von Gast » 30.06.2003, 13:03
Freut mich sehr, dass mein kleines OP-Heilungs-Tagebuch Aufmerksamkeit findet...
Heute (4 Tage nach der OP) hatte ich in der Früh schon wieder einen Kontrolltermin. (Um was für mein Geld zu haben und mir das Prädikat "anoying customer" zu verdienen hatte ich auch den Sonntag nicht ausgelassen). Während mein subjektives Sehen sich stets verbessert hat und ich mit dem Radl zum Marienplatz fahr (obendrein war auch ein Biergartenbesuch und Klassik Openair drin), fallen die Sehtests an den Maschinen der Klinik doch noch recht ernüchternd aus. Mein rechtes Auge konnte mit Mühe meist nur die Anzahl der Zeichen oder Zahlen erkennen. Links hingegen gibt's messbare Fortschritte, jedoch immer noch deutliche Doppelkonturen. Dafür fällt mir Lesen heute deutlich leichter und auch die Bildschirmarbeit ist nicht mehr ein einziges Raten und Suchen.
Der Ärztin meinte, dies stimme mit dem Ergebnis ihrer Untersuchung meiner Augen überein: beide Epithele sind noch teilweise etwas lose und noch nicht wieder voll nachgewachsen. Während links hauptsächlich noch der Rand betroffen ist und ich daher da schon recht gut sehe, liegt auf der rechten Seite der Heilungs- und damit der Krisenbereich im Hornhautzentrum. Dass ich da noch nicht hervorragend "durchblicken" könne, sei verständlich und zu erwarten. Die Linsen wolle sie daher noch bis Mittwoch auf den Augen lassen, um mir die Reibungsschmerzen zu ersparen. Sie sagte, dass sich aber sehen lasse, dass die Heilung gut verlaufe und wir ein gutes Ergebnis zu erwarten hätten. Wenn die Linsen herunterkämen, würde die Sicht auch sehr schnell noch besser werden. Bis dahin soll ich noch weiter meine Cortison- und Antibiothikatropfen nehmen.
Mein Eindruck ist, dass ich wohl keinen optimalen Heilungsverlauf habe. Zwar hat sich nichts entzündet, aber dennoch soll ich weiter Vorsorge tragen. Mir scheint, dass da vielleicht verschiedene Phlisophien bestehen: eine Hau-Ruck-Methode wäre möglicherweise die frühe Entfernung der Linsen, damit die Lider sich die Hornhaut wieder brauchbar zurecht raspeln. Wer schon mal was im Auge hatte, ahnt wie unangenehm das sein kann. Weniger einschneidend (und damit für Patienten geeignet, die sich wie ich den Ruf der Ängstlichkeit und geringen Belastbarkeit erworben haben) ist hingegen durch das Belassen der Linsen die Hornhautreste irgendwie zusammen zuhalten, bis sich diese stückchenweise mit einen Jucken verabschieden. Da ich ja auch so verhältnismäßig gut sehe, ist's wohl richtig noch abzuwarten. Natürlich habe ich nun entsprechend große Erwartungen an den Mittwoch (übermorgen), wenn sich der Schleicher lichtet. Leider kann ich wohl nach Andreas' Erfahrungen nicht davon ausgehen, dass mich sogleich auch die "Ghosts" verlassen. Aber auch da bin ich optimistisch: entweder sie sind schon etwas besser geworden (nicht mehr doppelt, nur noch Schatten) oder ich hab' mich schon dran gewöhnt (eigentlich nicht lustig... - vor meinem ersten Kontrollbesuch hab' ich mir schon gedacht: mein Gott, wenn das so bleibt, dann war das schon eine sehr sehr dumme Idee).
Zu den Fragen: Dr. Neuhann hab ich hauptsächlich auf Grund von Empfehlungen genommen. 3 Bekannte von mir haben sich bei den Brüdern auf verschieden Art die Augen machen lassen. Zwei davon sind selbst Ärzte und haben viel Rechercheaufwand in die Suche nach den "Besten" Ärzten in München gesteckt. Letztlich, so deren Meinung, käme es hauptsächlich auf die verwendeten Geräte und die Vor- und Nachsorge an. Mir war dann die "kleine" Praxis sympathischer und wie sich aus meiner Beschreibung ergibt, bin ich auch mit der Betreuung sehr zufrieden.
Was die Risikenaufklärung betrifft, war ich wohl auch jemand, der davor sein kurzsichtigen Augen verschliessen wollte. Zwar habe ich alle mögliche Literatur und die Aufklärungs- und Warnseiten (wie auch diese) studiert, aber mir dann immer den günstigsten Schluss gezogen. Ein "totaler Visionsverlust" durch die OP ist wohl sehr sehr unwahrscheinlich. Die Halos und Ghosts seien auch nicht schlimmer als die Sichtverzerrungen durch die Brille, die ja auch nie ganz sauber sei. Insgesamt, so hab' ich mir eingeredet, werde ich auf jeden Fall besser sehen als je zuvor (stimmt ja auch schon mal). Ich habe zwar mit den Bilderkonstruktionen des "virtual eye" (auch auf dieser Seite) herumgespielt, die Gefahr dahinter aber weitgehend verdrängt.
Etwas rationaler musste ich dann meine OP-Entscheidung anderen gegenüber begründen: Freunden schien die OP doch ein gefährlicherer Eingriff zu sein als mir. Daraufhin hab' ich mich mit den möglichen Risiken der einzelnen Schritte auseinandergesetzt. Als wahrscheinlichstes Risiko verstand ich mögliche Komplikationen bei der Heilung, wie Infektionen o.ä. Diese sind aber gut zu behandeln und bringen kaum einen Augenarzt in Verlegenheit. Dass der Laser falsch arbeitet und mich blendet habe ich nicht befürchtet.
Damit scheine ich ganz gut zu den Patienten zu passen, die mit Dir die Infoabende besucht haben und sich dann für eine OP entscheiden.
Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich, wenn Linsen für mich noch eine Alternative zur Brille gewesen wären, den Schritt wohl nicht gewagt hätte. So aber kam ich mir, gerade mit meiner Stärke von -5 Dioptrin als sehr guter Kandidat für die OP vor. Die Sicht war so eingeschränkt, dass ohne Sehhilfe schlicht gar nichts geht, zugleich aber doch in dem Rahmen, bei dem mit dem Laser die besten und beständigsten Resultate erzielt werden. So wie ich aufgeklärt wurde, kommen Sichtkomplikationen eher bei noch größerer Kurzsichtigkeit vor, da die Hornhaut im gesamten Linsenöffungsspektrum nicht vollständig korrigiert werden kann. Ob ich mich auch mit anderen Werten (geringeren z.B., so dass ich beim Baden noch das Ufer wiedergefunden hätte oder auch nur morgens meine Brille) dazu entschlossen hätte weiss ich nicht. Um mir nur eine Lese- oder Autofahrbrille zu ersparen, wäre ich aber wahrscheinlich nicht angetreten.
Am Mittwoch gibt's dann Bericht vom linsenfreien Leben. LG, Martin
Freut mich sehr, dass mein kleines OP-Heilungs-Tagebuch Aufmerksamkeit findet... :-)
Heute (4 Tage nach der OP) hatte ich in der Früh schon wieder einen Kontrolltermin. (Um was für mein Geld zu haben und mir das Prädikat "anoying customer" zu verdienen hatte ich auch den Sonntag nicht ausgelassen). Während mein subjektives Sehen sich stets verbessert hat und ich mit dem Radl zum Marienplatz fahr (obendrein war auch ein Biergartenbesuch und Klassik Openair drin), fallen die Sehtests an den Maschinen der Klinik doch noch recht ernüchternd aus. Mein rechtes Auge konnte mit Mühe meist nur die Anzahl der Zeichen oder Zahlen erkennen. Links hingegen gibt's messbare Fortschritte, jedoch immer noch deutliche Doppelkonturen. Dafür fällt mir Lesen heute deutlich leichter und auch die Bildschirmarbeit ist nicht mehr ein einziges Raten und Suchen.
Der Ärztin meinte, dies stimme mit dem Ergebnis ihrer Untersuchung meiner Augen überein: beide Epithele sind noch teilweise etwas lose und noch nicht wieder voll nachgewachsen. Während links hauptsächlich noch der Rand betroffen ist und ich daher da schon recht gut sehe, liegt auf der rechten Seite der Heilungs- und damit der Krisenbereich im Hornhautzentrum. Dass ich da noch nicht hervorragend "durchblicken" könne, sei verständlich und zu erwarten. Die Linsen wolle sie daher noch bis Mittwoch auf den Augen lassen, um mir die Reibungsschmerzen zu ersparen. Sie sagte, dass sich aber sehen lasse, dass die Heilung gut verlaufe und wir ein gutes Ergebnis zu erwarten hätten. Wenn die Linsen herunterkämen, würde die Sicht auch sehr schnell noch besser werden. Bis dahin soll ich noch weiter meine Cortison- und Antibiothikatropfen nehmen.
Mein Eindruck ist, dass ich wohl keinen optimalen Heilungsverlauf habe. Zwar hat sich nichts entzündet, aber dennoch soll ich weiter Vorsorge tragen. Mir scheint, dass da vielleicht verschiedene Phlisophien bestehen: eine Hau-Ruck-Methode wäre möglicherweise die frühe Entfernung der Linsen, damit die Lider sich die Hornhaut wieder brauchbar zurecht raspeln. Wer schon mal was im Auge hatte, ahnt wie unangenehm das sein kann. Weniger einschneidend (und damit für Patienten geeignet, die sich wie ich den Ruf der Ängstlichkeit und geringen Belastbarkeit erworben haben) ist hingegen durch das Belassen der Linsen die Hornhautreste irgendwie zusammen zuhalten, bis sich diese stückchenweise mit einen Jucken verabschieden. Da ich ja auch so verhältnismäßig gut sehe, ist's wohl richtig noch abzuwarten. Natürlich habe ich nun entsprechend große Erwartungen an den Mittwoch (übermorgen), wenn sich der Schleicher lichtet. Leider kann ich wohl nach Andreas' Erfahrungen nicht davon ausgehen, dass mich sogleich auch die "Ghosts" verlassen. Aber auch da bin ich optimistisch: entweder sie sind schon etwas besser geworden (nicht mehr doppelt, nur noch Schatten) oder ich hab' mich schon dran gewöhnt (eigentlich nicht lustig... - vor meinem ersten Kontrollbesuch hab' ich mir schon gedacht: mein Gott, wenn das so bleibt, dann war das schon eine sehr sehr dumme Idee).
Zu den Fragen: Dr. Neuhann hab ich hauptsächlich auf Grund von Empfehlungen genommen. 3 Bekannte von mir haben sich bei den Brüdern auf verschieden Art die Augen machen lassen. Zwei davon sind selbst Ärzte und haben viel Rechercheaufwand in die Suche nach den "Besten" Ärzten in München gesteckt. Letztlich, so deren Meinung, käme es hauptsächlich auf die verwendeten Geräte und die Vor- und Nachsorge an. Mir war dann die "kleine" Praxis sympathischer und wie sich aus meiner Beschreibung ergibt, bin ich auch mit der Betreuung sehr zufrieden.
Was die Risikenaufklärung betrifft, war ich wohl auch jemand, der davor sein kurzsichtigen Augen verschliessen wollte. Zwar habe ich alle mögliche Literatur und die Aufklärungs- und Warnseiten (wie auch diese) studiert, aber mir dann immer den günstigsten Schluss gezogen. Ein "totaler Visionsverlust" durch die OP ist wohl sehr sehr unwahrscheinlich. Die Halos und Ghosts seien auch nicht schlimmer als die Sichtverzerrungen durch die Brille, die ja auch nie ganz sauber sei. Insgesamt, so hab' ich mir eingeredet, werde ich auf jeden Fall besser sehen als je zuvor (stimmt ja auch schon mal). Ich habe zwar mit den Bilderkonstruktionen des "virtual eye" (auch auf dieser Seite) herumgespielt, die Gefahr dahinter aber weitgehend verdrängt.
Etwas rationaler musste ich dann meine OP-Entscheidung anderen gegenüber begründen: Freunden schien die OP doch ein gefährlicherer Eingriff zu sein als mir. Daraufhin hab' ich mich mit den möglichen Risiken der einzelnen Schritte auseinandergesetzt. Als wahrscheinlichstes Risiko verstand ich mögliche Komplikationen bei der Heilung, wie Infektionen o.ä. Diese sind aber gut zu behandeln und bringen kaum einen Augenarzt in Verlegenheit. Dass der Laser falsch arbeitet und mich blendet habe ich nicht befürchtet.
Damit scheine ich ganz gut zu den Patienten zu passen, die mit Dir die Infoabende besucht haben und sich dann für eine OP entscheiden.
Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich, wenn Linsen für mich noch eine Alternative zur Brille gewesen wären, den Schritt wohl nicht gewagt hätte. So aber kam ich mir, gerade mit meiner Stärke von -5 Dioptrin als sehr guter Kandidat für die OP vor. Die Sicht war so eingeschränkt, dass ohne Sehhilfe schlicht gar nichts geht, zugleich aber doch in dem Rahmen, bei dem mit dem Laser die besten und beständigsten Resultate erzielt werden. So wie ich aufgeklärt wurde, kommen Sichtkomplikationen eher bei noch größerer Kurzsichtigkeit vor, da die Hornhaut im gesamten Linsenöffungsspektrum nicht vollständig korrigiert werden kann. Ob ich mich auch mit anderen Werten (geringeren z.B., so dass ich beim Baden noch das Ufer wiedergefunden hätte oder auch nur morgens meine Brille) dazu entschlossen hätte weiss ich nicht. Um mir nur eine Lese- oder Autofahrbrille zu ersparen, wäre ich aber wahrscheinlich nicht angetreten.
Am Mittwoch gibt's dann Bericht vom linsenfreien Leben. LG, Martin