Flapschnitt - Risiken von Delokationen

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von Donauwelle » 23.05.2008, 15:27

Hallo April!

Mein Operateur bietet dieses Verfahren bei Kurzsichtigkeit zw. 8 und 20 Dioptrien an. Hätte ich nicht auf seiner homepage herumgeblättert, wüsste ich gar nicht, dass er diese Operationsmöglichkeit durchführt, weil er sie mir nicht angeboten hat, obwohl ich auf meinem schlechteren Auge über -8 Dioptrien hatte (incl. HHV).
Schon lange vor meiner OP bin ich bereits einmal im Internet auf eine Seite gestoßen, die dieses Verfahren erklärte, darum gehe ich davon aus, dass es auch in Deutschland oder der Schweiz Chirurgen gibt, die den Myo-Ring einsetzen. Wie exakt eine Korrektur tatsächlich erfolgen kann, wäre interessant, aber ich hätte mich - falls Lasek nicht möglich gewesen wäre - wahrscheinlich mit dieser OP-Methode auseinandergesetzt, da ich eine nicht ganz ausgeglichene Fehlsichtigkeit eher akzeptiert hätte, als das ständige flaue Gefühl wegen des Flaps. - Hasenfuß eben. :)

Unter folgender Adresse / Behandlungen ist dieses Verfahren erklärt.
http://www.gutsehen.at/

Dass Narbenbildung nach Lasek ein Problem sein kann, welches aber angeblich ?relativ??! gut behandelbar ist, ist mir bekannt.
Vor meiner OP wurde (bestimmt nicht grundlos) auch nachgefragt, ob ich Probleme mit Wundheilung hätte. - Derartige Probleme habe ich zum Glück nicht.

LG




Unter Intra Cornearing gibt es mehr Infos im Internet. Dieses Verfahren scheint dem Myo-Ring (CISIS) sehr ähnlich zu sein, gibt es schon seit 1996 - damals allerdings nur bis - 4 Dioptrien.

von April » 23.05.2008, 13:35

Donauwelle hat geschrieben:Wieso bieten immer mehr Ärzte/Kliniken wieder LASEK an, obwohl Lasik problemloser ist?
Wieso raten viele Kliniken oft zu Linsen, obwohl Lasik "noch möglich" wäre?
Warum operieren nicht alle Arzte/Kliniken bis ans allgemein empfohlene HH-Limit?
Mit diesen rein rhetorischen Fragen gebe ich dir völlig Recht. :wink:
Mich ärgert, dass für mich die LASEK wohl leider nicht in Frage kommt (ca. -7 bis -8 dpt). Ansonsten würde ich angesichts der zu erwartenden Schmerzen die Zähne zusammenbeißen und mich vielleicht für ein Oberflächenverfahren entscheiden.
Aber leider hat auch die LASEK wichtige Nachteile: bei ihr ist das Risiko einer Narbenbildung mit entsprechender Sichteinschränkung deutlich erhöht, vor allem bei höheren Dioptrienzahlen.

Wäre eine Oberflächenbehandlung bei mir nicht möglich gewesen, hätte ich mich wahrscheinlich noch genauer mit dem Thema Myo-Ring befasst, weil bei dieser Methode die Eröffnung des Auges nicht nötig ist.
Nie gehört. Was ist das?


---------


Nochmals zur Berechtigung des Strangs als solchen:
Natürlich muss jeder selber entscheiden ob er eine medizinisch nicht notwendige OP am Auge vornehmen lassen will oder nicht, und natürlich ist die Risikoneigung und die Erwartungshaltung bei jedem individuell verschieden.
Aber wenn ich sehe, was hier im Forum über die angebliche Festigkeit des Flaps schon alles geschrieben wurde, scheint durchaus ein gewisser Diskussionsbedarf zu bestehen.

Denn ob nun 5 oder 7 Jahre oder gar nicht bis zur endgültigen Heilung - die allermeisten denken nicht in solchen Zeiträumen, sondern scheinen zu glauben, dass sie von einer vollständigen Heilung innerhalb weniger Tage, Wochen, allenfalls Monate ausgehen können. Und das ist unter dem Gesichtspunkt möglicher Flap-Delokation offensichtlich falsch.
Selbst wenn man sich für eine LASIK entscheidet, sollte man darüber Bescheid wissen, um sich entsprechend verhalten zu können.
.

von Donauwelle » 22.05.2008, 21:06

Wieso bieten immer mehr Ärzte/Kliniken wieder LASEK an, obwohl Lasik problemloser ist?
Wieso raten viele Kliniken oft zu Linsen, obwohl Lasik "noch möglich" wäre?
Warum operieren nicht alle Arzte/Kliniken bis ans allgemein empfohlene HH-Limit?

Weil ein Flap - zusätzlich zur notwendigen Abtragung der HH zum Ausgleich der Fehlsichtigkeit - die HH schwächt und er (wenn auch selten) verrutschen kann.
Auch wenn das Risiko relativ gering ist, dass man einen Ball aufs Auge bekommt oder ein Airbag ins Gesicht schnalzt, kann man solche Gefahren nie gänzlich ausschließen.

Zum Glück stellt sich bei mir das Flap-Problem nicht.
Wäre eine Oberflächenbehandlung bei mir nicht möglich gewesen, hätte ich mich wahrscheinlich noch genauer mit dem Thema Myo-Ring befasst, weil bei dieser Methode die Eröffnung des Auges nicht nötig ist.

LG

von meez » 22.05.2008, 15:24

Definier Stabil an einem gesunden Auge?
Schau dir z.b. diesen Bericht an (a). Er erwähnt 22 Dislokationen in 15 Jahren im US-Militär.
a) http://home.arcor.de/pinnipedii/late%20 ... 0lasik.pdf
Wenn du bei (b) nachschaust, dann wirst du sehen, dass es wirklich nur eine Handvoll sind (gegenüber den X Millionen Leuten, die schon eine Lasik hatten).
b) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/

Daraus kann man mehr oder weniger ableiten was Stabil heisst. (Aber es ist natürlich bei jedem individuell wieder anders, darum gibts halt auch keine absoluten Prozentzahlen)

Ok, dann lass das "sogar" halt weg. Der orginal Artikel dazu sagt, dass "viele Forscher der Meinung sind". Aber wenn du pingelig sein willst, und jedes Wort zweimal umdrehen willst, bitte. (Man findet immer etwas negatives/kontroverses, wenn man danach sucht).

Die Beschädiungsgefahr des Auges durch einen Unfall ist unbestritten höher nach einer Lasik. Dies sollte wohl allen bewusst sein, die solch eine Operation in Erwägung ziehen.
Aber ein deftiger Schlag auf ein gesundes Auge (duch eine Rugbyball) kann ein gesundes Auge durchaus so schädigen, dass es zu einer Erblindung führt. Ob dann da (bei einem gelaserten Auge) noch der Flap verutscht ist nebensächlich.

Hundert prozentige Sicherheit gibts halt nunmal nicht im Leben. Es wird immer jemanden geben, der anderer Meinung ist.
Auf welcher Basis sollst du entscheiden? Auf der Basis, ob du die Risiken aufgrund der vorhandenen Informationen eingehen willst. Falls dir die Informationen nicht genügen, dann entscheide dich halt gegen eine OP. Leider sind sich die Experten halt nunmal bei diesem Thema nicht einig (auch wenn dir das zu einfach erscheint). Wir werden mehr Wissen in 20 Jahren, wenn wir Langzeitstudien haben.[/b]

von April » 22.05.2008, 13:43

meez hat geschrieben:Nach dem Lesen von etlichen Beiträgen und Studien, würd ich aber sagen, dass der Flap nach ungefähr 5 Jahren wieder sehr Stabil ist (Ich würd mal sagen, dass es nicht mehr möglich ist den danach wieder zu heben).
In dem Wikipedia-Artikel ist zwar von 7 Jahren die Rede, aber das dürfte ohnehin individuell verschieden sein. Ob 5 oder 7 Jahre - das ist jedenfalls eine lange Heilungszeit, und zwar eine wesentlich längere als den meisten Leuten bewusst ist.
Dass der Flap "normalerweise" sehr stabil ist, wird übrigens auch im Wikipedia-Zitat ausdrücklich gesagt. Aber: definiere "stabil". Wir sehen ja, dass trotzdem spezifische Risiken existieren.

Es gibt sogar Spezialisten, die meinen, dass der Flap sogar wieder zur Gesamtstärke der Hornhaut beiträgt.
Anscheinend ist dir die in deiner eigenen Formulierung liegende Skepsis nicht bewusst.
Offensichtlich sind die meisten Spezialisten der Meinung der Flap sei für die Gesamtstärke der Hornhaut für immer verloren; andere betonen zwar, das sei nicht der Fall, aber das müssten sie gar nicht sagen, wenn der Flap tatsächlich vollkommen mit der übrigen Hornhaut zusammenwachsen würde.

Die Unfälle, die wirklich zu einen solchen Trauma führen, dass der Flap nach langer Zeit noch verutscht und man sofort einen Spezialisten braucht, sind auch stark genug dein gesundes Auge so zu schädigen, dass du sofort einen Arzt brauchst um nicht zu erblinden.
Das ist nicht richtig. Ein Ball am Auge, die Auslösung eines Airbags, der Kontakt mit einer Hundepfote o.ä. wird beim gesunden Auge wohl kaum das Risiko des Erblindens bergen.
Das beschriebene Erblindungsrisiko bezieht sich vielmehr ausschließlich auf die Flap-Problematik und ist bei Verfahren wie der LASEK nicht gegeben, geschweige denn beim nicht operierten Auge. Siehe hierzu auch den wissenschaftlichen Quellenverweis, verlinkt auf Wikipedia.

Ich denke aber, dass dies jeder für sich selber entscheiden muss, da ja selbst die Experten sich nicht einig sind.
Jeder muss für sich selbst entscheiden, ja - aber auf welcher Basis? Es gibt in diesem Punkt offensichtlich viel Unkenntnis. Außerdem macht man es sich zu einfach, wenn man behauptet die Experten seien sich nicht einig. Ich habe noch nie die klare eindeutige Aussage gehört oder gelesen, dass der Flap wirklich wieder gänzlich mit der übrigen Hornhaut zusammenwächst. Das (heiße?) Thema wird anscheinend eher gemieden, aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren, falls jemand klare wissenschaftliche Aussagen hierzu hat.


Es ist wohl so wie mit der Erwärmung des Klimas:
Fast alle Wissenschaftler sind sich einig, dass wir eine gravierende globale Klimaerwärmung haben und dass diese durch Menschen entscheidend (mit)verursacht ist.
Die Tatsache, dass einzelne Wissenschaftler eine Minderheitenmeinung vertreten, veranlasst einige Leute, die sich gegen die Konsequenzen aus der vorherrschenden wissenschaftlichen Meinung wehren, zu behaupten "die Experten seien sich ja nicht einig". Das sind sie sehr wohl; auch wenn es vereinzelte Gegenstimmen gibt, sind sie sich insgesamt so einig, wie man bei einem komplexen Thema nur sein kann.
Man muss ja auch berücksichtigen, dass konkrete finanzielle Interessen bei Ander-Meinungen vorhanden sein können, und das sicher nicht nur beim Thema Klimaerwärmung.

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