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Femto-LASIK oder: doppelt hält besser!

Moderator: Frankyboy

Femto-LASIK oder: doppelt hält besser!

Beitragvon Svenja1917 » 21.12.2017, 18:07

Hallo zusammen :) !

Ich hatte gestern meine Femto-LASIK (+ wellenfront) in einem mehrfach ausgezeichneten Institut in Frankfurt a.M. (wer die genauen Kontaktdaten haben möchte, kann mir gerne eine Nachricht schreiben, insgesamt (so viel sei im Vorfeld verraten) kann ich diese Praxis nämlich sehr empfehlen!). Ich hatte mir bereits im Vorfeld vorgenommen, IN JEDEM FALL einen kurzen Bericht zu schreiben. Ich finde es immer schade, wenn man im Internet überwiegend die negativen Berichte liest und Positives gerne mal verschwiegen wird. Das verunsichert so Leute wie mich, die im Vorfeld gerne ein bisschen recherchieren und dann auf einen relativ hohen Prozentsatz negativer Erfahrungsberichte stoßen. Nichts desto trotz habe ich mich davon nicht abschrecken lassen und möchte hier von meinen (gemischten) Erfahrungen berichten.

Zu mir:
Ich bin 28 Jahre alt und trage seit meinem 5. Lebensjahr eine Sehhilfe. Kontaktlinsen vertrage ich aufgrund einer Phase, in der ich die Linsen beinahe täglich getragen habe gar nicht mehr gut und die Brille störte mich zunehmend v.a. beim Sport, im Winter oder in der Sauna – die Gründe für ein Leben ohne Brille sollte an dieser Stelle natürlich jeder für sich selbst ausmachen :D . Seit knapp 3 Jahren waren meine Werte mit +1,75 bzw. +1,5 weitestgehend stabil (in meiner Kindheit hatte ich allerdings auch Werte von z.T. +3,75!), sodass dem Eingriff von dieser Seite nichts mehr im Wege stand. Nachdem ich mich an verschiedenen Stellen informiert hatte (Augenärzte, Freunde und Bekannte und auch das Internet) und die Resonanz mit Ausnahme der des Internets doch insgesamt (sehr) positiv war, entschloss ich mich dafür, einen Termin zur Vorsorge auszumachen.

Die Vorsorge:
Die Arzthelferinnen und der Arzt wirkten sehr freundlich und kompetent, wobei man natürlich auch immer gemerkt hat, dass einem hier etwas „verkauft“ werden soll. Dabei waren sie jedoch nie irgendwie unangenehm oder aufdringlich. Die Untersuchungen waren komplett schmerzfrei und im anschließenden Gespräch wurde dann die passende Behandlungsmethode für mich gefunden. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die o.g. Methode auf rund 3600 Euro, wobei die PKV bei mir glücklicherweise einen Teil der Kosten übernimmt. Nach kurzer Bedenkzeit vereinbarte ich anschließend telefonisch den Termin zum Lasern.

Lasern die Erste...:
Tja, nun war es dann also so weit! Donnerstagmittag war mein Termin zum Lasern und ich war natürlich tierisch nervös. Donnerstag und Freitag habe ich mir, genauso wie mein Freund, der mich gefahren hat, dann also von meiner Arbeit frei genommen. Wir hatten sogar eine Anfahrt von 250 km, was für uns jedoch (zunächst) nicht wirklich schlimm war. Im letzten Moment gingen mir dann noch 1000 Gedanken durch den Kopf („Was ist wenn...“, „Aber du hast doch...“ etc.), sodass der Schritt in den OP für mich dann (trotz Beruhigungsmittel) doch noch einmal etwas schwerer war als gedacht. In einem kleinen Vorraum bekam ich dann also die Betäubungstropfen und meine Kleidung und dann ging es los in den OP. Ich musste mich auf die Liege legen, links und rechts von mir jeweils ein Laser, hinter mir Arzt, Techniker und OP-Schwester. Ich betete nur, dass alles möglichst schnell vorbei sein würde – leider vergeblich... Das erste Auge wurde mit einem Art Saugnapf angesaugt und in den ersten Laser „eingespannt“. Dabei wird ein Druck auf das Auge erzeugt, der aber nicht wirklich schmerzhaft ist. Das Lasern des Flaps dauert dann jeweils ca. 15 Sekunden, die für mein Empfinden gegen Ende doch etwas gezwickt haben, es war aber alles auszuhalten! Als dann der zweite Flap gelasert werden sollte, kam es zu einem technischen Problem. Der Laser zeigte eine Fehlermeldung an und musste neu kalibriert werden. Wenn man eh schon aufgeregt ist und einfach möchte, dass das alles schnellstmöglich hinter einem liegt, ist so eine Störung natürlich der Super-Gau! Der Arzt und das Personal redeten die ganze Zeit beruhigend auf mich ein (ich solle mich erst einmal entspannen und die Augen schließen), nach zweimaligem Versuch, das Gerät neu zu kalibrieren war dann aber klar: es geht heute nicht mehr weiter :shock: . Natürlich war ich auf 180! :oops: :evil: Klar, ich vertrete auch die Meinung „Fehler können passieren“, aber in so einer Situation dann ruhig zu bleiben, nachdem man sich doch endlich durchgerungen hat, fällt dann doch etwas schwer :? Vor allem wenn man sich noch vor Augen hält, dass ich nun quasi alles doppelt hatte (Schmerzen, Tropfen, Nachsorge, Schminkverbot, Tragen der Nachtbrille, Tage die ich frei nehmen musste etc.), da dieses „anoperierte“ Auge die gleiche Pflege bedurfte, wie ein Auge, das vollständig operiert wird. Das konnten dann auch die sicherlich gut gemeinten Phrasen des Arztes („Es ist ja eigentlich nichts passiert...“, „Wer weiß, wofür das gut ist?!“ :!: :!: :?: :?: ) nicht ändern. Es musste also ein neuer Termin gefunden werden. Da der Flap schon geschnitten war und nicht komplett zuheilen sollte (so konnte man ihn beim 2. Termin einfach wieder anheben), musste dieser sehr zeitnah sein. Das kam mir persönlich auch entgegen, da ich nächstes Jahr beruflich sehr stark eingespannt sein werde und man bei Weitsichtigkeit ja nie genau weiß, wie lange die Heilungsphase dauert. Glücklicherweise kam mir das Unternehmen hier sehr entgegen. Sie zahlten erstens für mich und meine Begleitung eine Übernachtung in einem Hotel in Frankfurt (inkl. Frühstück), damit wir nach diesem Schock nicht mehr so lange nach Hause fahren mussten und zur Nachsorge, die nach diesem „Fehlschlag“ natürlich trotzdem stattfinden musste, am nächsten Tag direkt vor Ort waren. Zweitens ermöglichten sie eine Woche später einen außerplanmäßigen OP-Termin, an dem Arzt und Techniker nur für mich in die Praxis kommen und der OP nur für mich geöffnet werden würde. Ich räumte mir noch ein wenig Bedenkzeit ein (erneute Zweifel waren mir ob der Funktionalität dieses Lasers doch irgendwie wieder gekommen...), sagte dann schlussendlich aber zu. Auch für den zweiten Termin ermöglichte mir die Praxis eine kostenfreie Übernachtung in einem Hotel – zum Glück, wie sich zeigen sollte ...

Aller guten Dinge sind (hoffentlich) zwei:
Zweiter Termin, noch mehr Aufregung, ansonsten alles wie vorher beschrieben: Tabletten, Kittel, Haube, Überziehschuhe und Tropfen, warten und dann ab in den OP. Der bereits erzeugte Flap ließ sich tatsächlich problemlos anheben, das Lasern des zweiten Flaps war genauso wie beim ersten der unangenehmere Teil der Behandlung. Endlich konnte es dann weitergehen! Das Lösen des Flaps ist eine schmerzfreie, aber irgendwie ziemlich eklige Angelegenheit. Das Auge wird mit einer Klammer aufgehalten und der Flap wird durch leichtes „ruckeln“ abgelöst. Dabei wackelt auch das Bild, was man sieht, bevor alles nur noch verschwommen wahrnehmbar ist. Dann ging es unter den zweiten Laser, der die tatsächliche Korrektur vornimmt. Hier wird das Auge, anders als beim ersten Laser, nicht fixiert, sondern man muss selbst möglichst immer in den roten Punkt schauen. 34 Sekunden hat das ganze pro Auge bei mir gedauert, es kam mir allerdings deutlich länger vor... Gegen Ende wird es schon ziemlich „anstrengend“ weiter das rote Licht zu fixieren, weil das Auge natürlich durch den Laser (obwohl man ihn nicht spürt) stark gereizt wird und irgendwann doch der große Drang da ist, das Auge zu schließen. Hinzu kommt der schon oft beschriebene, sehr unangenehme Geruch von verbranntem Gewebe und das zunehmende Verschwimmen der Sicht durch die Reizung und möglicherweise auch durch den Qualm, der sich über dem Auge bildet. Es hat mir aber sehr geholfen, dass die OP-Schwester mir immer angesagt hat, wie viele Sekunden ich nur noch „durchhalten“ muss. Anschließend wird das Auge noch einmal gespült und der Flap wieder draufgelegt und glattgestrichen. Das empfand ich alles doch auch noch einmal als ziemlich unangenehm, weil das Auge jetzt einfach super empfindlich ist und jeder Reiz (vor allem der durch die grelle OP-Leuchte) zu viel ist. Der Arzt ist aber super lieb darauf eingegangen und hat, immer wenn es ging, das Licht so weit wie möglich gedimmt. Trotzdem war ich froh, als die Augenklammer endlich rauskam und ich das Auge leicht und vorsichtig schließen durfte. Schmerzen hatte ich zu keiner Zeit, es war jedoch, wenn man ehrlich ist, teilweise schon sehr unangenehm. Das ist aber auch irgendwie klar, wenn man sich vorstellt, was da am Auge gemacht wird... Und es dauert schließlich auch alles echt nicht lange :wink: Augen zu (bzw. vielmehr auf :D ) und durch - für ein brillenfreies Leben!

Nach dem Eingriff:
Ich hatte nach dem Eingriff die Augen sofort und nahezu durchgängig für ca. 5-6 Stunden geschlossen. Es war mir so einfach viel, viel angenehmer, da die Augen wirklich sehr lichtempfindlich sind, brennen und tränen. Ich war froh, dass ich mich einfach bei meinem Freund unterhaken konnte und wir dann nur 10 Minuten bis zum Hotel fahren mussten. Denn obwohl man die Augen geschlossen hat und eine Sonnenbrille trägt, kommt doch immer noch mehr Licht durch, als einem in dem Moment lieb ist. Das würde ich auch wirklich jedem raten, der weiter fahren muss/will, um den Eingriff vornehmen zu lassen: NEHMT EUCH EIN HOTEL!!! Ich dachte zunächst auch ich könnte mich danach einfach die 1 ½ Stunden nach Hause fahren lassen, bin aber heilfroh, dass ich das nicht mitmachen musste! Bei mir haben die Schmerzen bereits sehr kurz nach dem Eingriff eingesetzt und die oben beschriebenen 5-6 Stunden angehalten. Ich hätte wirklich für kein Geld der Welt zu dieser Zeit im Auto sitzen wollen! Investiert die 50-100 Euro mehr und gönnt euch ein Hotel vor Ort! Insgesamt waren die Schmerzen aber wirklich auszuhalten (zumindest mit geschlossenen Augen und im Bett liegend) und danach ging es mir schon wieder so gut, dass wir abends schön essen gehen konnten. Einzig eine Sache hatte mich irritiert, weil ich sie vorher noch bei keinem gelesen/gehört hatte: Meine Hals- / Zungenmuskulatur spannte sich enorm stark an bzw. verkrampfte sich regelrecht, sodass mir quasi schon fast die Luftröhre stellenweise etwas abgedrückt bzw. verengt wurde :shock: . Es war zu keiner Zeit dramatisch, aber es hat mich doch etwas beunruhigt. Der Arzt, dem ich das am nächsten Tag erzählt habe, meinte dazu, dass er das noch nie gehört habe. Ich nehme an, dass ich vielleicht auf ein Medikament reagiert habe oder es tatsächlich einfach nur die Anspannung durch den Eingriff war. Ich denke auch, dass ich da ein absoluter Einzelfall war, ich wollte es aber trotzdem hier erwähnen, falls es jemand anderem auch irgendwann so gehen sollte :wink: Meine Sicht war bereits am Abend in der Nähe (alles bis ca 1 ½ m) gestochen scharf, in der Ferne allerdings sehr verschwommen. Darauf war ich ja aber auch schon vorbereitet worden, da sie ja bei Weitsichtigen etwas „überkorrigieren“ müssen. Ich bin gespannt, wie lange meine Kurzsichtigkeit nun anhalten wird!

Erster Tag nach der OP:
Tja, ich bin noch immer Kurzsichtig, bilde mir aber ein, dass es schon etwas besser geworden ist. Beim postoperativen Sehtest konnte ich aber dennoch keinen Preis gewinnen, ich bin aber absolut optimistisch, dass sich das noch einrenken wird! Alles andere sah sehr gut aus, einzig kleine rote Punkte im Auge (ähnlich wie kleine Blutergüsse) lassen erahnen, dass ich gestern eine OP hatte. Den Bericht hier schreibe ich bereits ohne Sehhilfe und mit gestochen scharfer Sicht (beim Blick in die Weite sieht es halt noch anders aus...) und auch mit trockenen Augen habe ich überhaupt keine Probleme, ich tropfe allerdings auch wie eine Weltmeisterin. Viel tropfen sei wohl sowieso das A und O, da man selbst aufgrund der durchtrennten Nerven gar nicht unbedingt merkt, wenn die Augen zu trocken sind und das dann den Heilungsprozess verlangsamt (apropos: *tropf tropf*). Schmerzen habe ich auch überhaupt keine mehr, auch kein Fremdkörpergefühl oder ähnliches, höchstens mal zwischendrin als hätte ich einen kleinen Fussel im Auge. Ansonsten bin ich aber echt positiv überrascht, wie schnell die Heilung zumindest von den Schmerzen her abläuft. Jetzt hoffe ich nur, dass die Sehschärfe in die Ferne noch deutlich besser wird, an Auto fahren ist aktuell beispielsweise noch gar nicht zu denken! Ich habe mir allerdings übergangsweise die Zweitbrille einer Freundin geliehen (-0,75), die ich immer aufsetze, wenn ich außer Haus gehe.

Ich hoffe, mein doch etwas ausführlicher Erfahrungsbericht kann hier und da etwas helfen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie sich das mit der Sehschärfe weiterentwickelt! Wie lange hat diese Phase bei euch denn gedauert? Der Arzt meinte zu mir, dass ich schon in 3,4 Tagen komplett klar sehen werde – da bin ich ja noch etwas skeptisch, dass das so schnell gehen soll! Insgesamt bin ich aber schon jetzt sehr glücklich, diesen Schritt gemacht zu haben! Heute Morgen aufzuwachen und meinen Freund neben mir sofort gestochen scharf sehen zu können war schon ein tolles Gefühl :wink:
Zuletzt geändert von Svenja1917 am 22.12.2017, 16:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Femto-LASIK oder: doppelt hält besser!

Beitragvon Lunapark » 22.12.2017, 10:23

Alles Gute und hoffentlich bleibt es gut :).
Lunapark
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