Erfahrungsbericht LASEK - nicht immer alles Gold!
Verfasst: 25.06.2003, 01:29
Hallo zusammen,
das Wichtigste vorneweg: LASEK war vor 4 wochen, aktuell noch unzufrieden, Besserung kommt noch........
Aber eins nach dem anderem. Bevor sich wieder jemand aufregt, dass hier schon wieder so ein langer Faseltext kommt – dass ist Absicht
Vor meiner OP war ich nämlich sehr unsicher und habe wie viele das halbe Internet durchsurft und sowohl positives wie auch negatives gefunden. Doch es war dieses Forum und ganz speziell die Erfahrungsberichte, die ich hier gelesen habe, welche mir die Entscheidung zur OP erleichtert haben.
Mein Hintergrund: Werte von –1,5 und –1,75, leichte Hornhautverkrümmung und ich hasse Brillen (obwohl sie mir echt gut stand
).
Ein Versuch vor 4 Jahren beim Arzt einmal Kontaktlinsen einzusetzen endete mit 3 Linsen auf dem Praxisboden, einer wirklich gut aussehenden Assistentin, die leicht enttäuscht war, dass selbst mit „weiblichem“ Händchen mir keine Linsen einzusetzen war, sowie einem Kreislaufkollaps meinerseits, sodass ich der erste Patient des Arztes war, der mal von der Liege gebrauch machen musste. Kurz gesagt, ich bekomme die Dinger einfach nicht rein. Also habe ich es aufgegeben.
Nun kamen vor genau 4 Monaten gleich 3 Arbeitskollegen einer englischen Firma und erzählten mir von ihrer LASIK-OP und den tollen neuem Leben danach!
Nach einiger Recherche war dann für mich klar, dass will ich auch! Die Kliniken meiner Wahl waren: Istanbul (ich glaube ~2000€), Augenzentrum Köln (~ 4200,-€) und eine kleine, aber gute Praxisklinik in Bocholt (~3200,-€) (ich bin in der Nähe aufgewachsen und arbeite heute in Düsseldorf). Nachdem ich in der glücklichen Situation bin, nicht zwangsläufig die preiswerteste Klinik zu wählen strich ich Istanbul (Gründe wie die Nähe usw. waren mir wichtiger) und schrieb mich für einen Infoabend in Köln ein.
Der Abend war auch soweit ganz nett, jedoch war ich stark enttäuscht, mit welcher Leichtigkeit einige Patienten die OP sehen. Das was am Infoabend erzählt wurde, war mir bereits aus den geschickten Unterlagen und diesem Forum deutlich besser bekannt – z.B. muss man dafür in ein Krankenhaus? bekommt man eine Vollnarkose? Aber es waren leider überwiegend solche Fragen, sodass ich mit meinen (z.B. wie groß ist das Risiko einer Entzündung unter dem Flap, bis zu wieviel Monaten ist eine NachOP kostenlos, warum wird immer beim Risiko von % Angaben pro Auge geredet – man lässt schließlich meistens beide operieren) stark auffiel und selbst bei den anderen Patienten eher unerwünscht war
Dabei wurde dort echt die Fehlerstatistik geschönt! Es wurde von 1,5-2% Fehlern pro Auge gesprochen. Das heißt bei 100 Augen, sind zwei mit Sehrfehlern nach der OP. Ich betrachte eine OP aber nur dann erfolgreich, wenn beide Augen sehen, daher wären 2 statistische Fehler evtl. 2 fehlerhafte OP’s. Ausgangspunkt waren 100 Augen, also 50 Personen/OP’s. Dies macht eine Fehlerrate der OP’s von 4%!!!!
In einer Pause fragte ich dann warum bei der 40Seiten Präsentation überhaupt nur 2 Seiten mit Risiken enthalten sind und bekam als Antwort: „Weil das Risiko doch so gering ist! Sie würden bis zu 40 OP’s die Woche machen, ich sollte ihr ruhig glauben. Hmmm dachte ich mir. Die Routine haben sie auf jedem Fall, wenn man das Forum hier liest anscheinend auch eine gute Betreuung und vermutlich auch überwiegend gute Ergebnisse, aber wieso wird ein Risiko so runtergespielt. Auch nur 2% mit Folgeschäden sind immer noch 2%! Und es ist ja freiwillig! Also habe ich mir auch bei der kleineren Klinik einmal einen Termin für eine Beratung und Untersuchung geben lassen.
Nachdem der Arzt gemerkt hatte, dass ich mich bereits im Internet informiert habe kam er direkt zu Sache: Er mache alle Arten von Augen-OP’s. Dazu gehören auch LASIK und LASEK usw. Die Laser-OP’s macht er ca. 4-10 pro Monat und dass seit 4 Jahren. Noch bevor ich darüber nachdenken konnte, ob dies genug Erfahrung ist, kam eine direkte Frage an mich: Warum LASIK und nicht LASEK. Nach Aufklärung über die Risiken und Probleme bei beiden OP’s (darüber steht nun schon genug im Forum...) hatte er mich dann auch ziemlich schnell von der LASIK weg und hin zu LASEK überzeugt. Dies war Freitags. Da ich die Woche danach Urlaub hatte, einigten wir uns ziemlich schnell auf einen OP-Termin am folgenden Montag-Abend (26.06.) Bevor ich jedoch ging, bekam ich einen Haufen Dokumente und er selbst wies noch einmal ausdrücklich auf die möglichen Risiken hin! Ich sag euch, dass war das bisher längstes Wochenende meines Lebens!!!!!!!!!!
Am Montag Nachmittag fing ich dann tatsächlich an die Minuten zu zählen und ich war mir gar nicht mehr so sicher. Als ich dann endlich in der Praxis war, bekam ich dann sogar noch einen Kreislaufkollaps. Doch dann, auf einmal ging alles ganz schnell. Ich bekam Tropfen, welche die Pupillen ganz klein machen (dann kann der Arzt besser zielen
, ein Narkosearzt gab mir etwas für den Kreislauf und zur Beruhigung, es gab den grünen Kittel und dann ging es schon los. Bitte hinlegen, Auge auf, Tropfen zur Betäubung rein, kurzes Gespräch, Lidsperrer rein (spürt man schon gar nicht mehr) und bitte gerade aus schauen. Äh, und da hatte ich mein erstes Problem. Ich traute mich einfach nicht L Im letzten Moment habe ich mein Auge immer nach rechts oder links gedreht. Ich wollte wirklich, aber irgendwie waren die Reflexe schneller, sodass wir gleich mehrere Anläufe brauchten. Hatte echt Mitleid mit dem Arzt, aber nach einigen Versuchen (ohne das Auge zu berühren, denn dann hätte er ggf. abbrechen müssen) hat es dann doch geklappt und er konnte das Messer (sieht eher aus wie ein ca. 1 cm kleiner Metallkreis) genau platzieren. Danach ging es Schlag auf Schlag. Die Lösung zum Lösen der oberen Haut, das Beiseite legen, zurück platzieren und einlegen der medizinischen Kontaklinse. Achja, da zwischen war dann noch der Moment, wo es hieß „bitte in Licht schauen“. Doch ehrlich gesagt, auf Grund der Tropfen und dem fehlenden Häutchen habe ich eigentlich nur eine dicke rote Wolke gesehen. Vom Laser selbst habe ich gar nichts gemerkt. Dann kam noch das andere Auge dran und nach insgesamt ca. 20Minuten (wovon mein Kreislaufproblem und das Treffen der Mitte wohl die meiste Zeit benötigte) war alles vorbei! Das wars! Ich fühlte mich jetzt besonders, doch irgendwie hat das keiner gemerkt. Mein Bruder brachte mich nach Hause und ich stieg direkt ins Bett. (Vorsichtshalber Schmerztabletten genommen, jedoch nichts gespürt)
In der Nacht dann der erste Erfolg! Ich lief über den Flur und konnte aus dem Fenster und die andere Strassenseite sehen - scharf!! Ich war überglücklich!! Es schien alles richtig zu sein.
Am nächsten Morgen merkte ich dann die erste Nachwehen der OP. Vorübergehende Blendungsempfindlichkeit. Was für ein einfaches Wort für eine solche Gemeinheit. Trotz Sonnenbrille war ich nicht in der Lage auf dem Weg zum Arzt zur ersten Nachuntersuchung gerade aus zu schauen. Selbst im PKW (ich wurde gefahren) blende mich bereits das reflektierende Licht auf meiner Hose. Laut Arzt jedoch alles normal und super Ergebnis der OP. Er hatte recht. Mit jedem Tag wurde es besser und nach ca. 6 Tage war sogar schon wieder ein Sitzen Schatten der Terrasse möglich. (Heute ist alles wieder normal). Aber das es in den Tagen nach der OP so stark wäre hatte ich echt nicht gedacht. Nun denn, ich hatte ja noch die Schutzlinsen drin, welche eigentlich nach 2-3 Tage rauskommen. Da stellte sich heraus, ich werde wohl doch etwas länger brauchen. Unerwartet brauchte meine Heilung deutlich länger, sodass ich die Linsen bis zum darauf folgendem Montag behielt – und meine Sicht wurde immer schlechter. Ich sah verschwommen, verschmiert, und mittlerweile auch leicht doppelt! Hinzu kam, dass ich nachts dazu tendiere mir oft die Augen zu reiben, was man nun natürlich nicht machen darf. Also schlief ich fortan mit Schlafbrille (aus dem Flugzeug) und Winterhandschuhe (damit kann man wirklich nicht reiben
Am darauf folgendem Montag dann der große Moment. Die Linsen sollten raus. Nach einem Trick des Arztes (er hat die Augen wieder betäubt) haben wir sie dann endlich entfernen können – wie gesagt, ich hab ein echtes Problem wenn etwas an mein Auge kommt – und siehe da: nichts!
Das Verschwommene und verschmierte war weg, jedoch sah ich immer noch doppelt!!!! Die Messung ergab: auf beiden Augen +1.0
Na prima. Und jetzt? In der Woche hatte ich von meiner Firma eine Schulung, sodass das „Arbeiten“ durchaus möglich war. Abends jedoch war ich ziemlich verzweifelt. Noch nicht einmal das Etikett der Zahnpastatube konnte ich lesen. Sneuf! Freitags wieder zum Arzt: Alles ok, etwas langsame Heilung, auf beiden Augen ca. +0,5 und immer noch alles doppelt. Ich hatte das Gefühl, es tut sich gar nichts, auch wenn die Messung besser wurde. Ein Arbeiten am PC war nur mit den größten Schriftarten möglich und strengte enorm an – es war ja alles doppelt. Doch dann, vor ca. 1,5 Wochen: Hydroxyethylcellulose – ich konnte die Zahnpaste lesen! Es ging schwer, aber es ging! Also schien der Arzt recht zu haben: langsam, aber sicher......
Heute kann ich die Tube ohne Probleme lesen, auch ein Arbeiten am PC ist wieder möglich, jedoch sehe ich noch immer etwas doppelt. Dies ist in etwa so, wie alle die Ghost’s bei Nachtsicht beschreiben. Allerdings habe ich sie immer. Gestern war ich wieder bei ihm: Sehstärke wird ziemlich sicher 100%, (Autofahren ist schon heute ohne Probleme möglich!). Die Ursache der doppelten Sicht liegt in einer zu trockenen Hornhaut. Dies wird aber zu 100% wieder normal! Vermutlich wird sich der gesamte Prozess jedoch noch etwa 4-8 Wochen hinziehen. Ich selbst bin zwar z.Z. noch skeptisch, jedoch könnte er Recht haben, da ich starke Unterschiede merke, wenn ich die Augentropfen (Tränenersatz) frisch drin habe. Auch „fühlen“ sich die Augen mitunter noch etwas trocken an. Also heißt es jetzt warten und hoffen, dass das es stimmt. Ich werde euch in ein paar Wochen berichten, ob ich überglücklich oder verzweifelt bin. Bis dahin möchte ich folgendes Fazit ziehen:
1) Es ist eine OP und kein Friseur Besuch! Man sollte sich ganz klar darüber sein, was wäre wenn! Nur, wenn man mit dem Risiko und den Konsequenzen leben kann sollte man den Schritt machen
2) Es gibt eine Menge sehr guter Kliniken und Ärzte. Traut einfach keinem und nimmt die Foren nur als Hilfe. Macht euch euer Bild selbst (z.B. durch mehrere Beraungsgespräche)
3) Nicht zwangsweise ist teuer gleich gut!
4) Eine persönliche Betreuung (ich war in der Woche danach jeden Tag beim Arzt!) und ein offenes Gespräch kann mehr Vertrauen schaffen als reine Routine
5) Angst vor der OP ist unbegründet
6) Ein Forum wie dieses kann wirklich helfen!!!
7) Auf Grund des selbst bei der LASEK noch trockenem Auge wäre eine LASIK evtl. eine Katastrophe geworden (da würde ich wohl jetzt noch kaum etwas sehen). Gut, dass ich meinen Arzt gefunden hatte, der mir noch einmal die LASIK ausgeredet hat
Ich sehe schon jetzt genug, um wieder normal zu arbeiten, einfaches Autofahren (also nicht gerade 3000km) und meinen Hobbies nach gehen zu können
9) Es wird besser, ist jedoch noch bei weitem nicht perfekt!
10) Man kann 100% Sehschärfe haben und kann dennoch nicht perfekt sehen
Wird es in einigen Wochen perfekt, so bin ich voll zufrieden: Vom Verfahren, Kosten/Nutzen, Dauer und den Schmerzen und würde es jedem empfehlen, der sich dem Risiko bewusst ist!
Wenn nicht, dann ......, na ja erst mal optimistisch denken J
Ich melde mich jedenfalls in ein paar Wochen wieder und hoffe euch etwas von meinen letzten Wochen näher gebracht zu haben. Denn eins steht fest: Ihr seid nicht allein mit dem Problem: soll ich / soll ich nicht......
Viel Spaß beim Lesen der anderen Beiträge,
Gruß Andreas
das Wichtigste vorneweg: LASEK war vor 4 wochen, aktuell noch unzufrieden, Besserung kommt noch........
Aber eins nach dem anderem. Bevor sich wieder jemand aufregt, dass hier schon wieder so ein langer Faseltext kommt – dass ist Absicht
Vor meiner OP war ich nämlich sehr unsicher und habe wie viele das halbe Internet durchsurft und sowohl positives wie auch negatives gefunden. Doch es war dieses Forum und ganz speziell die Erfahrungsberichte, die ich hier gelesen habe, welche mir die Entscheidung zur OP erleichtert haben.
Mein Hintergrund: Werte von –1,5 und –1,75, leichte Hornhautverkrümmung und ich hasse Brillen (obwohl sie mir echt gut stand
Ein Versuch vor 4 Jahren beim Arzt einmal Kontaktlinsen einzusetzen endete mit 3 Linsen auf dem Praxisboden, einer wirklich gut aussehenden Assistentin, die leicht enttäuscht war, dass selbst mit „weiblichem“ Händchen mir keine Linsen einzusetzen war, sowie einem Kreislaufkollaps meinerseits, sodass ich der erste Patient des Arztes war, der mal von der Liege gebrauch machen musste. Kurz gesagt, ich bekomme die Dinger einfach nicht rein. Also habe ich es aufgegeben.
Nun kamen vor genau 4 Monaten gleich 3 Arbeitskollegen einer englischen Firma und erzählten mir von ihrer LASIK-OP und den tollen neuem Leben danach!
Nach einiger Recherche war dann für mich klar, dass will ich auch! Die Kliniken meiner Wahl waren: Istanbul (ich glaube ~2000€), Augenzentrum Köln (~ 4200,-€) und eine kleine, aber gute Praxisklinik in Bocholt (~3200,-€) (ich bin in der Nähe aufgewachsen und arbeite heute in Düsseldorf). Nachdem ich in der glücklichen Situation bin, nicht zwangsläufig die preiswerteste Klinik zu wählen strich ich Istanbul (Gründe wie die Nähe usw. waren mir wichtiger) und schrieb mich für einen Infoabend in Köln ein.
Der Abend war auch soweit ganz nett, jedoch war ich stark enttäuscht, mit welcher Leichtigkeit einige Patienten die OP sehen. Das was am Infoabend erzählt wurde, war mir bereits aus den geschickten Unterlagen und diesem Forum deutlich besser bekannt – z.B. muss man dafür in ein Krankenhaus? bekommt man eine Vollnarkose? Aber es waren leider überwiegend solche Fragen, sodass ich mit meinen (z.B. wie groß ist das Risiko einer Entzündung unter dem Flap, bis zu wieviel Monaten ist eine NachOP kostenlos, warum wird immer beim Risiko von % Angaben pro Auge geredet – man lässt schließlich meistens beide operieren) stark auffiel und selbst bei den anderen Patienten eher unerwünscht war
In einer Pause fragte ich dann warum bei der 40Seiten Präsentation überhaupt nur 2 Seiten mit Risiken enthalten sind und bekam als Antwort: „Weil das Risiko doch so gering ist! Sie würden bis zu 40 OP’s die Woche machen, ich sollte ihr ruhig glauben. Hmmm dachte ich mir. Die Routine haben sie auf jedem Fall, wenn man das Forum hier liest anscheinend auch eine gute Betreuung und vermutlich auch überwiegend gute Ergebnisse, aber wieso wird ein Risiko so runtergespielt. Auch nur 2% mit Folgeschäden sind immer noch 2%! Und es ist ja freiwillig! Also habe ich mir auch bei der kleineren Klinik einmal einen Termin für eine Beratung und Untersuchung geben lassen.
Nachdem der Arzt gemerkt hatte, dass ich mich bereits im Internet informiert habe kam er direkt zu Sache: Er mache alle Arten von Augen-OP’s. Dazu gehören auch LASIK und LASEK usw. Die Laser-OP’s macht er ca. 4-10 pro Monat und dass seit 4 Jahren. Noch bevor ich darüber nachdenken konnte, ob dies genug Erfahrung ist, kam eine direkte Frage an mich: Warum LASIK und nicht LASEK. Nach Aufklärung über die Risiken und Probleme bei beiden OP’s (darüber steht nun schon genug im Forum...) hatte er mich dann auch ziemlich schnell von der LASIK weg und hin zu LASEK überzeugt. Dies war Freitags. Da ich die Woche danach Urlaub hatte, einigten wir uns ziemlich schnell auf einen OP-Termin am folgenden Montag-Abend (26.06.) Bevor ich jedoch ging, bekam ich einen Haufen Dokumente und er selbst wies noch einmal ausdrücklich auf die möglichen Risiken hin! Ich sag euch, dass war das bisher längstes Wochenende meines Lebens!!!!!!!!!!
Am Montag Nachmittag fing ich dann tatsächlich an die Minuten zu zählen und ich war mir gar nicht mehr so sicher. Als ich dann endlich in der Praxis war, bekam ich dann sogar noch einen Kreislaufkollaps. Doch dann, auf einmal ging alles ganz schnell. Ich bekam Tropfen, welche die Pupillen ganz klein machen (dann kann der Arzt besser zielen
In der Nacht dann der erste Erfolg! Ich lief über den Flur und konnte aus dem Fenster und die andere Strassenseite sehen - scharf!! Ich war überglücklich!! Es schien alles richtig zu sein.
Am nächsten Morgen merkte ich dann die erste Nachwehen der OP. Vorübergehende Blendungsempfindlichkeit. Was für ein einfaches Wort für eine solche Gemeinheit. Trotz Sonnenbrille war ich nicht in der Lage auf dem Weg zum Arzt zur ersten Nachuntersuchung gerade aus zu schauen. Selbst im PKW (ich wurde gefahren) blende mich bereits das reflektierende Licht auf meiner Hose. Laut Arzt jedoch alles normal und super Ergebnis der OP. Er hatte recht. Mit jedem Tag wurde es besser und nach ca. 6 Tage war sogar schon wieder ein Sitzen Schatten der Terrasse möglich. (Heute ist alles wieder normal). Aber das es in den Tagen nach der OP so stark wäre hatte ich echt nicht gedacht. Nun denn, ich hatte ja noch die Schutzlinsen drin, welche eigentlich nach 2-3 Tage rauskommen. Da stellte sich heraus, ich werde wohl doch etwas länger brauchen. Unerwartet brauchte meine Heilung deutlich länger, sodass ich die Linsen bis zum darauf folgendem Montag behielt – und meine Sicht wurde immer schlechter. Ich sah verschwommen, verschmiert, und mittlerweile auch leicht doppelt! Hinzu kam, dass ich nachts dazu tendiere mir oft die Augen zu reiben, was man nun natürlich nicht machen darf. Also schlief ich fortan mit Schlafbrille (aus dem Flugzeug) und Winterhandschuhe (damit kann man wirklich nicht reiben
Am darauf folgendem Montag dann der große Moment. Die Linsen sollten raus. Nach einem Trick des Arztes (er hat die Augen wieder betäubt) haben wir sie dann endlich entfernen können – wie gesagt, ich hab ein echtes Problem wenn etwas an mein Auge kommt – und siehe da: nichts!
Das Verschwommene und verschmierte war weg, jedoch sah ich immer noch doppelt!!!! Die Messung ergab: auf beiden Augen +1.0
Na prima. Und jetzt? In der Woche hatte ich von meiner Firma eine Schulung, sodass das „Arbeiten“ durchaus möglich war. Abends jedoch war ich ziemlich verzweifelt. Noch nicht einmal das Etikett der Zahnpastatube konnte ich lesen. Sneuf! Freitags wieder zum Arzt: Alles ok, etwas langsame Heilung, auf beiden Augen ca. +0,5 und immer noch alles doppelt. Ich hatte das Gefühl, es tut sich gar nichts, auch wenn die Messung besser wurde. Ein Arbeiten am PC war nur mit den größten Schriftarten möglich und strengte enorm an – es war ja alles doppelt. Doch dann, vor ca. 1,5 Wochen: Hydroxyethylcellulose – ich konnte die Zahnpaste lesen! Es ging schwer, aber es ging! Also schien der Arzt recht zu haben: langsam, aber sicher......
Heute kann ich die Tube ohne Probleme lesen, auch ein Arbeiten am PC ist wieder möglich, jedoch sehe ich noch immer etwas doppelt. Dies ist in etwa so, wie alle die Ghost’s bei Nachtsicht beschreiben. Allerdings habe ich sie immer. Gestern war ich wieder bei ihm: Sehstärke wird ziemlich sicher 100%, (Autofahren ist schon heute ohne Probleme möglich!). Die Ursache der doppelten Sicht liegt in einer zu trockenen Hornhaut. Dies wird aber zu 100% wieder normal! Vermutlich wird sich der gesamte Prozess jedoch noch etwa 4-8 Wochen hinziehen. Ich selbst bin zwar z.Z. noch skeptisch, jedoch könnte er Recht haben, da ich starke Unterschiede merke, wenn ich die Augentropfen (Tränenersatz) frisch drin habe. Auch „fühlen“ sich die Augen mitunter noch etwas trocken an. Also heißt es jetzt warten und hoffen, dass das es stimmt. Ich werde euch in ein paar Wochen berichten, ob ich überglücklich oder verzweifelt bin. Bis dahin möchte ich folgendes Fazit ziehen:
1) Es ist eine OP und kein Friseur Besuch! Man sollte sich ganz klar darüber sein, was wäre wenn! Nur, wenn man mit dem Risiko und den Konsequenzen leben kann sollte man den Schritt machen
2) Es gibt eine Menge sehr guter Kliniken und Ärzte. Traut einfach keinem und nimmt die Foren nur als Hilfe. Macht euch euer Bild selbst (z.B. durch mehrere Beraungsgespräche)
3) Nicht zwangsweise ist teuer gleich gut!
4) Eine persönliche Betreuung (ich war in der Woche danach jeden Tag beim Arzt!) und ein offenes Gespräch kann mehr Vertrauen schaffen als reine Routine
5) Angst vor der OP ist unbegründet
6) Ein Forum wie dieses kann wirklich helfen!!!
7) Auf Grund des selbst bei der LASEK noch trockenem Auge wäre eine LASIK evtl. eine Katastrophe geworden (da würde ich wohl jetzt noch kaum etwas sehen). Gut, dass ich meinen Arzt gefunden hatte, der mir noch einmal die LASIK ausgeredet hat
9) Es wird besser, ist jedoch noch bei weitem nicht perfekt!
10) Man kann 100% Sehschärfe haben und kann dennoch nicht perfekt sehen
Wird es in einigen Wochen perfekt, so bin ich voll zufrieden: Vom Verfahren, Kosten/Nutzen, Dauer und den Schmerzen und würde es jedem empfehlen, der sich dem Risiko bewusst ist!
Wenn nicht, dann ......, na ja erst mal optimistisch denken J
Ich melde mich jedenfalls in ein paar Wochen wieder und hoffe euch etwas von meinen letzten Wochen näher gebracht zu haben. Denn eins steht fest: Ihr seid nicht allein mit dem Problem: soll ich / soll ich nicht......
Viel Spaß beim Lesen der anderen Beiträge,
Gruß Andreas