von Bini » 12.10.2004, 10:09
Hallo Marion,
das klingt ja ziemlich fürchterlich. Der Albtraum für jeden, der mit dem Gedanken an eine OP spielt.
Das mit dem juristischen Weg ist so eine Sache: in Deutschland muss man als geschädigter Patient nachweisen, dass der Arzt in nicht vertretbarer Weise vom guten Standard abgewichen ist. Dann liegt ein Behandlungsfehler vor, der zu Schadenersatz und Schmerzensgeld berechtigt. Das Gericht muss ein Gutachten einholen, das dann beurteilt, ob unter Berücksichtigung der Voruntersuchung die OP in dieser Art und Weise hätte durchgeführt werden dürfen und ob bei der OP selbst Fehler unterlaufen sind. Auch, wenn zu wenig oder falsch aufgeklärt wurde, kann der Patient Ansprüche erheben. Allerdings werden meistens Standardaufklärungsbögen verwandt, die alles umfassen. Damit gilt der Patient als ausreichend aufgeklärt.
Schmerzensgeld wird in Deutschland ohnehin nicht viel zugesprochen. Es gibt eine spezielle Tabelle, an der man sich orientieren kann. Aber es ist nicht viel.
Also: wenn Du Pech hast und keine entsprechende Rechtsschutzversicherung, musst Du in einem Gerichtsverfahren noch einmal ca. 3.000,00 EUR für ein Gutachten investieren und am Ende vielleicht auch die Verfahrenskosten tragen. Das wird wirklich teuer.
Auf keinen Fall solltest Du vorweg ein Privatgutachten einholen. Das wird vor Gericht in der Regel nicht anerkannt und Du zahlst evtl. doppelt. Lieber einen Arzt finden, der Dich mit Infos unterstützt.
Ich kann Dir leider nicht sagen, welche Klinik / welcher Arzt hier weiterhelfen kann. In München hört man von ASZ Positives. Dort ist Herr Prof. Neumann, der so mit als Erster in Deutschland sich mit Augenlasern auseinandergesetzt hat. Aber genau das ist ja das Problem: Du hast ja auch darauf geachtet, dass der Operateur einen guten Ruf hat... Hier sind alle ganz begeistert von Eyestar in Istanbul.
Halte uns doch bitte auf dem Laufenden. Viel Glück und alles Gute!
Bini