von DryEye » 08.01.2013, 11:30
Hallo Bettina,
zunächst einmal zu mir und meinen persönlichen Erfahrungen (nach eigener Lasik).
Nun, meine Lasik ist bereits 12 Jahre her (im Jahr 2001). Da 1999 / 2000 die Wellenfronttechnologie erst entwickelt wurde, hat man mit lediglich ein Auge auf Basis der Wellenfronttechnologie gelasert (innerhalb einer Lasik-Studie).
Das Gesamtergebnis der Studie war (50 Personen, ich darunter), dass 30 % auf dem mit Wellenfront behandelten Auge einen besseren Visus haben, 70 % sahen auch auf dem mit Wellenfront gelaserten Auge gleich gut (aber nicht schlechter, als auf dem mit Standard = Messung lediglich basierend auf Brillenwerten) gelaserten Auge.
Da die in die Studie aufgenommenen Patienten jedoch nicht mehr als - 5 Dioptrien Sehschwäche haben durften, sind die bekannten Nebenwirkungen im Sehen kaum, bis gar nicht aufgetreten (Halos und Starbuts).
Die Studie wurde mit folgedem Augenlaser (Excimer-Laser) durchgeführt: Visx-Star-S 3 (damit wurden insgesamt ca. 2 Millionen Menschen die Augen gelasert), sodass rein grundsätzlich bereits zu diesem Zeitpunkt positive Ergebnisse zum Vorschein kamen.
Mein Ergebnis:
Ausgerechnet auf dem mit Wellenfront behandelten Auge hatte ich eine Weile leichte Haze (eine Mikronarbe), welche für mich nach ca. einem Jahr nicht mehr im Sehen zu bemerken war (Rückbildung). Zugegeben, diese seltene Nebenwirkung nach Lasik hat mich negativ beeinflusst und ich war enorm froh, als diese Nebenwirkung verschwunden war.
Ich hatte folgende Visus-Werte nach der Lasik-OP:
Wellenfront-gelasertes Auge: - 0,25 Dioptrien
Standard-gelasertes Auge: - 0,75 Dioptrien
(mittlerweile nach etwa zehn Jahren sind die beiden Äuglein jeweils um - 0,75 Dioptrien im Visus schlechter geworden, so dass ich zumindest beim Autofahren eine Korrektur benötige (in Form einer Brille).
Mein Vorteil: Ein dauerhaft besserer Visus, als bei vor Lasik
-4,75 / -4,5 Dioptrien Fehlsichtigkeit.
Mein Nachteil: Meine Augen sind trockener als zuvor, sodass ich vor allem bei meiner Büroarbeit oftmals künstliche Augentropfen nehmen muss.
Nun, meine persönliche Meinung zu einer möglichen Lasik für Dich:
Nach abheilen meiner Augen habe ich oftmals im FreeVis Forum mitgewirkt, um hier mein Wissen und meine persönlichen Erfahrungen weiterzugeben. Neben meiner persönlichen Patientengeschichte habe ich hier zwar viel Gutes aber auch hin und wieder etwas über negative Verläufe gelesen.
Ein junger Mann, welcher sich im Jahr 2002 neuen Dioptrien weglasern hat lassen, hatte im Anschluss eine vier Wochen lang andauernde Entzündung an beiden Augen, welche ihn für diese Dauer einen Nebel (wie unmittelbar nach Lasik) hat sehen lassen. Nachdem die Entzündung abgeklungen war, trat die Visusverbesserung ein, aber eine leichte Fehlsichtigkeit blieb bestehen.
Eine andere Dame hatte in beiden Flaps leichte Fältchen (Striae), welche alles wie eine verrutschte Kontaktlinse darstellte. Mein Kenntnisstand war, dass sich selbige einer Glättung unterziehen wollte, aber über den vermutlich positiven Ausgang bin ich nicht informiert.
Nun, die Lasik hat sich weiterentwickelt, aber die Risiken und möglichen Komplikationen können noch immer nicht ausgeschlossen werden.
Es ist gemäß Rücksprache mit meinem Augenarzt (welcher selbst 5 Jahre lang im Freevis-Lasik-Zentrum Mannheim tätig war), so dass oftmals bei Kurzsichtigkeiten über - 5 Dioptrien, bzw. noch etwas häufiger bei gelaserten Augen von über - 6 Dioptrien bleibende Halos (Lichtkränze um Lichtquellen in der Nacht eintreten).
Einige Studien habe positiver Weise zum Vorschein gebracht, dass die Wellenfronttechnologie die unangenehmen Nebenwirkungen zwar seltener macht, aber nicht völlig ausschliesst.
Zum Thema Schnitt mit Mirkokeratom oder Femtolaser folgendes:
Gemäß meinem Wissensstand macht der Femtolaser die eigentliche Laser-OP etwas sicherer, die trockenen Augen nach Lasik können allerdings genauso auftreten, da auch hier Nerven durchtrennt werden.
Ein möglicher Vorteil der Femtolasik könnte sein:
Der Einschnitt des Femtolasers ist weniger tief in der Hornhaut, so dass ggf. eine Nachkorrektur möglich ist, die bei Mikrokeratom dann nicht mehr vollzogen werden kann.
Es ist ja so, dass hinter dem Flap nach erfolgter Lasik noch eine Hornhautdicke von 300 Mikrometer vorhanden sein soll, um eine sehr gefürchtete Spätkomplikation zu minimieren (ich habe auch noch mehr als 300 Mikrometer Hornhautdicke hinter dem Flap).
Aber, zugegeben, der Femtolaser macht zunächst die Laser-OP selbst etwas sicherer, der eigentliche Laserabtrag wird aber wie gehabt mit einem Excimerlaser vorgenommen, sodass die Visus-Ergebnisse vergleichbar sind (wie gesagt, die Hornhaut ist biologisches Gewebe und es kommt nicht immer jeder Patient auf Null Dioptrien, weder bei Femtolasik, noch bei Mikrokeratomlasik, noch bei C-Ten-Methode, noch bei ReLex-Smile-Methode).
Die genannte Spätkomplikation heisst: Keratasie (Hornhautvorwölbung) und ist nach einigen fachlichen Texten bei Leuten aufgetreten, welche entweder zu dünne Hornhaut zum lasern hatten oder wo einfach zuviel Hornhaut (z. B. - 15 Dioptrien abgetragen wurde).
Nun, nach einigem grundsätzlichem, hier noch meine eigene Meinung für eine Lasik für Dich:
Eine Fehlsichtigkeit von - 9 Dioptrien heisst vermutlich, Du hasst nur diese eine Behandlung, da danach vermutlich die Hornhaut für einen weiteren Eingriff nicht mehr dick genug ist ) Safty First!
Einschränkungen im Nachtsehen sind bei Stärken über - 5 bis - 6 Dioptrien nicht mehr auszuschliessen, so dass ich Dir empfehle,
a) Deine Werte in den Free-Vis-Nachtsimulator einzugeben (findest Du über Google), brauchst allerdings noch die definitiven Werte der Augenlinsen bei Dunkelheit, so dass Du genau siehst, welches Ausmaß die Halos bei Nacht zum Vorschein bringen könnten.
b) Ich würde in Deinem Fall einen Super-Profi aufsuchen, Prof. Kohnen in Frankfurt oder Dr. Maus in Köln dürfen vielleicht so genannt werden und fragen, ob mit den aktuell modernsten Lasern diese unschönen Nebenwirkungen (Halos und Starbuts) nahezu ausgeschlossen werden können, denn ich z. B. bin häufiger nachts mit dem Auto unterwegs und persönlich fände ich solche Nebenwirkungen als lästig und gefährlich (diese Nebenwirkungen blieben mir aber Gott sei Dank erspart).
c) Es sollte geprüft werden mit dem Schirmertest, ob die Augen grundsätzlich trocken sind, da ja die Lasik die Trockenheit verstärkt (ich weis von was ich spreche, meine Augen sind seither trockener).
Mein Fazit für Dich:
Es ist verständlich, dass eine starke Fehlsichtigkeit im Leben mit einigen Kompromissen einhergeht.
ABER: Besseres Sehen sollte nicht um jeden Preis (Halos, Starbuts) und in seltenen Fällen diese "furchtbare Nebenwirkung" Ghosting (Schattenbilder) erwirkt werden, so dass Dir eben klar sein sollte, dass das Ergebnis dieses Eingriffes vermutlich ein Endergebnis ist, da wie gesagt, Deine Hornhaut vermutlich keinen weiteren Eingriff zulässt.
Nun, in ganz tragischen Fällen könnte eine Hornhauttransplantation zwar helfen, aber diese hat selber einige Risiken und Nebenwirkungen und es ist glaube ich, kein soll tolles Gefühl, mit der Hornhaut eines Verstorbenen durch die Welt zu laufen.
Ich persönlich rate nicht von einer Lasik ab, wenn das PRO und CONTRA ausreichend diskutiert und überdacht wurde, aber ich finde es immer wieder bedauerlich, dass die Nebenwirkungen und Risiken eines Lasereingriffes in einigen Laserzentren einfach unter den Teppich gekehrt oder unzureichend angesprochen werden.
Ich hoffe Dir, dass Dir meine Zeilen etwas gebracht haben und antworte Dir gerne, wenn Du noch Fragen hast.
Liebe Grüße
Thomas
Daher denke ich:
Hallo Bettina,
zunächst einmal zu mir und meinen persönlichen Erfahrungen (nach eigener Lasik).
Nun, meine Lasik ist bereits 12 Jahre her (im Jahr 2001). Da 1999 / 2000 die Wellenfronttechnologie erst entwickelt wurde, hat man mit lediglich ein Auge auf Basis der Wellenfronttechnologie gelasert (innerhalb einer Lasik-Studie).
Das Gesamtergebnis der Studie war (50 Personen, ich darunter), dass 30 % auf dem mit Wellenfront behandelten Auge einen besseren Visus haben, 70 % sahen auch auf dem mit Wellenfront gelaserten Auge gleich gut (aber nicht schlechter, als auf dem mit Standard = Messung lediglich basierend auf Brillenwerten) gelaserten Auge.
Da die in die Studie aufgenommenen Patienten jedoch nicht mehr als - 5 Dioptrien Sehschwäche haben durften, sind die bekannten Nebenwirkungen im Sehen kaum, bis gar nicht aufgetreten (Halos und Starbuts).
Die Studie wurde mit folgedem Augenlaser (Excimer-Laser) durchgeführt: Visx-Star-S 3 (damit wurden insgesamt ca. 2 Millionen Menschen die Augen gelasert), sodass rein grundsätzlich bereits zu diesem Zeitpunkt positive Ergebnisse zum Vorschein kamen.
Mein Ergebnis:
Ausgerechnet auf dem mit Wellenfront behandelten Auge hatte ich eine Weile leichte Haze (eine Mikronarbe), welche für mich nach ca. einem Jahr nicht mehr im Sehen zu bemerken war (Rückbildung). Zugegeben, diese seltene Nebenwirkung nach Lasik hat mich negativ beeinflusst und ich war enorm froh, als diese Nebenwirkung verschwunden war.
Ich hatte folgende Visus-Werte nach der Lasik-OP:
Wellenfront-gelasertes Auge: - 0,25 Dioptrien
Standard-gelasertes Auge: - 0,75 Dioptrien
(mittlerweile nach etwa zehn Jahren sind die beiden Äuglein jeweils um - 0,75 Dioptrien im Visus schlechter geworden, so dass ich zumindest beim Autofahren eine Korrektur benötige (in Form einer Brille).
Mein Vorteil: Ein dauerhaft besserer Visus, als bei vor Lasik
-4,75 / -4,5 Dioptrien Fehlsichtigkeit.
Mein Nachteil: Meine Augen sind trockener als zuvor, sodass ich vor allem bei meiner Büroarbeit oftmals künstliche Augentropfen nehmen muss.
Nun, meine persönliche Meinung zu einer möglichen Lasik für Dich:
Nach abheilen meiner Augen habe ich oftmals im FreeVis Forum mitgewirkt, um hier mein Wissen und meine persönlichen Erfahrungen weiterzugeben. Neben meiner persönlichen Patientengeschichte habe ich hier zwar viel Gutes aber auch hin und wieder etwas über negative Verläufe gelesen.
Ein junger Mann, welcher sich im Jahr 2002 neuen Dioptrien weglasern hat lassen, hatte im Anschluss eine vier Wochen lang andauernde Entzündung an beiden Augen, welche ihn für diese Dauer einen Nebel (wie unmittelbar nach Lasik) hat sehen lassen. Nachdem die Entzündung abgeklungen war, trat die Visusverbesserung ein, aber eine leichte Fehlsichtigkeit blieb bestehen.
Eine andere Dame hatte in beiden Flaps leichte Fältchen (Striae), welche alles wie eine verrutschte Kontaktlinse darstellte. Mein Kenntnisstand war, dass sich selbige einer Glättung unterziehen wollte, aber über den vermutlich positiven Ausgang bin ich nicht informiert.
Nun, die Lasik hat sich weiterentwickelt, aber die Risiken und möglichen Komplikationen können noch immer nicht ausgeschlossen werden.
Es ist gemäß Rücksprache mit meinem Augenarzt (welcher selbst 5 Jahre lang im Freevis-Lasik-Zentrum Mannheim tätig war), so dass oftmals bei Kurzsichtigkeiten über - 5 Dioptrien, bzw. noch etwas häufiger bei gelaserten Augen von über - 6 Dioptrien bleibende Halos (Lichtkränze um Lichtquellen in der Nacht eintreten).
Einige Studien habe positiver Weise zum Vorschein gebracht, dass die Wellenfronttechnologie die unangenehmen Nebenwirkungen zwar seltener macht, aber nicht völlig ausschliesst.
Zum Thema Schnitt mit Mirkokeratom oder Femtolaser folgendes:
Gemäß meinem Wissensstand macht der Femtolaser die eigentliche Laser-OP etwas sicherer, die trockenen Augen nach Lasik können allerdings genauso auftreten, da auch hier Nerven durchtrennt werden.
Ein möglicher Vorteil der Femtolasik könnte sein:
Der Einschnitt des Femtolasers ist weniger tief in der Hornhaut, so dass ggf. eine Nachkorrektur möglich ist, die bei Mikrokeratom dann nicht mehr vollzogen werden kann.
Es ist ja so, dass hinter dem Flap nach erfolgter Lasik noch eine Hornhautdicke von 300 Mikrometer vorhanden sein soll, um eine sehr gefürchtete Spätkomplikation zu minimieren (ich habe auch noch mehr als 300 Mikrometer Hornhautdicke hinter dem Flap).
Aber, zugegeben, der Femtolaser macht zunächst die Laser-OP selbst etwas sicherer, der eigentliche Laserabtrag wird aber wie gehabt mit einem Excimerlaser vorgenommen, sodass die Visus-Ergebnisse vergleichbar sind (wie gesagt, die Hornhaut ist biologisches Gewebe und es kommt nicht immer jeder Patient auf Null Dioptrien, weder bei Femtolasik, noch bei Mikrokeratomlasik, noch bei C-Ten-Methode, noch bei ReLex-Smile-Methode).
Die genannte Spätkomplikation heisst: Keratasie (Hornhautvorwölbung) und ist nach einigen fachlichen Texten bei Leuten aufgetreten, welche entweder zu dünne Hornhaut zum lasern hatten oder wo einfach zuviel Hornhaut (z. B. - 15 Dioptrien abgetragen wurde).
Nun, nach einigem grundsätzlichem, hier noch meine eigene Meinung für eine Lasik für Dich:
Eine Fehlsichtigkeit von - 9 Dioptrien heisst vermutlich, Du hasst nur diese eine Behandlung, da danach vermutlich die Hornhaut für einen weiteren Eingriff nicht mehr dick genug ist ) Safty First!
Einschränkungen im Nachtsehen sind bei Stärken über - 5 bis - 6 Dioptrien nicht mehr auszuschliessen, so dass ich Dir empfehle,
a) Deine Werte in den Free-Vis-Nachtsimulator einzugeben (findest Du über Google), brauchst allerdings noch die definitiven Werte der Augenlinsen bei Dunkelheit, so dass Du genau siehst, welches Ausmaß die Halos bei Nacht zum Vorschein bringen könnten.
b) Ich würde in Deinem Fall einen Super-Profi aufsuchen, Prof. Kohnen in Frankfurt oder Dr. Maus in Köln dürfen vielleicht so genannt werden und fragen, ob mit den aktuell modernsten Lasern diese unschönen Nebenwirkungen (Halos und Starbuts) nahezu ausgeschlossen werden können, denn ich z. B. bin häufiger nachts mit dem Auto unterwegs und persönlich fände ich solche Nebenwirkungen als lästig und gefährlich (diese Nebenwirkungen blieben mir aber Gott sei Dank erspart).
c) Es sollte geprüft werden mit dem Schirmertest, ob die Augen grundsätzlich trocken sind, da ja die Lasik die Trockenheit verstärkt (ich weis von was ich spreche, meine Augen sind seither trockener).
Mein Fazit für Dich:
Es ist verständlich, dass eine starke Fehlsichtigkeit im Leben mit einigen Kompromissen einhergeht.
ABER: Besseres Sehen sollte nicht um jeden Preis (Halos, Starbuts) und in seltenen Fällen diese "furchtbare Nebenwirkung" Ghosting (Schattenbilder) erwirkt werden, so dass Dir eben klar sein sollte, dass das Ergebnis dieses Eingriffes vermutlich ein Endergebnis ist, da wie gesagt, Deine Hornhaut vermutlich keinen weiteren Eingriff zulässt.
Nun, in ganz tragischen Fällen könnte eine Hornhauttransplantation zwar helfen, aber diese hat selber einige Risiken und Nebenwirkungen und es ist glaube ich, kein soll tolles Gefühl, mit der Hornhaut eines Verstorbenen durch die Welt zu laufen.
Ich persönlich rate nicht von einer Lasik ab, wenn das PRO und CONTRA ausreichend diskutiert und überdacht wurde, aber ich finde es immer wieder bedauerlich, dass die Nebenwirkungen und Risiken eines Lasereingriffes in einigen Laserzentren einfach unter den Teppich gekehrt oder unzureichend angesprochen werden.
Ich hoffe Dir, dass Dir meine Zeilen etwas gebracht haben und antworte Dir gerne, wenn Du noch Fragen hast.
Liebe Grüße
Thomas
Daher denke ich: