Hallo zusammen,
schon seit einigen Monaten lese ich in diesem Forum mit und finde die zahlreichen Erfahrungsberichte und Hintergrundinfos sehr hilfreich und informativ. Nachdem meine Femto-LASIK nun fast drei Monate her ist, möchte ich gerne meinen Erfahrungsbericht dazu schreiben
Anfang November ließ ich mich von Dr. Fiedler in München lasern. Meine Werte davor lagen bei -6 dpt plus ca. -1.50 HHV. Nach rund 15 Jahren weichen Monatslinsen hatte ich vor rund 2 Jahren langsam trockene Augen - besonders bei der Büro-Arbeit am PC. Dann folgte der vollständige Umstieg auf Brille, die mich jedoch zunehmend in den 2 Jahren vor der LASIK nervte. Zum einen waren durch die Stärke die Gläser relativ dick und hinzu kam natürlich die nahezu totale Blindheit ohne Brille, z.B. im Schwimmbad
Meine Wahl fiel nach einigen Wochen Bedenkzeit und Info-Terminen bei diversen Münchner Laser-Ärzten letztendlich auf Dr. Fiedler. Das lag sowohl an der Tatsache, dass dort bereits beim ersten persönlichen Infotermin ein vollständiger, zweistündiger Check (Wellenfront, Autorefraktometer, subjektive Refraktion, Sichtfeld, Kontrastsehen, Farbensehen, Pupillometrie mit 7 mm Ergebnis, Pachymetrie mit 600 µm, Augeninnendruck, Netzhautcheck) kostenlos durchgeführt wurde. Aber auch an der offenen und professionellen Art von Dr. Fiedler und seiner geduldigen Beantwortung meiner zahlreichen Fragen - auch nachdem inzwischen gerade Feierabend war und er einen Anruf bekam bzgl. einen anstehenden privaten Termins im Anschluss
Es liegt mir natürlich fern, etwas Negatives über die anderen Ärzte und Kliniken zu sagen - auch diese machten einen guten Eindruck. Nur war bei meinem Arzt das Gefühl einfach am besten. Hinzu kamen die langjährige Erfahrung und die Tatsache, dass mit dem Schwind Amaris 500E sowie dem IntraLase IFS zwei der modernsten Laser zum Einsatz kamen. Einen Info-Termin bei Smile Eyes habe ich übrigens hauptsächlich wegen der neuen Refraktiven Lentikelextraktion (ReLEX) ausgemacht, die nur noch mit einem Femtosekundenlaser durchgeführt wird. Leider ließ sich die minimalinvasive SMILE-Variante durch meine relativ asphärische Hornhaut nicht anwenden. Dr. Wiltfang befürchtete einen Vakuumverlust während der OP. Auch die fehlende Möglichkeit einer Korrektur-OP mit der gleichen Methode störte mich etwas
Meine Femto-LASIK Anfang November verlief dann relativ unspektakulär. So konzentriert habe ich in meinem ganzen Leben noch nie auf einen Lichtpunkt geschaut

Bis auf einen leichten und etwas ungangenehmen Druck beim Femtolaser habe ich überhaupt nichts gespürt. Nach rund 25 Minuten war der Spuk im OP vorbei und nach einer weiteren Stunde Warten mit Sonnenbrille auf wurde der Flap an der Spaltlampe nachkontrolliert. Alles OK, ab nach Hause. Die 4 Stunden darauf waren durchaus unangenehm. Die Augen tränten wie blöd und kratzten, was dann am Abend von einer auf die nächste Minute aufhörte.
An den beiden Tagen darauf hatte ich keine Schmerzen mehr und konnte schon prima sehen. Nur die Lichtempfindlichkeit war schon extrem. Ohne Sonnenbrille aus dem Haus zu gehen undenkbar. Am ersten und zweiten Tag nach der OP gab's Nachkontrollen, bei der ich mit beiden Augen schon knapp über 100% erreichte. Natürlich habe ich penibelst die verschriebenen Tropfen genommen und mich für eine Woche jede Nacht mit den etwas unhandlichen "Fliegenaugen"-Klappen und dem zugehörigen Klebeband abgemüht
Der einmonatige Kontrolltermin brachte auch keine bösen Überraschungen ans Licht - knapp 120% auf beiden Augen und alles OK mit dem Flap. Nur mit der Trockenheit habe ich nun 2,5 Monate post-OP immer noch etwas zu kämpfen. Das bedeutet, alle 1 bis 2 Stunden Hyabak in die Augen - ist zwar etwas nervig, aber im Gegensatz zu anderen Betroffenen (alle paar Minuten tropfen, verklebte Augen am Morgen, Sehstörungen etc.) sehr gut auszuhalten. Bis auf ein leichtes Kratzen nach 1 bis 2 Stunden habe ich damit keine Probleme. Hoffe natürlich, dass sich die Trockenheit in einigen Wochen bis Monaten wieder verliert
Eine Sache ist mir Anfang Dezember allerdings aufgefallen - das habe ich auch von Sansha so ähnlich gelesen (
http://augenlaser.operationauge.de/bere ... 56-40.html). Und zwar hatte ich plötzlich das Gefühl, vor allem Gesichter leicht doppelt wahrzunehmen

Das waren keine Doppelbilder an sich, aber einfach das Gefühl, die Augen schaffen es nicht, sich richtig auf ein einheitliches Bild einzustellen. Keine Ahnung, woran das letztendlich lag. Jedes Auge für sich war gestochen scharf und normal. Da es wieder weitestgehend verschwunden ist, werde ich auch erst im März zum nächsten regulären Nachkontrolltermin gehen und das mal ansprechen.
Eine Theorie von mir liegt darin, dass mein Nicht-Führungsauge rechts nun minimal schärfer sieht als mein Führungsauge links. Das war vor dem Lasern andersherum. Vielleicht muss das Gehirn diese neuen Seheindrücke erst richtig verarbeiten und koordinieren. Das Wahrnehmen von Gesichtern findet, soweit ich weiß, ja auch in einer speziellen Hirnregion statt. Oder meine Augenmuskeln haben durch das Lasern und die ständige leichte Trockenheit mal kurzzeitig etwas schlapp gemacht und sind nun wieder auf dem Damm. Bei mir war das Phänomen scheinbar deutlich schwächer ausgeprägt als bei Sansha.
Eine ganz leichte HHV habe ich auch behalten - das merke ich beim Betrachten von kontrastreichen, scharf abgegrenzten Linien. Ist aber absolut minimal und stört mich nicht. Auch die nächtlichen Sehstörungen wie Starburst und Halos sind inzwischen weitgehend verschwunden. Nur um sehr helle, punktförmige Lichtquellen herum strahlt's im Dunkeln noch ein wenig. Insgesamt habe ich sogar das Gefühl, nachts einen Tick besser zu sehen als tagsüber und insbesondere als vor der OP. Leuchtschrift z.B. erscheint extrem scharf

Ach ja, selbstredend waren die ersten paar Wochen von ständigen Sehtestversuchen geprägt - linkes Auge, rechtes Auge

Ein Glück habe ich eine geduldige Freundin.
Unterm Strich bin ich froh, den nicht ganz billigen und ja auch mit Risiken verbundenen Schritt gemacht zu haben und vor allem dankbar, dass bislang alles gut gelaufen ist. Man muss sich jeden Tag auf's Neue den Wert des Sehens bewusst machen. Das unendliche Leid vieler Betroffener, bei denen die Augen-OP schiefgelaufen ist, kann man dabei nicht ansatzweise nachempfinden. Ich kann nur all jenen fest die Daumen für eine Verbesserung ihrer Situation drücken. Toll finde ich auch, dass es ein Forum wie dieses gibt, in dem sich die Teilnehmer konstruktiv und auf einem hohen Niveau austauschen.
Viele Grüße,
Daniel