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an alle
Verfasst: 29.09.2003, 17:58
von Gast
Habe heute Antwort von Dr.Celikkol aus Istanbul bekommen, man braucht von mir die Ergebnisse der Hornhauttopographie und ob ich Keratokonus habe oder nicht? 1.Was ist Keratokonus?
2. Habe Voruntersuchung in Wien machen lassen, was ist noch aus dem Ergebnis der Hornhauttopogr. ersichtlich außer der Hornhauddicke?
Ich glaube nicht, daß man mir die Computerausdrucke der Untersuchung schicken wird habt Ihr einen Tip?
Danke schon jetzt
Ingrid
Re: an alle
Verfasst: 29.09.2003, 18:21
von gast
Frag doch einfach nach, ob sie dir die Topographiedaten geben. Keratokonis ist eine Erkrankung der Hornhaut, bei der die Hornhaut immer dünner/schwächer wird. Es kommt dann zu Ausbeulungen. Bei Menschem mit starker Hornhautverkrümmung besteht manchmal ein Verdacht auf Keratokonus. Nicht jeder Arzt ist dazu fähig, Keratokonus zu diagnostizieren. Celikkol kann das sicherlich. Keratokonus wäre natürlich eine Gegenindikation zur Lasik.
Erklärungsversuch
Verfasst: 30.09.2003, 11:33
von Thierry
Liebe Ingrid,
Keratokonus oder Hornhautvorwölbung ist eine Kegelförmige, krankhafte Vorwölbung der Hornhaut, die zu starken Beeinträchtigungen des Sehvermögens führt (kann mit Spezial-Kontaktlinsen kompensiert werden). Wie von "Gast" schon erwähnt, sind solche Patienten(innen) NICHT für eine Laser-Behandlung geeignet.
Mich wundert diese Frage von Frau Dr. Celikkol nicht, weil wir während des Aufenthalts in Istanbul zwei Patientinnen getroffen haben, die ohne Voruntersuchung nach Istanbul gekommen waren und bei denen Frau Celikkol einen Verdacht auf Keratokonus hatte. Um sicher zu gehen, hat sie Frau Celikkol in mehreren zusätzlichen Untersuchungen (ich glaube 3 Untersuchungen in verschiedenen Krankenhäuser!!) geschickt. Da Frau Celikkol jeden Patienten(in) persönlich behandelt, war dies ein sehr großer Aufwand an Zeit, usw... Der arme Erkan musste sie jedesmal hin- und zurückfahren.
Vielleicht ist Frau Celikkol (wegen diesem enormen Aufwand) jetzt etwas vorsichtiger geworden. Und daher diese Frage...
Letztendlich ist es ja für jeden Beteiligten von Vorteil, sowohl für die Patienten(innen), als auch für Frau Celikkol, wenn sowas schon im Vorraus festgestellt wurde.
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Bei der Hornhauttopographie wird eine Oberflächenaufnahme der Hornhaut ermittelt, sozusagen eine dreidimensionale "Landkarte" der Hornhaut.
Es gibt heutzutage zwei Messverfahren bei der HH-Topographie: 1. Die klassiche HH-Oberflächenaufnahme und 2. Das Orbscan-Hornhauttopographie-System.
1. Bei der klassichen Hornhauttopographie (HH-Oberflächenanalyse) werden Lichtkreisen auf die HH projiziert und das Reflektierungsbild wird "fotographiert".
Diese Technik ist aber unzureichend für eine sichere Ermittlung...
2. Beim Orbscan-Hornhauttopographie-System wird nicht nur die HH-Oberfläche analysiert, sondern auch die HH-Rückfläche, die HH-Dicke und eine Keratometrische Karte wird erstellt.
Dieses System ist desshalb von höchster Bedeutung für die "Aufspürung" und Ermittlung von Keratokonus!!!
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Kleiner Tipp: Wenn Du sicher bist, daß während Deiner Voruntersuchung eine HH-Topographie erstellt worden ist, dann sag einfach, daß Du gerne eine Kopie der HH-Topographie haben möchtest.
Normalerweise müsste es kein Probleme sein.
Nicht zu vergessen:
Du hast ein Anspruch darauf -juristisch gesehen. Du hast ein Anspruch auf alle persönlichen Daten (seien es Messungen, Einträge in Karteien, usw). In der germanischen Kultur ist es leider typisch, daß der(die) Patient(in) solche Daten nie zu Gesicht bekommt, weil sich die Ärzte diese Daten schicken (z.B. vom Augenarzt zum Chirurgen).
In Frankreich gab es viele juristische Verfahren gegen Ärzte und kein einziger Arzt wagt sich noch, sowas zu tun.
Leider kenne ich nur das französische und das deutsche Recht...
Höchstens (im schlimmsten Fall) kannst Du immer noch damit drohen, daß sich Dein Anwalt mit der Klinik in Verbindung setzen wird, um diese Daten zu bekommen (da Du ein Recht darauf hast).