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Was genau ist ein Femtosekundenlaser?
Verfasst: 02.04.2003, 17:46
von Maria1
Kann mir jemand was dazu sagen? Ist das die neue Methode in der Zukunft? Würden dabei mehr Hornhautgewebe geschont und gezieltere Schnitte gemacht?
Welcher Laser empfiehlt sich zur Zeit überhaupt?
Einige berichten von dem Bausch und Lomb Laser, andere wieder sagen der wäre zu langsmam.
Einige meinen aber auch der Allegretto Wave ligt wäre sehr gut. Könnt ihr mir dazu etwas sagen?
Womit wird die Hornhaut ehr geschont und gespart?
Danke für eure Kommentare.
Gruß mal wieder Maria.
Re: Was genau ist ein Femtosekundenlaser?
Verfasst: 02.04.2003, 22:31
von Gast
Der Femtosekundenlaser kann Schnitte im innern der Hornhaut machen, d.h. in definierter Tiefe kleine Löcher in das Gewebe stanzen.
Schon heute werden Flaps mit dem Femtosekundenlaser geschnitten. Die Schnitte sind präziser. Auch die Form des Flaps ist eigentlich besser (Steiler Rand). Hornhaut einsparen ist mit Einschränkungen möglich (durch das schneiden eines dünneren Flaps). Die Flapkomplikationen könnten abnehmen. Leider wird dieses Verfahren bisher sehr selten angewandt. Der Schnitt ist nicht perfekt sondern eher so wie wenn man Papier perforiert und es dann entlang der Perforationen aufreisst. Das ist also eher wieder ein Nachteil.
Die ganze Operation mit dem Femtosekundenlaser zu machen, also direkt im Inneren der Hornhaut zu schneiden, ist Zukunftsmusik und könnte an unüberwindbaren Hindernissen scheitern. Auch dann müsste man noch einen Flap anheben, um Material herauszuholen.
Ich weiss nicht, ob in Deutschland sowas gemacht wird. Trotzdem bleibt das Problem der durchtrennten Hornhautnerven und damit das Risiko, trockene Augen zu bekommen.
Persönlich würde ich es vorziehen, den Flap mit dem Femtosekundenlaser zu schneiden.
Re: Was genau ist ein Femtosekundenlaser?
Verfasst: 03.04.2003, 16:53
von Gast
Hab noch was vergessen,
ein weiterer Vorteil des FS-Laser-flapschneidens ist: Es wird viel weniger Druck auf das Auge ausgeübt. Teilweise kommt es nach Mikrokeratomschnitten zu "mouches volantes", die man auf den Überdruck beim Flapschneiden zurückführt.
Re: Was genau ist ein Femtosekundenlaser?
Verfasst: 03.04.2003, 17:40
von Maria1
Hallo Eric.
Vielen Dank für Deine Antwort und die Erklärungen.
puh also durch den Druck bei der OP kann also auch noch was passieren? Was ist das was du da erwähnt hast? So in etwa wie ein blauer Fleck oder eine Druckstelle im Auge?
Die andere Erklärung von Dir leuchtet mir ein, das selbst beim lasern innerhalb der Hornhaut noch das verdampfte Material herausgeholt werden
muß. Wie bei etwas verbranntem, da bleibt ja auch Asche übrig und die muß ja irgendwo hin. Also muß in jedem Fall ein Schnitt gemacht werden um eine Öffnung zu bekommen.
Sag mal wenn mir z.B. 80 Mikrometer weggelasert werden, dann ist da doch ein Hohlraum. Wie kann man dann sagen das der Flap sich wieder genau anlegt? Der ist doch gewölbt und darunter ist was weg, also muß doch da ein Luftraum entstehe , wenn auch nur einige Mikrometer.
Kannst du mir dazu auch was sagen?
Vielen Dank und liebe Grüße
Maria.
Re: Was genau ist ein Femtosekundenlaser?
Verfasst: 03.04.2003, 18:19
von Gast
also,
Mouches volante sind Gewebeteile die im Auge herumschwimmen. Diese sieht man dann manchmal als dünne Fäden. Das ist aber nicht bewiesen, dass durch die Lasik sowas entsteht, viele Leute bekommen das ohnehin. Nimm es also nicht zu ernst, eher was für Haarspalter. Der Druck ist aber insgesamt natürlich nicht wünschenswert.
Hast du noch nie ein Lasik-Video gesehen? Der Flap ist weich und legt sich wieder an. Er saugt sich sogar an. Am Rand bleibt dann eine winzige spalte zwischen Flap und Hornhaut, die schon nach einem Tag wieder zuwächst. Dies ist wirklich das geringste Problem bei der Lasik.
Eines der Hauptprobleme bei der Lasik sind die Flapkomplikationen, die ungefähr in 1% aller Fälle auftreten. Diese können aber auch meistens wieder behoben werden.
Ein weiteres Hauptproblem ist die Gefahr ein trockenes Auge zu bekommen.
Insgesamt liegt die Komplikationsrate nach 6 Monaten bei 3% der Patienten. Etwa 0,5 % aller Patienten haben dauerhaft mit Problemen zu kämpfen. Dies setzt voraus, dass die Kandidaten richtig ausgewählt werden.