Ärztebewertungen im Augenlaser-Forum

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Dr. med. Ron Lehnert
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Ärztebewertungen im Augenlaser-Forum

Beitrag von Dr. med. Ron Lehnert » 08.12.2007, 13:37

Angeregt von Reginas Beitrag möchte ich etwas zur fachlichen und rechtlichen Situation von Ärztebewertungen im Augenlaser-Forum und im Allgemeinen sagen:

Über ein Bewertungssystem hab ich schon vor längerer Zeit nachgedacht. Die Frage ist, wie man das Bewertungssystem vor Manipulation schützt. Sinnvoll wäre es, dass nur registrierte Benutzer, die mind 10 Beiträge geschrieben und eine funktionierende Telefonnr im Profil haben eine Bewertung abgeben dürfen.

Das Thema ist rechtlich schwierig, da ein Bewertungssystem schnell zu einer (un)gerechtfertigten Rufschädigung führen kann, die man beweisen muss. Ich habe schon dreimal Briefe von Anwälten auf den Tisch bekommen: Dabei ging es um Verstösse gegen:

§ 823 Abs 1 BGB - Eingriff in das Allgemeine Persönlichkeitsrecht

§ 823 Eingriff in den Gewerbebetrieb

Unbewiesene Tatsachen unterliegen nicht dem Schutzbereich der Meinungsfreiheit. Der Äußernde muss belegen, dass die Äußerung wahr ist.

Also, mal sehen im Januar habe ich wieder Kapazität mich mit dem Thema zu beschäftigen.

Was meinen die Ärzte dazu?

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Ärztebewertungen im Internet

Neu im Internet sind Bewertungsportale, in denen Patienten ihre Meinung über Ärzte und Zahnärzte öffentlich äußern können. Dabei gibt es unterschiedliche Bewertungsmethoden – vom klassischen Schulnotenprinzip bis hin zu Freitextantworten. Ebenso weisen die Portale Unterschiede in der Überprüfung auf – einige tun es gar nicht, andere kontrollieren redaktionell jeden Beitrag vor der Freischaltung.

Bei den Ärzten zeigt sich nicht nur pauschale Abwehr; die Einschätzungen sind durchaus differenziert.

So erwarten 72,8 Prozent der Ärzte, dass Empfehlungslisten über Ärzte voranschreiten werden. Und gut 92 Prozent der Ärzte stimmen der Aussage zu, dass Patienten großes Interesse daran haben, Ärzte empfohlen zu bekommen.

Neben einer mehrheitlich kritischen Haltung zur gängigen Methodik der bestehenden Meinungs- Äußerungsportale sehen die Mediziner – nicht überraschend – die Kompetenzen differenziert:
So vertreten 61,2 Prozent die Meinung, dass Laien ärztliche Kompetenz nicht einschätzen oder gar bewerten können.

Anders die Einschätzung innerhalb der Kollegenschaft:
Mehr als 60 Prozent sind der Auffassung, dass die Ärzte durchaus die ärztliche Kompetenz der Kollegen einschätzen können.

Quelle: http://www.stiftung-gesundheit.de/press ... schung.htm

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Viele Grüsse, Ron
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Numakukn
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Beitrag von Numakukn » 01.02.2008, 21:27

Das Thema Bewertungssystem erinnert mich an die Geschichte mit "Spick mich", eine Seite, auf der Schüler Lehrer bewerten können. Wenn man dies hier ähnlich aufzieht, dürfte man rechtlich auf der sicheren Seite sein.
Das Bewertungssystem sollte _nicht_ die Möglichkeit geben, eigene Kommentare abzugeben, weil hier die Pflicht der Prüfung durch den Moderator besteht (Bsp: Der Kurpfuscher hat mir das Auge rausgeschnitten!"). Wenn man aber lediglich die Möglichkeit zur Meinungsäußerung hat ("Ich war zufrieden", "Ich war sehr zufrieden", "Ich habe es nir schmerzärmer vorgestellt", "Ich bin mit dem OP-Ergebnis zufrieden"), müsste dies doch unangreifbar sein.

Numakukn

Donauwelle
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Re: Ärztebewertungen im Augenlaser-Forum

Beitrag von Donauwelle » 15.12.2008, 17:25

Ron Lehnert hat geschrieben:Neben einer mehrheitlich kritischen Haltung zur gängigen Methodik der bestehenden Meinungs- Äußerungsportale sehen die Mediziner – nicht überraschend – die Kompetenzen differenziert:
So vertreten 61,2 Prozent die Meinung, dass Laien ärztliche Kompetenz nicht einschätzen oder gar bewerten können.

Anders die Einschätzung innerhalb der Kollegenschaft:
Mehr als 60 Prozent sind der Auffassung, dass die Ärzte durchaus die ärztliche Kompetenz der Kollegen einschätzen können.
Viele Grüsse, Ron
Dass Laien sich oft schwer tun, die ärztliche Kompetenz richtig einzuschätzen bzw. richtig zu bewerten, glaube ich auch.
Manchmal habe ich beim Lesen dieses Forums doch sehr den Eindruck, dass viele von der OP Wunder erwarten und so manches "blinde Huhn" den Aufstieg zum "Adler" erwartet. - Und alles schmerzlos und über Nacht..... :wink: Da kann es schon einmal passieren, dass ein geschickter Arzt in Verruf gerät, weil der Patient etwas mehr gespürt hat, als erwartet und der Erfolg am 2. Tag noch nicht optimal war; dafür der Kollege in den Himmel gehoben wird, der sprachlich sehr gewandt ist, ganz lieb ausschaut und dessen der OP zufällig relativ gut verlaufen ist.
Dann kann es auch passieren, dass die 100 glücklichen Patienten keine Bewertung abgeben, aber der 1 nicht ganz zufriedene Patient eine schlechte Bewertung abgibt - oder umgekehrt.

Andererseits glaube ich auch, dass viele Ärzte ihre Kollegen gut einschätzen können. Nur weiß man als Patient leider nicht, ob der Rat des befragten Arztes ehrlich gemeint war, oder ob der befragte Arzt nur seinem Studienkollegen einen Kunden zubringen wollte.

Es gibt bekanntlich zahlreiche Ärzte, die um ihre Kollegenschaft einen großen Bogen machen, und sich selbst therapieren, falls irgendwie möglich. - Soweit zum Punkt "Einschätzung der Kollegen" :? Wahrscheinlich ist auch das mit ein Grund dafür, dass so wenig Ärzte selbst gelasert sind. :lol:

...Den Link von Ron kann ich leider nicht mehr öffnen.
LG
Donauwelle

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