max. Visus

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von Saida81 » 30.07.2008, 09:15

Zu diesem spannenden Thema hätte ich mal eine Laienfrage:

Ich habe meinen Sehfehler von Geburt an (okay, im Laufe der Jahre hat es sich noch verschlimmert).
Dieser würde erst sehr spät entdeckt. Durch die starke HHV rechts und die größere Kurzsichtigkeit, gucke ich Zeit meines Lebens fast nur mit meinem linken Auge. Abkleben der Brille etc. haben mich als Kind wahnsinnig gemacht und ich habe mich erfolgreich dagegen gewehrt.
Wenn eine Lasik nun funktioniert und auch rechts meinen Sehfehler richtig ausgleichen kann...

-> muss ich automatisch damit rechnen, dass rechts ein schlechteres Ergebnis erzielt wird?

... ist es dann sinnvoll mein rechtes Auge zu trainieren? Und wenn ja wie?

Wurde in meiner Kindheit durch das späte anpassen einer Sehhilfe vielleicht etwas irreversibel beschädigt?

Einige Fragen von mir. Hast Du einen Fachartikel?

von stareyes » 30.07.2008, 08:27

Ron Lehnert hat geschrieben:H]

Nun gibt es in der Kindheit ein Zeitfenster, in dem ein guter Visus der vorgeschalteten Medien notwendig ist, damit sich der visuelle Kortex ausreichend ausbilden (neuronale Vernetzung etc). Wenn dies nicht geschieht, z.B. durch nicht korrigierte Schielfehler, bildet sich die "Interpretation" der eingehenden Infos im Gehirn nicht richtig aus, ergo der visuelle Kortex - wenn dann später an den optisch brechenden Medien etwas optimiert wird, verbessert dies nicht den Visus.

.

VG, Ron

Wie kann man den Visus in der Kindheit waehrend des Zeitfensters optimal optimieren? Ich habe hier nicht von unkorrigiertes schielen gesprochen. Es sind doch viele erwachsene ohne Strabismus in der KIndheit, die nicht den korrigierter Visus von 1.0

Dann noch zur Wellenfrontbehandlung: Ist der Root Mean Square nicht sehr wichtig bevor eine Wavefront angeboten wird? Wieviele Kliniken fuehren dies durch?

Ist es nicht so, dass HOA durch Wavefront noch induziert werden Koennen? Ist die Ueberkorrektur nicht haufig hier? D.h. dass eine MOnovision mit Wavefront zum Misserfolg fuehren kann

Kannst Du auch Quellartikel zur Antwort posten? Danke

von Donauwelle » 29.07.2008, 19:59

Danke für die ausführliche Erklärung.
Hätte mich doch sehr gewundert, wenn so viele Fehlsichtige eine schlecht angepasste Brille gehabt hätten.

LG

von Dr. med. Ron Lehnert » 29.07.2008, 19:14

Hallo Donauwelle,

für einen durchschnittlichen Visus von 1.0 sind drei "Systeme" notwendig
  • - optisch brechende Medien: Hornhaut und Augenlinse + die Iris als Blende
    - optisch auflösende Medien: Netzhaut (diese kann beim Menschen theoretisch bis Visus 2.0 auflösen
    - optische Interpretation im Gehirn (Sehrinde= visueller Kortex)
Nun gibt es in der Kindheit ein Zeitfenster, in dem ein guter Visus der vorgeschalteten Medien notwendig ist, damit sich der visuelle Kortex ausreichend ausbilden (neuronale Vernetzung etc). Wenn dies nicht geschieht, z.B. durch nicht korrigierte Schielfehler, bildet sich die "Interpretation" der eingehenden Infos im Gehirn nicht richtig aus, ergo der visuelle Kortex - wenn dann später an den optisch brechenden Medien etwas optimiert wird, verbessert dies nicht den Visus.

Wenn aber der visuelle Kortex im Zeitfenster entsprechend stimuliert wurde, kann dieser bei späterer Optimierung der optisch brechenden Medien (Reduzierung optischer Fehler höherer Ordnung) mit diesem Plus an optischer Auflösung auch etwas anfangen, d.h. der Visus würde theoretisch zunehmen. Brillen und weiche Linsen, können nur die Aberrationen niederer Ordnung wie Sphäre und Astigmatismus korrigieren, formstabile Kontaktlinsen auch Hornhautaberrationen höherer Ordnung und eine Excimer Augenlaserbehandlung theoretisch auch Aberrationen des gesamten optischen System Hornhaut + Augenlinse, wobei es fraglich ist Linsenfehler auf der Hornhaut zu korrigieren, da sich diese je nach Akkomodation und alterabhängiger Prozesse verändert.
Von einer Wellenfrontbehandlung profitieren nur Personen, die einen Root Mean Square (RMS) von mehr als 0,3 haben, dies sind ca 20-30 % aller Augenlaser Interessenten.

VG, Ron

max. Visus

von Donauwelle » 29.07.2008, 16:45

Hallo Spezialisten!

Es wurde mir immer erzählt, dass es sehr wichtig ist einen Sehfehler früh zu erkennen, damit dieser Sehfehler möglichst bald korrigiert werden kann und das Auge die Chance bekommt das möglichst scharfe Sehen zu erlernen. Hat das Auge in der Kindheit nicht gelernt scharf zu sehen, ist es später nicht mehr möglich, einen höheren Visus zu erreichen. - Ich habe das zumindest so verstanden.

Wie ist es dann möglich, dass manche nach einer Laser-OP einen besseren Visus erreichen, als vorher mit Brille bzw. CL?
Bei komplizierten Sehfehlern leuchtet mir das noch eventuell ein, aber bei einem "üblichen" Sehfehler....?

Bedeutet das dann etwa, dass jene, die nach der OP einen besseren Visus erreichen als vorher mit Korrektur, eine nicht exakt angepasste Brille (CL) hatten? :? :?
Haben alle, die nach der OP einen besseren Visus erreichen, schon irgendwann vorher auch diese Sehleistung erreicht? - Das würde schon wieder auf eine schlecht angepasste Sehhilfe deuten. :?

Vielleicht hat jemand eine Antwort auf meine Frage.

LG

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