Hallo!
Nun, da bald mein 2. Versuch ansteht, mir meine Augen lasern zu lassen, komme ich endlich dazu, von meinen Erfahrungen mit CityLasik zu berichten.
Ich hatte gut 1 Jahr lang mit mir selbst gerungen, ob ich wirklich eine Lasik-OP wagen sollte und letztendlich haben immer mal wieder auftretende Probleme mit meinen Kontaktlinsen dafür den Ausschlag gaben (insbesondere bei längerem Tragen sind die Augen ab und an gereizt, obwohl ich bereits hoch sauerstoffdurchlässige Linsen trage). Ein Arbeitskollege, dessen Frau sich bereits vor ca. 15 Jahren hatte lasern lassen und sehr froh über diesen Schritt war – sie sprach von einem völlig neuen Lebensgefühl - sprach mir Mut zu.
Einige Ärzte/Lasikzentren verlangten bereits für die Voruntersuchung 200-300 EUR. Da ich aufgrund meiner nicht ganz unkritischen Werte (-8 Dioptrien, links dazu eine leichte Hornhautverkrümmung) zunächst wissen wollte, ob ich überhaupt für eine Lasik-OP in Frage komme, war ich froh, dass bei CityLasik in Dortmund die ausführliche Voruntersuchung komplett kostenlos ist. Dies fand ich ein faires Angebot.
Im März letzten Jahres wurde ich bei CityLasik untersucht, u. a. von einer jungen Ärztin mit osteuropäischem Akzent. Sie riet mir zu einer PRK, alternativ zu Kunstlinsen, die für mich nur als letzte Lösung in Betracht kämen. Mit der PRK hatte ich mich noch gar nicht befasst, ich hatte gehofft, dass ich für die Femto-Lasik geeignet wäre. Die Dame an der Rezeption meinte jedoch zu mir „Ich frage sicherheitshalber noch einmal nach – wenn Sie für die PRK geeignet sind, dann doch bestimmt auch für die Femto-Lasik.“ Kurz darauf hieß es „nein, tut mir leid, die Frau Doktor hat dies verneint“. Daheim befasste ich mich mit der PRK und las, dass dies eine besonders schmerzhafte Methode sei, bei der mit langwierigen Beeinträchtigungen zu rechnen sei. Es sei die „Lasik der 1. Stunde“, wobei es mittlerweile neue, moderne Arten der PRK gäbe. Außerdem entnahm ich der Broschüre von CityLasik, dass die PRK maximal bei Werten bis -6 Dioptrien erfolgversprechend sei.
Völlig verunsichert rief ich bei CityLasik an und fragte, ob die Frau Doktor wirklich die ursprüngliche Methode PRK meinte oder evtl. eine weniger schmerzhafte Weiterentwicklung. Plötzlich hieß es „wissen Sie, die Frau Doktor ist neu hier und operiert noch gar nicht selbst.“ Und anschließend per e-mail: „Wir haben Ihre Werte einem anderen Arzt hier gezeigt und er meinte, dass eine Femto-Lasik auch möglich wäre. Vielleicht kommen Sie einfach noch einmal zu einem 2. Gespräch vorbei.“ Bereits zu diesem Zeitpunkt kamen mir erste berechtigte Zweifel an CityLasik Dortmund – wenn die Frau Doktor selbst noch lernen muss, wie kann man sie dann allein auf Patienten loslassen? Müsste man dann nicht wenigstens einen 2. Arzt bei der Auswertung der Messdaten mit hinzunehmen? Vielleicht hätte ich da schon die Finger von einer Lasik-OP bei CityLasik lassen sollen. Hinzu kam, dass man mir bei der Hotline, die die Terminvereinbarungen macht, zuvor sagte, ich solle die (weichen) Linsen 1 Woche vor der Untersuchung draußen lassen und man mich dann an der Rezeption ziemlich komisch ansprach „Wie, nur 1 Woche? Na, dann werden wir mal sehen, ob das reicht. Eigentlich hätten Sie die Linsen vor der Untersuchung viel länger draußen lassen müssen.“
Ich hätte auf mein Gefühl hören sollen, aber nein, ich gab CityLasik noch eine 2. Chance und ging zum 2. Gespräch. Der Doktor riet mir zu einer Femto-Lasik – alternativ Kunstlinsen, aber auf gar keinen Fall (!) zu einer PRK. Diese würde er bei meinen Werten nicht durchführen. Unglaublich, oder?
Weiterhin verunsichert ließ ich anschließend in der Augenklinik am Neumarkt in Köln einen Quick-Check durchführen, um eine Bestätigung zu erhalten, dass ich für die Femto-Lasik wirklich geeignet bin. Dieser fiel positiv aus, jedoch handelte es sich bei dem kostenlosen Quick-Check um eine unverbindliche 1. Prüfung - im Falle einer OP hätte ich eine zusätzliche umfangreiche, kostenpflichtige Untersuchung machen müssen, die man ggf. mit den Kosten für die OP verrechnet hätte. Leider war die OP dort sehr viel teurer als bei CityLasik, zudem die günstigsten Tarife mit freier Terminwahl seitens des Augenzentrums verbunden gewesen wären (man wird benachrichtigt, wann man dran kommt, was man sich als Berufstätige im Normalfall nicht mal eben so leisten kann) und für die namhaften Operateure hätte man noch einen Aufschlag zahlen müssen.
Nach einigem Hin und Her entschied ich mich dann doch für die Femto-Lasik bei CityLasik Dortmund, einerseits wegen der Kosten und auch wegen der örtlichen Nähe, da man ja auch noch zu den Nachuntersuchungen gehen muss. Der Termin wurde für Ende August 2011 vereinbart, da ich zuvor noch Urlaubsvertretung machen musste etc.
Am Tag der OP war ich natürlich extrem nervös und – als ich die Räumlichkeiten von CityLasik betrat, hatte ich irgendwie so ein unwirkliches Gefühl. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass hier wirklich operiert würde. An der Rezeption leierte man mir routinemäßig herunter, welche Tropfen ich nach der OP in welchem Zeitabstand zu nehmen hätte und was sonst noch zu beachten sei. Ich wollte mir Notizen machen, was bei dem Tempo schon schwierig war, wurde aber angefahren „Das brauchen Sie sich nicht aufzuschreiben, dass bekommen Sie alles schriftlich.“ Freundlich geht anders. Ich fragte nach der Beruhigungstablette und wurde zunächst mit „gleich“ vertröstet.
Dann saß ich auf der vornehmen Ledercouch und wartete (mein Freund leistete mir Beistand). Es fanden letzte Untersuchungen statt und nach gefühlten 20 Minuten auf der Couch fragte ich vorsichtshalber noch mal nach der Beruhigungstablette, immerhin müsste sie doch rechtzeitig vor der OP anfangen zu wirken. Es dauerte noch mal geschlagene 5 Min., bis ich sie endlich bekam. Vielleicht war es auch nur ein Placebo. Plötzlich wurden wir beide (mein Freund und ich) hereingerufen. Komisch, dachte ich, es hatte ja niemand gefragt, ob er bei der OP dabei sein wollte. Der operierende Arzt war erst kurz zuvor angekommen, vermutlich war ich die 1. oder gar einzige Patientin an diesem Tag. Es war ein anderer Arzt als der, bei dem ich das 2. Beratungsgespräch hatte (dieser war im Urlaub), aber, so hieß es kurz vor dem OP-Tag am Telefon, ich solle mir keine Sorgen machen, er sei mindestens genauso gut wie sein Kollege, habe sich meine Werte angeschaut und würde die OP durchführen.
In den folgenden Minuten dachte ich, ich befände mich in einem schlechten Film. Der Herr Doktor blickte mich an und sagte, er würde die OP nicht durchführen. Er hätte diese schon aufgrund meiner Werte vom März des Jahres nicht durchgeführt, aber die heutigen Untersuchungen hätte gezeigt, dass sich selbst innerhalb der letzten paar Monate meine Werte am linken Augen kolossal verschlechtert hätten, ich hätte einen Keraktokonus, also eine Verdünnung der Hornhaut in der Mitte des Auges. Er zeigte mir eine Grün-Rot-Aufnahme der Hornhaut, wobei die roten Stellen die kritischen darstellten. Es war ziemlich viel rot zu erkennen, die Hornhaut habe eine völlig unterschiedliche Dicke in verschiedenen Bereichen. Wenn man da lasern würde, könnte sie reißen und ich wäre u.U. blind auf dem Auge. Ich könne von Glück sagen, dass ich mit der OP noch gewartet habe. Er hätte sich schon am Vorabend die Werte angesehen und entschieden, die OP nicht durchzuführen, aber jetzt seien meine Werte noch viel schlimmer als zuvor. Evtl. müsste später mal eine Hornhautvernetzung durchgeführt werden, ich solle in einem halben Jahr noch einmal hereinkommen.
Meine Gedanken überschlugen sich – da hatte ich mich jetzt umsonst verrückt gemacht? Warum hatte man mich dann nicht schon am Vortag oder morgens vor der OP angerufen und diese abgesagt? So haben wir beide umsonst einen Urlaubstag geopfert und ich habe mich umsonst verrückt gemacht. Was wäre gewesen, wenn die OP im März durchgeführt worden wäre und warum hatte der andere Arzt überhaupt keine Bedenken?
An der Rezeption äußerte man Bedauern und Erstaunen und versicherte mir, sich persönlich darum zu kümmern, dass ich mein Geld (Vorkasse) schnell zurückbekäme. Auch dieses Versprechen hat CityLasik nicht gehalten, ich bin meinem Geld 3 Wochen hinterhergerannt – erst war der Sachbearbeiter im Urlaub, dann hatte man angeblich meine Kontoverbindung nicht (die ich am Tag der abgesagten OP dort gelassen hatte!), dann wollte man bis zum „üblichen Zahltag“ noch ein paar Tage auf meinem Geld sitzen bleiben. Erst nach einer heftigen Beschwerde-e-mail an den CityLasik Verbund ging es plötzlich doch ein paar Tage eher. Man äußerte nochmals Bedauern und würde mit der Dortmunder Filiale Rücksprache halten und nach deren Rückmeldung auf mich zurückkommen. Nun, ratet mal, was passierte? Natürlich nichts.
Fazit: ich war anschließen bei 2 Augenärzten, die u.a. lasern, aber auch „normale“ Augenärzte sind. Ich wollte wissen, ob der Keraktokonus wirklich so kritisch ist und wenn, dann wollte ich die evtl. später einmal erforderliche Vernetzung dort und auf gar keinen Fall bei CityLasik durchführen lassen. 3 Mal dürft ihr raten – ich habe keinen, nichtmals einen Ansatz von einem Keraktokonus, die Hornhaut ist absolut in Ordnung und liegt von der Dicke her im mittleren, absolut nicht kritischen Bereich. Ich konnte es gar nicht glauben und fragte noch mal nach, aber auch ein anderer Arzt, der mit hinzukam, bestätigte mir das zuvor Gesagte. Auf meine Nachfrage hin, wie es denn sein könne, dass CityLasik ganz andere Ergebnisse hatte, deutete man vorsichtig an, dass diese möglicherweise nicht mit den allerbesten Geräten arbeiten. Bei der Hornhauttopographie gibt es z. B. nicht ganz so hochwertige Geräte, bei denen die Kamera in der Mitte sitzt und aufgrund der äußeren Werte mathematisch ermittelt, wie es in der Mitte wohl aussieht. Fehler sind da nicht ungewöhnlich. Beide Ärzte hatten früher auf freiberuflicher Basis mit CityLasik kooperiert, davon aber Abstand genommen. Es musste häufig nachgelasert werden (viel häufiger als sonst üblich) und einer der Ärzte mutmaßte sogar, man würde sich teilweise dort auch das Lasergerät für die OP-Tage leihen, wobei Temperaturschwankungen für so ein High Tech-Gerät nicht gerade ideal seien und/oder man würde nicht mit Wellenfront-Technologie arbeiten, sondern nach Schema F lasern. Ich kann dies nicht beurteilen und wie gesagt, es sind Vermutungen, aber in jedem Fall haben mir meine Erfahrungen gezeigt, dass ich keinem zu CityLasik raten würde.
Ich starte jetzt einen 2. und letzten Versuch im Augencentrum Köln-Porz am 01.02.12 und hoffe, dass man mich diesmal nicht wieder nach Hause schickt… Aber ich denke, so wie es bei CityLasik ablief, war es schon ein starkes Stück. In Köln wirkt alles gleich professioneller. Diesmal muss ich auch keine Vorkasse leisten, sondern zahle nach der erfolgreich verlaufenen OP. Drückt mir die Daumen!!



