Ursache von Doppelbildern nach ICl-Operation
Verfasst: 12.08.2025, 20:51
Um anderen, die vielleicht auch vor dem Problem „Doppelbilder nach ICL-Operation“ stehen, auf der Ursachensuche weiter zu helfen, möchte ich hier meine Erfahrung schildern.
Ich habe mir im Januar torische ICL-Linsen („Linsen 1 links und rechts“) einsetzen lassen, diese sind aber gleich nach der OP rotiert (richtig stark, links um 80°, rechts um 135°) und lagen nicht zentral im Auge, sondern waren nach unten Richtung Nase „verschoben“. Zurückdrehen hat nichts gebracht, sie haben sich gleich wieder verdreht. Dann war der Plan sie gegen größere Linsen auszutauschen, die in die Achse, wo sie sich selbst hingedreht hatten, eingesetzt werden. Laut vielen Fallbeispielen ist das die Lösung, bei mir leider nicht. Linse 2 rechts hat sich nach ein paar Tagen auch gedreht, also wurde am anderen Auge erst mal nicht operiert.
Schließlich wurden sphärische Linse, die nur die Kurzsichtigkeit ausgleichen, in nochmal größer in beide Augen eingesetzt („Linsen 3 links und rechts“), sodass eine Rotation egal ist und ich trage jetzt weiterhin eine Brille für die Hornhautverkrümmung. Da ich extrem kurzsichtig war, ist das trotzdem ein extremer Fortschritt für mich, die Brillengläser sind jetzt dünn, es gibt nicht den unschönen Verkleinerungseffekt hinter den Brillengläsern und ich bin ohne Brille nicht absolut aufgeschmissen, z.B. im Bad komme ich jetzt ohne Brille gut zurecht.
Nach Einsatz der Linsen 1 hatte ich zwei Arten von Doppelbildern.
1) Nahe Doppelbilder gleicher Farbintensität
z.B. unter einer Schriftzeile direkt noch einmal die Schriftzeile
Weitere Merkmale der Doppelbilder:

Ursache dieser Doppelbilder: Rotation der torischen Linse, dadurch lag die torische Achse an ganz falscher Stelle und hat die Doppelbilder erzeugt.
2) Große blasse Doppelbild mit geringerer Farbintensität
z.B. weiße Wand ist teilweise auf schwarzen Fernseher zu sehen
Weitere Merkmale der Doppelbilder:



Hier war erst nicht klar, woran es liegt. An der verdrehten torischen Linse? Am fehlenden Ausgleich meine natürlichen Hornhautverkrümmung? An der dezentralen Lage?
Ein Hinweis, dass es eher die dezentrale Lage ist, war, dass ich die Doppelbilder am stärksten bei Linse 1 rechts, am zweitstärksten bei Linse 1 links und am drittstärksten bei Linse 2 rechts hatte. Und Linse 1 rechts war stärker verschoben als Linse 1 links und die wiederum stärker als Linse 2 rechts. Leider war aber auch Linse 1 rechts deutlich mehr verdreht als Linse 1 links, die wiederum mehr verdreht war als Linse 2 rechts. Hätte also doch auch an der Rotation liegen können und dass es die Brille irgendwie nicht geschafft hat sowohl natürliche Hornhautverkrümmung als auch verdrehte Linsenachse gleichzeitig auszugleichen. Wenn es aber wirklich an den verdrehten torischen Linsen gelegen hätte, hätten diese blassen Doppelbilder mit den sphärischen Linsen dann nicht mehr auftreten dürfen.
Als mir dann die sphärischen Linsen eingesetzt wurden, hatte ich direkt nach der Verbandabnahme noch mal Weitungstropfen für eine Untersuchung bekommen – und hatte die blassen Doppelbilder stark. Es lag also nicht an den torischen Linsen, es trat mit Weitung ja auch mit sphärischen Linsen auf. Als die die Pupillen dann aber auf die normale Größe schrumpften, verschwanden die blassen Doppelbilder.
Schlussfolgerung: ein Auslöser dieser blassen Doppelbilder sind zu große Pupillen. Dann fällt Licht auf die nicht-optische Zone der Linse. Da findet man auch im Internet einige Beispiele von Leuten mit zu großer Dunkelpupille, die die Beschwerden beschreiben.
Danach war einige Tage alles in Ordnung. Bis auf dem rechten Auge wieder die blassen Doppelbilder auftauchten. Immerhin jetzt „nur“, wenn es düsterer ist. Mit den vorigen Linsen hatte ich sie fast immer, nur nicht wenn extrem greller Sonnenschein war, jetzt habe ich sie zumindest bei normalem Tageslicht und hellen Lampenlicht nicht. Ich vermute hier ganz stark, dass sich Linse 3 rechts in eine neue Position gedreht hat und dadurch wieder nicht mehr ganz zentral liegt. Ich hatte jetzt noch nicht die zweite Nachuntersuchung, weiß also nicht, ob der Doktor das bestätigt, bin mir aber ziemlich sicher. Und durch die „Verschiebung“ in eine Richtung ist dann auch der nicht-optische Teil der Linse hinter der geöffneten Pupille, obwohl an sich die optische Zone ausreichend groß für die Dunkelpupille ist.
Und je stärker die Verschiebung, bei desto geringerer Pupillenweitung hat man den Doppelbild-Effekt. Deshalb war es bei Linse 1 rechts am stärksten, gefolgt von Linse 1 links, gefolgt von Linse 2 rechts, gefolgt von Linse 3 rechts, gefolgt von Linse 3 links (da ist es aktuell minimalst).
Falls ihr diese blassen Doppelbilder habt, lasst also abklären, ob Eure Dunkelpupille nach OP doch größer ist als die optische Zone der Linse und/oder ob eure Linse in eine Richtung verschoben im Auge liegt, sodass ab einer bestimmten Pupillengröße Licht auf die nicht-optische Zone der Linse fällt.
Der Effekt müsste so zu erklären sein:

Hätte ich das eher verstanden, hätte ich bei den Linsen 3 wohl nicht nur sphärische Linsen in nochmal größer gewählt, sondern auch welche mit größerer optischer Zone, sodass trotz etwas Verrutschen nur optische Zone hinter der Pupille hätte, egal wie geweitet diese gewesen wäre. Aber nochmal tauschen ist jetzt keine Option mehr.
Ich hoffe jedoch, dass meine Schilderung wenigstens anderen mit ähnlichen Problemen hilft die richtige Lösung zu wählen, wenn ein Linsentausch gemacht wird. Gibt ja wahrscheinlich wenig Fallbeispiele, die das mit verschiedenen Linsen durchgetestet haben (bzw. durchtesten mussten...
).
Vielleicht gibt es jetzt auch weitere Gründe für solche Doppelbilder und ich kann jetzt nicht zu 100% garantieren, dass meine Theorie stimmt. Aber es passt nach meinen Erfahrungen mit den verschiedenen Linsen alles sehr logisch zusammen.
Ich habe mir im Januar torische ICL-Linsen („Linsen 1 links und rechts“) einsetzen lassen, diese sind aber gleich nach der OP rotiert (richtig stark, links um 80°, rechts um 135°) und lagen nicht zentral im Auge, sondern waren nach unten Richtung Nase „verschoben“. Zurückdrehen hat nichts gebracht, sie haben sich gleich wieder verdreht. Dann war der Plan sie gegen größere Linsen auszutauschen, die in die Achse, wo sie sich selbst hingedreht hatten, eingesetzt werden. Laut vielen Fallbeispielen ist das die Lösung, bei mir leider nicht. Linse 2 rechts hat sich nach ein paar Tagen auch gedreht, also wurde am anderen Auge erst mal nicht operiert.
Schließlich wurden sphärische Linse, die nur die Kurzsichtigkeit ausgleichen, in nochmal größer in beide Augen eingesetzt („Linsen 3 links und rechts“), sodass eine Rotation egal ist und ich trage jetzt weiterhin eine Brille für die Hornhautverkrümmung. Da ich extrem kurzsichtig war, ist das trotzdem ein extremer Fortschritt für mich, die Brillengläser sind jetzt dünn, es gibt nicht den unschönen Verkleinerungseffekt hinter den Brillengläsern und ich bin ohne Brille nicht absolut aufgeschmissen, z.B. im Bad komme ich jetzt ohne Brille gut zurecht.
Nach Einsatz der Linsen 1 hatte ich zwei Arten von Doppelbildern.
1) Nahe Doppelbilder gleicher Farbintensität
z.B. unter einer Schriftzeile direkt noch einmal die Schriftzeile
Weitere Merkmale der Doppelbilder:
- Kein Einfluss der Farbe von Objekt und Hintergrund.
- Die Doppelbilder waren „scharf“ (also das doppelte Objekt wirklich noch mal genauso neben dem betrachteten Objekt).
- Sie sind durch eine Brille mit Hornhautverkrümmungsausgleich verschwunden.

Ursache dieser Doppelbilder: Rotation der torischen Linse, dadurch lag die torische Achse an ganz falscher Stelle und hat die Doppelbilder erzeugt.
2) Große blasse Doppelbild mit geringerer Farbintensität
z.B. weiße Wand ist teilweise auf schwarzen Fernseher zu sehen
Weitere Merkmale der Doppelbilder:
- Vor allem helle Objekte auf dunklem Hintergrund (am stärksten weiß auf schwarz).
- Bei starker Helligkeit kein Auftreten. Je dunkler die Umgebung, desto stärker treten sie auf.
- Eine Brille mit Hornhautverkrümmungsausgleich hat nichts an ihnen geändert.



Hier war erst nicht klar, woran es liegt. An der verdrehten torischen Linse? Am fehlenden Ausgleich meine natürlichen Hornhautverkrümmung? An der dezentralen Lage?
Ein Hinweis, dass es eher die dezentrale Lage ist, war, dass ich die Doppelbilder am stärksten bei Linse 1 rechts, am zweitstärksten bei Linse 1 links und am drittstärksten bei Linse 2 rechts hatte. Und Linse 1 rechts war stärker verschoben als Linse 1 links und die wiederum stärker als Linse 2 rechts. Leider war aber auch Linse 1 rechts deutlich mehr verdreht als Linse 1 links, die wiederum mehr verdreht war als Linse 2 rechts. Hätte also doch auch an der Rotation liegen können und dass es die Brille irgendwie nicht geschafft hat sowohl natürliche Hornhautverkrümmung als auch verdrehte Linsenachse gleichzeitig auszugleichen. Wenn es aber wirklich an den verdrehten torischen Linsen gelegen hätte, hätten diese blassen Doppelbilder mit den sphärischen Linsen dann nicht mehr auftreten dürfen.
Als mir dann die sphärischen Linsen eingesetzt wurden, hatte ich direkt nach der Verbandabnahme noch mal Weitungstropfen für eine Untersuchung bekommen – und hatte die blassen Doppelbilder stark. Es lag also nicht an den torischen Linsen, es trat mit Weitung ja auch mit sphärischen Linsen auf. Als die die Pupillen dann aber auf die normale Größe schrumpften, verschwanden die blassen Doppelbilder.
Schlussfolgerung: ein Auslöser dieser blassen Doppelbilder sind zu große Pupillen. Dann fällt Licht auf die nicht-optische Zone der Linse. Da findet man auch im Internet einige Beispiele von Leuten mit zu großer Dunkelpupille, die die Beschwerden beschreiben.
Danach war einige Tage alles in Ordnung. Bis auf dem rechten Auge wieder die blassen Doppelbilder auftauchten. Immerhin jetzt „nur“, wenn es düsterer ist. Mit den vorigen Linsen hatte ich sie fast immer, nur nicht wenn extrem greller Sonnenschein war, jetzt habe ich sie zumindest bei normalem Tageslicht und hellen Lampenlicht nicht. Ich vermute hier ganz stark, dass sich Linse 3 rechts in eine neue Position gedreht hat und dadurch wieder nicht mehr ganz zentral liegt. Ich hatte jetzt noch nicht die zweite Nachuntersuchung, weiß also nicht, ob der Doktor das bestätigt, bin mir aber ziemlich sicher. Und durch die „Verschiebung“ in eine Richtung ist dann auch der nicht-optische Teil der Linse hinter der geöffneten Pupille, obwohl an sich die optische Zone ausreichend groß für die Dunkelpupille ist.
Und je stärker die Verschiebung, bei desto geringerer Pupillenweitung hat man den Doppelbild-Effekt. Deshalb war es bei Linse 1 rechts am stärksten, gefolgt von Linse 1 links, gefolgt von Linse 2 rechts, gefolgt von Linse 3 rechts, gefolgt von Linse 3 links (da ist es aktuell minimalst).
Falls ihr diese blassen Doppelbilder habt, lasst also abklären, ob Eure Dunkelpupille nach OP doch größer ist als die optische Zone der Linse und/oder ob eure Linse in eine Richtung verschoben im Auge liegt, sodass ab einer bestimmten Pupillengröße Licht auf die nicht-optische Zone der Linse fällt.
Der Effekt müsste so zu erklären sein:

Hätte ich das eher verstanden, hätte ich bei den Linsen 3 wohl nicht nur sphärische Linsen in nochmal größer gewählt, sondern auch welche mit größerer optischer Zone, sodass trotz etwas Verrutschen nur optische Zone hinter der Pupille hätte, egal wie geweitet diese gewesen wäre. Aber nochmal tauschen ist jetzt keine Option mehr.
Ich hoffe jedoch, dass meine Schilderung wenigstens anderen mit ähnlichen Problemen hilft die richtige Lösung zu wählen, wenn ein Linsentausch gemacht wird. Gibt ja wahrscheinlich wenig Fallbeispiele, die das mit verschiedenen Linsen durchgetestet haben (bzw. durchtesten mussten...
Vielleicht gibt es jetzt auch weitere Gründe für solche Doppelbilder und ich kann jetzt nicht zu 100% garantieren, dass meine Theorie stimmt. Aber es passt nach meinen Erfahrungen mit den verschiedenen Linsen alles sehr logisch zusammen.