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Falten im Flap - ein Erfahrungsbericht

Sehbeeinträchtigungen wie Halos (Lichthöfe), Glare (Blendung), Starburst, Kontrastverlust (Schleiersehen) und Trockene Augen nach LASIK, Femto-LASIK, LASEK, Epi-LASIK, PRK...

Moderator: Frankyboy

Falten im Flap - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon GentleHaze » 08.02.2017, 10:54

Hallo liebe Augenfreunde,

ich möchte euch hier einen Erfahrungsbericht über eine kleine LASIK Komplikation beschreiben, falls jemand ähnliche Probleme hat und wissen möchte, wie es anderen so damit geht. Schreibt gerne eure eigenen Erfahrungen unten drunter!

Welche OP wurde durchgeführt?
LASIK bei einer Augenlaserkette, am 27.01.2017.

Welche Stärken wurden korrigiert?
In etwa diese Werte (links etwas weniger Myopie)
Myopie -2,00 dpt re u. li und Astigmatismus -2,25 dpt re u. li

Wie verlief die OP?
Ohne Komplikationen. Ich hatte am Folgetag 90% links und 80% rechts.

Welche Komplikation wurde festgestellt?
Am 3. Tag nach der LASIK wurden beim rechten Auge zentral gelegene Falten im Flap gesehen. Sehleistung war an diesem Tag bei 60%. Man fragte mich, ob ich die Augen gerieben hätte, aber das hatte ich definitiv nicht. Vielleicht habe ich nachts unbewusst die Augen zusammengekniffen. Ansonsten habe ich keine Ahnung, wie die Falten da reingekommen sind.

Wie kann man Falten im Flap vorbeugen?
Nicht die Augen reiben. Nachts mit Augenschutz schlafen, damit man sich nicht unbewusst die Augen reibt. Nicht die Augen feste zusammenkneifen (z.B. nicht heftig lachen, heftig niesen, einen Orgasmus haben oder andere Aktivitäten, bei denen man unwillkürlich die Augen zusammenkneift). Das Auge permanent feucht halten.

Wie wurde die Komplikation behoben?
Am 4. Tag nach der LASIK wurde ein Flap lift gemacht. Der Flap wurde mit einer hypotonen Lösung "aufgeschwemmt", die Falten glatt gestrichen, der Flap gestrecht/gedehnt und anschließend zentral die obere Epithelschicht abgerieben. Dann wurde eine medizinische Kontaktlinse aufgesetzt. Diese verblieb 4 Tage auf dem Auge.

Wie änderte sich der Tropfenplan durch die Komplikation?
Ich sollte die Antibiotikatropfen noch bis ein paar Tage nach der Nachuntersuchung weiternehmen. Cortison sollte ich für das behandelte Auge nicht nehmen, sondern stattdessen Acular 5mg/ml 4 Tropfen am Tag.

Wie hat diese Nachbehandlung das Sehen beeinflusst?
Ich habe direkt nach dem Eingriff auf dem rechten Auge nichts mehr sehen können, außer hell/dunkel. Das war sehr gewöhnungsbedürftig, aber es lag daran, dass der Flap mit Wasser vollgesogen war, also dicker war und damit das Auge so gesehen hat, als hätte ich meeega viel Myopie. Man erklärte mir, dass ich 5 Tage unscharf sehen würde, dass aber von Tag zu Tag das Wasser wieder aus dem Flap herausdiffundieren würde und ich nach und nach wieder scharf sehen würde. Die Ärztin schrieb mir Ibuprofen 600 auf, da ich Schmerzen haben würde und diese etwa 2-3 Tage dauern würden, bis sich die Epithelschicht nachgebildet hätte. Sie sagte, dies sei ähnlich wie bei der PRK.

Nach dem Flap Lift
Als die Betäubung nachließ, fingen die Schmerzen an. Es erinnerte mich an das Gefühl nach der LASIK, nur empfand ich es als stärker. Das Brennen und Tränen war schon ziemlich heftig. Außerdem starkes Fremdkörpergefühl Zu hause nahm ich dann eine Schmerztablette. Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass es sonderlich viel half. Es war etwas irritierend, dass ich nur mit dem linken Auge gucken konnte, daher besorgte ich mir in der Apotheke eine Augenklappe, um mein rechtes Auge abzudecken (man kann das Auge unter der Klappe trotzdem öffnen). So war das Sehen wesentlich angenehmer.
Die Nacht war mit Schmerztablette zu ertragen, aber als ich einmal nachts tropfte, weil das Auge so trocken war, brannte es sehr doll. All dies hatte man mir aber vorher auch gesagt. Ist halt schmerzhaft.

Kontrolluntersuchung am 4. Tag nach Flap Lift
Die Epithelschicht hatte sich geschlossen und daher wurde die Kontaktlinse entnommen. Ich hatte zunächst Angst, dass sich dabei der Flap lösen könnte, aber der Chirurg schob die Linse vorsichtig mit einer Art Wattestäbchen ins Unterlid und dann war sie draußen. Der Flap saß korrekt und die Falten waren nicht mehr zu sehen. Ich war sehr froh über diese Nachricht. Als die Linse draußen war, habe ich etwas deutlicher gesehen. Es lag wohl ein Schmierfilm auf auf der Kontaktlinse, sagte der Arzt. Der Sehtest ergab, dass ich 30% Sehleistung hatte. Ich war etwas schockiert, dass es so wenig war, aber der Arzt meinte, man müsse jetzt warten, dass das Ödem abgeheilt ist und die Hornhaut komplett verheilt ist. In 3 Monaten frühestens könnte man sagen, ob noch einmal nachgelasert werden müsste. Geduld wäre jetzt alles. Aber wann ich wieder einigermaßen scharf sehen könnte, darauf wollte er sich nicht festlegen. Heilung ist halt individuell unterschiedlich.

7 Tage nach Flap Lift
Ich sehe immer noch unscharf, d.h. milchig trüb. Es ist so, als wenn man durch schlecht geputzte Fenster schaut. Ich habe gar nicht unbedingt den Eindruck, dass ich unscharf sehe, sondern eben trüb, als wenn die Cornea schmutzig ist, als wenn ein "Schein" auf allem liegt. So wie wenn man bei einer Foto App einen "Schein" aufs Bild legt. Seit ein paar Tagen bleibt das auch gleich. Ich hatte die Hoffnung, dass es jeden Tag etwas klarer wird, aber das ist nicht so. Ich habe auch immer noch ein leichtes Fremdkörpergefühl und wenn ich das Auge schließe, spüre ich ein leichtes Kratzen/Schmerz direkt auf dem Auge. Anscheinend ist die Hornhaut noch gar nicht richtig verheilt...
Morgen (09.02.) ist nochmal eine Kontrolluntersuchung.
Vor OP: L: Sph -1,75; Cyl -2,25 // R: Sph -2,00; Cyl -2,25
2 Wo. nach LASIK: L: Sph 0,0; Cyl -0,5 // R: Sph 0,0; Cyl -1,00 (Flap Lift)
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Re: Falten im Flap - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon Choddi79 » 08.02.2017, 13:32

Meiner Erfahrung nach wird es die ersten 2 Wochen eher schlimmer, als besser. Das ist offenbar auch normal - danach verbessert es sich recht schnell und nach 1 Monat stagniert es dann weitestgehend.

Ich würde mir daher jetzt erstmal keine großen Gedanken/Sorgen machen und noch ca. 3 Wochen abwarten.
Choddi79
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Re: Falten im Flap - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon GentleHaze » 09.02.2017, 20:23

Danke für deine Einschätzung :) das beruhigt mich ein wenig. Ich bin von Natur aus seeeehr ungedulgig und mache mich schnell verrückt, wenn nicht alles perfekt nach Plan läuft. Was würde ich mir wünschen, dass sich das mal ändert... :roll:

Kontrolluntersuchung 9 Tage nach Flaplift
Sehleistung hat um 20% zugenommen, also von 30% am 4. Tag auf 50% am 9. Tag. Ich habe mich gefreut. Blöderweise wurden wieder kleine Falten, Micro striae mit dem Mikroskop gesehen, sehr schwer erkennbar, eine Falte streift ein wenig den Bereich der Pupille, was wahrscheinlich im Dunkeln bei großer Pupille relevant für das Sehen sein wird. Bei Tageslicht werde ich es wahrscheinlich nicht so stark merken. Meine max. Pupillenweite (bei Nacht) ist 6,5mm. Gut für mich, dass sie so "klein" ist...
Ich habe keine Ahnung wie diese neuen Falten in meine Hornhaut gekommen sind. Ich habe mir nicht im Auge gerieben. Nachts immer mit Augenschutz. Was mache ich nur falsch? :(

Falls jemand medizinisch-wissenschaftlich an dem Thema interessiert ist - ich habe einen interessanten Artikel über Micro striae gefunden. Anscheinend sind Flap Falten "normal", bloß in 1% sind sie klinisch relevant und beeinträchtigen das Sehen, sodass sie entfernt werden sollen. Ansonsten merkt sie der Sehende gar nicht, wenn sie nicht im optischen Bereich liegen.

Hier der Artikel (2015) über Flap Striae nach LASIK:

http://eyewiki.aao.org/Flap_Striae_After_LASIK
Vor OP: L: Sph -1,75; Cyl -2,25 // R: Sph -2,00; Cyl -2,25
2 Wo. nach LASIK: L: Sph 0,0; Cyl -0,5 // R: Sph 0,0; Cyl -1,00 (Flap Lift)
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