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SWR-Sendung: Weg mit der Brille!

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Re: SWR-Sendung: Weg mit der Brille!

Beitragvon MisterX » 09.01.2012, 17:02

In deinem Fall wurde wohl nicht alles richtig gemacht, jedoch ist es normal dass die optische Zone in den wenigsten Fällen der Dunkelpupille entspricht ( außer bei denen die ohnehin eine kleine Pupille haben). Dafür gibt es ja die Übergangszone.

Optimal wäre bei deinen großen Pupillen eine Wellenfront geführte Behandlung gewesen.. wurde diese bei dir durchgeführt?

Du schreibst von Kontrastverlust! Hast du diesen auf beiden Augen?
Wie äußert sich dieser genau?

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Re: SWR-Sendung: Weg mit der Brille!

Beitragvon krace1984 » 09.01.2012, 21:00

Hallo Matthias und MisterX,

Ich habe eure Argumentation mit Interesse verfolgt, ihr habt beide in vielen Fällen bestimmt nicht unrecht!!

Nun zu meiner Einschätzung der Lage:
da muss ich leider Einspruch einlegen. 1-2 von 10 Patienten geeignet?
Das ist definitiv keine realistische Zahl

Nach den neusten Erkenntnissen bezüglich der Nebenwirkungen würde ich sagen dass rund 50% welche sich für eine Voruntersuchung anmelden aus medizinischer Sicht nicht für eine OP geeignet sind. Sei es wegen trockener Augen, HH-Dicke bzw. Form, Dioptrienwerte, psychische Verfassung, Beruf, Erwartungen usw.
Ich denke die tatsächliche Prozentzahl die abgelehnt wird ist bedeutend kleiner, man will ja nicht den Kundenkreis unnötig verkleinern.


Leider scheint es auch in Deutschland noch Anbieter zu geben, die entweder nicht über die aktuellste Technik verfügen, bei der Voruntersuchung oder Auswahl ihrer Patienten nicht gründlich genug selektieren, oder nicht ordentlich Aufklären

Da würde ich einfach frech behaupten dass es sich hier nicht um Einzelfälle handelt. Das Ganze hat schon System.

Veto meinerseits!
Es gibt Patienten die nach Routineeingriffen nicht wieder aufgewacht sind, wird aus diesem Grund die Medizin generell in Frage gestellt?

Das kannst du nicht vergleichen. Oft sind dies Lebenserhaltende bzw. lebensverlängernde Operationen.
Es handelt sich hier meist nicht um Lifestyle-Operationen, zu denen die meisten refraktiven Eingriffe zählen.
Ich bin mir nicht sicher ob die refraktive Chirurgie Ursprünglich für diesen Zweck angedacht war.

Für alle medizinischen notwendigen OPs an der Hornhaut würden wohl eine handvoll Augenlaser Geräte in Deutschland ausreichen.

Schlussendlich kann man sich ewig darüber unterhalten, es gibt immer verschiedene Ansatzpunkte!

Die entscheidende Frage ist doch eigentlich wie man eine erfolgreiche OP definiert:
1. Möglichkeit
Der Patient ist zufrieden. Da liegt die Erfolgsquote warscheinlich doch relativ hoch, schätze bei 70%.

2.Möglichkeit
Die Operation war aus medizinischer Sicht sinnvoll.
Mmmh da sieht es wohl schon etwas dürftiger aus, 5%

3. Möglichkeit
Die Operation brachte eine Verbesserung der Sehqualität bzw. eine bessere Visusgruppe.
Hier bin ich auch der Meinung dass dies nach wie vor die wenigsten Patienten betrifft, ausser man hatte zuvor schlecht angepasste KL oder Brillen. 20%

Bin gespannt auf eure Inputs.

Gruss
Andreas
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Re: SWR-Sendung: Weg mit der Brille!

Beitragvon Matthias01 » 09.01.2012, 23:40

Hallo MisterX, bei mir wurde Wellenfront-Behandlung durchgeführt (mit Zyoptix Laser). Trotzdem miese Sicht bei Dunkelheit: Halos und Strabusts, Rücklichter der Autos nicht mehr schön dunkel rot wie früher, sondern wie ausgeblichen (so als hätte man weisses Licht beigemischt). Wenn Autos Bremsen sehe ich die Bremslichter ab einer gewissen, nicht gerade weiten Entfernung ebenfalls mit erheblichen Strahlen umgeben, dazu flackernde Lichtreflexe/Streuungen. Starbusts um Ampeln/ebenso Lichthöfe. Je näher ich an die Ampel herankomme, desto weniger werden die Effekte. Ich glaube, dass das mit meiner alten Kurzsichtigkeit zusammenhängt, denn diese wurde ja am Rande wegen der kleinen optischen Zone nicht korrigiert. Nähere ich mich der Lichtquelle, verschwinden die Effekte immer mehr. Gilt auch für entgegenkommende Autos, je näher desto weniger Streuungen. Ab ca 30-40 Meter sehe ich überhaupt keine Streuungen mehr. Wenn ich früher die Brille abgesetzt habe, hatte ich auch Lichtstreungen im Dunkeln, mit Brille aber gar nicht (zumindest nicht merkbar).

Kontrastverlust merke ich am Bildschirm. Ich markiere in Word an meinem gleichen PC seit eh und je immer mit der Hintergrundfarbe rot den Text, wenn ich eine wichtige Stelle für meinen Chef kennzeichnen möchte. Früher (prae-OP) war das ein so dunkles weinrot, dass man die schwarzen Buchstaben kaum sah am Bildschirm (nur im Ausdruck gut erkennbar). Nun ist das rot deutlich heller. Ebenso die Gesetzbücher, die ich jeden Tag benutze (Steuergesetze, Aktuelle Steuertexte): Früher richtig kräftiger Rot-Ton, nun deutlich greller/ausgeblichener. Kann das an der alten Brille (-2,00 und -3,00 dpt) liegen: Hat die die Farben kräftiger/dunkler erscheinen lassen? Der Unterschied ist echt krass, so dass ich mir kaum vorstellen kann, dass es an der Brille liegt.

Mich würde mal interessieren, wie viele Patienten schon wegen trockener Augen/ zu großer Pupillen abgeraten wurde: Kann mir kaum vorstellen, dass das viele waren! Denn schlechter als ich kann man kaum KL vertragen und größere Pupillen habe ich (jetzt wo man nach der OP darauf achtet) auch noch nicht gesehen. Ich farge mich wem man dann noch wegen dieser Faktoren hätte abraten sollen? Vielleicht nur noch jemanden, der sogar mit Brille schon Augentropfen nehmen muss?

Abgeraten wird de facto doch nur bei Keratokonus Verdacht (zumindst hoffe ich das, denn es kann dem Arzt ja im Nachhinein keiner nachweisen, dass der Keratokonus schon erkennbar war!) und natürlich bei zu dünner Hornhaut bzw. zu hoher Dioptrienzahl (leicht nachweisbar und klare Grenzen existierend). Vielleicht noch bei zu jungem Alter/schwankender Refraktion. Der hippokratische Eid gebietet meines Erachtens eine sehr sorgfältige Untersuchung und Aufklärung bei einer - wie Krace schon richtig bemerkt hat - Lifestyle Operation. Leider steht das Profitstreben auch bei den Ärzten oft über dem hippokratischen Eid: Ich finde das ganz schlimm!

@MisterX: Du kennst Dich echt gut aus, darf man fragen, woher Du Deine Kenntnisse hast/Du gar in der "Branche" arbeitest (gerne auch per PN).
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