Mein ICL Erfahrungsbericht
Verfasst: 16.03.2009, 13:44
Hallo Gemeinde,
Bevor ich mich für eine ICL entschied, suchte ich im Netz möglichst viele Erfahrungsberichte. Man findet einige - aber genug davon gibt es ja eigentlich nie. Desshalb möchte ich über meine Erfahrungen berichten.
Zuerst zu meiner Fehlsichtigkeit:
Ich bin kurzsichtig und habe einen Sehfehler zwischen 5-6 Dioptrin an beiden Augen. Zusätzlich dazu noch eine leichte Hornhautverkrümmung. Wenn die genauen Zahlen wichtig sind für jemanden, kann ich Die bei Gelegenheit raussuchen. Ich trug seit dem Kindergarten eine Brille und kam gut mit ihr zurecht. An den Wochenenden trug ich seit ca 5 Jahren weiche Kontaktlinsen (Tageslinsen). Mit diesem kam ich einigermassen zurecht, aber optimal wäre übertrieben. Ich konnte zum Beispiel nicht mit den Linsen arbeiten gehen – es hätte mich gestört (Trockenheit, Fremdkörpergefühl, leichtes Kratzen auf dem Auge).
Da ich aufgrund der Voruntersuchung als Grenzwertig für die Laser-Geschichte eingestuft wurde, entschied ich mich für eine ICL. Die Idee dahinter war auch noch, dass ich dann in 10 Jahren vielleicht mal drüberlasern könnte. Ich bin heute 31 Jahre alt.
Nun aber zum wesentlichen Teil. Vor 6 Tagen hatte ich die Operation am linken Auge.
Zuerst friedlich im Wartezimmer Tropfen bekommen zur Pupillen-Erweiterung. Nach 30min kam ich dann in einen anderen Raum wo mir die Taschen geleert wurden und ich mich einpacken liess in ein OP-Gewand. Eine Infusion wurde mir gesteckt für den Notfall. Leider klappte es erst beim zweiten oder dritten Anlauf - aber ausser einem zusätzlichen Picksen ist das ja nicht weiter tragisch. Danach kamen weitere Augentropfen ins Auge. Bis jetzt alles easy-peacy. Die OP konnte beginnen – ich musste mich auf eine schmale OP-Bank legen...die Arme konnte ich nicht neben meinem Körper auflegen, die Bank war zu eng (und ich gehöre zu den schlanken Genossen). Also Arme über dem Bauch verschränkt – Position nicht gerade bequem. Naja geht ja nur 20-30min dachte ich mir. Dann kamen weitere Tropfen ins Auge und nennt mich wehleidig oder lasst es, aber das was der Onkel Doc mir da ins Auge spülte brannte schon ziemlich fies. Danach noch mehr Zeugs ins Auge, keine Ahnung was die alles reinschütteten. Eine Plache kam dann über mich und sie legten nur das Auge frei...alles andere war unter der Decke. Blutdruck-Messgerät am Oberarm, Sauerstoffschlauch unter der Decke am Kinn...hui die meines ernst. Die Augenklammer wurde angebracht und alle paar Minuten wurde mit einer Wasserlösung gespült. Ich fand es sehr unangenehm unter der Decke mit dem aufgesperrten Auge dazuliegen und zu warten bis die Linse vorbereitet war. Von nun an war die OP wie versprochen mehr oder weniger Schmerzfrei (Zahnarzt ist von den Schmerzen her schlimmer) – nur muss ich ehrlich sagen dass es schon ungeheuer unangenehm wurde. Es ist schwierig zu beschreiben was alles so am Auge gemacht wird, man sieht kaum was ausser helles Licht. Man kann sich nicht orientieren. Ständig wird was ins Auge gespült. Die Lage war sehr unbequem, ich verspannte und hoffte nur noch das es endlich vorbei sein soll – echt, ich muss sagen das ich noch selten sowas unangenehmes erlebt habe. Da scheint ja jeder andere Erfahrungen zu machen – desshalb auch mein Bericht. Ich ging mit der Einstellung dass das ein Spaziergang sein würde – ist es aber keineswegs. Ich kam ein paar Mal an die Grenzen und wäre am Liebsten aufgestanden und weggegangen. Bei mir dauerte die OP aber auch ca 40min weil es Komplikationen mit der Pupille gab. Für mich entschieden zu lange. Ich war danach einfach nur froh das es vorbei sei und finde dass mein Arzt mich besser hätte darauf vorbereiten können. Er redete nur immer von einem kleinen Eingriff der Schmerzfrei sei...nunja, gelogen ist es ja nicht, aber auch kitzeln am Fuss ist Schmerzfrei, kann einem aber zur Verzweiflung treiben wenn man sich nicht wehren kann...
Nach der OP war ich nur noch ca 10min im „Aufwachraum“ – danach bekam ich ein Sandwich und ein Wasser und wurde abgeholt. Ich verliess die Klinik ohne Verband am Auge. Die Sicht war milchig, das Auge tränte aber alles in Allem liess sich das aushalten. Zuhause ging es so weiter. Keine wirklichen Schmerzen – das Auge tränte halt einfach und es fühlte sich an als hätte man Dreck im Auge. 2 Stunden später zurück in die Klinik und erster Untersuch. Wegen der Komplikationen wurde der Schnitt zum Druckausgleich zu gross. Der Arzt meinte ich würde vermutlich kein Top Ergebnis erhalten und trübe Schatten könnten im Sichtfeld sein. Nach der OP die ich unterschätzte und diesem Urteil, ging ich danach etwas mürbe Schlafen.
Am nächsten Morgen fühlte sich das Auge schon viel besser an. Nur noch ein Kratzen war auszumachen. Es tränte nicht mehr und das milchige war weg. Ich konnte einigermassen gut sehen. So schätzungsweise vielleicht 80%. Am Mittag dann der nächste Untersuch. Die Sehleistung verbesserte sich von Stunde zu Stunde und das Resultat beim Untersuch lag dann bei ca 0.25 Dioptrin. Ich konnte schon ziemlich gut sehen. Die Pupille war aber immernoch weit und man musste Abwarten wie das mit den Schatten wird.
Heute 6 Tage nach der OP sehe ich leichte Spiegelungen. Ich denke aber das es nichts ist was mein Gehirn mit der Zeit nicht einfach aussondert. Ich werde mich daran gewöhnen, davon bin ich überzeugt. Ich staune wie schnell sich das Auge erholt hat. Heute spüre ich überhaupt nichts mehr vom Eingriff (seit dem 3ten Tag spüre ich nichts mehr). Das Auge ist nicht gerötet, nicht geschwollen, sieht einfach nur sauber aus. Leider ist die Sehleistung nicht gestiegen in den letzten Tagen. Ich denke sie wird irgendwo zwischen 0.25 und 0.5 sein. Ist schwierig zu sagen. Vermutlich ist mein Kontrast-Sehen nicht mehr ganz so stark wie vorher wegen dem zu grossen Schnitt meinte mein Arzt.
In der Nacht sehe ich überigens super. Keine Lichthöfe und kein Blenden. Ich sehe in der Nacht genauso gut mit dem operierten Auge wie mit dem „Kontakt-linsen-Auge“.
Wenn das rechte Auge genau gleich rauskäme, müsste ich vermutlich für die tägliche Arbeit im Büro eine leichte Brille tragen. Aber wer weiss, vielleicht wird das zweite Auge besser und vielleicht gewöhne ich mich auch noch besser an die Situation so dass ich vielleicht in ein paar Wochen ein super Resultat habe. Mal schauen. Ich bin gespannt und halte Euch auf dem Laufenden.
Flesh
Bevor ich mich für eine ICL entschied, suchte ich im Netz möglichst viele Erfahrungsberichte. Man findet einige - aber genug davon gibt es ja eigentlich nie. Desshalb möchte ich über meine Erfahrungen berichten.
Zuerst zu meiner Fehlsichtigkeit:
Ich bin kurzsichtig und habe einen Sehfehler zwischen 5-6 Dioptrin an beiden Augen. Zusätzlich dazu noch eine leichte Hornhautverkrümmung. Wenn die genauen Zahlen wichtig sind für jemanden, kann ich Die bei Gelegenheit raussuchen. Ich trug seit dem Kindergarten eine Brille und kam gut mit ihr zurecht. An den Wochenenden trug ich seit ca 5 Jahren weiche Kontaktlinsen (Tageslinsen). Mit diesem kam ich einigermassen zurecht, aber optimal wäre übertrieben. Ich konnte zum Beispiel nicht mit den Linsen arbeiten gehen – es hätte mich gestört (Trockenheit, Fremdkörpergefühl, leichtes Kratzen auf dem Auge).
Da ich aufgrund der Voruntersuchung als Grenzwertig für die Laser-Geschichte eingestuft wurde, entschied ich mich für eine ICL. Die Idee dahinter war auch noch, dass ich dann in 10 Jahren vielleicht mal drüberlasern könnte. Ich bin heute 31 Jahre alt.
Nun aber zum wesentlichen Teil. Vor 6 Tagen hatte ich die Operation am linken Auge.
Zuerst friedlich im Wartezimmer Tropfen bekommen zur Pupillen-Erweiterung. Nach 30min kam ich dann in einen anderen Raum wo mir die Taschen geleert wurden und ich mich einpacken liess in ein OP-Gewand. Eine Infusion wurde mir gesteckt für den Notfall. Leider klappte es erst beim zweiten oder dritten Anlauf - aber ausser einem zusätzlichen Picksen ist das ja nicht weiter tragisch. Danach kamen weitere Augentropfen ins Auge. Bis jetzt alles easy-peacy. Die OP konnte beginnen – ich musste mich auf eine schmale OP-Bank legen...die Arme konnte ich nicht neben meinem Körper auflegen, die Bank war zu eng (und ich gehöre zu den schlanken Genossen). Also Arme über dem Bauch verschränkt – Position nicht gerade bequem. Naja geht ja nur 20-30min dachte ich mir. Dann kamen weitere Tropfen ins Auge und nennt mich wehleidig oder lasst es, aber das was der Onkel Doc mir da ins Auge spülte brannte schon ziemlich fies. Danach noch mehr Zeugs ins Auge, keine Ahnung was die alles reinschütteten. Eine Plache kam dann über mich und sie legten nur das Auge frei...alles andere war unter der Decke. Blutdruck-Messgerät am Oberarm, Sauerstoffschlauch unter der Decke am Kinn...hui die meines ernst. Die Augenklammer wurde angebracht und alle paar Minuten wurde mit einer Wasserlösung gespült. Ich fand es sehr unangenehm unter der Decke mit dem aufgesperrten Auge dazuliegen und zu warten bis die Linse vorbereitet war. Von nun an war die OP wie versprochen mehr oder weniger Schmerzfrei (Zahnarzt ist von den Schmerzen her schlimmer) – nur muss ich ehrlich sagen dass es schon ungeheuer unangenehm wurde. Es ist schwierig zu beschreiben was alles so am Auge gemacht wird, man sieht kaum was ausser helles Licht. Man kann sich nicht orientieren. Ständig wird was ins Auge gespült. Die Lage war sehr unbequem, ich verspannte und hoffte nur noch das es endlich vorbei sein soll – echt, ich muss sagen das ich noch selten sowas unangenehmes erlebt habe. Da scheint ja jeder andere Erfahrungen zu machen – desshalb auch mein Bericht. Ich ging mit der Einstellung dass das ein Spaziergang sein würde – ist es aber keineswegs. Ich kam ein paar Mal an die Grenzen und wäre am Liebsten aufgestanden und weggegangen. Bei mir dauerte die OP aber auch ca 40min weil es Komplikationen mit der Pupille gab. Für mich entschieden zu lange. Ich war danach einfach nur froh das es vorbei sei und finde dass mein Arzt mich besser hätte darauf vorbereiten können. Er redete nur immer von einem kleinen Eingriff der Schmerzfrei sei...nunja, gelogen ist es ja nicht, aber auch kitzeln am Fuss ist Schmerzfrei, kann einem aber zur Verzweiflung treiben wenn man sich nicht wehren kann...
Nach der OP war ich nur noch ca 10min im „Aufwachraum“ – danach bekam ich ein Sandwich und ein Wasser und wurde abgeholt. Ich verliess die Klinik ohne Verband am Auge. Die Sicht war milchig, das Auge tränte aber alles in Allem liess sich das aushalten. Zuhause ging es so weiter. Keine wirklichen Schmerzen – das Auge tränte halt einfach und es fühlte sich an als hätte man Dreck im Auge. 2 Stunden später zurück in die Klinik und erster Untersuch. Wegen der Komplikationen wurde der Schnitt zum Druckausgleich zu gross. Der Arzt meinte ich würde vermutlich kein Top Ergebnis erhalten und trübe Schatten könnten im Sichtfeld sein. Nach der OP die ich unterschätzte und diesem Urteil, ging ich danach etwas mürbe Schlafen.
Am nächsten Morgen fühlte sich das Auge schon viel besser an. Nur noch ein Kratzen war auszumachen. Es tränte nicht mehr und das milchige war weg. Ich konnte einigermassen gut sehen. So schätzungsweise vielleicht 80%. Am Mittag dann der nächste Untersuch. Die Sehleistung verbesserte sich von Stunde zu Stunde und das Resultat beim Untersuch lag dann bei ca 0.25 Dioptrin. Ich konnte schon ziemlich gut sehen. Die Pupille war aber immernoch weit und man musste Abwarten wie das mit den Schatten wird.
Heute 6 Tage nach der OP sehe ich leichte Spiegelungen. Ich denke aber das es nichts ist was mein Gehirn mit der Zeit nicht einfach aussondert. Ich werde mich daran gewöhnen, davon bin ich überzeugt. Ich staune wie schnell sich das Auge erholt hat. Heute spüre ich überhaupt nichts mehr vom Eingriff (seit dem 3ten Tag spüre ich nichts mehr). Das Auge ist nicht gerötet, nicht geschwollen, sieht einfach nur sauber aus. Leider ist die Sehleistung nicht gestiegen in den letzten Tagen. Ich denke sie wird irgendwo zwischen 0.25 und 0.5 sein. Ist schwierig zu sagen. Vermutlich ist mein Kontrast-Sehen nicht mehr ganz so stark wie vorher wegen dem zu grossen Schnitt meinte mein Arzt.
In der Nacht sehe ich überigens super. Keine Lichthöfe und kein Blenden. Ich sehe in der Nacht genauso gut mit dem operierten Auge wie mit dem „Kontakt-linsen-Auge“.
Wenn das rechte Auge genau gleich rauskäme, müsste ich vermutlich für die tägliche Arbeit im Büro eine leichte Brille tragen. Aber wer weiss, vielleicht wird das zweite Auge besser und vielleicht gewöhne ich mich auch noch besser an die Situation so dass ich vielleicht in ein paar Wochen ein super Resultat habe. Mal schauen. Ich bin gespannt und halte Euch auf dem Laufenden.
Flesh