Na ja, eine gewisse Komik (Monty Python?) ist meinem Auftritt wohl wirklich nicht abzusprechen, auch wenn mir alles andere als zum Lachen zumute war...
Hier nun wie es weiterging:
Tag 1-4:
Am Tag nach dem Glätten der Falten (Flap auf--Spülen--Flap zu) kamen die Schutzlinsen wieder hinaus. Frau Celikkol schaute sich beidseits die Hornhaut an und murmelte ein kaum hörbares "super": daraus schloss ich mal, dass es gut war...
Der Rest Kurzsichtigkeit war wunderbarerweise auch über Nacht verschwunden und sogar das Rot wieder aufgetaucht.
(Das hatte ich ganz vergessen zu erzählen. Dieser Automat, der die Sehstärke misst. Da guckt man ja auf ein Ding, das (so ungefähr) aussieht wie ein Ballon auf einem Stelzen. Und der Ballon hat einen roten Balken. Am Tag nach der OP sah ich diesen Balken rechts ganz normal rot, links aber farblos--merkwürdig, oder?? Oder nicht merkwürdig??)
Keinerlei Schmerz oder Fremdkörpergefühl und auch (trotz 8mm Pupillen) keinerlei Glare, Halos etc.--das hatte ich schon mal gleich in der ersten Nacht geprüft.
So flog ich dann doch recht glücklich nach Hause, auch wenn es (besonders in Hinsicht auf Buchstaben&Zahlen)-noch- keine Adlerschärfe war.
Ende 1. Woche:
Meine Kollegen sagen ich sei ja schon sehr Augen fixiert momentan. Ja meine Güte, wie soll ich denn diese Tage nicht Augen fixiert sein??!
Schliesslich hat, abgesehen von den wenigen Schlaf- Stunden, jeder Moment meines Daseins mit Sehen zu tun. Und natürlich hinterfrage ich ständig mein Sehen, ist ja ein nagelneues Sehen, und da interessiert es mich einfach, ob es rechts anders ist als links (ja), gestern anders als heute (nein), besser nach Lasik als vorher (oh ja! Welch ein Glück!). Wobei es komisch ist, wie schnell sich die Erinnerung an die genaue Art des "alten" Sehens verliert. Hätte es mir bewusster einprägen sollen!
Morgens nach dem Aufwachen sind die Augen staubtrocken.
Was mich irritiert sind die unangenehmen Empfindungen. Warum jetzt plötzlich Drücken, Kratzen und ab&zu ein Schleier, so wie es für die Stunden nach der OP beschrieben ist, wo sich doch die Augen nach der OP anfühlten, als wäre gar keine OP gewesen!?
Verdammt schwer sich die Frage: Ist das normal??? drei Dutzend mal am Tag selbst zu beantworten!!
Besonders das rechte Auge beunruhigt mich. Fühlt sich an als hätte es einen "Schlag" abbekommen: etwas dumpf, etwas benommen, subjektiv die Sicht leicht milchig. Unabhängig von Tropfen oder Tageszeit.
Für den 20.11. habe ich einen Augenarzttermin, beim nächstgelegenen (da ich mich in meinem Bereitschaftsdienst vertreten lassen muss), und der ist immernoch 1,5 Stunden mit dem Zug entfernt. Also viel weiter weg kommt mir da Istanbul mit seinen 3 Flugstunden auch nicht vor. Sobald ich die schweizer Arztrechnung zu Gesicht bekommen habe, werde ich entscheiden wo ich die nächsten Kontrollen mache!
Das rechte Auge tut fast ständig weh; in den ärgsten Stunden nicht nur das Auge, sondern die ganze rechte Gesichtshälfte. Ich warte ungeduldig auf den 20.
Beim Augenarzt:
Keinerlei Falten zu sehen--so hatte ich es gehofft!
Zu den Schmerzen rechts fällt dem Arzt nichts ein, er sagt, alles sehe unauffällig aus.
Visus Test: links 80% rechts 50%
Links bin ich enttäuscht, dass es keine 100% sind, denn ich habe an der Sicht eigentlich nichts auszusetzen. Im Gegenteil. Gerade wenn es sich nicht um Schrift handelt sondern Landschaft, sehe ich die Berggipfel am Horizont so klar und scharf wie nie zuvor.
Rechts entsprechen die 50% meiner Selbsteinschätzung.
Heute, fast 3 Wochen danach:
Links: Wie schon beschrieben tolle Fernsicht, bei Schriften minimale Verzerrungen.
Rechts: Zum Glück sind die dumpfen Schmerzen-meistens-verschwunden, aber es ist deutlich zu merken, dass dies mein schwächeres Auge ist. Was ich als milchige Sicht interpretierte ist wohl ein Kontrastverlust. Alle Linien leicht verzerrt.
Am schlechtesten ist der Seheindruck bei Kleingedrucktem ab 1 Meter Entfernung--glücklicherweise hat das ja wenig Relevanz im Alltag. Computer und Lesen geht einwandfrei.
Seltsam fand ich wie der Starburst erst nach einigen Tagen auftauchte; inzwischen ist er recht ausgeprägt. Da ich aber die Lichtquelle in Originalgrösse scharf umgrenzt sehe, stören mich die Spikes so gut wie nicht.
Autofahren kann ich allerdings nicht beurteilen,da ich mich auf der Strasse ja auf dem Radl fortbewege...
Morgens sind die Augen nur noch leicht trocken und nach 2 mal zwinkern fliessen schon wieder die eigenen Tränen (brave, tapfere Augen!).
Natürlich tropfe ich fleissig weiter, so wie mir hier ans Herz gelegt wurde!
Schon seit mehr als einer Woche bemerke ich keine Schwankungen in der Sehstärke mehr.
Fazit soweit:
Natürlich hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung, da anscheinend jeder (ausser mir) Istanbul mit wenigstens einem 120% Auge verlässt.
Andererseits, was ist das für ein Anspruch: Zuerst mega fehlsichtig sein und dann, nach der OP, plötzlich viel besser sehen wollen als der Menschheitsdurchschnitt??!
So wie ich im Moment sehe komme ich problemlos ohne Linsen/Brille zurecht, und dies war ja schliesslich was ich mir wünschte!
Die Hornhaut werde ich vor Weihnachten noch mal kontrollieren lassen. Auf einen Visus Test habe ich eigentlich gar keine Lust: wie gesagt, einerseits habe ich nicht das Gefühl, dass ich besser abschneiden würde als letzte Woche, andererseits fällt es mir um so schwerer zufrieden zu sein, je beständiger mir ein "nur 80%..." im Kopf herumgeistert. (Sagt mir, wie fühlen sich 150% an? Das muss ja gigantisch sein!!)
Also was ich versuche ist, mich jetzt einfach mal zu gedulden und zu entspannen!! (Und das war so ungefähr auch die Quintessenz Frau Dr Celikkols letzter e-mail an mich
Na ja, und vielleicht tun meine Augen doch noch einen kleinen Hupfer...??
Mit vielen netten Grüssen!
Christine
