Entfernung von Artisanlinse

Imlantierbare Contactlinsen (ICL), IOL, Artisan, Verisyse, Bioptics, Hinterkammerlinsen, Vorderkammerlinsen, Iris Clip Linsen, Clear Lens Extraction (CLE)

Moderator: Frankyboy

Dagi60
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Entfernung von Artisanlinse

Beitrag von Dagi60 » 01.01.2013, 18:25

Hallo,
ich wollte mal nachfragen, ob jemand von Euch seine Artisanlinse wieder hat entfernen lassen?
Ich habe vor 7 Wochen eine Artisanlinse implantiert bekommen und bei mir ist die Iridektomie( LOch in der Iris) zu groß ausgefallen, so dass dieses 2 Wochen später ( auch in Vollnarkose) wieder verkleinert wurde ( leider ist das zur Beseitigung von Doppelbildern aber nicht ausreichend :-( ) . Kurz darauf habe ich Blitze gesehen und man sagte mir, dass sich der Glaskörper ablöst.
Nun sehe ich nicht nur Doppelbilder, sondern einen fast dauerhaften weißen Schleier, große dunkel Schatten ( kommt von der Glaskörpertrübung) und das Auge ist schnell müde. Es brennt , drückt und tränt, so dass ich oft nur im dunklen Zimmer liege und die Augen geschlossen halte.
Nun müsste ich ja eigentlich das andere Auge auch operieren lassen ( da sind noch fast -10 Dioptrien) , da ich die Kontaktlinse nicht so gut vertrage und Brille ja nicht mehr geht.
Es soll dort eine Cachet-Linse gemacht werden ( da man dann keine Iridektomie braucht),obwohl die Vorderkammer nicht ganz 3 mm tief ist.
Ich habe die Nase so voll, dass ich am Liebsten die Artisan -Linse wieder rausnehmen und mein anderes Auge nicht operieren lassen möchte.
Hat jemand von Euch seine Linse wieder entfernen lassen?
Wie war das Sehen nachher? Muss der Schnitt auch 6mm betragen.
Für eine Nachricht bin ich sehr dankbar.

Adlerauge273
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Re: Entfernung von Artisanlinse

Beitrag von Adlerauge273 » 02.01.2013, 00:03

Hallo Dagi,

Ich stand vor 3 Monaten vor einem ähnlichen Problem: auch bei mir sind bei der Implantation der Linse (AcrySof Cachet) im ersten Auge ziemliche Komplikationen aufgetreten, und ich musste am gleichen Auge erneut operiert werden. Als Folge der zweiten OP hat sich der Glaskörper abgehoben und ich habe seither Glaskörpertrübungen, was ich allerdings erst seit kurzem weiß, da mein AA die Ursache für die Probleme (Schleiersicht, insbesondere bei steigender Helligkeit, schnelle Ermüdung des Auges usw.) nicht früher erkannt hat.

Ich hatte daher Zweifel, ob ich das zweite Auge auch operieren oder die Linse aus dem ersten Auge wieder entfernen lassen soll. Nach einigem Überlegen habe ich mich aber doch entschlossen, auch in das zweite Auge die Cachet-Linse einsetzen zu lassen (habe auch -10 dpt. und vertrage die KL nicht mehr so gut), da das Problem beim ersten Auge nicht an der Linse selbst sondern an der OP lag. Einen Mini-Bericht von mir findest Du unter:

http://augenlaser.operationauge.de/prob ... t9229.html

Bei der OP am zweiten Auge, die von der gleichen Chirurgin durchgeführt wurde, gab es dann zum Glück keine Probleme.

Die Entscheidung, wie Du das machst, musst Du natürlich selbst treffen, aber bevor ich Dir Ratschläge oder Denkanstöße geben kann, habe ich einige Fragen:

1. Zunächst verstehe ich nicht, warum bei Dir überhaupt eine Artisan-Linse implantiert wurde und nicht gleich ein anderes Modell (z.B. eine ICL, die auch bei geringerer VK-Tiefe geeignet sein sollte), und wenn schon eine Artisan, warum dann nicht wenigstens das faltbare Modell Artiflex, für das man nur einen ca. 3 mm breiten Schnitt benötigt?

2. Dass das Loch bei einer Iridektomie zu groß wird, habe ich zwar noch nie gehört, was mich aber interessiert ist, wie man das wieder beheben kann? Wurde dabei die Iris genäht und funktioniert die jetzt überhaupt noch richtig? (übrigens: weder für die ICL noch für die Cachet wird eine Iridektomie benötigt – mit ein Grund, warum die Artisan/Artiflex nicht mehr so gern verwendet wird).

3. Hast Du wirklich beide OPs am gleichen Auge unter Vollnarkose machen lassen? Gab es dafür einen speziellen Grund? Auch das ist nämlich eher unüblich.

4. Warum soll jetzt im zweiten Auge eine Cachet-Linse implantiert werden, obwohl die VK-Tiefe nur 3 mm ist (der Hersteller verlangt min. 3,2 mm wenn ich mich recht erinnere). Damit riskierst Du längerfristig einen verstärkten Endothelzell-Verlust (muss zwar nicht sein, aber das Risiko ist halt deutlich höher). Außerdem hast Du dann auf beiden Augen unterschiedliche Linsen und damit auch ein unterschiedliches Sehen – das macht man eigentlich nur, wenn die Augen auch sehr unterschiedlich sind (was allerdings nicht so oft vorkommt).

5. Mich würde wirklich interessieren, mit welchen Argumenten Dich Dein AA beraten hat – für mich hört sich das alles etwas inkonsistent an. Hast Du Dir schon eine Zweitmeinung eingeholt?

Übrigens: die Glaskörperabhebung und –Trübung geht nicht mehr weg, auch wenn Du die Linse doch wieder entfernen lassen würdest. Damit wirst Du leider so oder so leben müssen (ich kämpfe auch damit).

Ich gehe davon aus, dass auch der Schnitt beim Entfernen wieder ca. 6 mm betragen würde, da ich mir nicht vorstellen kann, dass man die Linse im Auge zerkleinern kann, bevor man sie entfernt.

Ich kann Deine derzeitige Frustration voll verstehen, solche Probleme ziehen einen ganz schön runter. Im Augenblick kann ich Dir nur soviel sagen: lass den Kopf nicht hängen und versuch trotzdem das Beste daraus zu machen!

Viele Grüße,
Adlerauge.

Dagi60
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Re: Entfernung von Artisanlinse

Beitrag von Dagi60 » 02.01.2013, 10:04

Hallo Adlerauge,
zu Deinen Fragen:
1) eine ICL war nicht möglich ( den Grund weiss ich nicht mehr) und die Artiflex operiert er nicht gerne, da diese noch nicht so lange auf dem Markt sind und noch nicht ausreichend lange Ergebnisse vorliegen ( fand ich nach meinen Recherchen auch so bestätigt und war daher mit Artisan, die es ja schon sehr lange gibt , einverstanden).
2) das die Iridektomie zu gross ist, gibt es auch selten und hat etwas mit meinem sehr großen Auge zu tun ( sonst wäre es gar nicht schlimm gewesen, dass er das Loch etwas größer gemacht hat). Das Lid verschließt das Loch nämlich nicht.Man kann das grundsätzlich zunähen (hier ist eine Vollnarkose erforderlich, da es eine sehr spezielle und diffizile OP ist), aber leider ging das nicht ganz, so dass das Loch jetzt wie eine 8 aussieht.
3) Die Vollnarkose ist für den Operateur immer einfacher und mir war das recht, da ich dann auch nichts mitbekommen habe :-)
4) die cachet soll jetzt gemacht werden, da , wie Du ja auch sagtest, keine Iridektomie gemacht werden muss. Das Risiko mit den Endothelzellen ist mir klar ( ich würde diese auch alle halbe Jahr kontrollieren lassen, da ich hier mit 2200 ohnehin an der unteren Grenze liege). Wir haben uns lange darüber Gedanken gemacht , aber ich möchte keinen Linsenaustausch und die Artisan hat das Problem mit dem Loch, also ist die Cachet die einzige Möglichkeit.
Natürlich habe ich in der Uniklinik eine 2. Meinung (bereits vorher) eingeholt. Die wollten am rechten Auge auch die Artisan einsetzen und am linken lasern ( trotz der hohen diop.), was ich bei -10 Diop. sehr gewagt finde.

Das die Trübungen nicht weggehen, weiss ich, wenn man Glück hat "setzen sie sich" und sind nicht mehr so im Sichtfeld. Man könnte hier eine Vitrektomie machen lassen, aber das ist mir zu Risikoreich.

Eine Frage noch an Dich: Das Schleiersehen, ist das ständig da und ist das so, als ob jemand die auf die Brille gehaucht hätte?
Wie fühlen sich die "müden Augen " an? So als wenn man eine Kontaktlinse zu lange an hat ( drücken, brennen etc.? Kann das denn nicht eher von der implantierten Linse , statt von der Glaskörpertrübung kommen??

Ich bin seit der OP krank geschrieben, da ich ausschließlich am PC arbeite und ich dies zur Zeit nur max . eine Stunde kann, dann tut mir das Auge weh und brennt.

Liebe Grüße Dagi

Adlerauge273
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Re: Entfernung von Artisanlinse

Beitrag von Adlerauge273 » 02.01.2013, 13:31

Hallo Dagi,

Aus Deinen Antworten erkenne ich, dass Du Dich schon sehr gut informiert hast, da kann ich nicht mehr allzu viel beitragen. Eine Frage habe ich noch zur Iridektomie: Soweit ich Dich verstanden habe, hast Du durch das zu große Loch in der Iris optische Störeffekte gehabt (da Licht durch das Loch durchschien, was die Iris ja eigentlich verhindern soll). Und genau dieses Problem möchtest Du beim anderen Auge natürlich nicht haben. Trotzdem: besteht nicht die Möglichkeit, beim anderen Auge ein kleineres Loch zu machen, das sich nach einiger Zeit von selbst verschließt (so wie das bei einer normalen Iridektomie der Fall sein sollte), oder meint Dein AA, dass das nicht geht und daher das gleiche Problem wieder auftreten würde? Zwei unterschiedliche Linsen (oder noch schlimmer: unterschiedliche Behandlungsmethoden) an beiden Augen ist mir persönlich nicht ganz geheuer (obwohl es vom akademischen Standpunkt eigentlich interessant wäre).

Mein Schleiersehen würde ich so beschreiben, dass es aus 2 Komponenten besteht: eine statische Komponente, die unabhängig von der Augenbewegung immer da ist und in etwa so ist, als ob man durch eine verschmierte oder angehauchte Brille schaut (wird offenbar durch die GK-Abhebung selbst verursacht, also durch die entstandene Blase bzw. die Grenzschicht davon). Und eine dynamische Komponente, die sich mit der Augenbewegung ändert und in etwa so ist, als ob man harte KL trägt, die ja auf dem Auge schwimmen, wobei man je nach Bewegung (oder nicht Bewegung) mal klar oder mal verschwommen sieht (wird offenbar durch die Reste des abgehobenen GK, die in der entstandenen Blase schwimmen, verursacht, wobei man bei diesen trüben, schwimmenden Klumpen (engl. Floater) auch Fäden sehen kann).

Wenn das Auge ermüdet, fühlt es sich "dumpf" und "schwer" an, und es "drückt von hinten nach vorne" und tränt leicht. Am ehesten würde ich das Gefühl damit vergleichen, wenn man längere Zeit eine Brille oder KL trägt, die nicht mehr optimal angepasst sind. Bei mir wird dieses Problem sicher durch den GK verursacht und nicht durch die Linse, da ich am anderen Auge dieses Problem überhaupt nicht habe. Das muss natürlich nicht heißen, das das bei Dir nicht trotzdem von der Linse kommen kann, aber wenn die Linse selbst ein Problem verursacht (z.B. eine Entzündung), müsste das Dein AA im Auge eigentlich sehen können.

Ich arbeite seit der OP auch nur mehr Teilzeit und habe die Bildschirmhelligkeit auf ein Minimum reduziert und mir eine eigene, regelbare Beleuchtung fürs Büro zugelegt, denn bei weniger Licht ermüdet das Auge weniger schnell. Zuhause habe ich sämtliche Lampen durch schwächere ausgetauscht, und wenn es draußen hell ist, lasse ich schon früh die Jalousien herunter bzw. verwende auch jetzt im Winter eine Sonnenbrille. Damit komme ich bis jetzt eigentlich ganz gut klar, bin schon gespannt, wie das im Sommer wird.

Viele Grüße,
Adlerauge.

Dagi60
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Re: Entfernung von Artisanlinse

Beitrag von Dagi60 » 03.01.2013, 10:37

Hallo Adlerauge,

die Iridektomie darf sich bei der Artisanlinse nicht verschliessen, da sie garantiert, dass das Kammerwasser ungehindert fliessen kann.

Das mit den 2 Linsen sehe ich nicht als Problem an- ich habe zur Zeit ja auch "2 Linsenarten" ( Kontaktlinse und Artisan) und dies bereitet vom Sehen her keine Probleme.

Mein Schleiersehen ist haargenau so , wie Deines. Und auch das Drücken und Brennen ist ähnlich. Allerdings glaube ich nicht, dass das von der GK kommt. Diese bereitet nämlich weder Schmerzen, brennen oder drücken. Es ist, auch wenn das bei Deinem anderen Auge nicht besteht, eher ein Problem des Fremdkörpers im Auge oder auch von trockenen Augen.
Zusätzlich habe ich aber auch noch ( zum Beispiel gestern nach erstmaligen längerem lesen) richtige Schmerzen , wie wenn mir einer ins Auge kneift oder wie "kopfschmerz" im Auge :-)

Übrigens wird durch eine OP am Auge das Risiko einer GK deutlich erhöht ( dies hat mir mein AA auch nicht gesagt). Jede Verletzung des Auges reduziert die Spannung und beschleunigt das bei sehr kurzsichtigen Menschen ohnehin schon erhöhte Risiko der GK.

Ich tendiere immer mehr zur Explantation der Linse, damit mein anderes Auge so bleibt, wie es ist. Ich möchte allerdings erst noch einmal die Messung der Endothelzellen abwarten, da , wenn diese zu stark gesunken sind, die Linse ohnehin entfernt werden muss.
Auch wenn dies eine 3. Op und wieder einen 6mm Schnitt, mit anschließender Druckerhöhung durch die Cortisontropfen bedeutet, glaube ich, dass ich damit wieder ruhiger schlafen kann.
Ich habe einfach Angst, mein "gesundes" Auge auch noch aufs Spiel zu setzen.

Liebe Grüße Dagi

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