So, dann will ich mich im ganz neuen Forum wieder mit einem Thema, das viele LASIK-Patienten interessieren dürfte, zurückmelden. Ich hatte dazu schon was im "alten" neuen Forum gepostet.
Wächst der Flap wieder an?
Wie stabil ist der Flap?
Was ist im Falle eines Flap-Falles?
Der Flap hält über adhesive Kräfte. Die Schnittstelle wird kurz nach der OP wieder vom Epithel überwuchert - es sei denn, das Epithel wächst in den Flapspalt hinein, was eine behandelbare Komplikation darstellt. Das Anheben des Flaps ist selbst nach einem Jahr oder länger durch den Operateur möglich. Oder aber der Flap verrutscht aufgrund eines traumatischen Ereignisses.
Es gibt eine sehr ernste, zum Glück aber auch sehr seltene Komplikation, die Keratektasie (Häufigkeit wird mit ca. 1:1,5 Mio bei LASIK-Patienten angegeben). Dabei wölbt sich die ausgedünnte Hornhaut vor, was im Extremfall eine Hornhauttransplantation notwendig machen kann. Als sicher gilt eine Resthornhautdicke von 250, besser 325 µm. Wichtig ist, dass der Flap nicht auf die Hornhautdicke angerechnet wird, d.h. die durchschnittlich 160 µm Flap tragen nicht zur Hornhautstabilität bei.
Ob über die Jahre der Flap tatsächlich mit dem Stroma verwächst, ist möglich, darüber habe ich aber keine Informationen. Vielleicht weiß jemand aus dem Forum mehr?
Der Flap ist normalerweise äußerst stabil. In der Literatur finden sich nach einer aktuellen Literaturübersicht (Mil Med 169, 334-336 (2004)) 22 Fallbeschreibungen von Flap-Rutschern: Nur einmal geriet der Flap nach vier Monaten ohne Trauma in Bewegung. Sehr selten sind Dislokationen mit nur geringer äußerer Einwirkung (Einkaufstüte, Kontaktlinsen). Häufiger sind Sportverletzungen (z.B. Ball im Auge), Kontakt mit Haustieren (die nicht immer wissen, dass man Herrchen nicht ins Auge krallen darf), Autounfälle mit Airbag-Auslösung etc.
In dem Artikel wird eine unveröffentlichte Arbeit von Laurent et al. zitiert, bei der bei Kaninchen bereits einen Tag nach LASIK durch Luftstöße der Flap nicht mehr zu bewegen war und nach zwei Tagen selbst bei äußerer Gewalteinwirkung, die zu Schäden im Auge führen, der Flap stabil saß.
Bei korrekter Behandlung durch einen Spezialisten kann im Unglücksfall wieder ein akzeptabler (korrigierter) Visus von 1,0 (100%) hergestellt werden. Dies ist im genannten Artikel eindrücklich am Beispiel eines US-Miltärs beschrieben, der 2 Monate Post-OP auf den Philippinen einen Softball ins Auge bekam und zur Behandlung nach Okinawa und San Diego ausgeflogen wurde. Sein Visus verbesserte sich im Laufe der Behandlung von <0,1 direkt nach dem Unfall auf 1,0 nach Behandlungsende. Die Behandlung umfasste u.a. topische Antibiotika, Flap Lifting, Spülen, Stretchen des Flaps, Verbandskontaktlinse.
Der Artikel, auf den ich mich beziehe, ist im Volltext unter http://home.arcor.de/pinnipedii/late%20traumatic%20flap%20displacement%20after%20lasik.pdf abrufbar.



