von Jürgen1 » 07.01.2004, 08:37
Lieber Gast
Da Du durch dein Outing nun deine Identität
als Laie preisgegeben hast, wissen wir mit wem
wir's zu tun haben.
Ich finde deine Ausführungen fachlich sehr gut.
Die Gretchenfrage ist immer dieselbe:
Was ist die effektive Wahrheit und wie wirken sich
Laser OP's in 20 oder mehr Jahren aus;
Das Ergebnis und Auswirkungen jeden menschlichen
Tun's sehen wir erst in einigen Jahren.
Die Schul-Medizin ist sicher in einigen Punkten
sehr gut, nur vielfach ueberschätzt sich der Mensch in seinem Tun. Wir haben es beim Auge mit einem
lebenden Organ zu tun, deren Struktur, Mechanismen,
Reaktionen auf solche Eingriffe nur zum Teil effektiv bekannts sind.
: Optiker mögen die refraktive Chirurgie nicht, weil sie die Kompetenz zur Korrektur von Sehfehlern für sich alleine beanspruchen. Die Laserchirurgie läßt aber auch einen großen Spielraum für Kritik. Es wird selten die perfekte Korrektur erreicht (perfekt wäre für mich ein Ergebnis zwischen -0,25 und +0,25 Dioptrien bei geringen Aberrationen). Es kann nicht beliebig oft nachkorrigiert werden. Es gibt Risiken wie trockene Augen, Blendung bei Nacht, Kontrastverlust und Doppelbilder. Zu einem großen Teil sind Komplikationen nicht mehr rückgängig zu machen. Es ist ungewiß, wie dick die Hornhaut wirklich sein muß, um auch nach 60 Jahren nicht auszubeulen.
: Ich bin wie die meisten hier ein Laie in Sachen refraktive Chirurgie. Ich gehöhe eben zu denen, die ihr eigenes Risikoprofil verstehen und nachvollziehen wollen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das der beste Weg ist. Man kann genauso gut zu mehreren guten Ärzten (für eine Voruntersuchung) gehen. Dann hat man eine größere Wahrscheinlichkeit, die Wahrheit zu erfahren. Vielleicht ist der beste Weg auch ein Zwischending, also eine Kombination aus eigener Recherche und der Konsultation mehrere Ärzte (also mehrere Voruntersuchungen). Für die meisten dürften die technischen Details irrelevant sein. Dann zählen eben Erfahrungsberichte und das Vertrauen zu den Ärzten. Das mit den technischen Details ist ein echtes Problem. Jeder schwört auf sein Produkt (Laser, Mikrokeratom). Die Wahrheit ist nicht zu erfahren. Andererseits ist den meisten Leuten nicht verständlich zu machen, daß Sichtqualität nicht nur in Dioptrien gemessen wird. Ein Beispiel: Noch heute tragen die meisten Laser im Randbereich der optischen Zone zu wenig Gewebe ab. Es entstehen deshalb (trotz Aberrometer) starke Aberrationen durch die Unterkorrektur im Randbereich. Solange die Pupille klein bleibt, sieht man durch die gut korrigierte zentrale optische Zone. Wenn es dunkler wird, werden die Pupillen größer und man sieht schlechter. Jetzt heißt es die Laser der neuesten Generation (Mel 80) korrigieren dieses Problem. Dies wird von der Konkurrenz wiederum bestritten. Es steckt zu viel kommerzielle Spekulation dahinter, um gute, unabhängige Informationen zu bekommen. Es gibt zum Beispiel auch eine Diskussion, ob Lasik oder Prk besser für das Auge ist. Den Lasikanhängern könnte man unterstellen, daß sie Lasik bevorzugen, weil sie sich besser verkaufen läßt. Den Prk-Anhängern könnte man unterstellen, daß sie mit vermeintlich höherer Sicherheit Patienten ködern wollen. Auch hier sind die (wissenschaftlichen) Argumente von beiden Seiten überzeugend und es ist wirklich schwierig, sich für eine Variante zu entscheiden.
Lieber Gast
Da Du durch dein Outing nun deine Identität
als Laie preisgegeben hast, wissen wir mit wem
wir's zu tun haben.
Ich finde deine Ausführungen fachlich sehr gut.
Die Gretchenfrage ist immer dieselbe:
Was ist die effektive Wahrheit und wie wirken sich
Laser OP's in 20 oder mehr Jahren aus;
Das Ergebnis und Auswirkungen jeden menschlichen
Tun's sehen wir erst in einigen Jahren.
Die Schul-Medizin ist sicher in einigen Punkten
sehr gut, nur vielfach ueberschätzt sich der Mensch in seinem Tun. Wir haben es beim Auge mit einem
lebenden Organ zu tun, deren Struktur, Mechanismen,
Reaktionen auf solche Eingriffe nur zum Teil effektiv bekannts sind.
: Optiker mögen die refraktive Chirurgie nicht, weil sie die Kompetenz zur Korrektur von Sehfehlern für sich alleine beanspruchen. Die Laserchirurgie läßt aber auch einen großen Spielraum für Kritik. Es wird selten die perfekte Korrektur erreicht (perfekt wäre für mich ein Ergebnis zwischen -0,25 und +0,25 Dioptrien bei geringen Aberrationen). Es kann nicht beliebig oft nachkorrigiert werden. Es gibt Risiken wie trockene Augen, Blendung bei Nacht, Kontrastverlust und Doppelbilder. Zu einem großen Teil sind Komplikationen nicht mehr rückgängig zu machen. Es ist ungewiß, wie dick die Hornhaut wirklich sein muß, um auch nach 60 Jahren nicht auszubeulen.
: Ich bin wie die meisten hier ein Laie in Sachen refraktive Chirurgie. Ich gehöhe eben zu denen, die ihr eigenes Risikoprofil verstehen und nachvollziehen wollen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das der beste Weg ist. Man kann genauso gut zu mehreren guten Ärzten (für eine Voruntersuchung) gehen. Dann hat man eine größere Wahrscheinlichkeit, die Wahrheit zu erfahren. Vielleicht ist der beste Weg auch ein Zwischending, also eine Kombination aus eigener Recherche und der Konsultation mehrere Ärzte (also mehrere Voruntersuchungen). Für die meisten dürften die technischen Details irrelevant sein. Dann zählen eben Erfahrungsberichte und das Vertrauen zu den Ärzten. Das mit den technischen Details ist ein echtes Problem. Jeder schwört auf sein Produkt (Laser, Mikrokeratom). Die Wahrheit ist nicht zu erfahren. Andererseits ist den meisten Leuten nicht verständlich zu machen, daß Sichtqualität nicht nur in Dioptrien gemessen wird. Ein Beispiel: Noch heute tragen die meisten Laser im Randbereich der optischen Zone zu wenig Gewebe ab. Es entstehen deshalb (trotz Aberrometer) starke Aberrationen durch die Unterkorrektur im Randbereich. Solange die Pupille klein bleibt, sieht man durch die gut korrigierte zentrale optische Zone. Wenn es dunkler wird, werden die Pupillen größer und man sieht schlechter. Jetzt heißt es die Laser der neuesten Generation (Mel 80) korrigieren dieses Problem. Dies wird von der Konkurrenz wiederum bestritten. Es steckt zu viel kommerzielle Spekulation dahinter, um gute, unabhängige Informationen zu bekommen. Es gibt zum Beispiel auch eine Diskussion, ob Lasik oder Prk besser für das Auge ist. Den Lasikanhängern könnte man unterstellen, daß sie Lasik bevorzugen, weil sie sich besser verkaufen läßt. Den Prk-Anhängern könnte man unterstellen, daß sie mit vermeintlich höherer Sicherheit Patienten ködern wollen. Auch hier sind die (wissenschaftlichen) Argumente von beiden Seiten überzeugend und es ist wirklich schwierig, sich für eine Variante zu entscheiden.