Fragen zur Linsenimplantation

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sciron
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Fragen zur Linsenimplantation

Beitrag von sciron » 13.03.2012, 19:18

Hallo Leute,
ich habe letztes Wochenende durch Zufall dieses tolle Forum gefunden und habe ein paar Fragen zum Thema Linsen-OP, die für mich zur Entscheidung beitragen können. Eine Beratung beim Arzt kostet ja gleich über 100 Euro, das würde ich dann machen, wenn ich mich im Kopf für die Sache entscheiden habe.

Kurz zu meiner Geschichte: Ich war eigentlich als Kind bis zirka 11 Jahre bis auf ein wenig Hornhautverkrümmung normalsichtig (Habe auf Entfernung Punkte doppelt gesehen, hat mich kaum gestört). Danach fing das Dilemma an, auf einmal konnte ich die Tafel binnen Wochen kaum noch lesen. Die erste Brille stand an, gleich mal brutale 3,5 dpt kurzsichtig. Und das ging in Schüben weiter: ca.5 dpt, dann 7 dpt. Seit ich 18 bin ist das rechte Auge bei rund 8 dpt stehen gebleiben, das linke hat sich auf knapp unter 12 dpt gesteigert (bis ich knapp 20 war). Seit 8 Jahren (bin 28) hat sich rein gar nichts mehr getan, je nach Tageform immer die gleichen Werte. Habe auch nie das Gefühl gehabt wegen mangelnder Sehleistung ne neue Brille zu brauchen, wegen Kratzern natürlich schon :D . Auch sonst mein Auge gesund, keine Probleme mit Entzündungen oder Trockenheit.
Also aktueller Stand sind links -12, rechts -8, dazu ne ordentliche Portion HHV, wieviel weiß ich nicht auswändig.

Kontaktlinsen vertrage ich leider gar nicht, wegen meiner Werte muss ich auch die megaharten nehmen und darauf habe ich keine Lust. Die haben sich auch nach Tagen immer noch wie Dornen angefühlt, da habe ich doch immer die Brille vorgezogen, ich bin da nicht eitel.

Leider stört die Brille bei vielen Dingen des Lebens enorm. Ich habe früher sehr gerne Fussball gespielt, aber mir dabei zweimal das Nasenbein gebrochen wegen der Brille. Seitdem spiel ich nur noch selten hobbymäßig, aber auch da kriegt man mal nen Ball ab und dann heißt es wieder zum Optiker laufen.
Schwimmen geh ich schon seit Jahren nicht mehr, obwohl ich es immer gerne getan habe, einfach weil man mit Brille nicht schwimmen kann und sich ohne Brille eigentlich nirgens hintrauen kann. Meine normalsichtige Freundin versteht das nicht, die kann das einfach nicht nachvollziehen, wie behindert und hilflos man sich mit meinen Werten fühlt. Ich kann ja meine Mutter nicht von meinem Vater unterscheiden aus 2 Metern.
Motorrad fahren ist auch schlecht, da man aus den Augenwinkeln nichts sieht.
Sonnenbrille habe ich eh keine, ich würde eh kein Brillenetui mit mir rum tragen wollen. Un weil sie hunderte Euros wert ist, macht man damit halt auch keinen Unfug, also alles nicht praktikabel...

Die meisten werden es kennen, es ließe sich entlos weiterspinnen. Ich fühle mich eingeschränkt und will das nicht mehr sein. Ich bin in einem Alter, wo man vlt nochmal Fussball spielen oder schwimmen gehen will.

Soweit dazu. Ich war vor 4 Jahren schonmal bei ner Beratung wegen Laser. Der Arzt hat mich damals schon mit großen Augen angeschaut, Laser-OP ginge zwar, aber danach bräuchte ich immer noch ne Brille (damals hat er gemeint, dass man vlt meinr echtes Auge hinkriegt). Die Linsensache wurde damals nicht angesprochen, aber da mein Auge für eine Laserop geeignet wäre, gehe ich einfach mal davon aus, dass das bei mir gehen würde.
Ich habe derzeit viel aufgelaufenen Urlaub und muss noch aus dem letzten Jahr Urlaub vernichten. Deshalb habe ich mir vorgenommen diese Sache nochmal anzugehen. Die Lebensqualität wäre es mit wert, davon hat man anschließend mehr als vom schönsten Urlaub.

Ich mache mir nichts vor, eine Lasik ist für mich indiskutabel, selbst wenn mir irgendein Arzt sagt, dass es geht... Es ist nicht mehr rückgängig zu machen und scheidet für mich aus.

Deshalb las ich jetzt von diesen Linsen-OPs. Eigentlich eine sinnvolle Sache, ich bin mir soweit auch über die Risiken im klaren. Für mich gibt es nur noch ein paar Fragen dazu.

1. Es gibt ja dieses Problem der Hornhauttrübung. Dann müssten die Linsen raus, wäre diese Trübung reversibel oder hat man dann das Problem, dass man wieder ne Brille brauch und dazu durch nen Schleier sieht oder gar komplett erblindet?

2. Wie sieht das generell aus, wenn was am Auge wäre, muss man diese OPs dann wieder selbst bezahlen? Sprich Unfall, Problem mit der Linse und danach 5000 Euro Rechnung?

3. Wie sieht es mit den Jahresuntersuchungen aus? Ich gehe bisher auch jährlich zum Augenarzt, aber muss man die dann auch noch bezahlen und wenn ja, was kostet das? Ich bin da sehr deutsch, also super vorsichtig. Was wäre wenn man mal durch irgendein Problem auf Hartz4 angewiesen ist? Dann kann man im Problemfall nichts bezahlen und steht dumm da.

4. Wie wäre es wenn man mal etwas Druck aufs Auge bekommt? Sprich ne dumme Bewegung oder beim Sport was, Sachen die eben mal passieren, wenn auch nicht oft, oder wenn man sich mal am Auge reibt. Passiert dann mit der Linse was, oder ist das sicher?

5. Kann diese Jahresuntersuchung jeder Augenarzt machen oder nur Spezialisten.

Mir ist klar, dass die OP prinzipiell reversibel ist. Wenn aber mit dummen Allerweltmissgeschicken schon einen riesen Schaden anrichten kann und am Ende Tausende Euros ärmer ist und im schlimmsten fall noch blind, dann lebe ich vielleicht doch besser mit Brille. Wenn die Risiken so klein sind wie ich schätze, dann wäre mir das Geld echt egal.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen! Danke!

yoyo47
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Re: Fragen zur Linsenimplantation

Beitrag von yoyo47 » 14.03.2012, 09:32

hallo sciron, wenn du eine implantation in erwägung ziehst, lies bitte meinen beitrag "erfahrungsbericht 4 jahre restor multifokallinsen" (heute 5jahre), ich bin heute der meinung, daß ich mit meiner gleitsichtbrille besser bedient wäre als mit meinen multifokallinsen, alternativ natürlich monofokallinsen, welche ohne die blendungen wirken und eine z.b. lesebrille erfordern würden.. yoyo

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Re: Fragen zur Linsenimplantation

Beitrag von Imperator » 14.03.2012, 16:40

Ahm, ich denke hier gehts eher um zusätzliche Linsen zur eigenen, nicht um einen Linsentausch... von dem würd ich auch (bei deinem Alter) abraten...

All deine Gründe kommen mir sehr bekannt vor, vom Sport, insbesondere Schwimmen, bishin zur allgemeinen Hilflosigkeit und dem Unverständnis Normalsichtiger, wie gar der eigenen Freundin..
und auch deine entscheidung gegen das Lasern ist absolut sinnvoll, mag bei dem besseren Auge tatsächlich noch grade gehn, aber meiner Meinung nach wäre das so oder so ne blöde Idee.
zu 1)
Was genau meinst du da? Eine Trübung der Hornhaut kann generell, wenn der Augendruck steigt, passieren, das ist zwar selten, kann aber nach einer OP im Auge vorkommen. Normalerweise normalisiert sich das wieder, und dann verschwindet auch die Trübung wieder. In extrem seltenen Fällen wenn der Druck hoch bleibt müsste die Linse schlimmstenfalls wirklich wieder raus, damit bräuchtest du dann natürlich wieder ne Brille.

Was du möglicherweise auch meintes ist evtl. die Eintrübung der eigenen Linse, das kann wohl passieren wenn dabei die eigene Linse verletzt wird. Dann müsste auf lange sicht ein, wie von yoyo angesprochener Linsentausch gemacht werden, damit wäre dann im Zweifelsfall eine Lesebrille nötig.
Aber dieses Risiko ist, auch abhängig vom Linsentyp der dann genommen wird, relativ gering.

zu 2,3)
Wenns nen akuten unfall gibt sollten da keine kosten entstehen weil du ne Linse im Auge hast, wies mit konkreten Problemen der Linse und den Jahresuntersuchungen aussieht solltest du mit dem Arzt besprechen der das ganze dann durchführt, wenn dus machst.

zu 4)
Grundsätzlich ist das ne sichere Sache, wenn verheilt. d.h. in den ersten 2 3 wochen nach der OP würd ich aufpassen, aber danach ist das kein Problem. Würdest du dir eine Verletzung zuziehen die die Linse in irgenteiner Weise beeinträchtigt, müsste das schon eine so gewaltige Einwirkung aufs Auge sein, die auch bei einem Normalsichtigen zu heftigen Problemen führen würde. Ansonsten passiert da nichts.

zu 5)
Die Untersuchung könnte vermutlich jeder Arzt machen der sich zumindest mit solchen Sachen auskennt, im ideallfall allerdings bleibts tu bei dem Operateur, der kennt deine Augen und weiß was/wie gemacht wurde.

Zusammengefasst: durch Missgeschicke jeder Art bist du nicht schlimmer dran als andere Menschen auch, und blind wirst du auch nich. Das könnte nur mit extrem viel pech passieren wenn bei der OP geschlampt wird, mir ist allerdings kein einziger Fall bekannt bei dem soetwas jemals passiert wäre.
Hier kannich auch nur für mich selbst sprechen, aber ich persönlich hab diesen Schritt keine sekunde bereut und es war jeden cent wert!

sciron
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Re: Fragen zur Linsenimplantation

Beitrag von sciron » 14.03.2012, 21:14

Danke für deine klasse Antwort :!:
In der Tat geht es bei mit um zusätzliche Linsen, meine normale ist super in Ordnung. Ich habe nur noch keine große Vorstellung ob VKL oder HKL, man ließt viel, aber irgendwie ist das wohl ne Philosophiefrage.
Das mit dem Lasern ist ja schon vor einigen Jahren ausgeschieden. Damit würde ich nie glücklich werden, weil mein Anspruch wäre schon, dass ich nach den Kosten ohne Brille auskomme. Wenn ich auf einem Auge gerade so normalsichtig wäre, auf dem anderen dann aber immer noch bei 4 dpt wäre, dann hätte ich ja nichts gewonnen und wäre immer noch behindert ohne Brille.

Also ich dachte mir schon, dass die Risiken recht gering sind. Klar sie sind da und werden deshalb auch aus Eigenschutz sehr drastisch dargestellt, aber das Leben ist nun mal immer ein Risiko. Jede Sekunde kann man verunglücken, es muss nur dumm genug laufen.
Mit eingesetzen Linsen herrscht ja im Vergleich zum Laser auch eine jahrzehntelange Erfahrung, wenn auch erst sein einigen Jahren zur refraktiven Korrektur.

Ich habe lose schon mal per Mail bei einem Arzt angefragt, der mir eine Beratung empfahl, aber meinte bei meiner Stärke müsste man zusätzlich zum Laser ne Linse einsetzen, was ja aber absoluter Humbug ist, da reicht ja die Linse.

Zu 1): Hier meinte ich diese Endothelsache. Das muss ja immer wieder nachgemessen werden, aber was wenn die Endothele beschädigt sind? Linsen raus und es heilt oder ist man am Ende dann auf ne Brille angewiesen und hat dazu noch ne trübe Hornhaut?
Die Eintrübung der Hornhaut durch zuviel Druck oder ein Linsentrübung meinte ich nicht.

2/3) Naja keine Ahnung was die Jahresuntersuchungen kosten, man könnte damit aber sicher leben (ich würde mal auf unter 100 Euro tippen, so teuer kann diese Endothelmessung ja nicht sein).
Es geht mir eben darum, dass man z.B. nach 6 Jahren bemerkt, dass die Linsen Probleme machen, also raus müssen, muss man dann alle Untersuchungen + OP selbst tragen? Sowas kann unmengen Geld kosten und einen in den Ruin trieben. (ich bin gesetzlich versichert)
Bei nem Unfall würde ich auch glauben, dass da keiner quertreibt, aber das würde ich gerne noch abklären.
Ich hoffe ja auch, dass einem keiner die Behandlung verweigert, nur weil man das Geld vlt. zu diesem Zeipunkt nicht aufbringen könnte.


Letztlich war ich heute in der Sonne spazieren, leider ohne Sonnenbrille, da ich ja keine habe. Und Blendeffekte hat man auch mit Brille ständig. Da hat man schon Sehnsucht nach so einer OP.

Das letzte was mich noch verwirrt, ist die Tatsache, dass ich auf der Homepage eines Arztes was davon las, dass 76% aller Patienten ein optimales Sehergebnis haben nach der OP. Das finde ich ziemlich wenig, an so eine OP hätte ich schon den Anspruch eines optimalen Ergebnisses, wenn ich danach noch 1 dpt hätte, wäre das ja die falsche Linse, oder sehe ich das falsch und es gibt dabei Unsicherheiten?

Imperator
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Re: Fragen zur Linsenimplantation

Beitrag von Imperator » 15.03.2012, 00:13

Hi,

also mit den Endothelzellen ist das wohl so, dass das wennich mich nich völlig Irre ein Problem bei VKL war, weil die ja quasi direkt unter der Hornhaut liegen. Dafür ist bei denen wiederum das Risiko einer eintrübung der eigenen Linse geringer als bei einer HKL, weil ja bei der OP über der iris kaum die gefahr besteht an die eigene Linse zu schrammen.
Das fällt damit auch wieder in diese Kategorie VKL vs. HKL, es hat eben beides so seine gewissen Sachen, die entweder eher Vor- oder Nachteilig ausfallen können... allerdings sind beide komplikationen grundsätzlich wohl eher selten, so oder so...

Sollte sich tatsächlich nach Jahren rausstellen dass die Linsen wegen soeiner Sache wieder raus MÜSSTEN, sollte das aufjedenfall keinen finanziellen Ruin zurfolge haben, aber zur sicherheit, wie gesagt, umbedingt vorher solche eventualitäten mit dem Arzt klären, damit du in jedem Falle auf der sicheren Seite bist.

diese 76% sind wirklich ziemlich mager, und wenn da ein Arzt mit wirbt, hau dem da aufjedenfall nochmal auf die Finger;)
Der Anspruch an ein optimales Ergebnis ist bei soeiner Geschichte völlig selbstverständlich. wenn man danach noch eine Restfehlsichtigkeit hätte würde das zwangsläufig bedeuten dasses der Arzt in irgenteiner Weise verbockt hat. Entweder tatsächlich die falschen Linsen operiert, oder im vorhinein die Werte falsch bestimmt. Und sowas darf bei soeiner Sache eigentlich nicht passieren. Bei Hornhautverkrümmung bestände noch die Möglichkeit, dass die Linse falsch positioniert ist, das ist sicherlich keine einfache Angelegenheit, sollte aber bei einem vernünftigen Arzt ebenfalls nicht passieren.
Das ist eben die Crux bei torischen Linsen im Vergleich zu den normalen, die keine HHV ausgleichen müssen.
Insofern kann es tatsächlich sein, dass der Arzt nur normale Linsen Implantiert und die HHV dann anschließend weglasert, einige machen das so, ich persönlich halt da nicht allzuviel von.

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