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Trifokallinse Zeiss AT LISA® tri 839MP

Verfasst: 27.11.2012, 09:08
von andreasundkerstin
Ich trage mich seit einiger Zeit mit dem Gedanken eines Linsenaustausches. Ich bin stark weitsichtig (+7,5 beidseitig mit Hornhautverkrümmung).

Ich trage seit ungefähr 10 Jahren eine Gleitsichtbrille. Jedoch verschlechtern sich meine Werte immer schneller, so dass ich fast jedes Jahr eine neue Brille brauche. Außerdem habe ich festgestellt, dass durch die schlechter werdenden Werte der Lesebereich in meiner Gleitsichtbrille immer schmaler wird, obwohl ich schon eine individuell angepasste Gleitsichtbrille habe. Da ich aber als Softwareentwickler den ganzen Tag am PC mit 3 Bildschirmen sitze, wird der schmale Lesebereich langsam ziemlich nervig. Deshalb wollte ich meine Linsen gern durch künstliche Linsen ersetzen lassen und habe darüber sehr viel im Internet recherchiert.

Ich war bereits bei der Voruntersuchung bei EuroEyes in Leipzig und auch bei weiteren 2 Konsultationsterminen. Am Anfang wollte ich mir eigentlich nur Monofokallinsen einsetzen lassen, da bei Bifokallinsen ja der Mittenbereich fehlt, den ich aber am PC brauche und deshalb dann trotzdem noch eine Brille bräuchte. Das wäre aber für mich kein Problem, da ich seit frühester Kindheit eine Brille trage und diese einfach zu mir gehört. Dann rief mich EuroEyes noch einmal an und teilte mir mit, dass es seit Juni 2012 von Zeiss eine neue Trifokallinse (AT LISA® tri 839MP) gibt. Laut EuroEyes und den Publikationen im Internet hat diese Linse bessere Parameter als die Bifokallinse. Im Internet liest man nur Gutes. Jedoch stehen einige Augenärzte den Multifokallinsen skeptisch gegenüber und wissen aus Erfahrungen, dass nicht jedes Gehirn damit zurechtkommt. Bei Bifokallinsen ist es ja so, dass wegen der Ringe in der Linse immer 2 Bilder auf die Netzhaut projektiert werden, nämlich immer ein scharfes und ein unscharfes. Wenn man in die Ferne schaut hat man ein scharfes Fernbild und ein unscharfes Nahbild, wenn man in die Nähe schaut hat man ein scharfes Nahbild und ein unscharfes Fernbild. Das Gehirn muss nun lernen, das unscharfe Bild zu ignorieren, was nicht alle schaffen würden. Bei Trifokallinsen hätte man ja dann sogar 3 Bilder.
Nun bin ich mir deshalb ziemlich unsicher, was ich tun soll. Auch gibt es im Internet Publikationen, in denen beschrieben wird, was bei einer Linsen-OP alles so schief gehen kann. Davor habe ich ziemlichen Bammel.

Wenn jemand Erfahrungen mit der Trifokallinse hat, so schreibt mir doch bitte. Wie ist das mit den Doppelbildern, der Blendwirkung beim Autofahren. Wie lange hat es gedauert, bis man wieder richtig scharf sehen kann?

Kerstin

Re: Trifokallinse Zeiss AT LISA® tri 839MP

Verfasst: 20.12.2012, 12:07
von didi
Hallo Kerstin,

ich habe die Lisa tri 839MP seit 6 Wochen auf dem rechten Auge wegen grauem Star, das linke ist noch in Ordnung und wurde nicht operiert. Ich bin 42 Jahre alt, mein linkes Auge kann also noch in die Nähe akkommodieren, allerdings brauche ich links -4Dioptrien.

Die Abwägung für Lisa Tri kann etwa so erfolgen:
- hoher Astigmatismus (>1D) ist Ausschlusskriterium. Dann sollte man eine torische Linse nehmen oder warten bis Lisa Tri auch torisch verfügbar ist.
- Ärzte raten auch von Multifokallinsen ab, wenn man andere Abbildungsfehler hat, weil sich die Probleme potenzieren können
- wenn nur ein Auge betroffen ist wie bei mir: wenn man Brille für das zweite Auge trägt sind die Bildgrößen auf der Netzhaut unterschiedlich => möglich Schwindel+Kopfweh. Bei mir geht es aber besser als befürchtet.
- wenn soweit alles ok ist, gilt für die Linsenwahl die Abwägung des geringsten Übels:
- wie sehr stört mich eine Gleitsichtbrille (Option Monofokal)
- wie sehr stört eine Kombination Lesebrille+Monovision (Option Monofokal)
- was halte ich von der Option Kamrainlays (Option Monofokal)
- wie sehr stören mich verminderter Kontrast und optische Phänomene (Option Multifokal)

Meine Erfahrung:

Mit dem operierten Auge sehe ich gut in die Ferne und kann in der Nähe lesen.

Es ist allerdings gerade in der Nähe nicht so gut wie das linke Auge (ich kann noch nah akkommodieren):

- der Kontrast ist geringer und das Bild weniger scharf

- man sieht in 70cm gut und in 35cm aber dazwischen etwas weniger und wenn etwas noch näher ist auch nicht

Optische Phänomene:
- Ringe/Sterne lokal um Lichter => sehe ich zwar deutlich, stört mich aber wenig
- große Lichtbögen außerhalb des Focus: vor allem wenn es klar dominante Lichter bei sonstiger Dunkelheit gibt (eine Straßenlaterne in der Nacht) => irritiert etwas (angeborener Reflex: Irritation außerhalb des Fokus => man schaut dort hin, dann verschwindet es) => wird wohl noch besser
- ab und zu wandern bei mir noch etwas Schleier durch, oder es flimmert mal.

Ich hatte alles genauso erwartet bis auf das Flimmern und bin soweit zufrieden. Es macht Spaß wenn man aufsteht und (bei mir auf einem Auge) scharf sieht.

Wunder darf man von Multifokallinsen keine erwarten, es ist einfach ein anderer Kompromiss als für Monofokallinsen.

Erwarten sollte man aber gute Arbeit (z.B. dass der Augapfel korrekt gemessen wird, so dass die richtige Linsenstärke genommen wird).

Generell wird durch den Linsenaustausch ja vor allem der graue Star behoben, und dass ist natürlich erst einmal das wichtigste.

Schmerzen hatte ich übrigens keine, noch nicht einmal ein Kratzen auf dem Auge nach der OP. Ich war in den ersten 2 Wochen nur anfällig für Blendung.

Wenn Du Dich für Multifokallinse entscheidest würde ich Dir die Lisa Tri empfehlen (wie gesagt bei nicht zu viel Astigmatismus).

Re: Trifokallinse Zeiss AT LISA® tri 839MP

Verfasst: 21.12.2012, 10:48
von andreasundkerstin
Hallo didi,

danke für Deine Antwort. Ich habe sie mit sehr viel Interesse gelesen und wünsche Dir, dass sich Deine aktuellen Einschränkungen mit der Zeit noch etwas verbessern mögen. Man liest ja im Allgemeinen, dass das Gehirn bis zu einem halben Jahr braucht, ehe es die Seheindrücke richtig verarbeiten kann.

Ich bin 53 Jahre alt, habe keinen grauen Star.
Meine Werte sind:
RA: +7,25 sph / -1,00 cyl / 173° Achse = 0,8
LA: +7,25 sph / -1,25 cyl / 178° Achse = 0,8

Inzwischen bin ich bei weiteren Recherchen im Internet über eine Studie zu dieser Trifokallinse gestolpert. Die Ergebnisse wurden in der der Zeitschrift "Augenspeigel", Aushagen 07-08/2012 vorgestellt. In dieser Studie, wie auch in vielen anderen Publikationen im Internet, wird ja nur Gutes berichtet und auch, dass diese Linse viel bessere Parameter als Bifokallinsen aufweisen soll.
Leider wurden für diese Studien nur Probanden ohne visuseinschränkenden Pathologien von Hornhaut, Papille und Netzhaut einbezogen. Da ich eine Hornhautverkrümmung habe und auch als Kind mehrmals eine Hornhautentzündungen hatte, die Narben auf der Hornhaut hinterlassen haben, stellt diese Studie für mich natürlich nur die halbe Wahrheit dar.
Auf alle Fälle werde ich mich mit den Veröffentlichern der Studie (Dr. Ralph Neuber, Augencentrum Köln Porz) in Verbindung setzen und mich über seine Erfahrungen in der Praxis erkundigen.
Außerdem bin ich Diabetiker und ich habe gehört, dass für Diabetiker sowieso keine Multifokallinse verwendet werden sollte.

Kerstin

Re: Trifokallinse Zeiss AT LISA® tri 839MP

Verfasst: 14.02.2013, 22:25
von hf40
Hallo Kerstin,

hat sich etwas getan? Ich war heute beim Doc. Er empfiehlt aufgrund meines Alters auch die trifocale, vor allem wegen meiner Bilschirmarbeit. Allerdings meint er, die Linse von Zeiss sei noch in der Zulassung (von wegen der Hornhautverkrümmung) und ich muß mich bin Ende des Jahres gedulden.

Gruß hf40

Re: Trifokallinse Zeiss AT LISA® tri 839MP

Verfasst: 24.04.2013, 15:01
von malonchen
Hallo,
ich habe gerade von Deinen Überlegungen gelesen bezüglich Linsenaustausch.
Ich habe mich Ende Januar operieren lassen wegen meiner starken Weitsichtigkeit und der nun hinzugekommenen Altersichtigkeit, ich bin 49 Jahre alt. Ich habe auch +7,5 dpt bds. gehabt mit einem leichten Astigmatismus (-0,75).
Ich habe mich riesig darauf gefreut, mal wieder besser sehen zu können, besonders auch mal ohne Brille oder dünneren Gläsern. Mein Arzt hat mir eine Zweistärkenlinse AT- Lisa empfohlen. Hinterher würde ich nur noch für das Lesen winziger Sachen eine Brille brauchen und für den PC.
Jetzt ist die OP 3 Monate vorbei und ich bin sehr unglücklich mit dem Ergebnis. Bei der OP lief alles glatt außer, dass der Astigmatismus sich auf dem re Auge auf -1,75 verschlechtert hat, was schon allein dazu führt, dass das mit Brille korrigiert werden sollte.
Ich bin sehr unglücklich über die schlechte Sehqualität mit diesen Linsen und die ganzen optischen Nebenphänomene, die diese Multifokallinse zu bieten hat. Halos und Glänzeffekte (sehr störend) Doppeltsehen der Schrift (leicht versetzt) große Lichthöfe um Gegenstände (helle oder dunkle) bei Tage, die konzentrischen Ringe der Linse spiegeln sich bei Gegenlicht entweder in der Tränenflüssigkeit oder der Brllle, sodass ich sie auch tagsüber ständig wahrnehme. Im Dunkeln bilden sie sich in den Halos um Lichtquellen ab. Überall sind im dunkeln große Lichthöfe um die Lampen.
Außerdem ist das Sehen tagsüber sehr kontrastarm, was in Kombination mit den anderen Nebeneffekten total unbefriedigend und nervtötent ist!!!!!Sobald das Licht auch noch nicht optimal ist wird das Sehen noch schlechter.
Mein Arzt will das nicht so recht verstehen, da die Meßwerte doch einigermaßen stimmen. Auf die Ferne brauche ich noch eine Korrektur von + 1 und den Astigmatismus ,(lesen kann ich theoretisch ohne Brille) diese Brille funktioniert aber nur statisch, weil Übelkeit bei Bewegung eintritt, und zum Lesen muß ich dann viel zu nah ran. Lasse mir jetz noch eine schwächere Brille machen, die ein Kompromiß ist ( Etwa +0,5) und hoffentlich weiterhilft,sodass ich meine Alltag irgendwie wieder hinkriege. Für den Computer brauche ich eine Brille mit ca +2dpt und um ohne Doppeltsehen zu lesen brauche ich eine Lesebrille mit +2,5 dpt.Ich finde es nicht so schlimm bei statischen Tätigkeiten so eine Brille aufzusetzten , das schlimmste ist, dass ich noch keine Lösung habe für den Alltag , in dem ich mich ja bewegen muß,ohne dass es mir dauernd übel wird oder ich so schlecht sehe , dass ich mich auf nichts mehr konzentrieren kann.
4 Brillen trotz Multifokallinse und trotzdem kein gutes Sehen. Das ist nur frustrierend. Der Arzt meinte, das sei halt eine Korrektur im Grenzbereich mit so viel Pluswert. Da sei die Linse eben besonders dick und deshalb evtl. die Resultate weniger gut.
Warum er den Astigmatismus so versemmelt hat, hat er mir nie erklärt, wohl weil die dicke Linse mit einem kleinen Schnitt nicht so gut ins Auge zu kriegen war. In Mannheim z.B. werden Diese Ops nur noch mit Laser als Messer gemacht, das ist angeblich präziser.Das würde ich auf jeden fall empfehlen!!!
Ziel der Op war eigentlich den Asti durch den richtigen Schnitt zu vermindern.Das ist mißglückt.
Ich würde nach meiner Erfahrung von diesen Linsen abraten, Trifokallinsen scheinen noch komplizierter, weswegen sie nicht vom Operateur gewählt wurden. Die Sehqualität wäre mit einer Monofokallinse und anschließender Gleitsichtbrille viel besser geworden, nach allen was ich jetzt gelesen habe. Da ich nicht so alt bin, hat mir der Arzt aber zu der Multifokallinse geraten und auf die guten Ergebnisse verwiesen, die dokumentiwert sind.
Ich weiß nicht ob ich die Ausnahme bin, aber in Internetforen lese ich immer wieder von erheblichen Problemen mit der Sehqualität und den Doppelbildern...... Meine Augen sind jetzt immer überanstrengt, gereizt und von gutem Sehen ohne Brille keine Spur. Ich hoffe ich krieg das noch mit den vielen Brillen hin. Die hab ich mir übrigens bis auf die Fernbrille selbst erarbeitet durch Ausprobieren mit Billigbrillen, der Augenarzt hat dazu wenig beigetragen. Ich könnte noch einiges schreiben, belasse es aber mal dabei. Viel Glück bei der Entscheidung und der OP. Gruß Marlonchen