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ICL-OP in Recklinghausen-Erfahrungsbericht

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Moderator: Frankyboy

ICL-OP in Recklinghausen-Erfahrungsbericht

Beitragvon vroni » 06.05.2010, 21:27

Hallo zusammen!
Meine OP ist jetzt schon eine Weile her ( August 2009) und ich habe diesen Bericht nicht sofort geschrieben, dafür ist er jetzt recht lang. Ich habe hier auch einige Erfahrungsberichte gelesen, die mich bei meiner Entscheidung weitergebracht haben.
Hoffentlich kann einer von Euch etwas damit anfangen.

Ich bin 41 Jahre alt und trug seit meinem 4. Lebensjahr eine Brille. Meine letzten Werte : R. -9,5/-3,5 L. –8,5/-4,5.
Durch meine Hornhautverkrümmung war es nie möglich meine Sehfehler vollständig auszugleichen. Mit Brille hatte ich 60%- 70% Sehkraft. Anfang 20 bin ich dann auf torische Kontaktlinsen ausgewichen. Ich hatte dann 80% Sehkraft. Der Unterschied klingt nicht groß, aber er ist deutlich sichtbar.
Nach gut 15 Jahren Kontaktlinsen habe ich eine Unverträglichkeit entwickelt. Ich musste also wieder ganz auf meine Brille umsteigen. Das „Weniger“, das ich sehen konnte hat mich ziemlich gestört. So waren für mich geschriebene Texte sowohl auf dem Computer als auch in Büchern deutlich kleiner.
Außerdem winkt mir wohl in den nächsten Jahren die Lesebrille und ich hatte keine wirkliche Lust auf eine Gleitsichtbrille und damit verbundene Komplikationen.
Als sich dann eine Kollegin von mir mit ähnlich hohen Werten (aber ohne Hornhautverkrümmung) lasern ließ und richtig gut sah, dachte ich mir, das es an der Zeit sei mich mal gründlich zu informieren, was man bei mir so machen kann.

Ich ließ mir Info-Material von euroeyes zuschicken und machte dort einen Termin.
Zunächst wurden meine Augen vermessen. Und meine Hornhaut war auch dick genug, um zu lasern. Ich hatte gleich auch einen Termin mit einer Augenärztin dort gemacht, die mich beraten sollte.
Die sagte mir, dass ich recht hohe Werte habe, die man lasern könne, aber man könne mir auch eine Linse einsetzen.
Da ich mich mit der Thematik nicht auseinandergesetzt hatte und mir zu dem Zeitpunkt auch nicht so recht vorstellen konnte, dass man mein Auge aufschneidet, sagte ich ihr, dass ich das nicht wirklich wolle.
Sie schwenkte sofort um und erklärte mir, dass das, was ich gegenwärtig mit der Brille sehe, nach einer Laser-OP ohne Brille möglich ist. Dann müsste man mal sehen, ob man mit nachlasern mehr herausholen könne. Ich solle auf jeden Fall eine Femto-Lasik machen lassen, weil dafür ja weniger Hornhaut gebraucht würde. In der Düsseldorfer Hightec-Klinik würde man dann das Beste herausholen.
Man wollte mir auch gleich die nächsten OP-Termine mitteilen.

Das ging mir erheblich zu schnell und ich fand das auch irgendwie unseriös. Ich habe dann hier auf den Seiten herumgesurft und mich weiter informiert. Über den ärzte-preisvergleich im Netz bin ich dann zu Dr. Maubach in Köln gekommen. Schon in der ersten schriftlichen Nachricht wies er mich darauf hin, dass ich mit einer Lasik niemals 100% Sehkraft erreichen würde und ich mich ernsthaft mit einer ICL beschäftigen solle.
Ich fuhr dann zu einem Termin nach Köln. Dr. Maubach machte mir in einem ausführlichen Gespräch klar, dass eine Lasik für mich ungeeignet sei. Ich würde lediglich meine Hornhaut vergeuden und nicht mehr erreichen als mit Brille.
Außerdem wäre die Linsenchirugie, die mir ja irgendwie ungeheuer war, eine viel ältere Methode als die Lasik, mit der auch schon viele Erfahrungen vorliegen.
Er verabschiedete mich mit den Worten, ich solle mir das alles gut überlegen und wenn ich eine OP wolle, solle ich mich melden.

Ich entschied mich für die OP. Allerdings habe ich vier Monate auf einen brauchbaren Kostenvoranschlag für meine private Krankenkasse warten müssen.
Schon nach meinem ersten Besuch bei euroeyes hatte ich meine Krankenkasse informiert und nachgefragt, ob sie Kosten übernehmen. Die DKV sagte sowohl die Übernahme der Kosten der zunächst geplanten Lasik im Rahmen der notwendigen Kosten (und da fielen bei euroeyes eine Menge Positionen heraus) und letztlich auch die Kosten der Linsen-OP zu.

In der Zeit während ich auf einen Kostenvoranschlag wartete, ging mir irgendwann die Geduld aus.
Im Internet fand ich eine Seite, auf der die Ärzte in NRW aufgelistet waren, die eine ICL durchführen können.
Da kam ich dann auf das Aurelios Augenzentrum in Recklinghausen. Nach erneuter Rücksprache mit meiner Krankenkasse habe ich dann dort einen Termin gemacht. Natürlich hatte ich den Termin gerade mal eine Woche als der Kostenvoranschlag aus Köln eintrudelte.

Nichtsdestotrotz fuhr ich nach Recklinghausen. Ich erzählte Dr. de Ortueta alles, was ich bisher unternommen hatte und bat um seine Meinung.
Nach einer ausführlichen Untersuchung bestätigte er mir, dass man meine Augen in Deutschland nicht lasern würde. Auch er würde eine ICL einsetzen. Ich bekam auch umgehend einen Kostenvoranschlag und man sagte mir, ich solle mich melden, wenn ich mich für die OP entscheide.
Die Kosten dort lagen zum einen unter dem Preis aus Köln und meine Versicherung hatte auch deutlich weniger an dem Kostenansatz zu meckern.

Ich fuhr im Mai 2009 zu einem weiteren Termin nach Recklinghausen, um alles weitere zu besprechen. Dr. de Ortueta sprach mit mir den weiteren Verlauf durch und fragte dann tatsächlich noch mal, ob er die Linsen bestellen solle.

Ich bekam für den 26.08.09 meinen OP-Termin. Vorher sollte ich aber noch einmal zur Iridektomie kommen. Dabei werden mit einem Laser Löcher in die Hornhaut geschossen. Das soll verhindern , dass es bei der OP beim Einsetzen der Linsen zu Druckproblemen kommt. Diese Schüsse mit dem Laser sind unangenehm, aber nicht wirklich schmerzhaft. Danach sieht man erst ein wenig verschwommen, aber am nächsten Tag war alles wieder in Ordnung.

Dann kam also die eigentliche OP. Bei mir wurden beide Augen in einem Termin operiert und ich war in Narkose. Ich muß ehrlich zugeben, dass ich froh war als ich hörte, dass ich das nicht mitbekommen würde. Mein Mann brachte mich in die Klinik, ich hab mich selbst auf den OP-Tisch gelegt und musste noch ne Weile warten bis ich dran war. Als mir der Zugang für die Narkose gelegt wurde, war ich schon recht aufgeregt, aber als ich dann in den OP gefahren wurde, hab ich auch recht schnell geschlafen.
Als man mich aufweckt sah ich zuerst verschwommen und braun. Das lag aber wohl am Jod. Ich hatte vor beiden Augen durchsichtige Plastikschalen mit kleinen Löchern. Man hat mich dann zu meinem Mann gebracht und ich konnte zügig alles erkennen. Mit Augentropfen für die nächsten Tage versehen, konnte ich auf dem Heimweg schon staunen, aus welcher Entfernung ich Autokennzeichen lesen konnte.
Über den ersten Tag war meine Fernsicht sehr schnell sehr gut. Die Sicht vor mir strengte aber sehr an. Ich sollte auch nicht lesen.
Am nächsten Tag musste ich zur Kontrolluntersuchung. Meine Plastikschalen wurden endgültig abgenommen, nachdem ich erstaunlich gut mit denen schlafen konnte. Es war alles in Ordnung. Ab dem nächsten Tag durfte ich auch lesen.
Und das klappte dann auch prima. Die Buchstaben waren viel größer, auch am PC.
Ich hatte noch das Wochenende um mich an meine neue Sehkraft zu gewöhnen, denn zum ersten Mal seit ich denken kann, sehe ich auf einem Auge 100%. Das zweite Auge hat es leider nur zu guten 80% geschafft.
Es gab noch zwei Kontrolluntersuchungen, aber es ist alles in Ordnung. Inzwischen habe ich auch schon einen Führerschein ohne weitere Vermerke.
Ein Problemchen habe ich allerdings seit der OP. Bei schlechten Lichtverhältnissen (Dämmerung und indirektes Licht von hinten) habe leichte Ghostings. Inzwischen fällt mir das nicht mehr so auf und ich kann damit leben. Das liegt wohl daran, dass ab einer gewissen Pupillengröße der Sehfehler nicht ausgeglichen werden kann.
Mein Arzt sagte, man könne Tropfen nehmen, die die Pupille klein halten. Das wollte ich aber nicht. So groß ist die Beeinträchtigung nicht. Ich hatte viel größere Befürchtungen im Dunkeln geblendet zu werden, wie ich das bei Kontaktlinsen hatte. Das ist bei mir aber überhaupt nicht der Fall.

Fazit: Ich sehe viel mehr als vorher und ich würde es wieder tun. Und überraschenderweise hat nicht nur meine private Kasse, sondern auch meine Beihilfe fast alle Kosten übernommen.

Viele Grüße
vroni
vroni
schaut sich noch um
 
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Re: ICL-OP in Recklinghausen-Erfahrungsbericht

Beitragvon orchidee » 07.05.2010, 05:48

danke für Deinen ausführlichen Bericht - ich denke dass Du mit einer Laser-OP nicht soviel erreichen hättest können.
orchidee
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