ICL Implantation - Erfahrungsbericht

Imlantierbare Contactlinsen (ICL), IOL, Artisan, Verisyse, Bioptics, Hinterkammerlinsen, Vorderkammerlinsen, Iris Clip Linsen, Clear Lens Extraction (CLE)

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Schneeglöckchen
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ICL Implantation - Erfahrungsbericht

Beitrag von Schneeglöckchen » 30.04.2010, 23:36

Hallo alle zusammen,

nachdem ich in diesem Forum sehr viel gelesen habe und mir die Erfahrungsberichte bei meinem Entscheidungsprozess sehr weitergeholfen haben, kommt nun mit meinem ersten Posting auch gleich mein eigener Erfahrungsbericht.

Die Operation am zweiten Auge ist jetzt drei Tage her und – um es vorweg zu nehmen - ich bin total begeistert von dem Ergebnis!

Meine Ausgangssituation: Werte der letzten Brille –10.25 und –10.75, die Kontaktlinsen jeweils ein Dioptrien schwächer. Zur Operation habe ich mich entschlossen, weil die Verträglichkeit der Linsen nun doch beginnt nachzulassen. Außerdem war es schon immer mein Wunsch, einfach nur normalsichtig zu sein! Morgens aufzuwachen und was anderes zu sehen als nur Farbenmatsch.

Aufgrund meiner Werte kamen nur die Verfahren der Linsenchirurgie in Frage, wobei ich mich für die Hinterkammerlinse (ICL) entschieden habe. Auf die Tage der Operation habe ich mich richtiggehend gefreut - klingt komisch, war aber so.

In der Augenklinik angekommen, erfolgte zunächst eine Untersuchung, dann sollte ich auf dem Zimmer warten. Nach einer halben Stunde ging es dann aber schon los. Schmuck und sämtliche Kleidung außer Unterhose mussten abgelegt und ein OP-Hemd übergezogen werden. Die Kontaktlinse in dem anderen Auge musste leider auch im Zimmer bleiben. Dann wurde ich mit einer Liege abgeholt, durch das Fehlen der Kontaktlinse habe ich aber gar nichts mehr von meiner Umgebung mitgekriegt. Im OP sah ich natürlich nur grün gekleidete Schemen. Dafür war die Betreuung dort super nett! Die Anästhesistin gab mir zunächst eine Spritze, von der mir eine Sekunde lang schwindelig wurde. Dann war das auch schon wieder vorbei und ich fühlte mich wieder normal. Kurze Wartezeit. Dann kam der Operateur und es ging los. Das Gesicht wurde abgedeckt, so dass nur das Auge frei blieb.
Von der Operation selbst habe ich wider Erwarten nichts gesehen. Ich hatte mir ausgemalt, ich würde vielleicht die Instrumente im Auge sehen. Statt dessen habe ich gar nichts gesehen außer einem bläulichen Gewaber. Keine Instrumente zu sehen, nichts zu fühlen. Auch von der Lidsperre habe ich nichts gemerkt. Nur einmal ein ganz kurzes Kitzeln, wiederholt wurde das Auge mit Flüssigkeit gespült. Dann wurde das Auge verbunden und es war auch schon vorbei! Ich weiß nicht wie lange es gedauert hat, jedenfalls kam es mir vor wie höchstens 10 Minuten.
Ich habe nichts von der OP gespürt, nichts davon gesehen und habe mich auch in keiner Weise unwohl gefühlt. Zweimal habe ich gemerkt, dass ich kurz verspanne, was aber durch tiefes Ausatmen gleich verschwand. Vielleicht war in der Spritze ja ein Beruhigungsmittel mit drin. (Die Irislöcher wurden übrigens nicht vorher gelasert, sondern während der OP gemacht).
Ins Zimmer zurück, kurz ausruhen, umziehen, später Mittag essen. Etwa zwei Stunden nach der Operation beginnt das Auge leicht zu drücken.
Etwas später dann der erste große Moment! Der Verband kam erstmalig runter, damit der Augendruck gemessen werden kann. Ich sagte erschrocken, dass ich gar nichts sehe außer einem ganz schmalen Streifen Licht. Der Arzt aber sagte, das sei völlig normal. Schon während der kurzen Untersuchung merkte ich, dass sich das Gesichtsfeld vergrößerte und die Dinge im Raum zu erkennen waren. Das Auge wurde wieder verbunden und nun konnte ich abgeholt werden und nach Hause gehen.
Am nächsten Morgen kam dann der Verband ab und: ich kann alles sehen! Sehschärfe fast 100%! Ich kann es kaum glauben. Super genial !!!
Die zweite Operation erfolgte dann eine Woche später. Der Ablauf war wieder der gleiche, nur mit dem Unterschied, dass ich nun den Operationssaal sehen und die Personen dort erkennen konnte.
Die Messung des Augendrucks erfolgte deutlich später als bei der ersten OP, so dass ich, als der Verband kurz abgenommen wurde, bereits sehr gut sehen konnte.
Am nächsten Morgen dann der ganz große Moment. Als der Verband wegkam, brauchte ich einige Sekunde, um die Bilder der beiden Augen zu koordinieren. Das Ergebnis des Sehtests: 125 %! Soviel hatte ich bisher noch nie geschafft.

Kurz noch zu meinem Befinden in den Tagen nach der OP: die Augen sind noch sehr empfindlich und drei Tage lang hatte ich leichte Schmerzen bei Augenbewegungen bzw ein leichtes Kratzen / Brennen. Bin auch irgendwie noch sehr müde und schlafe mehr als sonst.
Noch zwei Tipps: 1. ich hatte eine Woche Pause zwischen den beiden Operationen. Das würde ich nicht mehr so machen sondern mit zwei, höchstens drei Tagen Abstand (was ja auch das übliche ist). 2. lieber eine Woche Urlaub einplanen, da Bildschirmarbeit in der Tagen nach der OP sehr ungünstig ist.

Um den langen Bericht kurz abzuschließen: es ist einfach nur genial. Ich bin so froh, dass ich mich dazu entschlossen habe und kann nur das Fazit ziehen, dass ich diese Operation sehr empfehlen kann und mich jederzeit wieder so entscheiden würde.

Liebe Grüße

muschl
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Re: ICL Implantation - Erfahrungsbericht

Beitrag von muschl » 01.05.2010, 11:23

Hallo Schneeglöckchen

ich habe mit Spannung deinen Bericht gelesen.
Schön, dass bei dir alles so wunderbar geklappt hat.
In welcher Klinik warst du denn?
Habe auch in 2 Wochen einen OP termin und bin schon ganz aufgeregt.
Wie heißen denn deine Linsen? Bei mir sollen die Multifokallinsen AcySof von RESTOR implantiert werden.
Meine Augen werden im Abstand von 2 Tagen opperiert.
Na ja bin ja mal gespannt wie es ausgeht.
L.G. Muschl

Schneeglöckchen
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Re: ICL Implantation - Erfahrungsbericht

Beitrag von Schneeglöckchen » 01.05.2010, 12:42

Hi Muschl,
meine Linsen heißen Staar VisianICL. Die Dioptrienzahl ist viel höher als bei den Brillen-bzw Kontaktlinsenwerten, und zwar -14 und -13,5. Ich hätte vorher geschätzt, sie seien schwächer als die Kontaktlinsen, da sie ja weiter hinten sitzen, aber das war ein Irrtum.
Ich bin in der Augenklinik Bellevue in Kiel operiert worden, bei Prof. Dr. Uthoff. Ich wohne im Kieler Umland und habe gerade mal eine halbe Stunde Fahrt, aber auch eine längere Strecke hätte ich in Kauf genommen. Aufgrund der Erfahrung des Operateurs, der schon über 90000 Augen operiert hat, hatte ich volles Vertrauen, und auch über die Klinik selbst und das kompetente und stets freundliche Team kann ich nur das Beste sagen.
Wo wirst du dich operieren lassen und wie sind deine Ausgangswerte?
Werden deine Linsen zusätzlich zur körpereigenen Linse eingesetzt oder wird die entfernt?
Du wirst hinterher sagen, dass diese Operation nichts ist, wovor man Angst haben müsste!
Jedenfalls drücke ich dir ganz doll die Daumen und freue mich schon auf deinen Bericht hier.
Liebe Grüße, Schneeglöckchen

muschl
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Re: ICL Implantation - Erfahrungsbericht

Beitrag von muschl » 01.05.2010, 17:00

hallo Schneeglöckchen,
vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Also ich werde in Frankfurt von Prof.Dr. Kohnen opperiert.
Die Empfehlungen habe ich auch aus dem Netz.
Sind ca. 3 Stunden Fahrt von zu Hause aus.
Meine Werte sind re. +2/-0,50/96°; li + 1,75/-0,75/118°
Die Werte sind jetzt nicht so dramatisch aber es regt mich auf, ständig nach einer Brille suchen zu müssen. Mit einer Gleitsichtbrille bin ich gar nicht zurechtgekommen und Kontaktlinsen habe ich ständig verloren.
Deshalb habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen und werde es hoffentlich nicht bereuen.
Meine eigenen Linsen werden vorher entfernt und die neuen in die Hinterkammer eingesetzt.
Sind deine Linsen auch Multifokallinsen, also für die Nähe und Weite?
Was hast du denn für die OP bezahlt?
Die ganze Sache ist schon ganz schön kostenintensiv. Aber wenn alles gut geht, hat sich die Investition ja gelohnt.
MfG Muschl

Schneeglöckchen
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Re: ICL Implantation - Erfahrungsbericht

Beitrag von Schneeglöckchen » 01.05.2010, 20:05

Hi Muschl,

dann wohnst du ja auf einer ganz anderen Ecke als ich. 3 Stunden Fahrt sind nicht gerade wenig - wie wirst du das machen, in der Klinik bleiben oder nach Hause fahren?

Meine Linsen sind nicht multifokal, d.h. die Lesebrille wird mir irgendwann auch nicht erspart bleiben. Aber für Multifokallinsen hätte man die körpereigenen Linsen entfernen müssen, was ein bisschen schade drum gewesen wäre, weil ich noch keine Alterssichtigkeit habe. Ich bin 43 und hoffe, dass es noch ein paar Jahre dauern wird, insbesondere weil ich eben noch keinerlei Einschränkungen bei der Nahsicht bemerke. Und eine Lesebrille irgendwann mal finde ich jetzt nicht wirklich schlimm, die hat ja schließlich jeder ab einem gewissen Alter.

Kostenintensiv ist die Sache, da hast du recht. Knappe 5000 Euro bei mir. Wie das bei anderen Kliniken aussieht von den Kosten her, da kann ich nichts dazu sagen, habe keine Preise verglichen, weil mir sowieso klar war wo ich hingehen würde.
Aber die Kosten relativieren sich, wenn man bedenkt, dass sie a) steuerlich absetzbar sind und b) meine Kurzsichtigkeit über den Rest meines Lebens gesehen mindestens genauso viel Geld verschlungen hätte. Kontaktlinsen, Pflegemittel etc, und eine Brille mit hochbrechendem Glas bekommt man leider auch nicht unter 500 Euro (und die Gläser sehen dann trotzdem so aus, dass man sie am liebsten in den nächsten Gulli schmeißen würde). Da habe ich tausendmal größeren Nutzen davon, das Geld für die Operation auszugeben.
Aber die Brille mit den Glasbausteinen behalte ich jetzt noch als Andenken. :D

Liebe Grüße, Schneeglöckchen

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