin seit meiner Geburt Nachtblind. Dies hat etwas Gutes: Ich fahre Nachts ohnehin kein Auto, weshalb ich weniger Angst vor Halos etc. habe, die sehr einschränkend sein könnten. Auch habe ich aber gelesen, dass Patienten oft im Dunkeln schlechter sehen (bezogen auf die Sehfähigkeit, unabhängig von Lichterscheinungen). Ist da was dran? Schon wieder eine Sorge --> Meine Nachtlblndheit sollte nicht noch schlechter werden.
dazu kann ich dir leider nix sagen
Der Klassiker - Vorder- vs. Hinterkammerlinsen
Die Vor- und Nachteile sind mir grob klar. Vorderkammerlinsen --> Endothellzellverlust, Hinterkammerlinsen --> Linsentrübung. Auch hier hat mich Dr. Knorz nicht aufgeklärt, ich vermute er bietet nur die ICL an.
ich vermute eher knorz bietet eher vorderkammerlinsen an. zumindest war er ein großer verfechter dieses linsentyps und weniger der hinterkammerlinsen.
Ich lese einfach zu viele Threads im Internet . Bin natürlich auch auf Posts gestossen, die klar für eine Vorderkammerlinse plädieren. Der Eingriff wäre leichter rückgängig zu machen, der Eingriff sei noch oberflächlicher und vor allem könnte man mögliche Komplikationen viel besser und früher erkennen. Klingt plausibel :/.
hmmm, welche komplikationen sollen das sein - abgesehen von den wirklich sichtbaren, wie pupillenverzug? meine persönliche meinung dazu: da nehmen sich beide typen recht wenig, bis gar nix.
(....) In meinen Augen sind das doch ein bißchen viele Risiken oder? die kleinen Prozentzahlen summieren sich ja auch.
ich will das wirklich, wirklich nicht runterspielen, aber wenn du schon mal den beipackzettel von aspirin gelesen hast?

d) The incidence/severity of halos increased, the smaller the optic diameter.

--> Aas heißt das genau? Handelt es sich hier um die Größe der Dunkelpupille?
ich hätte den "optic diameter" als durchmesser der optischen zone der linse verstanden. da gibts verschiedene "größen", drei bei der visian glaube ich. je kleiner dieser gewählt wird, desto eher wird deine dunkelpupille größer sein, ergo die gefahr für halos steigen.
e) Adverse Reactions and/or potentially sight-threatening complications that may reasonably be regarded as lens related and that were not previously expected in nature. severity or degree of incidence should be diligently reported to STAAR Surgical immediately. This information is being requested firom all surgeons in order to document potential long-term effects of Visian ICL implantation. especially in younger patients.

--> erzeugt bei mir den eindruck, dass selbst das unternehmen sich sorgen über langzeitwirkung bei jungen leuten macht (ich bin erst 23 - Hilfe )
ich würde es anders interpretieren. das unternehmen ist auf das feedback der operateure angwiesen. ist ja logisch, sonst müssten sie selbst ein paar hunderttausend menschen operieren, um die daten, die sie zur weiterentwicklung brauchen, zu bekommen.

noch was zum schluss: ich weiß aus eigener erfahrung, dass so ein austausch gold wert ist und hilft die sache besser einzuschätzen. auch deshalb versuche ich meine eigenen erfahrungen weiterzugeben und zu helfen. und ich versuche dabei neutral zu bleiben. in deinem fall möchte ich aber ein klein wenig weiter gehen, wenn du erlaubst: ich würde noch ein wenig warten. du bist sehr jung! du hast zeit. auch zeit, um sicherer in deiner entscheidung zu sein und zu werden. und natürlich zeit, um längerfristige resultate dieses linsentyps abzuwarten. alles gute!

wolleBrillekaufe
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Re: Neuer ICL Interessent mit vielen Fragen

Beitrag von wolleBrillekaufe » 10.10.2013, 11:12

Hallo golfons123,
ich hab mir mal deine Endothelzellenfrage rausgegriffen, die hat mich auch ewig beschäftigt. Und zwar aus dem Grund, dass ein Schaden dort eigentlich nur durch eine Transplantation behoben werden kann.

Zu dem Thema gibt es eigentlich nur eine einzige Studie über 4 Jahre, auf die überall referenziert wird. Auch im FDA-Report, aus dem du zitiert hast.

Meist wird diese Studie so gedeutet, dass ein vermehrtes Absterben von Endothelzellen in den Jahren 1-3 nach der OP sattfindet. Danach pendelt sich dieses wieder im normalen Bereich ein.
Grund hierfür soll vor allem das Trauma auf Grund der OP und die nachfolgende Heilung und Umorganisation der Hornhaut sein.
Auf dieser Basis sollte die ICL eigentlich kein Risiko darstellen, da die 5-8% Verlust innerhalb der 3 Jahre kein Problem darstellen. Die übrigen Zellen reichen aus, das weitere (geringfügigere) Absterben ist normal.

Die FDA geht in ihrem Report meiner Ansicht noch einen anderen Weg: Die sagen, dass sie berechnen wollen, wieviele Endothelzellen man zum OP-Zeitraum haben soll, wenn man mit 75 Jahren gern noch 1000/mm² hätte. Dafür nutzen sie eine jährliche Reduktion der Zellen von 2,x%, je nach Vorderkammergröße.
Mit diesem Ansatz und mit dem Wissen, was deine Zelldichte zum OP-Zeitpunkt ist, kannst du dir leicht ausrechnen, wie sich das über die Jahre entwickelt.
Ich für meinen Teil würde da bei 730/mm² landen, wenn ich 100 wäre. Keine Ahnung, ob das wohl ausreicht. Mir erscheint es ganz schön wenig, ist ja nichtmal 1/3 von dem, was die zur Implantation vorschreiben.
Von daher kann ich verstehen, dass sie das als "not safe" betrachten.

Ich habe mich zur Implantation entschieden, weil ich der oben angeführten Deutung der Studie mehr traue. Ich gehe davon aus, dass sich der Endothelverlust nach 3 Jahren stabilisiert.
Darüber hinaus hoffe ich, dass sich die OP Techniken verbessert haben und die Version V4c noch besser fürs Endothel ist.
Außerdem berührt die Linse das Endothel ja nicht, daher ist es mir besonders wichtig auf die Fähigkeit des Operateurs zu setzen.

Zu allen anderen Fragen hat mir persönlich die Lektüre des Buches geholfen, dass du unter diesem Link findest:

http://books.google.de/books?id=8h40kz1 ... cl&f=false

Gruß!

wolleBrillekaufe
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Re: Neuer ICL Interessent mit vielen Fragen

Beitrag von wolleBrillekaufe » 10.10.2013, 12:21

Um meinen Post von eben noch zum Thema Endothel zu ergänzen:

Ich habe noch eine Quelle gefunden, die aussagt, dass 400-500 Zellen pro mm² ausreichend sind:

http://advancedvisionsurgery.com/blog/2 ... generation

Dort könnt ihr euch das entsprechende pdf runterladen und auf S. 581 findet ihr die entsprechende Zahl.

golfons123
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Re: Neuer ICL Interessent mit vielen Fragen

Beitrag von golfons123 » 10.10.2013, 19:21

Hallo ihr beiden,

ich wollte euch schonmal für die Antworten danken. Meine eigene Motivation wäre gering auf so einen langen Post zu antworten, daher weiß ich dies zu schätzen.

Ich hoffe auf weitere Antworten und sollte ich mich für eine weitere Untersuchung o.Ä. entscheiden, werde ich in diesem Thread Updates schreiben.

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