Erfahrungsbericht ICL, Dr. Tobias Neuhann in München (AAM)

Imlantierbare Contactlinsen (ICL), IOL, Artisan, Verisyse, Bioptics, Hinterkammerlinsen, Vorderkammerlinsen, Iris Clip Linsen, Clear Lens Extraction (CLE)

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wasserschneckchen
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Erfahrungsbericht ICL, Dr. Tobias Neuhann in München (AAM)

Beitrag von wasserschneckchen » 16.05.2012, 08:56

So, seit meiner ersten OP ist mittlerweile eine Woche vergangen und ich hab´ immer wieder mal ein Stündchen an meinem Erfahrungsbericht gearbeitet. Er ist seeehr lang geworden, aber ich habe es nicht fertiggebracht, ihn zu kürzen. Wer es eilig hat, möge gleich an den Schluss scrollen, bei allen anderen bedanke ich mich für die Geduld :wink: .

Ausgangssituation:

Ich bin 38 Jahre alt und habe es im Laufe der Zeit auf – 6,75 (links) bzw. – 9,50 (rechts) Dioptrien gebracht. Zudem ist mein linkes Auge wegen eines (zum Glück nicht mehr sichtbaren) Schielfehlers aus der Kindheit „unterentwickelt“, d.h. es arbeitet nur unzureichend mit dem Gehirn zusammen und „zappelt“ z.B. beim Lesen hin und her. Daher ist rechts mein dominantes, wichtiges Auge – trotz der höheren Dioptrien.
Ich hatte seit meinem 15. Lebensjahr hartflexible Kontaktlinsen getragen und war superzufrieden damit – bis sich irgendwann eine massive Unverträglichkeit entwickelte. Nach ein paar Stunden kratzten und drückten die Dinger nur noch und die Tragezeit wurde kürzer und kürzer. Vor ca. drei Jahren fing ich an, mich über Augen-OPs zu informieren, aber irgendwie hatte ich nicht den Mumm, den Schritt zu wagen, da die Risiken mir zu groß erschienen. Außerdem hatte ich bei Gesprächen mit diversen Ärzten immer den Eindruck, man wolle mir nur etwas verkaufen...
Als ich dann vor einem halben Jahr meine Linsen endgültig in der Schublade verschwinden lassen musste, rollte ich das Thema wieder auf. Denn den Umstieg auf die Brille habe ich nicht gepackt. Als verwöhnter Kontaktlinsenträger störte mich einfach alles an der Brille: Das ständige Rutschen auf der Nase wegen des Gewichts, der Bereich außerhalb des Brillenrandes, den ich nur als „graue Matsche“ wahrnahm, die ewig dreckigen oder angelaufenen Gläser und, und, und. Weil ich mit der Brille auch nicht wirklich gut sehen konnte, traute mich kaum mehr Autofahren und beschränkte meine Freizeitaktivitäten auf ein Minimum. Außerdem ermüdete ich schnell und jede Überstunde im Büro quälte meine Augen zusätzlich. Nach der Arbeit musste ich mich meistens gleich hinlegen, um die Augen auszuruhen. So konnte es nicht weitergehen !

Zum Glück fand ich schließlich in Dr. Tobias Neuhann einen kompetenten und erfahrenen ICL-Operateur, dessen ruhige und nette Art mir sofort Vertrauen einflößte und bei dem ich mit gut aufgehoben fühlte.
Wir entschieden uns für eine torische Hinterkammerlinse am linken (wegen der starken Hornhautverkrümmung) und eine nicht-torische am rechten Auge. Wie ich jetzt weiß, trage ich schon die neueste Generation (ICL V4C), die erst seit Januar 2012 auf dem Markt ist. Sie hat den Vorteil, dass durch ein kleines, für den Träger nicht sichtbares Loch in der Mitte der ICL das Kammerwasser abfließen kann, damit sich der Augeninnendruck nicht erhöht. Damit entfällt auch die Notwendigkeit, bei der OP Löcher in die Iris zu setzen.

Durch die lange Lieferzeit der Linsen und terminliche Verpflichtungen meines Arztes musste ich dann noch drei Monate warten, die ich als sehr quälend empfand. Dementsprechend war ich eher erleichtert als nervös, als der OP-Termin endlich näher rückte. Als ich am Tag vor der OP in der Arbeit und daheim die letzten Handgriffe erledigte, fühlte ich eher freudige Erwartung – wie etwa vor einem lang ersehnten Urlaub (klingt komisch, war aber so).

Mittwoch, 09.05.2012. OP linkes Auge – "Meine erste Drogenerfahrung" :D :

Mit Mann und Bahn bzw. S-Bahn reiste ich nach München. Beim Optiker hatte ich mir zuvor das linke Brillenglas aus der Fassung drücken lassen. Schwerstarbeit für mein Gehirn: links alles verschwommen, rechts das Brillenglas! Ich musste im Vorfeld übrigens keine Tropfen zur OP-Vorbereitung anwenden.

Die Augenklinik am Marienplatz (AAM) befindet sich im Herzen Münchens, direkt gegenüber dem Rathaus, im dritten und vierten Stockwerk über dem Café Rischard. Wenn man das Treppenhaus betritt, riecht es also nicht nach Arztpraxis, sondern duftet nach Kaffee und Gebäck. Das hat was !

Bei der Anmeldung bekam ich ein Rezept für Yellox-Tropfen in die Hand gedrückt (gegen Entzündungen nach Augen-OPs), die ich ab Verbandabnahme am nächsten Tag anwenden sollte. Außerdem wurde mein linkes Auge mit einem Klebepunkt über der Braue markiert.

Pünktlich um 14 Uhr wurde ich aufgerufen und zur OP-Vorbereitung gebracht. Ich brauchte mich nicht umziehen, sondern bekam lediglich OP-Schuhe angezogen und die Haare wurden unter einer grünen Haube verstaut. Schmuck und Handtasche verschwanden im Spind. Meine Hände wurden desinfiziert und mir wurde ein Beruhigungsmittel injiziert. Eine junge, sehr ernste OP-Schwester klärte mich auf, dass ich eine Woche lang das Auge nicht reiben oder drücken, nicht schwer heben und Autofahren dürfe und einen Monat lang keine Schwimmbad-, Sauna- und Dampfbadbesuche erlaubt seien. Dann wurde ich in den OP geführt und die ultra-freundliche Narkoseärztin erklärte mir, dass sie mich in einen Dämmerschlaf versetzen werde. Dann kam Herr Dr. Neuhann mit einem komischen, brillenähnlichen Gerät auf der Nase und hielt mir eine seltsame Kugel vor das Auge, die wie eine Einparkhilfe piepte. Ja, ja, Ihr denkt jetzt, das habe ich mir im Medikamentenrausch eingebildet :) . Das Gerät hat wohl meine Hornhaut vermessen, da links ja eine torische Linse implantiert wurde.
Ich bekam dann noch ein bisserl Stimmengewirr und Geschäftigkeit der drei bis vier OP-Schwestern mit, dann wurde ein Tuch auf mein Gesicht gelegt, das rund um das linke Auge fixiert und darüber aufgeschnitten wurde. Ich weiß noch, dass ich merkte, wie die Lidsperre in meinem Auge befestigt wurde. Dies empfand ich nicht schmerzhaft, da ich wahrscheinlich schon ziemlich hinüber war :lol: . Jedenfalls verschwand der Rest der OP in seligem Drogendelirium... Ich bekam von dem Eingriff kaum etwas mit, hörte nur ab und zu, dass Dr. Neuhann mich lobte und beruhigte. Gemerkt habe ich das Plazieren der Linse im Auge, denn ich spürte immer wieder starken Druck. Aber keine Schmerzen. Ich bemerkte weder das grelle OP-Licht noch hatte ich das Gefühl, mein Auge krampfhaft stillhalten zu müssen. Es war wirklich wie schlafen und lebhaft träumen. Oder wie ein Riesen-Rausch, nachdem man zwar noch weiß, auf welcher Party man war, aber nicht mehr, mit wem man was gesprochen hat :roll: .

Irgendwann war ich wohl wieder geistig anwesend, jedenfalls wurde ich in den Aufwachraum geführt. Mein Auge war da schon mit dickem Mull und einer Art Hartschale zugepflastert. Nach einer Weile bekam ich meine persönlichen Dinge ausgehändigt und schon gegen 15 Uhr nahm mich mein Mann im Wartebereich wieder in Empfang. Ich wollte gleich etwas zu trinken und aß auch ein paar Kekse, doch davon wurde mir speiübel. Ich stand auch noch ziemlich daneben und hatte Kopfschmerzen. Der Kater nach dem Rausch...
Ich sah wohl wie ein einäugiger Zombie aus, denn in der S-Bahn setzten sich die Leute schnell weg von uns.

Daheim legte ich mich gleich hin und schlief erst mal ein paar Stunden. Das Auge tat nicht besonders weh, drückte aber und stach ab und zu. Auf meiner persönlichen Schmerzskala von A wie Aknebehandlung (1) bis Z wie Zahnwurzelspitzen-Resektion (10) würde ich den postoperativen Schmerz bei 5 ansiedeln :) . Schlimmer waren da die Kopfschmerzen. Abends ging es mir aber schon wieder gut und ich hatte tierischen Hunger...

Donnerstag, 10.05.2012. Kontrolltag – "Es werde Licht":

Da ich rechts ja noch mein Brillenglas hatte und mich auch ganz gut fühlte, begab ich mich schon alleine auf die Reise.
In der Klinik wurde der Verband abgenommen und ich konnte – scharf sehen ! Es wurde ein Sehtest gemacht und gleich danach die Pupille weitgetropft, so dass die Sicht schon wieder beeinträchtigt war. Dr. Neuhann guckte sich meine Hornhaut an (“glasklar”) und den Sitz der Linse (“perfekt”). Den Augeninnendruck maß er gar nicht. Ich sollte auch lediglich die Yellox-Tropfen gegen Entzündungen vorbeugend anwenden (1. Woche: 4 x täglich, 2. Woche: 3 x täglich, 3. Woche: 2 x täglich), nichts anderes sei notwendig. Die Tropfen vertrage ich gut, sie brennen anfangs ein bisschen, aber das gibt sich schnell.

Freitag, 11.05.2012. OP rechtes Auge – "Total geflasht" :D :

Alles wird Routine – selbst eine Augen-OP.

Guter Dinge fuhr ich mit meinem Chauffeur, Krankenpfleger, Chefkoch und Ehemann in Personalunion wieder nach München. Der Ablauf glich dem ersten Eingriff, doch diesmal bekam ich überhaupt nichts mehr mit im OP. Es hätte mich auch die Putzfrau operieren können :wink: .
Mein Arzt meinte im Vorfeld, dass die zweite OP von den Patienten immer anders empfunden werde und ich erwartete eigentlich, alle grausigen Details diesmal mitzubekommen, da mein Gehirn ja schon vorgewarnt war. Aber: Nichts. Ich wachte auf und war schon fertig! Diesmal verputzte ich danach acht Kekse und fühlte mich supergut, war auch nicht schwindelig oder benebelt und hatte vor allem keine bohrenden Kopfschmerzen mehr. Derart schnell gewöhnt man sich an das Zeugs...
Daheim musste mich mein Mann regelrecht ins Bett stecken, so fit fühlte ich mich.

Samstag, 12.05.2012. Kontrolltag – "Endlich zweiäugig":

Den Wochenenddienst übernahm Frau Hache, eine junge und nette Ärztin. Sie maß rechts auch den Augendruck und war mit allem sehr zufrieden. Für mich bedeutete die Verbandsabnahme eine riesige Umstellung vom linken auf das rechte Auge. Mein linkes "Zappelauge" hatte tagelang brav seinen Dienst verrichtet, aber kaum war das rechte Auge wieder frei, switchte mein Gehirn um, alles wurde erst mal unscharf und kurz darauf übernahm mein dominantes rechtes Auge wieder die Führung. Schwer zu erklären und anstrengend zu erleben.
Den Sehtest empfand ich als vollen Erfolg, aber niemand erwähnte genaue Werte oder Prozente. Überhaupt ist man in dieser Klinik eher unaufgeregt und abwartend, statt auf den großen Showeffekt zu bauen und gleich in Jubel auszubrechen. Das finde ich angenehm und seriös.

Dienstag, 15.05.2012. Kontrolltag – "Das Finale":

Gestern war mein letzter Termin – ich gelte jetzt als normalsichtig, darf meinen Führerschein umschreiben lassen und muss erst wieder in einem Jahr zur Kontrolle, wie jeder andere „gesunde“ Mensch auch !
Beim Ausmessen hatte ich links leichte Pluswerte und rechts leichte Minuswerte (ich glaube, + 0,50 und – 0,25). Das ist nicht bedenklich, sondern tagesformabhängig; meine Augen lernen noch und erreichen halt unterschiedliche Ergebnisse.
Der Augeninnendruck lag beidseits bei 15 mmHg – perfekt. Der Abstand zwischen natürlicher und künstlicher Linse ideal. Mit der Heilung war mein Doc sehr zufrieden, nichts sei auffällig und ich könne in einer Woche z.B. wieder radfahren und joggen und unserem Wanderurlaub im Juni stünde auch nichts im Wege. Meine eigentlich sehr große Dunkelpupille ist derzeit nur stecknadelkopfgroß. Ich dachte eigentlich, das käme von den Tropfen, ist aber lt. Dr. Neuhann eine Reaktion meiner Augen auf die OP und spielt sich wieder ein.

Bei aller Euphorie und sehr scharfer Weitsicht stören mich derzeit zwei Dinge: Das Lesen strengt sehr an und ist eigentlich nur bis maximal ca. 30 Zentimeter Abstand zu meinen Augen möglich. Alles Nähere verschwimmt, wie bei weitsichtigen Menschen. Daran muss ich mich lt. Doc gewöhnen, da dies der Normalzustand sei. Durch den "Verlust" meiner Kurzsichtigkeit habe ich auch meine "eingebaute Lupe" verloren, die mir erlaubt hat, ganz nah ranzugehen. Dies habe nichts mit Weitsichtigkeit zu tun und müsse auch nicht durch eine Lesebrille korrigiert werden.
Ich hoffe, damit komme ich im Job klar (momentan bin ich noch krank geschrieben). Romane schmökern lasse ich derzeit sowieso, stelle ich mir aber nicht mehr so entspannend vor) :| .

Der andere Störfaktor sind Lichterscheinungen, wenn ich in Lichtquellen gucke, insbesondere beim linken Auge. "Glares" nennt man das, glaube ich. Z.B. beim Fernsehen erscheinen große Lichtkreise, die nicht statisch sind, sondern sich verändern (meist klein anfangen und sich vergrößern, bis sich das Auge daran gewöhnt hat). Auch beim Wechsel von dunklen in helle Räume erscheinen diese Lichtreflexe. Dr. Neuhann erklärte mir, dass dies eine Begleiterscheinung des neuen ICL-Typs sei. Manche Leute hätten diese Fehlbilder, andere wieder nicht. Das Gehirn werde sich daran gewöhnen und beim Sehen diese Blendungen "rausrechnen". Bin ja mal gespannt... :?:

Fazit:

Knapp eine Woche nach der ersten OP ist alles noch ungewohnt und das Sehen fühlt sich völlig anders an. Aber ich genieße sehr, morgens aufzuwachen und SOFORT ALLES zu sehen, statt umständlich meine Brille zu suchen. Meine Fernsicht ist gigantisch gut, an der Nahsicht müssen Augen und Gehirn noch arbeiten.
Nichts drückt oder sticht mehr, meine Augen sehen normal und klar aus und sind auch nicht trocken oder gereizt. Die Sonne stört mich auch nicht besonders, vielleicht macht sich hier der UV-Schutz auf der ICL bemerkbar, denn mit Kontaktlinsen war ich immer extrem lichtempfindlich.
Ich wurde ja seit der OP nahezu täglich weitgetropft und muss auch noch zwei Wochen die Yellox-Tropfen verwenden, die auch zu Sehbeeinträchtigungen führen können. Ich denke, in ein paar Wochen wird man erst das endgültige Ergebnis der OP sehen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Meine sämtlichen Kontaktlinsen-Utensilien habe ich jedenfalls schon mit einem feierlichen Ritual in den Mülleimer verabschiedet und meine dicke Brille lebt jetzt am Speicher :D ...

Hiermit möchte ich mich bei allen fleißigen Daumendrückern innerhalb und außerhalb des Netzes bedanken, die mir beigestanden haben :!: :!: :!:

Euer Wasserschneckchen
Zuletzt geändert von wasserschneckchen am 17.05.2012, 11:06, insgesamt 1-mal geändert.
ICL-OP am 09./11.05.2012.
Vorher:
R: - 9,50 - 0,50 / 75 °
L: - 6,75 - 1,00 / 145 °
Nachher: Normalsichtig Bild

Frankyboy
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Re: Erfahrungsbericht ICL, Dr. Tobias Neuhann in München (AAM)

Beitrag von Frankyboy » 16.05.2012, 10:13

Hallo Wasserschneckchen,

dann herzlich willkommen im Club der ehemaligen Blindfische :D !

Schön, Deinen ausführlichen Erfahrungsbericht zu lesen und vor allem, dass alles offenbar gut gelaufen ist.

Halte uns weiter auf dem Laufenden über das Sehen mit Deinen "neuen" Augen...

Viele Grüße
Frank
Femto-Wellenfront-Lasik bei Augentis (Optegra) in Krefeld am 21.10.2010
vormals
R: Sph -6,5; Cyl -0,75; Achse 25
L: Sph -5,5; Cyl -0,75; Achse 160

http://augenlaser.operationauge.de/femto-wellenfront-lasik-bei-augentis-krefeld-t8599.html

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Re: Erfahrungsbericht ICL, Dr. Tobias Neuhann in München (AAM)

Beitrag von Adlerauge273 » 21.05.2012, 09:40

Hallo,

Bei Tobi Neuhann am Marienplatz war ich auch schon, leider macht der ja nur ICL und keine Cachet, daher tendiere ich eher zu seinem Bruder Thomas Neuhann bei Euroeyes am Stachus, aber es haben beide in München einen sehr guten Ruf.

Danke für die ausführliche Schilderung und LG,
Adlerauge.

wasserschneckchen
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Re: Erfahrungsbericht ICL, Dr. Tobias Neuhann in München (AAM)

Beitrag von wasserschneckchen » 29.09.2012, 16:42

Resümee vier Monate nach meiner OP

Liebe Community,

ich möchte Euch mal wieder schreiben, wie es mir mittlerweile geht. Vielleicht helfen meine Erfahrungen ja jemandem bei der Entscheidungsfindung.

Trotz der Halos, über die ich ja schon ausführlich gejammert habe :lol: , kann ich sagen, dass ich die OP bislang nicht bereut habe und immer wieder so machen lassen würde.
Meine Augen "fühlen sich wohl", sind klar und überhaupt nicht trocken, ich benötige auch bei ungünstigen Verhältnissen keine Tropfen mehr zum Befeuchten der Augen, nichts ist rot und selbst abends nach einem anstrengenden Arbeitstag sehe ich "wach" aus. Wer Kontaktlinsenträger ist, wird verstehen, was ich meine :) .
Im Sommer habe ich die Situation ohne Sehhilfe besonders zu schätzen gewußt: Egal, ob Pollen fliegen, starker Wind weht, man staubige Gartenarbeit verrichtet, schwimmt, auf der Sonnenliege einschläft, sportelt oder einfach nur seeehr spät ins Bett kommt: Man muss sich keinerlei Gedanken mehr um die Augen machen. Genial!
Ein kleines Beispiel, wie konditioniert man als (ehemaliger) KL-Träger ist: Neulich habe ich mir auf DVD den Film "127 Hours" angeschaut: Die wahre Begebenheit über den Kerl, der in eine Felsspalte abstürzt und schließlich nach 127 Stunden Gefangenschaft seinen eingeklemmten Arm selbst amputieren muss, um nicht zu sterben. Jedenfalls sieht man in Rückblenden immer wieder Szenen aus seiner Vergangenheit und irgendwann mal den Protagonisten als kleinen Jungen mit einer sehr dicken Brille auf der Nase. Und ich dachte sofort: Scheiße, wenn er als Kind eine Brille hatte, dann hat er jetzt ja Kontaktlinsen und sitzt in dieser Falle fest und kann sich die Dinger nicht rausnehmen! Wie unangenehm muss das sein! Was ist, wenn er sie verliert!? Auch das noch! (Tatsächlich bekommt er wegen seiner Linsen auch Schwierigkeiten). :?

Zu meiner Sehleistung muss ich sagen, dass ich mich erst an das "andere" Sehen gewöhnen musste. Denn anders ist es auf jeden Fall seit der OP: Angeblich normalsichtig, habe ich aber doch das Gefühl, durch den Eingriff ein bisserl weitsichtig geworden zu sein. Jedenfalls ist meine "eingebaute Lupe" weg und z.B. kleine Texte auf glänzenden Shampoo-Flaschen sind für mich kaum mehr lesbar. Auch am PC ist die Sicht je nach Tagesform teils verschwommen, ich denke, weil das Licht blendet. Generell fokussieren meine Augen nicht mehr so rasch wie früher und es dauert oft eine Sekunde, bis sich meine Augen von der Nähe auf die Weite (oder umgekehrt) umstellen.
Alles Dinge, die im Vergleich zur Sicht mit Kontaktlinsen anders und gewöhnungsbedürftig sind, mit denen ich aber gut leben kann, nachdem meine Sicht zumindest mit Brille wesentlich schlechter war.

Euer Wasserschneckchen
ICL-OP am 09./11.05.2012.
Vorher:
R: - 9,50 - 0,50 / 75 °
L: - 6,75 - 1,00 / 145 °
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tom79
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Re: Erfahrungsbericht ICL, Dr. Tobias Neuhann in München (AAM)

Beitrag von tom79 » 07.03.2013, 16:44

Sorry, dass ich einen älteren Bericht rauskrame, aber darf man nachfragen wie es dir jetzt paar Monate später geht?

Ich bin bzgl. der ICL unschlüssig und würde gerne mehr Infos von Leuten haben die die ICL VC4 (also mit Löchlein in der Mitte) haben.

Ist das Nahsehen & PC-Arbeit für dich immer noch anstrengend bzw. verschwommen? Wie ist es bei Nacht/Blendung/Dämmerung usw? Siehst du besser als vorher mit der Kontaktlinse?
Und würdest du's sofort wieder machen?

Hab vor allem wg der Risiken und möglicher Halos (obwohl meine Pupille normal / eher kleiner ist), Starbusts usw.. noch bedenken. Auch war meine Stärke in den letzten 2 Jahren nicht stabil (hat sich um 0.25 bzw 0.75 verändert obwohl ich Mitte 30 bin).

Wäre nett wenn du oder andere ICLer noch Infos, Pro's/Contra's schreiben könntet.

Vielen Dank!
Tom

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