auch ich spiele mit dem Gedanken mir Linsen implantieren zu lassen, lese fleißig hier im Forum mit und habe dennoch viele offene Fragen. Kurz zu meiner Ausgangssituation: Ich bin 23 Jahre alt, männlich und Student. Meine Werte:
Rechts: -11,25, -1,75
Links: -10,50, -1,75
Zumindest stehen diese so auf meinem letzten Kontaktlinsenrezept. Kenne mich nicht wirklich mit dem Zahlenwirrwarr aus
Ich war vor knapp 3 Wochen bereits in Mannheim bei Prof. Dr. Knorz zu einer Voruntersuchtung. Hier wurde mir mitgeteilt, dass eine ICL Implantation (torische Linsen) generell bei mir möglich wäre. Dr. Knorz wirkte äußerst kompetent. Im Nachhinein hat er das ganze Verfahren in meinen Augen jedoch zu schön dargestellt und ist zu wenig auf die Gefahren eingegangen. Klar sagte er, dass es ein Infektionsrisiko gibt und dass bei 2-3% der Patienten verfrüht der Graue Star auftritt, diese waren jedoch eher Randbemerkungen. Ich habe mich in den letzten Wochen also nochmals gründlich mit dem Thema beschäftigt und dabei sind viele Fragen aufgekommen. Ich werde Herrn Knorz auch nochmal eine Mail schreiben, jedoch wollte ich zunächst einmal hier posten, da ich auch hier viele kompetente Beiträge und tolle Erfahrungsberichte gelesen habe. Ich habe den Eindruck Linsenimplantationen werden immer häufiger durchgeführt (?)
Zurzeit plane ich Dr. Kohnen in Frankfurt einen Besuch abzustatten, um mir eine weitere Meinung einzuholen; wie geschrieben war mir Herr Knorz´Darstellung einfach zu verschönt. Ich habe bisher nur Gutes über ihn gelesen und Frankfurt wäre geographisch sogar näher gelesen. Der Beratungstermin soll allerdings knapp 400€ kosten.
Naja. ich versuche meine Fragen halbwegs zu ordnen, entschuldige mich aber dennoch vorab für das Chaos
Stabilität meiner Werte
Ich bin erst 23 und meine das Risiko, dass sich meine Werte noch einmal grundlegend verändern ist somit höher. Ich kann leider mit den ganzen mir vorliegenden Zahlen relativ wenig anfangen. Ich schreibe meine vergangenen (Brillenrezept-)Werte einfach mal nieder
April 2009
R: -11,25 -2,25
L: -11,00 -2,5
Januar 2010
R: -10,50 -2,25
L: - 11,00 -2,5
Oktober 2010
R: -10,50 -2,25
L: -11,00 -2,5
Mai 2013
R: -11,25 -1,75
L: -10,50 -1,75
Grundsätzlich hat mich mein Augenarzt darauf aufmerksam gemacht, dass meine Werte relativ stabil seien und dass man eine OP in Betracht ziehen kann. Kann mir hier wirklich schon von einer Stabilität sprechen?
Endothellzellverlust
Dieser scheint vor allem bei Vorderkammerlinsen aufzutreten. Spielt dieser bei Hinterkammerlinsen auch eine Rolle? Da ich ja relativ jung bin, habe ich die Sorge, dass der jährliche Verlust (habe etwas von 0,69% gelesen) bei mir langfristig dafür Sorgen wird, dass mein "Rücklage" an diesen Zellen noch vor meinem Ableben verbraucht ist. Begründete Sorge? Weiter habe ich gelesen, dass der Zellverlust nur in den ersten 3 Jahren verstärkt ist und danach auf das Normalniveau fällt. Auch hier die Frage: Korrekt?
Folgender Auszug sorgte für diese Frage: The available data from the clinical study indicates a continual steady loss of endothelial cell density of i-2.2% per >ear and this rate has not been established as safe..
Höhere Infektionsgefahr bei Implantaten
Wieso ist die Infektionsgefahr höher als bei anderen Techniken? Hat irgendjemand tatsächlich mal schlechte Erfahrungen mit einer Infektion gemacht? Einen solchen Bericht habe ich bisher nicht gelesen, was mich positiv stimmt, dass dieses Risiko zu vernachlässigen ist.
Mechanische Einflüsse
Wie sieht es mit mechanischen Einflüssen nach dem Eingriff aus - kann stakres Reiben oder eine unglückliche Aktion beim Fussball ernsthafte Auswirkungen haben? Wie sieht es mit Kraftsport aus? Hierbei habe ich mal gehört, dass die Augen hier einen besonders hohen Augendruck? haben.
Wieso benötigen ICL-Patienten lebenslange Kontrolluntersuchungen? Klar ist dies nur im Interesse des Patienten, dennoch bereitet mir dies Sorgen hinsichtlich des langfristigen Ergebnisses mit den Linsen.
Korrektur-OP
Sollte die Linse wieder entfernt werden müssen, so wäre der Schnitt größer oder (da die Linse ja nicht gefaltet ist)? Größerer Schnitt = Größere Infektionsgefahr vermute ich.
Auch habe ich die wahrscheinlich völlig unbegründete Sorge, dass die Kunstlinse mit irgendeinem Bestandteil des Auges verwächst (habe hier mal einen Post gelesen bei dem so etwas aufgetreten ist, dabei handelte es sich jedoch um eine Grauer Star Operation --> verwachsen mit Linsensack). Wenn mich hier jemand mit Anatomiewissen beruhigen kann, wäre das super
Bezüglich einer langfristigen Linsentrübung habe ich gelesen, dass diese bei "5% über 5 Jahren" liegt. Ich glaube es handelte sich nur um einen Forenpost. Ist das Schwachsinn? Steigt die Wahrscheinlichkeit einer Linsentrübung mit der Dauer, die die Linse eingesetzt ist? Ich könnte mir vorstellen, dass die Kunstlinse die natürliche Linse entweder berührt oder aber auch nicht. Fertig.
Über die neue V4C Linse habe ich gelesen, dass diese durch die besondere Form und das Loch in der Mitte von der Linse weg "gewölbt" werden soll. Würde dies die Gefahr nicht enorm verringern? Gibt wahrscheinlich noch keine Studien hierzu.
Langzeitergebnis
Diese Sorge hat vermutlich jeder, der mit dem Gedanken spielt sich eine Linse implantieren zu lassen. Es gibt keine Langzeiterfahrungen. Da ich vergleichsweise jung bin, sorgt bei mir dieser Aspekt für besonderes Kopfzerbrechen. Immerhin habe ich die Linsen im Idealfall 50-60 Jahre in meinem Auge. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir komischerweise, dass dies nicht ohne Komplikationen und Probleme klappen kann.
Grauer Star OP
Hier ist auch folgende Anschlussfrage zu nennen. Oft habe ich das Argument gelesen, dass sich Leute für die Linsenimplantation entschieden haben, dass sie vermuten ohnehin früher oder später sich einer Grauer Star OP zu unterziehen. Dann würde man die ICL einfach entfernen und die Langzeiterfahrungen würden eine untergeordnete Rolle spielen. Macht Sinn! Wie genau würde eine solche OP aber aussehen? Wird zunächst mit einem Schnitt die ICL entfernt und dann mit dem Linsenaustausch der natürlichen Linse fortgefahren, muss hierfür ein weiterer Schnitt/weitere Schnitte gemacht werden oder kann basierend auf dem Schnitt zur ICL Entfernung fortgefahren werden?
Nachtblindheit
Ich bin seit meiner Geburt Nachtblind. Dies hat etwas Gutes: Ich fahre Nachts ohnehin kein Auto, weshalb ich weniger Angst vor Halos etc. habe, die sehr einschränkend sein könnten. Auch habe ich aber gelesen, dass Patienten oft im Dunkeln schlechter sehen (bezogen auf die Sehfähigkeit, unabhängig von Lichterscheinungen). Ist da was dran? Schon wieder eine Sorge
Der Klassiker - Vorder- vs. Hinterkammerlinsen
Die Vor- und Nachteile sind mir grob klar. Vorderkammerlinsen --> Endothellzellverlust, Hinterkammerlinsen --> Linsentrübung. Auch hier hat mich Dr. Knorz nicht aufgeklärt, ich vermute er bietet nur die ICL an.
Ich lese einfach zu viele Threads im Internet
Ein weiterer ähnlicher Angstmacher-Post (oder vielleicht auch einfach nur begründetes Aufmerksammaachen auf die Gafahren) sah so aus:
"Ein grundsätzliches Risiko bei jedem intraokularen Eingriff ist die Infektion. Das Risiko ist glücklicherweise sehr gering (etwa 1:2000 pro Auge). Wenn es eine Infektion gibt, kann es zu schwerwiegenden Sehverlusten bis zur Erblindung kommen. Man riskiert also die Bank.
Außerdem gibt es bei jedem intraokularen Eingriff das Risiko einer Netzhautablösung. Manche Studien beziffern es bei implantierbaren Linsen als sehr gering. Andere vergleichen das Risiko mit dem der gauen-Star-Operation (also bis zu 5% pro Auge für einen stark Kurzsichtigen). Das Risiko kommt daher, daß das Auge seinen Druck verliert, wenn es aufgeschnitten wird. Es kommt also zu vorübergehenden Verformungen des Augapfels. Netzhautablösungen kann man glücklicherweise gut mit dem laser behandeln. Es gibt sogar Ärzte, die vor einer intraokularen OP die Netzhaut mit dem Laser stärker befestigen, so daß sie sich bei der OP nicht ablöst. "
--> 1:2000?? Erscheint mir alles andere als niedrig!
--> Auch war mir das Risko der Netzhautablösung nicht so bewusst. Wie hoch ist dieses wirklich?
Zitate
Ich habe einige nützliche Links gefunden, die relativ professionell wirken. Allerdings haben mich einige Textpassagen extrem verunsichert. Die Links poste ich einfach nochmal, da sie eventuell auch für Andere nützlich sein könnten. Im Prinzip ist es erstmal nur ein Link der amerikanischen FDA von da aus kann man sicher weiterklicken http://www.accessdata.fda.gov/scripts/c ... um=p030016
Folgende Auszüge machen mir Angst
a) The long-term effects on the corneal endothelium have not been established.
Patients should be advised about potential risk of corneal edema, possibly
requiring corneal transplantation.
Von einer hohen Hornhautverlust-Gefahr habe ich bisher nicht gelesen.
b) Patients with higher degrees of myopia experience lower efficacy and higher rates of adverse events and complications.
Warum?
c) The adverse events/complications experienced during the clinical study of the Visian ICL
(between I and 36 months) all occurring in < 1% of cases (cumulative) and included 3
retinal detachments (0. 6%). 2 cases of glaucoma (0.4%). clinically significant cataract 2
anterior (0.4%); 5 nuclear (1%)). 1 case of elevated lOP > 25 mmHg /> 10 mmHg change
from baseline at last visit (0.2%). 1 macular hemorrhage (0.2%) and I subretinal
hemorrhage (0.2%). Corneal edema and iritis were not reported after the 1 week visit.
No cases of macular edema, endophthalmitis, corneal ulcer. corneal haze/edema (after I
week), hypopyon, hyphema or persistent corneal edema were reported during the study und in 3% der fehle war "surgical reintervention" notwendig
In meinen Augen sind das doch ein bißchen viele Risiken oder? die kleinen Prozentzahlen summieren sich ja auch.
d) The incidence/severity of halos increased, the smaller the optic diameter.
--> Aas heißt das genau?
e) Adverse Reactions and/or potentially sight-threatening complications that may reasonably be regarded as lens related and that were not previously expected in nature. severity or degree of incidence should be diligently reported to STAAR Surgical immediately. This information is being requested firom all surgeons in order to document potential long-term effects of Visian ICL implantation. especially in younger patients.
--> erzeugt bei mir den eindruck, dass selbst das unternehmen sich sorgen über langzeitwirkung bei jungen leuten macht (ich bin erst 23 - Hilfe
Fragen über Fragen. Ich hoffe man kann mir trotz der Panik, die ich gegebenfalls schiebe und den ein oder anderen vermutlich auch nerve, weiterhelfen. Eigentlich bin ich die Ruhe selbst, mir fliegen nur eine Menge Fragen im Kopf umher. Hier im Forum tummeln sich ja viele, die alle Angst vor dem Eingriff haben. Die vielen positiven Erfahrungsberichte ermutigen natürlich.
Viele Liebe Grüße!
