Hallo,
nun ist meine OP schon 1 Woche vorbei und es ist an der Zeit mal nen kurzen Bericht abzugeben:
So ging es also letzten Donnerstag mit einem doch etwas mulmigen Gefühl im Magen nach Lohr. Irgendwie macht man sich dann doch Gedanken, was so alles passieren könnte. Eigentlich bin ich aber schon froh, dass es nun endlich losgeht.
Um 9.15 Uhr treffen wir in Lohr ein, dann geht alles ganz schnell. Kurze Anmeldung, Einverständniserklärung und Verständnisfragebogen abgeben und schon geht es in den OP-Bereich ein Stockwerk tiefer. Meine Freundin darf durch eine Scheibe in den OP-Raum schauen und kann alles haarklein auf dem Monitor im OP miterleben. Hinterher betrachtet war das Zuschauen wahrscheinlich schlimmer, als das auf dem OP-Stuhl liegen.
Die schicke Haube auf den Kopf und noch Überzieher für die Schuhe und ein grüner Kittel, dann wird es ernst. Gleich nach dem hinlegen werden die Augen durch Tropfen betäubt und nochmal nach dem Namen gefragt. Dann wird man unter den Femto-Laser geschoben, soll den Lichtkranz fixieren und bekommt den Ring draufmontiert. Jetzt sehe ich eigentlich gar nix mehr, sondern versuche nur mein Auge nicht mehr zu bewegen. Jemand sagt, es dauert jetzt 30 Sekunden, dann passiert subjektiv erstmal gar nichts. Erst als wieder jemand sagt "noch 15 Sekunden" habe ich begriffen, dass es schon losgegangen ist
Das "Schneiden" ist recht schnell und geräuschlos vorbei und dann folgt die gleiche Prozedur beim anderen Auge.
Wenn beide Augen präpariert sind, wird man mit einem kurzen Schwenk unter dem Eximer Laser platziert. Hier ist dann die Aufgabe das pulsierende Licht zu fixieren. Das geht anfangs noch recht gut, als der Flap aber umgelegt wird, sehe ich nur noch einen verschwommenen Lichtimpuls. Hilft ja nix, einfach in dessen Richtung starren. Nach einer kurzen Fixierungszeit fängt dann der Laser mit seiner Arbeit an und "schießt" los. Ich sehe blaue Lichtblitze und höre das Rattern. Später auf dem Protokoll kann man sehen, dass dies ca. 40 Sekunden und ca. 440 "Schüsse" gedauert hat. Dann das Spülen des Auges, der Flap wird umgeklappt und glattgestrichen.
Nach dem zweiten Auge erstmal aufrichten und man wird nach dem Kreislauf gefragt. Mir geht es aber top und ich bin ja gaaaar nicht neugierig, ob ich wirklich scharf sehen kann
Aber "Augen zu" lautet der Befehl und ich soll mich im Vorraum kurz hinsetzen, bis die erste Kontrolle erfolgt. Diese ist kurz, es ist aber alles gut verlaufen und Dr. Armbrust mit meiner Leistung als Patient zufrieden. Ich hätte zwar schwören können, während der OP wild meine Augen bewegt zu haben, meine Freundin sagte aber sie waren wie starr und ich hätte gut stillgehalten!
Dann bekomme ich noch eine kleine Tasche mit einer Schlafbrille, Hinweisen und einer Sonnenbrille, die ich auf der Nachhausefahrt tragen soll. Um ca. 10.15 Uhr haben wir die Klinik bereits verlassen!
Dann eigentlich der gleiche Verlauf wie bei vielen anderen hier im Forum, bis ca. 15 Uhr brennen und tränen die Augen, danach hört es schlagartig auf. Ich kann relativ gut sehen, man soll ja die Augen schonen, probiert aber immer wieder was man alles sieht. Am ersten Tag wird stündlich getropft und viel geschlafen (ist ja auch mal nicht schlecht

)
Am nächsten Tag dann die erste Nachkontrolle. Ich habe keine Beschwerden, ein leichtes Fremdkörpergefühl wie bei schlecht sitzenden Kontaktlinsen. Meine Sehkraft wird mit 90% gemessen, ich erhalte eine Mappe mit sämtlichen Daten und die Bescheinigung für den Führerschein.
Die Lichtempfindlichkeit bekommt man auch am Tag zu spüren wenn Autos mit Licht entgegenkommen. Dies sei aber normal und bessert sich aber in den nächsten Wochen. Wie viele andere schon berichtet haben, ist die Sehleistung noch schwankend von recht gut bis recht verschwommen. Da ich aber vorher eine recht hohe Sehschwäche hatte, kommt mir doch alles scharf vor. Am Samstag bin ich dann wieder selbst Auto gefahren und am Montag zur Arbeit gegangen. Durch die viele Bildschirmarbeit und scheinbar zuwenig Tropfen, waren meine Augen abends dann schon recht müde und ich bekam auch Kopfschmerzen.
Das Fremdkörpergefühl habe ich nach einer Woche eigentlich kaum noch, auch die Lichtempfindlichkeit ging zurück. Ich bin bis jetzt sehr zufrieden mit dem Ergebnis, zumal man das endgültige ja eh erst nach einigen Wochen bestimmen kann. Also ist Geduld angesagt! Eines kann ich auf jeden Fall sagen: Vermißt habe ich meine Brille bisher nocht nicht!
Für Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung.
Viele Grüße
Smile