Große Unsicherheit zur ICL

Imlantierbare Contactlinsen (ICL), IOL, Artisan, Verisyse, Bioptics, Hinterkammerlinsen, Vorderkammerlinsen, Iris Clip Linsen, Clear Lens Extraction (CLE)

Moderator: Frankyboy

Antworten
robitobi
schaut sich noch um
Beiträge: 1
Registriert: 22.02.2019, 12:42

Große Unsicherheit zur ICL

Beitrag von robitobi » 22.02.2019, 13:18

Hallo zusammen!

Kurz zu mir: Ich komme aus Stuttgart, bin 23 Jahre alt, trage seit meinem 2. Lebensjahr eine Brille und bin aktuell bei folgenden Werten:

Rechts: -10,25, -2,75 x 32°
Links: -11,0, -2,25 x 160°

Seit meinem 14 Lebensjahr habe ich weiche Kontaktlinsen getragen, vertrage diese aber immer weniger, weshalb ich auf Harte Linsen umsteigen wollte. Den Versuch habe ich nach 2 Wochen abgebrochen, da ich einfach nicht damit klar komme. Meine Optikerin hat mich dann auf die ICL-Linsen aufmerksam gemacht.

Nun war ich in Stuttgart bei Care Vision (Dr. Wagner), hatte eine Voruntersuchung zur ICL-OP und habe einen Termin ausgemacht. Der Antrage bei der Krankenkasse wurde trotz Medizinischer Notwenigkeit (die ich ausgetellt bekommen habe) natürlich abgelehnt..

Heute morgen war ich bei einem Augenarzt um mir eine Drittmeinung einzuholen.

Der Arzt war völlig außer sich und hat mir (ohne Untersuchung!) dringend abgeraten da ich noch so Jung sei, es absolut keine Langzeiterfahrungen hierzu gibt, die Linse verwächst und es deshalb unmöglich ist, die Linse aus dem Auge zu nehmen.

Er meinte, er könne mir die OP nicht verbieten, aber ich solle mir die Gefahr der Erblindung und der Komplikationen bewusst werden – da man wie gesagt anscheinend keine Langzeitstudie kennt. Nach 5 Minuten war das Thema dann für Ihn beendet und ich stand vor der Praxis. Als Alternative konnte er mir nichts nennen, nur dass ich weiterhin eben immer wieder Weiche Linsen nutzen soll.

Nun bin ich komplett verwirrt, irritiert und natürlich auch eingeschüchtert. Trotz der vielen Positiven Beiträge hier bin ich stark verunsichert und habe Angst..

Kann mir jemand hierzu seine Meinung mitteilen, bzw. mir etwas die Angst nehmen?!

Vielen Dank und liebe Grüße,
Robin

Gavin
kennt sich hier aus
Beiträge: 236
Registriert: 01.02.2005, 19:47

Re: Große Unsicherheit zur ICL

Beitrag von Gavin » 26.02.2019, 11:33

Hallo Robin,

erstmal willkommen im Forum. Die Ängste und Gedanken mit denen Du dich rumschlägst sind völlig normal und hatte jeder bei uns im Forum. Nach wie vor ist immer die Frage wie groß der Leidensdruck bei Dir ist, dass Du so starke Sehhilfen benötigst. Ein Eingriff am Auge sollte man nie herunterspielen, aber auch nicht wie dein Augenarzt zu einem hochrisiko Eingriff deklarieren. Die OP-Methoden sind heutzutage sehr sicher und die Risiken meiner Meinung nach gut abschätzbar. Du und der Operateur müssen halt miteinander reden und den Risiko/Nutzen Aspekt abwägen. Bei mir war es in Lohr so, dass der Arzt und seine Assistentin mir ohne zu zögern zu dem Eingriff rieten, da sie meinten dass die Vorteile bei weitem überwiegen gegenüber herkömmlichen Sehhilfen und es bei so einer starken Kurzsichtigkeit auch Sinn macht. Und ich hatte nicht den Eindruck, als würden sie das jedem raten um etwas zu verkaufen. Selbst der Operateur hat ICL-Linsen in seinen Augen, was für mich zeigt, dass er hinter dieser OP-Methode steht. Schließlich würde das ja kein Arzt an sich selber vornehmen lassen, wenn er nicht absolut überzeugt davon ist. Leider gibt es da draußen sehr viel altmodisch eingestellte Augenärzte, die sturr der alten Schulmedizin folgen und jeglichen technischen Fortschritt ablehnen (auch weil sie dadurch selber Patienten verlieren). Von einem älteren Augenarzt, der schon 25 Jahre seinen Job macht wirst Du nie zu hören bekommen, dass er die Idee gut findet. Schließlich kennt er sich null mit den Linsen oder der OP aus und will ja auch keine Patienten verlieren. Ich finde wenn man nicht tief in der Materie drin ist, dann sollte man sich mit seiner Meinung etwas zurückhalten. Das ist wie als würde ich meinen Hausarzt nach einer Knie-OP fragen oder einer Herzklappen-OP. Da hat der ja auch keine Ahnung wie das im Detail abläuft und welche Risiken auftreten können. Aber es gibt auch jüngere Augenärzte, die Dir vielleicht sogar zu dieser OP raten würden, weil sie offener für solche operativen Entwicklungen sind. Ich kenne aus meinem Verwandtenkreis zum Beispiel viele Kurzsichtige, die sich auf anraten ihrer Augenärzte ICL-Linsen implantiert haben lassen. Also ich würde auf die Meinung deines Augenarztes gar nichts geben und viel mehr direkt mit denen Menschen sprechen die sich damit auskennen - den Augenkliniken und Operateuren selber. Mach doch einfach mal bei 2-3 renommierten und bekannten Kliniken Termine aus. Lass Dich aufklären über Risiken, welche Vorteile Du durch die OP hättest und was Deine Sorgen und Ängste sind. Bin mir bestimmt sicher, dass sie auch sagen, dass normale Augenärzte die keine Ahnung von der OP haben immer diese OP negativ sehen. Du hast hier so viel positive Berichte darüber und Adressen von TOP Augenchirurgen, dass Du dir selber deine Meinung bilden solltest. Am Ende wird Dir (wie mir) die Entscheidung niemand abnehmen können und Du wirst nie eine Garantie bekommen, dass bei der OP alles super läuft oder Du deine gewünschten Ergebnisse bekommst. Aber ich finde nach wie vor, dass eine ICL-OP eine sehr gute Alternative zu Brille oder Kontaktlinsen ist. Bei mir war der Leidensdruck so groß, dass ich diese OP einfach wollte und dann auch gemacht habe. Und ich bereue es bis heute nicht. ;)

Wünsch Dir viel Glück bei deiner Entscheidungsfindung und halte uns auf dem laufenden!

Gruß

Gavin.
R: -9.50 dpt., Astigmatismus -1.50, 28°
L: -8.50 dpt., Astigmatismus -1.50, 153°

Gustlik
schaut sich noch um
Beiträge: 6
Registriert: 01.02.2018, 10:10

Re: Große Unsicherheit zur ICL

Beitrag von Gustlik » 21.03.2019, 14:23

Guten Tag,
ich weiß nicht, ob ich mit meiner Meinung noch punkten kann oder schon die Entscheidung getroffen wurde.
Ich litt als Kind und Jugendliche auch extrem unter meiner Kurzsichtigkeit (-12 und -13 dpt). Im Mai 2004 ließ ich mir ICL-Linsen implantieren … und letztes Jahr (Februar und April 2018) wieder entfernen. Das ist eine lange Geschichte, die ich auch in diesem Forum bereits beschrieben habe. Am Ende litt ich unter grauen und gleichzeitig grünen Star (den ich natürlich nicht mehr los werde). Und auch wenn die Meinungen in diesem Forum mir widersprechen - ich bin der absoluten Überzeugung, dass der graue Star (Eintrübung der körpereigenen Linse) auf die ICL-Implantate zurückzuführen ist. Das hat mir auch der Operateur (Professor an der Uniklinik Dresden) bestätigt. Er meinte sogar, dass ich sehr lange "ausgehalten" habe und hier muss ich deinem Augenarzt Recht geben. Es gab einfach zur damaligen Zeit noch keine Langzeitstudien, aber jetzt und Augentrübungen treten leider bei diesen Implantaten häufiger auf, als damals geschätzt. Das positive daran ist, dass bei der OP meine eingetrübte körpereigene Linse mit einer Monokularlinse ausgetauscht wurde. Ich brauche zwar noch eine Brille (+0,75 und +1,00), aber damit kann ich gut leben, denn ich sehe klar und 100 % damit. Ich hoffe mit meine Ausführungen geholfen zu haben. Ich muss auch sagen, nimmt man die letzten beiden Jahre weg, war es doch schon eine sehr gute Sache, aber bei mir hat es leider nicht für ewig gereicht. Vielleicht sagst du dir auch, egal, dann nehme ich diese OP´s evtl. in 10 - 15 Jahren in Kauf. Wer weiß, was es dann schon wieder für Möglichkeiten gibt... Grüße aus der Lausitz

Antworten

Sie haben Interesse an einer Lasik-Behandlung? Fordern Sie hier kostenlose Informationen zum Thema Lasik an und lassen Sie sich beraten!

Beratung anfordern